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LIBRARY OF |
Illinois State
eee HISTORY,
{ CHAMPAIGN, ILLINOIS. .
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1.9
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Die
Schmetterlinge von Europa.
(Fortſetzung des Ochſenheimer'ſchen Werks),
von
Friedrich Treitſchke.
Neunter Band.
Erſte Abtheilung.
Leipzig, bey Ernſt Fleiſcher.
1832.
IV
wir dagegen finden die reichſte Herrlichkeit allein
wo die Natur das Große aufgiebt, und kuͤnſtliche
Sehwerkzeuge uns belehren. Daher die von mir
zahlreich neu begruͤndeten und doch durch ſcharfe
Umriſſe gerechtfertigten Abtheilungen der Scha—
ben. Sie ſind unvollkommen, wie alles, was ich
fruͤher leiſtete, und ſind es unter allem vielleicht
am meiſten. Doch geben fie Winke für die Zu⸗
kunft, und verdienen, indem ſie bauen ohne zu zer⸗
ſtoͤren, wohl ebenfalls die mir bis jetzt ſo freundlich
geſchenkte Nachſicht.
Syſtematiſche Vorarbeiten fand ich nur bey
einigen Gattungen, aber dieſe ſo muſterhaft, daß
ich ihnen unbedenklich den erſten Rang unter allen
Monographieen der Schmetterlinge einraͤume. Ich
meine die treffenden Beſchreibungen, welche Herr
Doctor Zincken, genannt Sommer, Hof⸗
medicus in Braunſchweig, im „entomolo—
giſchen Magazine“ über die G. Galleria,
Chilo und Phycis lieferte. Oft habe ich feine
v
Worte aufgenommen, RR ſie t nur nach der in bie
ſem Werke vom Anfange beſtehenden Weiſe geaͤn⸗
dert. Ich war nach eigenem ſorgfaͤltigen Ver⸗
gleiche überzeugt „daß ſich nichts Beſſeres an die
Stelle des Vorhandenen ſetzen ließ. Eben ſo folgte
ſchon Ochſenheimer Linné, Laspeyres,
und anderen Meiſtern. Bey mehreren in jene Gat⸗
tungen gehoͤrigen Arten wurden neue Erfahrungen
zugeſellt. In letzterer Hinſicht habe ich vorzuͤglich
wieder meinen verehrten Freunden, Herrn Fiſcher,
Edler von Roͤslerſtamm in Nixdorf, und
Herrn Carl von Tiſcher in Dresden, zahl⸗
reiche und intereſſante Beytraͤge zu danken.
Dieſer neunte Band wird alſo in zwey
Abtheilung en diejenigen Geſchöͤpfe umfaſſen, wel⸗
che gewoͤhnlich den Namen „Schaben“ (Tineae,
Linn.) und „Geiſtchen oder Federmuͤcken“
(Alucitae, Linn.) fuͤhren.
Die Schaben haben vier ungleiche
Palpen (oder Taſter), naͤmlich zwey groͤ—
VI
ßere und zwey kleinere (Mebenpalpen);
ſchwache borſtenfoͤrmige Fuͤhler, die nur
bey wenigen Ausnahmen gefiedert find;
eine breite hervorragende Stieg der
Hinterleib iſt duͤnnz die Fuͤße ſind lang,
feingedornt. Die Vorderfluͤgel zeigen
ſich ſchmal, lang, und 960 der Wurzel bis
zum Hinterrande ziemlich gleich breit.
Die Hinterfluͤgel dagegen kurz, faft halb—
rund, mit anſehnlichen Franzen. Der
Flug dieſer Geſchoͤpfe iſt nicht ruhig, ſon⸗
dern auffahrend, wenig dauernd und ſchnell
niederſtuͤrzend.
Ihre Raupen haben ſechszehn Fuͤße
(nur ſelten weniger), einen Nackenſchild,
und auf dem Koͤrper kleine Waͤrzchen und
einzelne Haare. Sie wohnen im Freyen
wie in Haͤuſern, gern verborgen, indem
ſie ſich entweder mit kuͤnſtlichem Gewebe
bedecken, oder in Blätter, Pflanzenften-
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gel u. dergl. auch in unſeren Wohnungen
in Moͤbeln, Kleider, Getreide u. ſ. w. ein⸗
beißen, dieſe zerſtoͤrend durchnagen, und
ihre Verwandlung an dem Orte des Auf—
enthalts vollziehen. ii, ü rs
Die Puppen find lang, ſchmal, leb⸗ |
haft. Sie ruhen in feftem Gewebe oder.
zwiſchen ihrer Nah rung in ſicherer Hulle.
Die Gattungsmerkmale der von allen uͤbrigen
Schmetterlingen ſchon durch aͤußere Erſcheinung ſo
ſehr abgeſonderten „Geiſtchen“: (Alucitae, Linn.)
folgen in | der zweyten Abtheilung dieſes
Bandes, vor den Beſchreibungen. Das dahin
Gehoͤrige und gegen den erſten Entwurf betraͤchtlich
Vermehrte und Verbeſſerte „ liegt faft fertig. Da⸗ |
mit wäre dann die Ueberſicht der europäifchen Schmet—
terlinge zu Stande gebracht. Die letzte, dringende,
und meinen Freunden wahrſcheinlich intereſſanteſte
Arbeit: „die Nachtraͤge neuer Entdeckungen,
bey den Tagfaltern angefangen,“ bleibt
m
für den zehnten Band, als Schluß des
Werkes uͤbrig, deſſen volle Ergaͤnzung einſt mehr
zu meinen Wuͤnſe chen als Hoffnungen gehörte.
Wien, im Auguſt 1831.
| Friedrich Treitſchke. a
|
Die
Schmetterlinge von Europa.
Neunter Band.
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Schaben.
G. Scardia — Haemilis.
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19 N) *
GENUSS SCAÄRDIA. I
Schon im Entwurfe der Reihenfolge fuͤr die Schaben, im
VIII. Bde. d. Wks. S. 290. erklaͤrte ich die Abſicht, jene,
von Ochſenheimer, im III. Bde. S. 120. und im IV.
Bde. S. 57. zu den Spinnern geſetzte, Gattung Phy-
cis, mit einigen Arten vermehrt, unter dem Namen Scar
dia (Holzwurm, Apul.), hierher ſtellen zu wollen. Herr
D. Zincken, im Magazin der Entomologie, III. Band
©. 116. vor feiner Bearbeitung der Gattung Phy cis,
hat die Gruͤnde angegeben, warum er die von Fabri eius
herruͤhrende aͤltere Benennung dorthin übertrug. Die gegen—
wärtigen Arten wollte er mit dem G. Tinea vereinigen.
Meine ſpaͤteren Beobachtungen haben mich indeſſen uͤber—
zeugt, daß dieſes Genus in mehrere zerfallen muͤſſe. Ich
habe daher für die Schmetterlinge, deren Raupen in Baum-
ſchwaͤmmen und faulem Holze leben, das G. Scardia
beſtimmt, — fuͤr die zerſtoͤrenden, in Kleidern, Pelzwerk, und
überhaupt in Haufern unter uns ſich aufhaltenden, den ural—
ten Hauptnamen, Tinea, — und für die früher auch hier⸗
her gezogenen, durch Form und Lebensweiſe aber fo ſehr ver—
ſchiedenen, im Freyen, an Bäumen befindlichen, die Bezeich-
nung, Lemmatophila, — wobey wahrſcheinlich iſt,
daß der jetzige erſte Verein leicht einen Zuwachs aus mehre⸗
*) Dieſes Genus, welches als Phycis ſchon ein Mal ge:
rechnet wurde, erhaͤlt bier keine Zahl. (M. ſ. VIII. Bd.
S. 290.)
7 A2
Fauhler.
4
ren folgenden erhalten koͤnne, wenn die Naturgeſchichte einiger
dort ſtehenden Schmetterlinge vollſtaͤndiger bekannt ſeyn wird.
Die Kennzeichen unferer Gattung Scardia gab
Ochſenheimer, im III. Bde. S. 120. Ich habe
ſaͤmmtliche Arten in zwey Familien getheilt, davon:
Fa m. A. zur Zeit nur Sc. Anthracinella
begreift, deren Mann ſtark gefiederte Fuͤhler hat.
Fam. B. führt in beyden Geſchlechtern borſtenfoͤrmige
Bey den drey erſten, ſchon früher befthriebenen, Arten
genügt es, dorthin zu verweiſen und die neueren Citate oder
das ſonſt Erforderliche hier nachzutragen.
x
5
FAM. A. I. ANTHRACINELLA.
Man fehe darüber: 3
Ochſenheimer, die Schmetterl. von Europa, III. Bd.
S. 122. N. 2. Phy c. Anthracina.
— — IV. Bd. S. 51. N. 3.—
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken g. Sommer,
S. 100. Anm. 121. T. Anthracinella, und
S. 24. Anm. 57. Pyr. Anthracinalis.
Hübner, die Schaben, Text, S. 19. N. 4. 1 0
fer⸗Schabe, T. Anthracinella.
Eine ſeltene Abaͤnderung dieſer Art hat auch auf der
Oberſeite der Hinterfluͤgel weiße Flecke; bey einer
noch ſeltneren ſind die . Flecke daſelbſt in Strahlen
zuſammengefloſſen. a
FAM. B. 2. BOLETELLA.
Ochſenheimer, die Schmetterl. von Europa, III. Bd.
S. 121. N. 1. Phy c. Boleti.
— — IV. B. S. 51. N. 1. —
Hübner, Larv. Lep. VIII. Tin. I. Bombyciform.
C. a. Fig. 2. a. T. Boletella.
Die Abbildung der Raupe iſt ſehr gut. Sie iſt nicht
glatt, wie Ochſenheimer ſagt, ſondern mit einzelnen
feinen, aufrechtſtehenden Haaren beſetzt.
3. NME DIE LL A.
Ochſenheimer, die Schmetterl. von Europa „IV. Bd.
S. 51. N. 2. Phy c. Mediella.
— — V. Bd. S. 195. N. 2. —
Hübner, Larv. Lep. VIII. Tin. I. Bombyciform. .
C. a. Fig. 1. a. b. T. Mediella.
ae
Die Raupe hat, wie die. vorige, einzelne feine, auftecht⸗
ſtehende Haͤrchen. Der Schmetterling kommt groͤßer und
kleiner, heller und dunkler vor. Sein Weib iſt mit einer
Legeroͤhre verſehen.
4. P AN AS IT E L L A.
Scard. alis anticis ex ferrugineo fuscis, maculis ob-
scurioribus quadratis Wee e ee lineolis albis i in mar-
gine externo; capite ferruginev.
Hübner, Tin. Tab, 5. Fig. 16. (mas.) Text, S. 20.
N. 4. Schmarotzende Schabe, T. Parasitella.
Betraͤchtlich kleiner, als die vorige Art; kaum wie Sci.
Wahlbomiana. Die Fuͤhler find braun und weißlich
geringelt „ der Kopf if hochgelb, der Rüden und der Hinter-
leib zeigen ſich dunkel und hellbraunroth wechſelnd, eben ſo
die Fuͤße, letztere am unterſten Gelenke mit breiten weißlichen
Ringen. Das Weib fuͤhrt einen Legeſtachel.
Die Vorderfluͤgel haben hellbraunroͤthlichen Grund, dar⸗
auf viele verfloſſene, dunkelbraunrothe Flecke und weiße Ato⸗
me. Der Vorderrand iſt mit doppelten weißen Strichen
durchſchnitten. Am Ende, vor dem Franzenrande, ſteht ein
ſolcher weißer, vorzuͤglich deutlicher, eckiger Fleck. Die Fran⸗
zen ſelbſt zeigen ſich breit, weißlich und dunkelbraun geſtreift.
Die Hinterfluͤgel bleiben einfachgrau, mit roͤthlichem
Scheine „dunkler als jene von Mediella. Ihre Franzen
ſind rein aſchfarbig grau. N
Die Unterſeite aller Flügel glänzt ſeidenartig gelbbraun.
Die vorderen ſind heller als die hinteren, werden erſt auf dem
letzten Dritttheile dunkler, und dann folgt der, hier ebenfalls
ſtark mit Weiß und braun geſtreifte, Franzenrand. 5
Die Raupe ſoll in Baumſchwaͤmmen leben, auch da⸗
ſelbſt ihre Verpuppung vollziehen. Die große Aehnlichkeit
des Schmetterlinges mit dem von Mediel la beftätigt dieſe
7 *
Angabe und fo ſtelle ich ihn hierher „ohne doch das Nähere
von ſeinen erſten Ständen genauer ſagen zu konnen.
5. PICARELLUY,
Scard. alis anticis albidis, Iinea maculisque nigris,
pile albo; thorace 5 atro pone oculos.
Hübner, Tin. Tab. 32. Fig. 219. (mas.) Text,
S. 17. N. 8. Aelſterfarbige Schabe, T. Picarella.
Linné, Faun. Suec, Ed. 2. N. 1389. T. Pica-
rella.
De Villers, Ent. Ku T. II. pag. ch N. 946.
Le Point. T. Picarella. | |
Herr L. Parreyß, ruͤhmlichſt bekannt durch feine
entomologiſche Thaͤtigkeit, fand vorigen Herbſt naͤchſt Wien,
in einem Eichenwalde, an einer alten Baumwurzel, einen
ungeheueren Schwamm, und nahm in ihm die Wohnung
mehrerer kleiner Kaͤferlarven wahr. Er trug ihn nach Hauſe,
verwahrte und pflegte ihn, und erhielt im May d. J. nicht
nur Dor catoma dresdense, ſondern auch die als
Raupe noch unbeobachtete jetzige Schabe. Bey naͤherer
Beſichtigung des Schwammes zeigten ſich nicht nur die Hoͤh⸗
len der Raupen, gleich den zuvor beſchriebenen der jetzigen
Gattung, ſondern auch die ihnen aͤhnlichen leeren Puppen⸗
huͤlſen, wodurch ſich die nahe Verwandtſchaft noch mehr
bewies. Indem ich nun zuerſt erinnere, daß die Huͤbner'⸗
ſche Abbildung, wie die Linné ' ſche Beſchreibung gleich
deutlich ſind, melde ich noch Folgendes, nach mehreren ſchoͤ⸗
nen, vor mir ſtehenden Stuͤcken.
Picarella wechſelt in der Größe, und kommt wie
Parasitella, aber auch nicht anſehnlicher als Betul i-
nella vor. Der Kopf iſt weiß, der Ruͤcken weiß mit Grau,
eben ſo ſind die Fuͤhler. Die Schulterdecken ſchwarz, mit
Weiß eingefaßt, der Hinterleib ſchwarzgrau, mit weißlichen
8
Ringen, jener des Mannes fuͤhrt einen gelben Afterbuͤſchel,
der des Weibes einen Legeſtachel. Die Fuͤße ſind weißgrau.
| Die Vorderfluͤgel haben einen hellgrauen, bald zum
Blaͤulichen, bald zum Braunen ſich neigenden Grund. Die
Zeichnung erſcheint mehr oder minder ſcharf, bleibt auch
ſtellenweiſe ganz aus. Nach den deutlichſten Exemplaren iſt
der Vorderrand von der Wurzel bis zur Haͤlfte braun punktirt,
dann treten ſolche größere Flecke ein, die um die Fluͤgelſpitze
uͤber den Hinterrand fortgehen. Aus der Wurzel entſpringen
faſt immer zwey ſchlangenartige Laͤngslinien, welche in der
Fluͤgelhaͤlfte aufhoͤren. Dagegen iſt hier eine geſchlaͤngelte
ſtaͤrkere Mittellinie zwiſchen den vorigen am deutlichſten, und
dieſe wird wieder von einer ſchwarzbraunen, ſchiefliegenden
Makel durchſchnitten. Die Franzen ſind braun und weiß
breit geſtrichelt.
Die Hinterflügel zeigen ſich braungrau, die langen
Franzen aber hellbraun. .
Die Unterfeite der Vorderfluͤgel iſt braun, mit helleren
Raͤndern und Spuren der oberen Zeichnung. Die Hinter⸗
flügel find wie oberhalb.
Die Puppe iſt hellbraun, lang, ſchmal, mit dunkleren
Querringen und kleinen Widerhaken.
Sonſt war nur Schweden als Vaterland bekannt.
6. 4 C ER E L L. A.
Scard. alis anticis nigris, vitta ad marginem posticum
alba nigro maculata, macula marginis externi a Ve
albis.
Neu entdeckt, unabgebildet und noch nicht beſchrieben.
Ungefaͤhre Groͤße von Betulinella. Kopf und Ruͤcken
ſind ſchneeweiß, letzterer iſt etwas mit Braun gemiſcht. Die
Fuͤhler braun, weiß geringelt, der Hinterleib iſt braun mit
dunklerem Mittelſtreife, bey'm Weibe mit einer Legeroͤhre. |
Die Füße find hellgrau, ſchwarz gefleckt.
Die 408 Vorderfluͤgel eh auf der Hälfte, laͤngs
9
des Vorderrandes, einen ſchwarzbraunen Grund mit weißen
Flecken; waͤhrend die Haͤlfte laͤngs des Innenrandes weiß,
mit ſchwarzbraunen Flecken iſt. In der gedachten erſteren
Abtheilung ſtehen, ganz am Rande, einer bis drey einzelne
weiße Punkte, dann folgen, weiter gegen den Hinterrand,
einige weiße Haͤkchen dicht neben einander, die in einen groͤ⸗
ßeren weißen, länglichen Fleck, welcher nach innen eine Spitze
fuͤhrt, laufen. In der zweyten weißen Haͤlfte befinden ſich,
an der Wurzel und gegen die Mitte hin, zwey groͤßere, und
dicht am Innenrande einer bis drey kleinere ſchwarzbraune
Fleckchen oder Striche. Dieſe Zeichnung bleibt aber oft ſtel⸗
lenweiſe aus oder fließt mehr zuſammen. Die Franzen ſind
braun, weiß geſtrichelt.
Die Hinterflägel ſammt den langen Franzen find, ſeiden⸗
artig glaͤnzend, braungrau. f
Unterhalb zeigen ſich die Vorderfluͤgel braun, die hin⸗
teren grau. |
Den Schmetterling fanden wir im May, an den Staͤm⸗
men der Ahornbaͤume, und erzogen ihn nachher, aus einem
daran wachſenden, im Herbſte von kleinen Raupen bewohnten
Schwamme. Die Art ſcheint nur unbeachtet, aber nicht
ſelten zu ſeyn. |
7. BETULINELLA
Scard. alis anticis fusco alboque irroratis, maculis _
obscurioribus; capite thoraceque albis.
Hübner, Tin. Tab. 67. is. 448. (foem.) T. Be-
tulinella.
; — Tab. 3. Fig. 20. (foem.) Text, S. 61.
N. 14. Birkenſchwamm⸗Schabe, T. Betulinella.
— Verz. bek. Schmetterl. S. 401. N. 3874.—
Wien. Verz. S. 139. Fam. C. N. 37. Glaͤnzend braun:
gemiſchte Schabe, mit weißem Kopfe und ee
Lacteella.
—
3 8
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 106. N. 37.—
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 554. 16. Alus Beluti-
nella.
De Villers, Ent. Lim. T. IV. pag. 544. Teigne
de l’Agaric du bouleau. T. Betulinella.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 141. Anm. 196. T. Lafee und S. 137.
(bey Turpella.)
Beym „Entwurfe meines Syſtems fuͤr die Schaben,“
im VIII. Bde. S. 292. aͤußerte ich die Vermuthung, daß
Huͤbner's Fig. 20. und 448. zwey verſchiedene Geſchoͤpfe
ſeyn duͤrften. Herrn von Charpentier's Angabe, wel⸗
cher a. ang. O. zu Turpella, W. V. S. 159. N. 29.
die erſtere Fig. 20. und zu Lacteella W. V. die zweyte
Fig. 448. zieht, beſtaͤtigte meinen Glauben. Dennoch zeigt
es ſich jetzt, nachdem ich eine ganze Reihe von Exemplaren
verglichen habe, daß Beyde zuſammengehoͤren, wie auch
Hübner ſelbſt in feinem Ver z. angibt. Fig. 20. iſt nur
erdgrauer, Fig. 448. aber, die gewoͤhnlichere, weißer und
brauner. Beyde haben weißgefaͤrbte Köpfe, Ruͤcken und
Schulterdecken. Hr. v. Charpentier konnte dieſes in
der Schiffermuͤller'ſchen Sammlung nicht wahrnehmen, denn
das dort vorhandene einzelne Exemplar von Turpella
iſt ohne Kopf, und uͤberhaupt in ſo ſchlechtem Zuſtande,
daß ich wirklich nicht mit Sicherheit dieſen Namen zu ver⸗
wenden wage. Lacteella W. V. iſt dagegen gut vor⸗
handen, und gehoͤrt gewiß zu Fig. 448. Hier tritt aber
wieder der Umſtand ein, daß die letztere Benennung ſchon
mehrmals an exotiſche Schmetterlinge vergeben wurde. (M.
ſ. Fa br. Ent. Syst. III. 2. 515. 1 16. und eben dort, 557.
25.). Ich habe alſo die Fabr. und Huͤbner' ſche Be⸗
nennung, Betulinella, um ſo lieber beybehalten, als ſie
beyde Abarten begreift und den Wohnort der Raupe andeutet.
Die Größe von Betulinella iſt unter jener von
Men;
Parasitella, Kopf, Rüden und Schulterdecken find
ſchneeweiß, die Fühler ſchwarzbraun, weiß geringelt, die Füße
; braͤunlich weiß, dunkel gefleckt, der Hinterleib heller oder
dunkler grau, beym Weibe mit einem Legeſtachel. |
Die Vorderfluͤgel führen gewöhnlich ein glänzendes Hell:
braun, oft auch geht es in Grau über. Bey deutlich gezeich-
neten Stücken findet ſich an der Wurzel ein dunkler kleiner
Laͤngsſtrich, auf dem erſten Dritttheile des Flügels ſtehen
zwey Punkte, und auf dem zweiten Dritttheile ein laͤnglicher
Strich. Der Vorderrand wechſelt in hellerem und dunklerem
Braun, das letzte Dritttheil der Flaͤche iſt gewoͤhnlich am
dunkelſten geſtrichelt oder beſtaͤubt. Die Franzen find einfach,
- feidenartig hellbraun.
Die “ainterflügel bleiben weißlich, mit hellbraunem
Schimmer. Die Franzen zeigen ſich wie zuvor, und ſind
beſonders lang.
Die Zeichnung der Vorderfluͤgel ſcheint auf der unter⸗
feite verloſchen dureh, der Grund aller Flügel ift hier düſterer,
als oberhalb. a
Die Raupe lebt nach Fabr. in den an Birken wach⸗
fenden Schwaͤmmen, nach anderen Angaben auch in faulen
Holze. Sie foll jener von Mediella ſehr ähnlich ſeyn.
Der Schmetterling fliegt im July. Haͤufig.
12
Gsxvs CXXXI. TINEA.
Die Schmetterlinge haben kurze, verſteckte Palpen,
fadenfoͤrmige oder fein borſtige Fühler, einen breiten, ſtark
behaarten, hellgefaͤrbten Kopf, kolbige, lange, ſeidenartig
glaͤnzende eee, ſchmale Aae alle mit langen
Franzen.
Die Raupen leben, zerſtörend ‚in Kleidern, Pelzwerk,
Möbeln und anderen Gegenftänden unſerer Wohnungen.
Sie ſind von beinfarbigem, madenartigen Anſehen.
Die Verpuppung geſchieht zwiſchen dichtem Gewebe,
an dem Orte ihres Aufenthalts.
Tinea Motte, Schabe), galt fonft als Hauptbe⸗
zeichnung aller in dieſem Bande vorkommenden Schmetter⸗
linge, die bey ihrer mannigfaltigen Verſchiedenheit in meh⸗
rere Gattungen aufgelöft werden muͤſſen. Der gegenwaͤrtigen
wird, nach Fabr. und Latreille, der ältefte Name gez
laſſen, da die hier vorkommenden Arten im gemeinen Leben
zuerſt darunter begriffen wurden.
13
KERANBELA
Tin. alis anticis albo nigroque variis; capite flavido.
Hübner, Tin. Tab. 24. Fig. 165. (mas.) Text, S. 20.
N. 5. Korn⸗Schabe, T. Granella.
Wien. Berg. S. 141. Fam. C. N. 77. Korn: Schabe,
Aare Granella.
IIliger, N. Ausg. dess. II. B. S. 114. N. 77. —
Linné, S. N. 1. 2. 889. 577. T. Granella.
Faun. Suec. Ed. 2. N. 1415. —
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 554. 15. Aluc. Granella.
— — Suppl. 494. 74. T. Granella.
De Villers, Ent. Linn. T. II. pag. 468. N. 868.
Teigne des Greniers, T. Granella.
Fueßly, Schweiz. Inſ. S. 42. N. 831. T. Granella.
Schrank, Faun. boic. II. B. 2. Abth. S. 128.
N. 35 T. Granella.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. . 8 96. N. 37.
T. Granella.
Geoffroy, Hist. d. Ins. T. II. pag. 186. N. 11.
La Teigne brune a tete blanchätre.
Roͤſel, Inſ. I. Th. 4. Cl. Tab. XII. Fig. en
=. 05,
ö Müller, Zool. Dan. prodr. p. 134. N. 1556. T.
Granella.
Schwarz, Raup. Kal. S. 609. N. 654. u. S. 1
N. 812. T. Granella.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S8. 152. T. Granella.
Der Schmetterling, von dem wir jetzt reden, iſt vielen
Landwirthen nur allzu bekannt, auch ſeine Naturgeſchichte,
zuweilen falſch, oft genug beſchrieben worden. Unter den
vorangefuͤhrten Schriftſtellern war Röͤſel, wie gewohnlich,
1
14
beſonders genau. Seine, im gewoͤhnlichen Maaße und ver⸗
groͤßert, gelieferten he ſind muſterhaft und allen
uͤbrigen vorzuziehen.
Die Groͤße gleicht jener der meiſten folgenden Arten,
als Pellionella, u. ſ. w. Kopf und Rüden find hell
braunlich weiß, der Hinterleib iſt braun, dunkler geringt. Die
Fühler find fadenfoͤrmig, ſchwaͤrzlich, die Füße weiß und
braun gefleckt.
Der Grund der Vorderfluͤgel zeigt ſich glaͤnzend hell⸗
braun, an einigen Stellen haͤutig weiß, und vornehmlich am
Innenrande mit Silberglanze. Darauf liegen mehrere dun⸗
kelbraune Flecke und ſchiefe Querlinien. Das letzte Drittheil
des Vorderrandes hat hakenfoͤrmige weiße Striche. Die
Franzen wechſeln in Braun und Weiß.
Die Hinterfluͤgel fuͤhren ein glaͤnzendes einfaches Grau
mit braͤunlichem Schimmer, die langen Franzen ſind ganz
grau.
Die Unterſeite der Vorderfluͤgel iſt dunkelbraun, jene
der Hinterfluͤgel ganz aſchgrau. Auf erſteren ſieht man
deutlich die weißen Striche des Vorderrandes und der Franzen.
Die Raupe erreicht eine Lange von vier bis fünf Linien.
Ihre Geſtalt iſt ſchlank. Die Grundfarbe hell ocker- oder
ledergelb. Der Kopf iſt braunroth und auf dem Halſe ſind
ein Paar braune, vorwaͤrts gekruͤmmte Querſtriche, als ein
Nackenſchild zu ſehen. Die Fuͤße haben die Grundfarbe des
Koͤrpers. Auf letzterem bemerkt man, bey Vergroͤßerung,
verſchiedene einzelne Haare.
Sie erreicht im Auguſt ihre völlige Größe, doch findet
man ſie auch ſchon im July, in großer Menge, im aufge⸗
ſchuͤtteten Getreide. In Geſellſchaft ziehen alle ein Geſpinnſt
über den ganzen Kornhaufen und an zarten einzelnen Faͤden
ſteigen ſie auf und nieder.
Die Verwandlung geht in einem Geſpinnſte vor ſich,
welches die Raupe zu groͤßerer Sicherheit in den Sparren
oder dem Gebaͤlke der Getreideboͤden angelegt hat. Sie vermengt
darein abgenagte Holzſtuͤckchen und gibt ihm die Geſtalt eines
„
15
Korns. So uberwintert fie unverwandelt, und wird erſt im
kuͤnftigen März oder April zur Puppe.
Dieſe iſt vorn dunkelbraun, am Hintertheile heller.
Beyde Farben werden noch dunkler, wenn die Zeit der Ent⸗
wickelung herankommt. Die Endſpitze des Hintertheiles iſt
mit einem Paar kurzen Dornen verſehen. Ehe der Schmet⸗
terling auskriecht, drängt ſich die Puppe bis zur Hälfte aus
dem Geſpinnſte hervor.
Nach drey Wochen erſcheint das vollkommene Ge⸗
ſchoͤpf, welches vorzüglich Abends herumſchwaͤrmt und feine
kleinen, laͤnglichrunden, gelblichweißen, bey ſtarker Vergroͤße⸗
rung netzfoͤrmig gegitterten, Eier an die Getreidekoͤrner legt.
Nach ungefaͤhr zwoͤlf Tagen erſcheinen die Raͤupchen und
bohren ſich in das Korn, indem ſie den Eingang mit kleinen
weißlichen Kugeln verſchließen, welche ſich, aus Mehl und
ihrem Unrath zuſammengeſponnen, bilden. |
Es wäre zu weitlaͤufig, die vielen Mittel, welche zur
Toͤdtung dieſes Kornfeindes angewendet wurden, hier aufzu⸗
zaͤhlen. Das beſte darunter ſcheint dieſes zu ſeyn, daß man
das gefaͤhrdete Getreide in einen reinen heißen Backofen, in
dem zwey Stunden zuvor gebacken worden, ſchuͤttet, und es
daſelbſt verſchloſſen acht und vierzig Stunden hindurch liegen
laͤßt. Alle uͤbrigen Beymiſchungen oder Beſprengungen neh⸗
men auf den uͤblen Geſchmack des Mehles Einfluß.
2. P ELLIONE LL A.
Tin. alis anticis canis, medio puncto nigro; capite
subgriseo.
Hübner, Tin. Tab. 3. Fig. 15. (foem. ) Text, S. 61.
N. 15. Haar⸗Schabe, T. Pellio nella.
Linné, S. N. 1. 2. 888. 372. T. Pelli onella.
Faun. Suec. Ed. 2. N. 1415. —
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 504. 75. T. Pellionella.
— — — Suppl. 490. 55. —
A
De Villers, Ent. Linn. T. II. pag. 466. N. 865.
Pelletiere, T. Pellionella. |
Fueßly, Schweiz. Inſ. S. 42. N. 827. T. Pelli o-
nella.
Schrank, Faun. boic. II. B. 2. Abth. S. 106. N.
1802. T. Pellionella. ö
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 92. N. 373
T. Pellionella.
Geoffroy, Hist. d. Ins. T. II. pag. 184. N. 6. 1
Ieigne commune.
Roͤſel, Inſ. I. Th. 4. Cl. Tab. XVII. Fig. 16.
S. 46. 8
Müller, Faun. Frid, p. 57. N. 504. T. Pellio-
.nella.
Zool. Dan. prodr. p- 154. N. 1955. —
Linné hat vier Arten von Schaben beicen „deren
Raupen Moͤbel⸗Ueberzuͤge und Kleider zerſtoͤren: Trape-
zella, Pellionella, Sarcitella und Vectia-
nella. Tapezella iſt durch ihre ausgezeichnete Faͤrbung
nicht zu verkennen, deſto oͤfterer geſchieht die Verwechslung
der drey Uebrigen. Meine vielfaͤltigen Unterſuchungen haben
folgende Reſultate gegeben:
Pelli onella iſt die jetzige von Huͤbner abgebil⸗
dete, Art, bey welcher Linné im Syst. Nat. Rösel,
T. I. Ph. 4. Tab. XVII. erwaͤhnt. Dieſes Citat ſteht
gleich wieder, aber irrig, bey der folgenden Sarci-
tella. Die Verf. des Wien. Verz. begriffen ohne
Zweifel unter ihrer Sarcitella, ſowohl die wahre, als
Pellionella. Daß von letzterer in der Schiffermüller’
ſchen Sammlung ein Exemplar als T. Terrella ſteckt,
iſt ohne Bedeutung, — denn abgeſehen von einer, hier wie
anderwaͤrts, wohl eingetretenen Irrung oder Verwechslung,
würde der Name Terrell a niemals den aͤlteren Linne’-
ſchen verdraͤngen koͤnnen.
Der Name Sarcitella gehört der bey Roͤſel, T. I.
47
Ph. 4. Tab. XV. (nicht Tab. XVII.) abgebildeten,
und S. 41. nach allen Staͤnden geſchilderten Art. (Fabr.
hat Linné nur abgeſchrieben, welches ſich durch das dop⸗
pelt aufgenommene, gleiche Citat aus Roͤſel erweiſt.)
Von Vestianella findet ſich nirgends ein Bild,
oder naͤhere, als Linn é's und Scopoli’s Angaben. Nur
Fabr. zieht T. Aquella, W. V. p. 139. N. 40.
an, welche aber, ſelbſt in Wien, unter dieſem Namen nicht
mehr bekannt iſt, auch nach der Diagnoſe: „Bleiche Schabe
mit dunklerer Zeichnung,“ ſich nicht herſchickt. Vestia-
nella iſt ohne Zweifel, der Beſchreibung ihrer Geſtalt nach,
eine hier fremd ſtehende Art, wie deren mehrere unſeren Woh⸗
nungen, vorzuͤglich Abends, bey Licht und offenen Fenſtern,
zufliegen, ohne ſich daſelbſt in ihren erſten Ständen zu befin⸗
den, z. B. Leucopennella, Hbr. Fig. 205. oder
dergl. Dagegen darf man annehmen, daß noch mehrere
unbeachtete, aber hierher gehoͤrende, Schaben beſtehen, deren
zarte Unterſchiede ſchnell nach dem erſten Fluge verſchwinden.
So blieb auch die von Herrn D. Sodoffsky in
Riga mir guͤtigſt mitgetheilte Crinella, trotz ihrer Ver⸗
breitung, bis jetzt unbeſchrieben. Sie iſt mir ſeitdem in Wien
oftmals vorgekommen, und bleibt immer „ein fach roͤth—⸗
lich gelb,“ wie es die ſpaͤtere Beſchreibung lehrt.
Nach dieſen allgemeinen Anzeigen ſpreche ich von den
einzelnen Arten, und bemerke nur noch ſchließlich, daß, wenn
Jeder durch ihren Namen ein beſonderer Aufenthalt angewie⸗
ſen ſcheint, doch Alle noͤthigen Falls den gleichen, — naͤmlich
das haarige Geräthe unſerer Wohnungen oder Bekleidung
lieben.
Pellionella hat die Größe von Granella.
Der Kopf iſt rauh, rothgelb, der Vorderleib glaͤnzend grau,
der Hinterleib braͤunlich, mit helleren Ringen. Die Fuͤße
und Fuͤhler ſind ſchwarz.
Die Vorderfluͤgel glaͤnzen metallartig hell goldbraun.
Auf dem zweyten Drittheil der Flaͤche ſteht ein dunkelbrauner
Punkt. Näher an der Wurzel, auf dem erſten Drittheile,
IX. 1. B |
18
bemerkt man, doch nicht immer, zwey ſolche Punkte, oder
laͤngliche Striche. Gegen den Franzenrand hin find die Fluͤ⸗
gel gekerbt. Die Franzen, die nach innen beſonders breit
werden, zeigen ſich weißlich.
Eben ſo, gelblich ſchimmernd, mit grichfrbigen 3 Fran⸗
zen, find die Hinterflügel. f
Die Unterſeite der Vorderflügel it braungrau, die der
Hinterflügel gelblich weiß. Alle n ker er als der
Grund, von dem ſie ausgehen.
Der Schmetterling fliegt Abends und Hechte, allzu
zahlreich in den Wohnungen, wo er ſich entwickelte, oder wo
er Nahrung fuͤr ſeine Nachkommenſchaft erwarten darf. Er
legt die Eier in Pelzwerk und wollige Erzeugniſſe, oder doch
nahe zu denſelben. Nach acht bis vierzehn Tagen kommt
die Raupe hervor, die ſich ſogleich in den Pelz oder die Wolle
einniſtet, die zerbiſſenen Haare mit Geſpinnſt vermengt und
daraus einen Sack oder eine Roͤhre verfertigt. Dieſe Röhre
ift pergamentartig, weiß, mehr breit als rund, hinten und
vorn mit einer Oeffnung und Klappe verſehen. Die vordere
Oeffnung dient dazu, daß ſich die Raupe, wie andere Sack⸗
traͤger, mit den Vorderfuͤßen herausbegeben kann, um mit
ihrer Bedeckung weiter zu wandern; durch die zweyte wirft
ſie den Unrath von ſich, der in weißgrauen Kuͤgelchen beſteht.
Sie erreicht die Größe von einem drittel Zoll, iſt gelblich weiß,
etwas glänzend und faltig. Von Warzen iſt keine Spur zu
finden. Der Kopf und das, von einem weißen Langsftrich
getheilte, Nackenſchild find glanzend hell- oder auch dunkel⸗
braun. Der Bauch und alle Fuͤße zeigen ſich weiß. Mitten
auf dem Rücken ſcheint durch die Haut ein dunkler braun⸗
rother Strich, der mit einem rothen Flecke endigt. Man hat
immer nur eine Generation angenommen; ich glaube aber
mit Sicherheit zwey zaͤhlen zu koͤnnen, naͤmlich die erſte,
deren Verwandlung in eine gelbbraune Puppe, und zwar mei⸗
ſtens in der Raupenwohnung oder in neuem Geſpinnſte, im
Juny, die Entwickelung aber nach vierzehn Tagen erfolgt;
dann die zweyte, welche uͤberwinternde Raupen liefert, die bis
19
in den Spätherbft ſich naͤhren, im Februar, März und April
neuerdings nagen, und nach einer Puppenruhe von bierzehn
Tagen im Fruͤhjahre ausgebildet erſcheinen.
Der Mittel, dieſe ſchädlichen Geſchoͤpfe bnhalken, 8
gibt es mehrere. Reinlichkeit, vorzüglich öftereö Ausklopfen
der von ihnen bedroheten Gegenſtaͤnde in der wärmeren Jah⸗
reszeit, iſt zuerſt zu empfehlen. Dann das Einſchlagen in
dichte leinene, mit Schwefel gut durchraͤucherte, oder mit Salz
und Salpeter gewaſchene Tücher. Zur größeren Vorſicht
legt man noch Kienholz, Wacholderbeeren, geſtoßenen Schwe⸗
fel, oder Abſchnitte von Juchten hinein. Auch fliehen ſie die
Behaͤltniſſe, wo Unſchlittkerzen, leicht in Papier gerollt, ſich
befinden. Wenn ſie einmal uͤberhand genommen haben, iſt
keine gaͤnzliche Vertreibung zu erwarten.
ERLITT e
Tin. alis er: thorace ir e puncto albo.
Sähner) Verz. bek. Schmettl. S. 40 1. N. 9870. T.
Sarcitella.
Wien. Verz. S. 139. Fam. C. N. 41. Kleider⸗Schabe,
T. Sarcitella. 0
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 106. N. 41.—
Linné, S. N. 1. 2. 888. 573. T. Sarcitella.
Faun. Suec. Ed. 2. N. 1416.—
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 504. 75. T. Sarbitell g
— — Suppl. 490. 55. —
De Villers, Ent. Linn. T. II. pag. 466. N. 864.
La Mineuse, T. Sarcitella.
Fueßly, Schweiz. Inf. S. 42. N. 828. T. Sarci-
tella.
Schrank, Faun boic. II. B. 2. Abth. S. 12 1. N. 1859.
. eitell
Götze, entom. Beytr. III. Th. Mr B. S. 95. N. 573.
2. Sareftella.
32
1
Roͤſel, Inf. I. Th. 4. Cl. Tab. XV. Fig. 1 — 6. S. 41.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 142. T. Sarcitella.
Unter Beziehung auf das bey Pellionella ſchon
Erwaͤhnte, führe ich Folgendes an:
Der Schmetterling, von gleicher Größe mit dem Vori⸗
gen, hat einen weißlichgrauen, in der Sonne mit Metallſtaub
ſchimmernden Koͤrper, zu beyden Seiten des Ruͤckens, am
Fluͤgel⸗Anfang, mit einem weißen, kleinen, oft kaum ſicht⸗
baren Puͤnktchen, fadenfoͤrmige, ſchwaͤrzliche, zart mit Weiß
geringelte Fuͤhler, eben ſo gefaͤrbte Fuͤße.
Alle Flügel find aſchgrau. Nur am Franzenrande der
vorderen ſtehen, mehr oder minder deutlich, zwey dunkler
punktirte und eine weiße Querlinie.
Die Unterſeite iſt truͤb weißgrau.
Er legt ſeine Eier meiſtens im May und Juny an
trockene Inſecten, welches ihm bey zu lange geoͤffneten Glas⸗
kaſten, auf Spannbretern, oder bey ſonſtigem Mangel an
Vorſicht, leicht gelingt. Nach ungefaͤhr vierzehn Tagen ent⸗
wickelt ſich das Raͤupchen und beißt ſich ſogleich in den Koͤr⸗
per, auf dem es ſich befindet. Die ſehr kleine Oeffnung ver⸗
ſtopft es mit Unrath und Geſpinnſte. Nach drey Monaten,
bey erlangter ganzer Groͤße von einem drittel Zoll, macht es
in dem Körper feines Aufenthaltes eine größere Oeffnung
und durch die jetzt ausgeworfenen Exeremente verraͤth es zu
ſpaͤt ſeinen Aufenthalt. Der Leib iſt ockergelb, mit vielen
ſchwarzen Punkten beſprengt, auf welchen zarte Haͤrchen
ſtehen. Der Kopf rothbraun, das Nackenſchild braun, durch
einen weißen Mittelſtrich in zwey eckige Flecke getheilt. Die⸗
jenigen Abſaͤtze des Koͤrpers, unter welchen die Bauchfuͤße
ſich befinden, ſind die dickſten, die vorderen um Vieles ge⸗
ſchmeidiger.
Bey der Verwandlung geht die Raupe nur ſelten aus
ihrer Wohnung, ſondern umſpinnt ſich gewoͤhnlich in derſelben.
33
A
Außerhalb diefer macht fie aber ein braungraues, kahnartiges,
mit Unrath vermengtes Gewebe. In ihm bleibt ſie unver⸗
wandelt bis zum naͤchſten Maͤrz oder April, und wird dann
erſt zu einer gelblichbraunen, glaͤnzenden, ſehr e
mit kleiner Stielſpitze verſehenen, Puppe.
Nach drey oder vier Wochen, auch ſpaͤter, „ entfaltet
ſich das vollkommene Gefchöpf, das, trotz feines häufigen
Erſcheinens, vielen Sammlern noch unbekannt iſt. Die Colo—⸗
rirung des Schmetterlings bey Roͤſel iſt nicht gerathen, fo
gut die fruͤheren Staͤnde dargeſtellt wurden; es bleibt eine
treue Abbildung zu wuͤnſchen.
4. CARITNEL LA.
Tin. alis anticis Pallide flavis nitentibus; capite fer-
rugineo.
—
Der Schmetterling, deſſen Rechte der Art ich ſchon bey
Pelli onella erwähnte, kommt der eben Genannten ſehr
nahe, nur iſt er meiſtens etwas kleiner.
Körper und Flügel find auf der Ober- und Unterſeite
einfarbig rothgelb; der Kopf iſt am dunkelſten, roſtroth. Cri-
nella glaͤnzt mehr feiden-, als metallartig. Von dem
ſchwarzen Punkte der Vorderfluͤgel, den Hübner und Röſel
richtig bey Pellionella angeben, iſt hier niemals eine
Spur vorhanden. Die Flaͤche hat, vergroͤßert, ein nach dem
Adernlaufe geſtreiftes, trockenem Schilfrohr gleichendes An⸗
ſehen.
„Die Raupe iſt drey ein halb, bis vier Linien lang,
cylinderfoͤrmig, weiß, unbehaart, mit einem durchſchimmernden
braunen Langsſtriche über den Ruͤcken und braunem, horn—
klaren Kopfe. (Bey Pellionella hat der Hals, nach
Roͤſel's Zeichnung, noch zwey dunkelbraune Flecke als
Nackenſchild.) Die vorderen drey Paar Fuͤße ſind zugeſpitzt,
die hinteren fuͤnf Paare ſtumpf. Sie lebt vorzuͤglich in dem
Materiale, womit unſere Möbeln gepolſtert find, dem Pferdes
oder ſogenannten Krollhaare. Im Maͤrz iſt ſie ganz erwach⸗
*
22
fen, verlaßt ihre Nahrung, frißt fich durch den Ueberzug, der
das Krollhaar einſchließt, und baut ſich an der Außenſeite
deſſelben ein laͤngliches Gewebe „das am Kopf⸗Ende eine
Oeffnung hat.“
„Anfangs April ſchleßt ſich dies Gewebe gänzlich und
die Raupe wird zu einer gelbbraunen Puppe an welcher nur
die Augenſtellen und Fluͤgelſcheiden etwas FARBEN Der
hintere Theil iſt ſehr beweglich.“
„Zwiſchen Ende April und Anfang J Juny erscheint fehe
zahlreich dieſe Schabe, liebt, wie ihre Verwandten, die Dun⸗
kelheit, und halt fich vorzüglich an den Ruͤckwaͤnden der Moö⸗
bein auf. Das beſte Mittel gegen dieſen Feind iſt das Auf:
ſuchen und Zerſtoͤren der Puppen, welche man haͤufig in den
Winkeln und Vertiefungen der Geraͤthe, beſonders an der
vom Lichte abgewandten Seite, trifft.“ (Von Herrn
Doctor Sodoffsky in Riga.) Da ſie in Wien auch
noch im hohen Sommer vorkommt, ſo laſſen ſich mit ziem⸗
licher Sicherheit zwey Generationen vermuthen.
5. EE
Tin. alis anticis basi nigris, e albis, fusco undatis;
Eapite niveo.
Hübner, Tin. Tab. 15. Fig. 91. (mas.) Text, S. 60.
N. 8. Tapeten⸗Schabe, T. Tapezella.
Wien. Verz. S. 142. Fam. D. N. 13. Tapeten⸗Schabe,
T. Tapezella. |
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 11. N. 15. —
Linné, S. N. 1. 2. 888. 371. T. Tapezella.
Faun. Suec. Ed. 2. N. 1414. —
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 3505. 70. T. Tapezella.
| — — Suppl. 480.167.— 8. Pyr. Ta-
pezana.
De Villers, Ent. Linn. T. II. pag. 465. N. 862.
La Tapissiere. T vapezella.
23
Schrank. Faun. boi. II. B. 2. Abth. S. 128.
N. 1862. T. Tapezella. 0
Götze, entom. Beytr. III. Th. 0 B. 8. 91. N. 371.
T. Tapezella.
Geoffroy, Hist. d. Ins. T. II. pag. karte N: 3, La
10 Teigne bedeaude 2 a téte blanche.
M ller, Faun. Fric Pe 66, N 503. Tas Tape
| ale f 5
rk, Phal. Tab. XI. 7 12.
v. eden ien, die Zünsler u. s. W. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
18, 157. m; Tapezella. |
In wechſelnder Größe, zuweilen wie Mediella, oft
nicht viel über Granella. Der Kopf iſt blaͤulich weiß,
der Ruͤcken weiß und braun, der Hinterleib und die Fuͤße ſind
braungrau, erſterer mit weißlichen Ringen, die Fuͤhler fein,
dunkelbraun, mit ſchwarzen Borſten.
Das erſte Drittheil der Vorderfluͤgel iſt braun, mit
dunkleren Atomen, die zwey aͤußeren Drittheile aber zeigen
ſich weiß, blaulich gewaͤſſert; in ihrer Mitte ſteht ein ver⸗
wiſchter größerer oder kleinerer blaͤulichgrauer Fleck, eben fo
auf der Fluͤgelſpitze am Vorderrande, wo ſich noch einige
ſchwarze Punkte vorfinden.
Die Hinterfluͤgel ſind einfach braungrau, ihre Franzen
weißlicher.
Unterhalb iſt alles glaͤnzendbraun, auf den Vorder—
fluͤgeln ſcheinen das erſte Feld und der Mittelfleck dunkler
durch.
Die Raupe lebt in Kleidern, Pelzwerk, Tapeten und
anderen aͤhnlichen Gegenſtaͤnden, auch trifft man ſie in Fe⸗
dern, todten Inſecten u. ſ. w. als Zerſtoͤrerin naturhiſtoriſcher
Sammlungen. Sie gleicht ziemlich denen der vorbeſchriebe—
nen Arten (die naͤhere Unterſuchung konnte ich noch nicht ver—
anſtalten), und wohnt in einem cylinderfoͤrmigen Sacke aus
3 b
zernagten Stuͤckchen ihres Aufenthaltes zuſammengeſponnen,
weswegen dieſer Sack von zufälliger Farbe iſt. Sie ſchreitet
mit in die Hoͤhe gerichtetem, von dem Sacke bedeckten, Hin⸗
terleibe einher, und zieht ſich in ihre Bekleidung ganz zuruͤck,
wenn man ſie beunruhigt. Da ſie im Wachſen auch an
Dicke zunimmt, ſo wird ihr der Sack bald zu enge, ſie zerreißt
ihn dann ſeitwaͤrts, wie ſie ihn nach vorne verlaͤngert, und
ſpinnt neue Stuͤcke ein. Wenn man ihr daher buntfarbige
Stoffe zur Nahrung gibt, erhaͤlt der Sack ein harlekinartiges
Anſehen. | |
Die Verwandlung gefchieht in der vorigen Wohnung;
im May und Juny fliegt der, durch ganz Europa bekannte,
Schmetterling.
er
5
_Gexvs CXXXII. LEMMATOPHILA.
Die Schmetterlinge haben kurze Palpen, fadenförmige
oder fein borſtenfoͤrmige Fühler. Körper und Vorderflügel
ſind von unfcheinbarer Faͤrbung, die letzteren mit ſtumpfem
Hinterrande, und wie die Hinterfluͤgel lang und breit; alle
mit kurzen Franzen. Der Aufenthalt iſt im Freyen, meiſtens
an den Baumſtaͤmmen, wo einſt die Raupe wohnte. |
Die Raupen halten fich zwifchen REN
nen Blättern auf.
Eben daſelbſt geſchieht auch die Verpuppung.
Fam. A. Die Weiber, halbgefluͤgelt.
Fam. B. Ganzgefluͤgelte Weiber.
Lemmatophila, Acuue, die e und u-
ae > ich liebe.
BR... DOM
PaM. A. 1. FAGELLA.
Lemm. alis anticis griseis, strigis atomisque 283
16
Hübner, Tin. Tab. 2. Fig. 12. (mas. ) Text, S
N. 4. Buchen⸗Schabe, T. Fagella.
—— Larv. Lep. VIII. Tin. * Bombyeiform. B. a.
Fig. 2. a. b. —
Wie n. Verz. S. 155. Fam. B. N. 54. Bucher Schabs,
T. Fagella. Hl | |
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. 8. 91. N. 54. —
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 500. 57. T. Fagella. |
— — Suppl. 475 56. Cr. 15
De Villers, Ent. Linn. T. IV. pag. 559. Teigne
du Hetre. +. Fagella. ESEL, |
Schrank, Faun. boic. II. B. 2. Abth. S. BIN
N. 1801. T. Disparella.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 150. N. 56.
T..Fagella.., |
Knoch, Beytr. III. St. Sr Tab. V. Fig.
9—ı35. und Tab. VI. Fig. 1. 2. Tortr. Ato-
mana.
Brahm, Inſ. Kal. II. 1. 222. 117. Tortr. Ato-
mana.
v. Charpentier, die nde u. s. W. des Wien.
Verz. m. a v. Zincken, g. Sommer,
S. 118. Anm. 155. T. Fagella, 8. 99
Anm. 94. (bey T. eee
Allgemein bekannt. Der Mann von der Größe einer
anſehnlichen Sc. Mediella, das Weib kleiner, mit halben,
kolbig oder kaͤferartig in der Ruhe liegenden Fluͤgeln. Knoch
lieferte, mit jener ihm eigenen Genauigkeit, die ganze Natur⸗
geſchichte; ich muß mich darauf beſchraͤnken, fie, nach eige⸗
nen und fremden Erfahrungen, i im Auszuge zu geben.
Der Mann hat einen grauen, oder weißgrauen, mit
ſchwarzen Atomen gemiſchten Kopf und Rücken, einen gelb:
\
27
grau und weißlich gerngeten Hinterleib „ weißgrauen After:
büfchel, graue, weißlich gefleckte Fuͤße und fein borſtenfoͤr⸗
mige graue, weißgezaͤhnte lange Fuͤhler.
Die Vorderfluͤgel find weißgrau, oder hellaſchgrau.
Quer über die Flaͤche, vom Vorderrande aus „ laufen zwey
dunkelbraune Streifen, die den Hinterrand nicht berühren.
Der erſte, naͤchſt der Wurzel, iſt zackig, nach innen weiß
eingefaßt. Ein zweyter ſteht über der Fluͤgelmitte, auf ihm
ruhen mehrere Punkte. Hinter ihm findet ſich ein verwifch-
ter hellbraͤunlicher Fleck. Vor den braͤunlich und weißgrau
geſtrichelten Franzen geht noch eine, aus grobem Staube
beſtehende, Zackenlinie, und von der erſten zur zweyten Quer⸗
linie eine gefchlängelte Laͤngslinie, welche aber zuweilen aus⸗
bleibt. Die Fluͤgel ſind außerdem durchaus mit groben brau⸗
nen Staͤubchen und einzelnen erhobenen ſchwaͤrzlichen Puͤnkt⸗
chen beſtreuvbt.
Die Hinterflügel zeigen ſich einfach aſchgrau oder weiß⸗
grau, die Franzen weiß und grau geſtrichelt.
Die ganze Unterſeite iſt aſchgrau, nur die Franzen ha⸗
ben, wie auf der Oberſeite, zwey wechſelnde Farben.
Das Weib, welches gewoͤhnlich an Baumſtaͤmmen feſt
ſitzt, nicht fliegen kann, aber bey Beunruhigung ſchnell laͤuft,
hat beſonders lange, pfriemenartig geſpitzte Palpen, welche,
wie Kopf, Halskragen und Ruͤcken, hell aſchgrau gefaͤrbt
ſind. Die fadenfoͤrmigen Fuͤhler ſitzen auf einer kleinen
Walze, welche noch ein Mal ſo dick und vier Mal ſo lang,
als der Durchmeſſer der Fühler iſt. Dieſe find wieder aſch—⸗
grau, unten mit einzelnen, am Ruͤcken mit mehreren, ſchwar⸗
zen Schuppen bedeckt. Ihre Spitze iſt ganz weißlich. Hin⸗
terleib und Fuͤße ſind braungrau, mit helleren weißlichen Rin⸗
gen; erſterer iſt, nach der Begattung, dicht abgerundet.
Die Vorderfluͤgel haben die Geſtalt einer Lanzenſpitze,
ſo, daß man kaum den Anfang des Hinterrandes beſtimmen
koͤnnte, wenn er ſich nicht durch kleine Franzen auszeichnete.
Dieſe Flügel find auch nicht flach, fondern erhaben und auf
det Unterſeite concav. Ihre Grundfarbe kommt mit dem
28
Hinterleibe uͤberein. Sie werden durch zwey ſchwarze Quer⸗
ſtreifen in drey Felder getheilt, von denen das groͤßte, mit⸗
telſte, eine ene dunklere Binde bildet. Darin ſtehen drey
einzelne erhobene ſchwarze Flecke in einem Triangel. Auch
gelbbraune erhobene Atomen befinden ſich hin und wieder und
machen die Oberflaͤche uneben und hoͤckerig. Die Franzen
ſind kurz, ſchwarz und grau wechſelnd.
Die unvollkommenen, lappenartigen, ebenfalls in einer
Spitze auslaufenden, Hinterfluͤgel ſind wie die ganze Unter⸗
ſeite, hellaſchgrau. Auf den Vorderfluͤgeln ſchlägt die Zeich⸗
nung theilweiſe durch.
Die Raupe lebt auf der Buche, Eiche, Birke, ſehr oft
auf der Zitterpappel (Populus tremula), einzeln auch auf
Roſen, zwiſchen zwey zuſammengeleimten Blaͤttern, worin ſie
gewoͤhnlich gekruͤmmt liegt. Der flache Kopf iſt hellbraun,
mit dunkelbraunen Fleckchen und Strichen, und fuͤhrt zur
Seite des Gebiſſes einen ſchwarzbraunen Punkt. Der flache
Körper iſt weiß, die Ruͤckenader zuweilen blaßgruͤn, zuweilen
grau. Die kaum ſichtbaren, in zwey Reihen ſtehenden, Waͤrz⸗
chen ſind weiß, einzeln eben ſo behaart; das etwas glaͤnzende
Nackenſchild iſt weißlich, in's Braͤunliche ſchimmernd. Der
Bauch und alle Fuͤße ſind wie der Ruͤcken gefaͤrbt. Das dritte
Paar der Bruſtfuͤße iſt kolbenfoͤrmig. (Nicht das vierte Paar
der Bauchfuͤße, nach irriger Angabe der Thereſianer.) Im
Gehen liegt es nach beyden Seiten; die Raupe macht damit,
bey Beunruhigung, ein trommelndes, deutlich hoͤrbares Ge⸗
raͤuſch. Man findet fie im Auguſt und September überall,
zuweilen haufig, in den meiſten Laͤndern von Europa. N
Die Verwandlung erfolgt zwiſchen Blaͤttern, in einem
zweytheiligen zarten Gewebe. Die Puppe iſt fchlanf, hell⸗
braun, mit dunkeln Fluͤgelſcheiden. Die Afterſpitze bildet
einen dunkelbraunen Stiel, an deſſen Ende ein Buͤſchel Bor⸗
ſten mit gekruͤmmten Spitzen ſteht.
Der Schmetterling erſcheint von Anfang Merz, bis
Ende April.
Das Weib iſt ungleich ſeltener, als der Mann; K noch
29
will ſogar das Verhaͤltniß von einem zu hundert, nach einzel:
nen Beobachtungen, annehmen. Da die im erſten Fruͤhjahre,
vor Erſcheinung des Laubes, ſchwaͤrmenden Männer ſehr oft
eine Speiſe der Vögel, bey anderem noch mangelnden Fut⸗
ter, werden, das Weib aber im Stillſitzen gewoͤhnlich ihnen
entgeht, ſo ſehen wir hier einen neuen Beweis von der unend⸗
lichen Vorſorge der Natur in ihren Einrichtungen.
2. IT O ME L LA.
Lemm. alis anticis canis, atomis punctoque medio
nigris.
U
Hübner, Tin. Tab. 2. Fig. 13. (mas.) Tert, ©. 16.
N. 5. Birken Schabe, T. Atomella. |
Wien. Verz. S. 137. Fam. C. N. 6. Grauliche, dun⸗
kelgeſprenkte Schabe, T. Atomella,
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 99. N. 6. —
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. . 58. 133. N. 60.
T. Atomella.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien;
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 129. Anm. 176. T. Atomella, und S. 76.
Anm. 95. (bey Tortr. Conspersana.)
Den Namen Atomella hat die gegenwaͤrtige Art
in Wien aus aͤlteſter Zeit, und wenn Hr. Hübner, in ſei⸗
nem erſt 1816 erſchienenen „Verz. bek. Schmettl. ©.
402. N. 3881. „ſie Consimilella neu benannte, ſo
that er es nur darum, weil in der Schiffermuͤller'ſchen Samm⸗
lung ein anderer Schmetterling als Atomella ſich vor⸗
findet, den er ſpaͤter, Fig. 240. mit eben dieſem Namen ab⸗
gebildet hat. Es iſt aber unbezweifelt, daß hier eine Irrung
oder Verwechslung obwaltet, wie man bey'm Vergleichen
der Diagnoſe des Wien. Verz. „Grauliche, dunkel-
geſprenkte Schabe,“ deutlich abnehmen kann, welche
gar nicht auf Hbr. Fig. 240., dagegen ganz auf die jetzige,
30
Fig. 13. paßt. 300 habe alſo die Benennung „Ato-
mella“ fortgelten laſſen; der fpäteren, Fig. 240. gebe ich
den, im obgedachten Huͤbner' ſchen Berg S. 412. N.
3981. ſchon vorgeſchlagenen: Pulverella. (Sie folgt
im G. Haemylis)
Der männliche Schmettering von A Wtemella iſt et⸗
was größer als Fa gella, und hat überhaupt mit ihm viele
Aehnlichkeit. Nur iſt ſeine Faͤrbung dunkler grau und die
aufgeſtreuten Atome ſind zahlreicher. Kopf und Rücken
zeigen ſich grau, mit Weiß und etwas Gelb gemengt. Der
ganze Hinterleib iſt gelblich, mit dunkleren Ringen. Die
Fuͤße ſind gelbgrau, die Fuͤhler ſchwarz und weiß geringelt.
Die Vorderfluͤgel haben einen ſtaubgrauen Grund, der
überall, gegen die Mitte hin am meiſten, mit braungrauen
dunkleren Staͤubchen, Puͤnktchen, auch einigen Strichen beſetzt
iſt. Der Vorderrand hat eine feine, von einzelnen Punkten
durchbrochene, weißliche Linie. Auf dem erſten Drittheile be⸗
finden ſich zwey ſchwaͤrzliche Punkte, auf dem zweyten Drit⸗
theile aber einige ſolche, oft zu einem Strich verbundene,
Flecke. Die Franzen wechſeln nicht, wie bey Fagella,
in zwey Farben, ſondern ſind breit weiß, gegen die Spitzen
mattgrau, nach innen mit kleinen braunen ame lien ein⸗
gefaßt. |
Die Hinterflügel führen ein 1 einfaches, glänzendes Weiß⸗
grau, die Franzen ſind ganz weiß, mit dunkleren Saͤumen.
Unterhalb ſind die Vorderfluͤgel einfach grau, die hin⸗
teren weißlich, durchſichtig, alle Franzen weiß.
Das Weib hat die Geſtalt von jenem der Fagella;
Zeichnung und Farbe ſtimmen mit denen des hier es
nen Mannes.
Atomella fliegt ſehr zahlreich, und zu gleicher geit
mit der Vorigen, i in Birkenwaͤldern. Um Wien, wo die Birke
felten iſt, findet man auch dieſe Schabe nicht haufig, und das
Nähere der erſten Stände iſt hier unbekannt.
31
3. 1 ELLANEL LA.
Lemm. alis anticis albidis, won cinereis, eus lon-
gitudinali ramosa nigra. |
Hübner, Tin. Tab. 4. Pig. 27. a Text, S. 18.
N. 12. Haſelſtrauch-Schabe, T. Avella l
Etwas kleiner, als Fagella. Kopf und Rücken des
Mannes hellaſchgrau, die Fuͤhler ſchwaͤrzlich und weiß gerin⸗
gelt, der Hinterleib und die Füße gelblichgrau, erſterer mit
dunkleren Gelenken, letztere mit weißen Flecken.
Die Vorderflügel führen eine hellweißgraue, braunbe⸗
ſtaͤubte Farbe. Von der Wurzel zieht gegen die Mitte ein
ſchwarzbrauner Schattenſtrich, der auf dem erſten Drittheile
ſich aftförmig gegen den Vorderrand wendet, und am Ende
in eine Gabel oder einen Widerhaken zerfällt Dahinter er⸗
ſcheint noch ein brauner Haken.
Hin und wieder erblickt man fleine ſchwarze Fecke.
Vor den einfachen Franzen ſteht eine ſchwarze Punktreihe.
Die Hinterflügel ſind bleichgrau.
Unten zeigen ſich die Spuren der oberen Zeichnung der
Vorderfluͤgel, ſonſt ſind dieſelben truͤbgelb, die hinteren weiß.
Das Weib iſt wieder halbgefluͤgelt. Der Koͤrper dem
des Mannes gleich, die Fuͤhler ſind beſonders lang. Die
Vorderfluͤgel am Franzenrande ſpitzig abgeſchnitten, nach in⸗
nen kolbig geſchweift, ihr Grund iſt weißgrau, mit zwey
braͤunlichen, ſchiefen, verwiſchten Binden, in deren aͤußeren
ein dunkles Haͤkchen ſteht. Die Hinterflügel ſind etwa
dunkler als die maͤnnlichen.
Der Mann von Avellanella fliegt bey uns und
anderwaͤrts, doch nirgends haͤufig, im erſten Fruͤhjahre an
lichten Waldſaͤumen und Haſelbuͤſchen, an deren Staͤmmen
auch das Weib gefunden wurde.
Naheres iſt noch verborgen.
32
4. PHRYGANELLA.
Lemm. alis anticis obscure testaceis , striga longitu-
dinali obsoleta albida.
Hübner, Tin. Tab. 2. Fig. 10. (mas.) Text, S. 16.
N. 2. Fruͤhlingsfliegenartige Se T. Phryga-
nella.
Schrank, Faun. boic. II. B. 2. Abth. 8. 104. N.
1797. T. Phryganella.
v. Char pentier, die Zünsler u. s. w. dee Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 156. Anm. 188, T. Lipsiella.
Mit Hrn. D. Zincken, a. ang. O. bezweifle ich
ſehr, daß die Thereſianer unter ihrer Lipsiella, Wien.
Verz. S. 158. N. 24. die gegenwaͤrtige Phryga-
nella verſtanden. Zu den dort bemerkten Gruͤnden fuͤge
ich noch bey, daß das einzelne, in der Schiffermuͤller' ſchen
Sammlung befindliche, Exemplar, welches den Beweis fuͤr
die Vereinigung ſtellen ſoll, offenbar viel ſpaͤter nachgeſteckt
worden iſt, wie es die, von den uͤbrigen ganz verſchiedene,
Nadel, und die Art und Hoͤhe der Spannung auf den erſten
Blick bezeugen. ” bleibe ihr alſo der ein „ allgemein
geltende Huͤbner ' ſche Name.
Die Größe, etwas geringer als von Fa gella. Die
obgedachte Abbildung iſt zu bunt colorirt. Nach friſchen, guten
Exemplaren ſind Kopf und Ruͤcken hell roſtbraun, mit Grau
gemiſcht. Der Leib iſt gelbgrau, eben ſo ſind die Fuͤße. Die
Fuͤhler ſtark borſtenfoͤrmig, auf der erſten Haͤlfte fein ge⸗
kaͤmmt, hellbraun, mit gelblichen Spitzen.
Der Mann hat hell roſtfarbige Flügel, in deren Mitte,
der Laͤnge nach, unter den Hauptnerven, ein mehr oder min⸗
der ſichtbarer, oft kaum zu erkennender, weißlicher Laͤngsſtreif
zieht. Gegen den Vorderrand erblickt man auf den gewoͤhn⸗
lichen Stellen, aber auch nur undeutlich, dunkle Flecke. Das
letzte Drittheil der Flaͤche iſt am tiefſten braun; vor den
33
bleicheren Franzen zeigt fich, doch nicht immer, eine weißliche
Punktreihe. Mehrere Stuͤcke erſcheinen einfach roſtbraun,
nur dunkler gegen den Franzenrand.
Die Hinterflügel ſind einfarbig braungrau, ihre Fran⸗
zen gelber. .
Die Unterfeite der Vorder flüge if an den aͤußeren
Rändern dunkler, inwendig aber „wie die Hinterfluͤgel, heller
gelbbraun.
Das Weib hat, nach Hrn. D. Zincken, kleine, lan⸗
zetförmige Slügel. Ohne dieſes vollgültige Zeugniß wäre ich
in die Verſuchung gerathen, ganze, ausgebildete Flügel , fo:
wohl hier, als bey Salicella, anzunehmen, da mir beyde
Arten noch nicht lebend vorkamen ; in hieſigen Sammlungen
ſich aber angebliche, vollſtaͤndig geflügelte Weiber vorfinden,
welche demnach nichts anderes als Maͤnner, mit angeſetzten
fremden weiblichen Hinterleibern ſeyn muͤſſen. Dergleichen
Betruͤgereyen waren ſonſt — und find auch jetzt — leider! —
nicht ſelten.
Der Schmetterling fliegt in der erſten Fruͤhlingszeit auf
Weidenauen, und ſoll zuweilen haͤufig ſeyn.
Seine erſten Staͤnde kenne ich nicht.
5. S ALICE L LA.
Lemm. alis anticis fuscis, lunula strigaque albidis.
Hübner, Tin. Tab. 2. Fig. g. (mas.) Text, S. 15.
N. 1. Langhaarige Schabe, T. Salicella.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 118. Anm. 155. (bey T. Fagella.) und S. 156.
Anm. 188. (bey T. Lipsiella.), auch S. 76. Anm,
94. (bey Tortr. Punctulana.)
Etwas kleiner, „ als 1 Kopf und
Ruͤcken haben eine braungraue, Hinterleib und Fuͤße eine mehr
. a C
34
gelbbraune Farbe. Die Fühler find borftenförtnig „braun
und grau gezaͤhnt.
Die Vorderfluͤgel des Mannes zeigen ſich braungrau,
rauchhaarig beſtaͤubt. Auf dem erſten Drittheile ſteht ein,
gegen die Wurzel offenes, weißliches Mondzeichen, auf dem
zweyten Drittheile eine ſolche zackige Querlinie; an dem
Mondzeichen hängt eine ſchwarze Zapfenmakel. Die Fran⸗
zen ſind truͤbgelb.
Die Hinterfluͤgel bleiben einfach aſchgrau, nur die Saͤu⸗
me heller, weißlich.
Unterhalb iſt alles truͤbbleich, ohne eigene Zeichnung.
Nach Huͤbner's Texte und Hru. D. Zincken,
a. ang. O. iſt das Weib ebenfalls, wie die der vorigen ae,
halb geflügelt,
Im Fruͤhjahre, zwiſchen Weiden. In Bayern ht
Sachfen nicht ſelten; um Wien noch nicht gefunden. Herr
Carl Geyer in Augsburg (der Fortſetzer des Huͤbner'⸗
ſchen Werkes), meldete mir daruͤber: „Sie lebt auf der
Wollweide (Salix caprea), iſt ungefähr anderthalb Zoll lang,
von durchſichtiger hellgruͤner Farbe, mit uͤber den Ruͤcken
laufendem, etwas roͤthlichem Schattenſtriche, letzterer nur in
der Freyheit, da er ſich bey der Einſperrung verliert. Die
Farbe des Kopfes geht in's Braͤunliche über und hat an den
Seiten brandfarbige Punkte, auch das Nackenſchild iſt braͤun⸗
lich.“ (Aus Hrn. D. Zincken's Angabe, Anm. 155.
geht ferner hervor, daß ſie, wie jene von Fagella, ein
Koͤlbchen am dritten Paar der Bruſtfuͤße habe.)
„Sie ſpinnt ſich Ende May zwiſchen Blaͤttern ein, und
wird zu einer Puppe, wie die der naͤchſten Arten, oben kolbig,
unten zugeſpitzt.“
6. GE LAT E LILA }
Lemm. alis einereis, anticis linea albida punctisque
duobus nigris remotis.
35
Hübner, Tortr. Tab. 42. Fig. 266. b er)
Tortr. Gelatana.
Larv. Lep. VIII. Tin. I. Bombyciform. B. a.
Fig. 1. a. b. T. Gelatella.
Wien. Verz. S. 144. Fam. D. N. 38. Rothweiden⸗
Schabe, T. Gelatella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 124. N. 58. —
Linné, S. N. 1. 2. 885. 544. Pyr. Gelatella.
Faun. Suec. Ed. 2. N. 1450. T. Gelatella.
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 289. 11. T. Gelatella.
— — Suppl. 460. 5. Lith. Gelata.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 344. N. 76.
T. Gelatella.
Clerck, Phal. Tab. VIII. Fig. 5. Phal. Conge-
tatella,
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zin cken, g. Sommer,
S. 168. Anm. 231. T. Gelatella.
Die ſonderbaren, oͤfteren Veraͤnderungen der Stelle und
des Namens dieſes Schmetterlinges hat Hr. v. Charpe n⸗
tier a. ged. O. ſehr genau angeführt. Hier genügt es, zu
wiederholen, daß Gelatella unter den Schaben, und zwar
neben den vorbeſchriebenen Arten, am natürlichften ſtehe, und
darnach auch die, Allen gleiche, Endſylbe beſtimmt werde.
Die von Fabr. irrig hier angezogene T. Li gatella,
W. V. p. 319. N. 60. (ſoll heißen: Legatella, und
N. 61.) iſt eine ganz andere Art, naͤmlich unſere Ch.
Spartiata.
Der Mann von Gelatella bleibt wenig kleiner, als
jener von Fagella. Die Grundfarbe der Oberſeite beſteht
in einem, mit etwas Gelb gemengten, Erdbraun. Der Koͤr—
per iſt truͤbgelb, Fuͤße und Fuͤhler ſind ſchwaͤrzlich. Der
Hinterleib hat dunkle Gelenkringe.
Durch die hellbraunen Vorderfluͤgel zieht, von der Wur⸗
zel bis zum zweyten Drittheile, ein weißer, immer breiter
C2
N
#
36
werdender, Laͤngsſtreif, der von zwey eckigen, dunkelbraunen
Makeln durchſchnitten iſt. Die erfte ſteht nahe an der Ein⸗
lenkung, die zweyte kurz vor dem Ende des Streifes, und von
dieſer letzteren biegt fich eine Schattenbinde zum Innenrande.
Ueber ihr, etwas weiter gegen die Franzen, zeigen ſich im
Vorderrande zwey Striche. Die Franzen ſind braungrau.
Letztgenannte Faͤrbung fuͤhren auch die Hinterfluͤgel
ſammt den Franzen.
Die Unterſeite iſt bleich braungrau.
Das Weib hat kurze, haarige, geſpitzte Lappen als
Vorderfluͤgel, mit drey ſchwarzen Flecken auf beiden Raͤndern.
Die Hinterfluͤgel ſind ganz unausgebildet, unter den vorderen
verſteckt. Der Körper gleicht dem des Mannes, und iſt nur
kolbiger.
Nach Linné lebt die Raupe i in Pomariis, und auf |
dem Chaerophyllo sylvestri; nach den Thereſianern,
auf der Rothweide (Salix purpurea). In Schlefien ift fie
auch auf Weiden gefunden und nach beyden Geſchlechtern er-
zogen worden. Sie iſt in Geſtalt jener von Fa gella ahn-
lich, hat einen grünen, mit gelben Laͤngsſtreifen und ſchwar⸗
zen, einzeln behaarten, Waͤrzehen verſehenen Körper, einen
braunen Kopf und ein eben ſolches Nackenſchild, welches
durch einen gelblichen Querſtrich vom Kopfe getrennt iſt. Das
dritte Paar der Bruſtfuͤße iſt, wie bey Fagel la u. A.,
kolbig.
Die Flugzeit des Schmetterlinges iſt im November, im Februar
und im Maͤrz. Er fehlt den meiſten hieſigen Sammlungen.
FAM. B. 7. STEINKELLNERELLA.
Lemm. Alis anticis cinereis, linea llexuosa atra disci.
ee Tin. Tab. 4. Fig. 26. (mas. ) Text, S. 18.
N. 11. Schrifttragende Schabe, T. Characterella.
Verz. bek. Schmetterl. S. 402. N. 3877. Sem.
Steinkellnerella. | ’
Die Puppe zeigt ſich braun, mit gelben Gelenkringen.
. ar Are ee 5 Sail N;
37
Wien. Verz. S. 150. Fam. E. N. 16. Grauer Wickler
mit ſchwarzem S. Tortr. Steinkellneriana.
Illiger, N. Ausg. dess. H. B. S. 65. N. 16.—
Fabr. Ent. Syst, III. 2. 267. 104. Pyr. Stein-
kellnerana.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 45. N. 118.
N Tortr. Steinkellneriana.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. W. des Wien. .
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 78. Anm. 96. Tortr. Steinkellneriana.
Die Schiffermüͤller'ſche und andere aͤltere Sammlungen
geben das Zeugniß, daß die Thereſianer unter ihrer Portr.
Steinkellner iana gegenwärtige Art verſtanden, wel⸗
cher Name alſo, nur mit Veraͤnderung der 1 , Ba
muß,
Der Schmetterling ift wenig kleiner, als Fa ge Ha.
Das Weib hat vollkommene, aber kuͤrzere, mehr abgerundete
Fluͤgel, als der Mann, und macht demnach einen guten Ue⸗
bergang aus der erſten in die zweyte Familie dieſer Gattung.
Der Vorderleib iſt tief aſchgrau, der Hinterleib gelbgrau.
Die Fühler find ſchwaͤrzlich, weißgrau geringelt, die Süße
braun, weißgefleckt.
Die Vorderflügel glaͤnzen ſeidenartig braungrau. In
ihrer Mitte, näher zum Vorderrande, ſteht ein ſchwaͤrzlicher,
nach vorn offener Haken, und hinter ihm ein Mondzeichen
oder ein feines ſolches V. artiges Dreyeck, das ſeine offene
Seite gegen den Haken wendet. Vor den gleichfarbigen Fran⸗
zen bemerkt man eine unterbrochene ſchwaͤrzliche Linie.
Die Hinterfluͤgel, ſammt ihren Franzen, ſind einfach
ſilbergrau.
Die Unterſeite iſt bleich ſtaubgrau, jene der Vorderfluͤgel
zieht in's Gelbliche.
In Obſtgaͤrten, im erſten Fruͤhjahre. Nicht haufig.
Die Raupe noch unentdeckt. RER
38
8. PUNCTULELLA.
Lemm. alis anticis scabris fuscis, vitta media inter-
rupta obscure ciner ea.
Hübner, Tin. Tab. 2. Fig. 14. Gnas) Tert, S. 16.
N. 6. Punterhfarbige Schabe, T. Schlemme-
rella,
Wien. Verz. S. 130. Fam. E. N, 13. Röthlichgrauer
Wickler, mit erhobenen ſchwarzen Punkten, Tortr.
Punctulana. |
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 62. N. 15. —
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 268. 113. Pyr. Punctu-
lana.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 45. N. 115.
Tortr. Punctulana.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. W. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 76. Anm. 94. Tortr. Punctulana.
U
Bey den Thereſianern faͤlſchlich als Wickler.
Die Huͤbner' ſche Abbildung ift treu. Hr. D. Zincken bes
merkt a. ang. O., daß er nur den Mann kenne und nicht
wiſſe, ob das Weib ganz- oder halbgefluͤgelt ſey; ich kann
bey mehrmaligem Vorkommen in hieſigen Sammlungen das
Erſtere melden; (vorausgeſetzt, daß hier nicht auch der, bey
Phryganella, erwähnte Betrug obwaltet.) Der Name
des Wien. Verz. tritt auch hier wieder mit Veraͤnderung
der Endſylbe ein.
Das Ausmaaß von Punctulella übertrifft etwas
jenes der vorigen Arten. Kopf und Halskragen ſind gelb⸗
braun, der Hinterleib hat gelb und braune Ringe. Die Fuͤh⸗
ler wechſeln in Grau und Weiß. Die Fuͤße ſind hellbraun,
gefleckt.
Die Vorderfluͤgel haben drey Felder; das erſte und
dritte zeigen ſich lehmgelb, das mittlere erdbraun. Dieſes
letztere verfließt in den Vorder-und Innenrand des erſten,
39
und in die Mitte des dritten Feldes. Hin und wieder, vor⸗
zuͤglich auf dem Braun, ſtehen einzelne ſchwarze Atome, und
vor den Franzen iſt eine ſolche Punktreihe. Die Franzen
ſelbſt ſind lehmgelb und weißlichgelb geſtrichelt.
Die Hinterflügel zeigen ſich braungrau, ihre Franzen,
hinter einer braunen Linie, truͤbweiß.
Die Unterſeite der Vorderfluͤgel iſt gelblichbraun, die
Saͤume gelb; die der Hinterflügel bleich braungrau.
In Niederoͤſterreich und Ungarn. Ziemlich ſelten.
gg A LTE Rk NE L L A.
Lemm. alis anticis albidis, fascia baseos abbreviata
postica integra latiore obscure cinereis, apice cinereo ad-
sperso.
Wien. Verz. S. 135. Fam. B. N. 55. Weißgraue
Schabe mit breiten büfteren Querſtreifen, T. Alter-
nella.
Hübner, Tin. Tab. 2. Fig. 1 1. (mas.) Text, S. 16.
N. 3. Wicklerartige Schabe, T. Tortricella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 91. N. 55. —
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 130. N. 35.
T. Alter nella. |
v. Charpentier, die Zünsler u. s. W. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 117. Anm. 154. T. Alternella.
Eine der Arten, welche, in Wien wenigſtens, zu vielen
Irrungen und Verwechslungen Anlaß gegeben haben. Als
Alternella, W. V. oder Tortricella, H br. fin⸗
den wir hier zuerſt meine, doch ſehr davon verſchiedene, Sci.
Modest ana (VIII. Bd. d. Wks., S. 182.), dann wie⸗
der Her c. Dubitalis (VII. Bd. S. 185.) oder auch
die, Dubitalis naͤchſtverwandte, bey Beſchreibung derſel⸗
ben mir noch unbekannte, T. Mercurella, Linn. (oder
Ch. Mercurellus, Zincken, Magaz. d. Entomol.
a 3
II. B. S. 109. N. 47. und Crataegella, Hbr. Tab.
34. Fig. 23 1.), welche im bald folgenden G.Chilo näher
befprochen werden.
Was nun Alternella betrifft, fo iſt es zuerſt, nach
Hrn. v. Charpentier, ganz richtig, daß ſich in der Schif⸗
fermülfer’fchen Sammlung neben der wahren, von Hübner
abgebildeten, ein Exemplar von Sci. Wahlbomiana
befindet, das nur zufaͤllig dahin gerathen ſeyn kann. Dage⸗
gen ſtimmt das andere Exemplar mit Fig. 11. Ein Paar
unerhebliche Abweichungen werde ich in der Beſchreibung an⸗
merken. 8 |
Alternella hat kaum die Größe von Phryga-
nella. Kopf und Ruͤcken ſind hellbraungrau, Hinterleib
und Fuͤße aſchfarbig mit helleren Ringen, die Fuͤhler am un⸗
teren Ende ſtarker, am oberen ſchwaͤcher gezaͤhnt, braun und
grau.
Das erſte Feld der Vorderfluͤgel beſteht — (nicht ganz |
* Se
wie auf jener Abbildung, wo es völlig braun if), — aus
einem braungrauen Flecke, der aber naͤchſt der Wurzel und
dem Hinterrande lichtgrau, wie das folgende, helle, binden⸗
artige Feld bleibt. Dann folgt ein dunkles, breites Feld, in
dem lichtgraue Stellen ſich befinden. Ueberall ſieht man
ſchwaͤrzliche einzelne Atome. Vor den, mit Weiß fein ge⸗
ſtrichelten, Franzen erblickt man lichte Puͤnktchen.
Die Hinterflügel find bleichbraungrau.
Die Unterſeite iſt grau, auf den Vorderfluͤgeln erſchei⸗
nen Spuren der Zeichnung von oben.
Um Wien, im Fruͤhjahre. Noch ſelten.
10 1 LIEN ELI A.
Lemm. alis anticis fusco ferrugineis, nigro alboque
adspersis, vitta ah punctoque medio albis, striga ob-
soleta nigra.
Hübner, Tin. Tab. 4. Fig. 28. (mas.) Text, S. 18.
N. 15. Geringelte Schabe, T. Anella.
—
41
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 116. Anm. 15 1. (bey T. Anella, W. V.)
Der Name Anella, welchen Hr. Huͤb ner ſeiner
Fig. 28. gab, gehört nach dem Wien. Verz. S. 135.
N. 30. einer ganz anderen Art, deren Beſchreibung im naͤch⸗
ſten G. Galleria folgt. Ich habe daher die jetzige neu
benennen muͤſſen.
Man erkennt auf den erſten Blick ihre nahe Verwandt⸗
ſchaft mit den Vorſtehenden. Die Groͤße iſt wie Fagella.
Kopf, Halskragen und Rüden find eiſengrau. Hinterleib
und Fuͤße braungrau, mit dunkeln Gelenkringen. Die Fuͤhler
braun und grau geringelt.
Die Vorderfluͤgel zeigen ſich im Grunde dunkel eiſen⸗
grau. Unter dem ſchmalen Vorderrande zieht auf zwey
Drittheilen der Laͤnge, von der Wurzel an gerechnet, ein wei⸗
ßer, gabelfoͤrmig aufhörender Laͤngsſtreif. Die Fluͤgelmitte
iſt mit Roſtfarbe gemiſcht. Ein weißer kleiner Strich und
eine ſolche Makel ſtehen darin. Hinter einem weißen Flecke
im Vorderrande folgt das letzte Drittheil, welches, wie zum
Theil der Innenrand, heller grau bleibt. Ueber die ganze
Flaͤche ſind einzelne ſchwarze Puͤnktchen geſtreut. Die Fran⸗
zen führen ein braͤunliches Grau.
Letztere Faͤrbung haben auch die Hinterfluͤgel.
Die Unterſeite gibt, auf braͤunlichem Grunde, die matte
Durchſicht der oberen Zeichnung.
Der Schmetterling fliegt ebenfalls im erſten Fruͤhjahre.
Heimath: Oeſterreich und Franken. Noch ſelten.
—
GENUS CXXXII. GALLERIA.
Die generifchen Kennzeichen wurden von Herrn D.
Zincken, gen. Sommer (im entomol. Magaz. IV. Bd.
S. 23 1.), folgendermaaßen beſtimmt:
„Die Gattungsmerkmale ſind an den verſchiedenen Ge⸗
ſchlechtern verſchieden.“
„Am Manne ſind die Palpen *) dreygliederig, be⸗
haart, kurz, aufgekruͤmmt, auf der Stirne anliegend, und ihre
Spitze von den Stirnhaaren uͤberdeckt. Das Wurzelglied iſt
klein, keilfoͤrmig, mit der Spitze eingelenkt und kurz behaart;
das Mittelglied iſt das laͤngſte und ſtaͤrkſte, cylinderiſch, et⸗
was zuſammengedruͤckt und ziemlich ſtark behaart; das End⸗
glied hat die Form eines Entenſchnabels, iſt laͤnglich, platt,
kurz behaart, nach außen flach gewölbt, nach der Stirne zu
ausgehoͤhlt, und endigt ſich mit einer nackten, nagelfoͤrmigen,
hornartigen, glaͤnzenden, gegen die Stirne gebogenen Spitze.“
„Die Nebenpalpen, dreygliederig, ſehr klein, fadenfoͤr⸗
mig, mit einer quaſtenartig behaarten Spitze, liegen neben
der Zungenwurzel, dicht vor der Stirne herauf, und werden
von den Palpen durchaus verdeckt.“
„Die Zunge eingerollt, kurz, hornartig, und auswaͤrts
faſt ihrer ganzen Laͤnge nach, die Spitze ausgenommen, be⸗
haart.“ *
„Die Augen klein, halbkugelig.“
„Die Fuͤhler borſtenfoͤrmig, ganz gerade, vorwaͤrts ge⸗
richtet; das Wurzelglied lang, cylindriſch, etwas zuſammen⸗
gedrückt, und unter den Augen eingelenkt.“
) Hr. D. Zincken hat ſich der vielleicht beſtimmteren Be:
zeichnung: „Taſter“ fuͤr Palpen bedient; da das
Wort Palpen aber durch dieſes ganze Werk geht,
mußte ich es auch jetzt gelten laſſen.
\ 5
„Die Stirne (clypeus, Fabr.) mit langen, vorwärts
gerichteten, Haaren dicht beſetzt, welche einen ſtarken Schirm
bilden, von dem die Palpen uͤberdeckt werden.“
„Der Kopf durch keinen Einſchnitt vom Rücken ge⸗
trennt, weil das Wa den Raum zwiſchen beyden aus⸗
fuͤllt.“
„Der Ruͤcken . kurzhaarig.“
„Der Hinterleib ſo lang, als die zuſammengelegten
Fluͤgel.“
„Die Flügel kurz gefranzt; die vorderen lang, ſchmal,
die hinteren elliptiſch.“
„Die Füße gedornt, kurzhaarig.“
„Das Weib hat dagegen lange, vorgeſtreckte, et⸗
was geneigte Palpen, welche zur Haͤlfte unter dem Haar⸗
ſchirme der Stirne vorſtehen, ihr Wurzelglied iſt das kuͤrzeſte
und keilfoͤrmig, das Mittelglied das laͤngſte, zuſammenge⸗
drückt, cylindriſch, und das Endglied rund, ſchlank, kegelfoͤr⸗
mig, wie die uͤbrigen kurz behaart, und ohne jene nackte na⸗
gelfoͤrmige Spitze. Die Fuͤhler ſind wie am Manne, aber
verhaͤltnißmaͤßig feiner und Dinner, und der Hinterleib iſt mit
einer Legeroͤhre verſehen. Die uͤbrigen Merkmale kommen
mit denen des Mannes uͤberein.“ i
Galleria, Fabr. Suppl. Latreille, E. 8.
Zincken l. c. (oder Galeria). Ein bedeckter Gang. In
Bezug zum Aufenthalt und zur Lebensweiſe der Raupen dieſer
Gattung, welche in den Zellen der Bienen und Hummeln
leben, und ſich daſelbſt verpuppen.
BL.
1 175 1. N E L L A. { 5 1
Gall. alis anticis griseis, punctis duobus centralibus
nigris Be scutello albo apice fusco.
Hübner, Tin. Tab. 4. Fig. 24. (bem') Leit, ©. 24.
N. 4. Zugeſellte Schabe, T.Sociella,
Wien. Verz. S. 155. Fam. B. N. 50. Graugemiſchte
Schabe mit zwey Mitteringen, T. Anella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 91. N. 30. —
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 299. 56. T. Anella.
De Villers, Ent. Linn. T. IV. pag. 558. L' An-
nulaire. T. Anella.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 130. N. 32.
T. Aneiiß:
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 116. Anm. 151. T. Anella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. IV. B.
8. 242. N. 5. Gall. Anella.
‚ad der letzten Art der „ Gattung (Lemm.
Alienella), erinnerte ich ſchon, daß das Wien. Verz.
nicht jene, Hbr. Fig. 28., ſondern die jetzige, Hbr. Fig. 24.
als Anella erwaͤhne. Das Exemplar, welches Hr. v.
Charpentier in der Schiffermuͤller'ſchen Sammlung ſah
und das ſich noch daſelbſt befindet, iſt allerdings nichts ande⸗
res, als Sociella, Hbr. Fig. 24. a
Das Weib von Anella iſt größer als der Mann,
erſteres zuweilen noch über Lemm. Fagella. Dieſe
Verſchiedenheit abgerechnet, weichen beyde Geſchlechter
weniger von einander ab, als die von Colonella. Da⸗
gegen finden ſich unter Männern und unter Weibern hel⸗
lere und dunklere, deutlicher und undeutlicher gezeichnete Va—
rietaͤten.
Am gewoͤhnlichſten haben Kopf und Ruͤcken eine lehm⸗
45
gelbe Färbung, der Hinterleib ift gelbgrau, die Oberfeite der
erſten beyden Abſchnitte ausgenommen, welche am Manne
ſtrohgelb, am Weibe lehmgelb gefaͤrbt iſt. Auch die Fuͤße
zeigen fich ſtrohgelb, die Fühler braͤunlichgelb.
Die Vorderfluͤgel ſind ſchmal, lang, am eee
gerundet, lehmgelb, in der Mitte und am Innenrande in's
Aſchgraue uͤbergehend; auf der Hauptader ſtehen zwey klei-
ne, ſchwarze, weißgekernte Ringe nach einander, und hinter
denſelben zieht ein, Einmal gebogener, aus kleinen ſchwarzen,
quer unter einander ſtehenden Strichen, zuſammengeſetzter
Streif queruͤber; vor den aſchgrauen Franzen aber eine
Reihe ſchwaͤrzlicher Punkte.
Die halbkreisfoͤrmigen Hinterfluͤgel ſind gelblichtweiß,
nur vor den weißlichen Franzen etwas ſchattiger.
Die Unterſeite aller Flügel iſt ſtrohgelb, jene der hin=
teren am bleichſten. Die Ringe auf Fate ener ſchei⸗
nen durch.
Der Schmetterling wurde einzeln in Wien und bey
Leipzig gefunden. Ich erhielt durch Hrn. Dahl, aus
Sicilien, ein Paar doch wohl hierher gehörige Stuͤcke. Sie
find kleiner, lichter, weißgrau, und die ſchwarzen Ringe der
Vorderfluͤgel kaum kennbar, mehr wie einzelne Punkte.
Von der Raupe kann ich nichts Naͤheres melden, als
was Hr. D. Zincken, a. ang. O. ſagt: „Sie lebt aller
Wahrſcheinlichkeit nach in den Neſtern irgend einer, in der
Erde bauenden, Bienenart. Die Schabe traf ich einſt hier
in Braunſchweig, im Monat Auguſt, in einem großen Luſt⸗
garten auf einem Grasplatze, in ſehr großer Menge bey ein⸗
ander an, woſelbſt ſie ſich zwiſchen dem Graſe auf der Erde
aufhielt; mehrere derſelben ſah ich aus der Erde aus Loͤchern
hervorkommen, welche mir die Eingaͤnge von Bienenneſtern
zu ſeyn ſchienen und auf dieſem Platze in ziemlicher Zahl vor⸗
handen waren. Da ich kein Inſtrument zum Nachgraben
bey mir hatte, auch dergleichen Unternehmungen ohne voran⸗
gegangene Einwilligung der Gartenaufſeher nicht thunlich
waren, fo war ich genöthigt, mich weiterer Unterſuchungen
1
46
fuͤr diesmal zu enthalten, und da man bald nachher dieſen
Grasplatz fuͤr einen anderen Zweck benutzte, ſo wurden mir
ſolche auch fuͤr die Zukunft vereitelt. Die Schabe iſt mir
ſeitdem nie wieder zu Geſicht gekommen.“
2. CO LONEL LA.
Gall. alis anticis griseis, linea ante cilias atro albo-
que varia; scutello albo immaculato: maris alis anticis
basi canis; foeminae punctis uno vel duobus in medio
nigris.
Hübner, Tin. Tab. 4. Fig. 23. (foem.) Text, S. 22.
N. 3. Zackigbandirte Schabe, T. Colonella.
—— — Tab. 4. Fig. 22. (mas.) Text, S. 22.
N. 2. Zackenſtriemige Schabe, T. Tribunella.
Wien. Verz. S. 133. Fam. B. N. 1. Röthlichgraue Scha⸗
be mit ſchwarzem Mittelpunkte, T. Colonella.
—— S. 319. Fam. B. N. 62. 1 — 2. (Anhang):
Rothgraue, zackenſtriemige Schabe, T. Tribunella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 81. N. 1. T. Co-
lonella.
— II. B. S. 81. N. 1 — 2. a. T. Pribe-
nella,
Linné, S. N. 1. 2. 885. 346. T. Colonella.
— — 1. 2. 883. 545. T. Sociella,
Faun. Suec. Ed. 2. N. 1358. T. Colonella.
— — Ed. 2. N. 13559. T. Sociella,
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 288. 5. T. Colonella.
— — III. 2. 288. 6. T. Sociella.
— — Suppl. 469. 32. Cramb. Co lo-
num.
— — Suppl. 460. 6. Lith. Socia.
De Villers, Ent. Linn. T. II. pag. 453. N. 857.
L’Associee, T. Sociella.
— — — T.II pag. 454. N. 858. La Colonie.
T. Colonella.
47
Schrank, Faun. boic. II. B. 2. Abth, S. 99.
N. * T. Colonella.
— — II. B. 2. Abth. S. 99. N. 1785. T
Tribunella.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 78. N. 346.
T. Colonella.
— — III. Th. 4. B. S. 140. N. 140. T. Tri-
bunella.
Müller, Zool. Dan. prodr. p. 133. N. 1541. T.
Colonella.
Latreille, Genera Cr, et Insect. T. IV. 232. Gall.
Colonella.
Clerck, Phal. Tab. III. Fig. 8. T. Colonella.
— Tab. III. Fig. 11. T. Sociella.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 101. Anm. 123. T. Colonella.
— — 8. 102. T. Tribunella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. IV. B.
S. 238. N. 2. Gall. Colonella.
Die Gewißheit, daß die, in aͤlteren Zeiten als zwey
verſchiedene Arten betrachteten, Schaben, Colonella und
Tribunella, nichts anderes als zwey zuſammengehoͤrige
Geſchlechter ſind, wurde ſeither mehrmals, namentlich von
Hrn. D. Zincken und von Hrn. v. Tiſcher, erwieſen.
Erſterer meldet, daß er aus einer, in dem Neſte einer Mauer⸗
biene gefundenen, Kolonie von Puppen Beyde auskriechen
und ſich begatten ſah. Letzterem Freunde danke ich naͤhere
Nachrichten uͤber den Raupenſtand derſelben, wie ſie hier am
Schluſſe folgen.
„Der Mann (Hbr. Fig. 22.) weicht vom Weibe
(Fig. 25.) beträchtlich ab. Kopf und Ruͤcken des erſteren
find weißgrau, etwas in's Roͤthliche ziehend, das Schildchen
iſt weiß und ungefleckt; Hinterleib und Fuͤße ſind weißgrau,
die Fuͤhler braun und weiß.“
3
„Die langen, ſchmalen, am Hinderrande ſtumpfen Vor⸗
derflügel bleiben, von der Einlenkung bis zur Mitte, roͤthlich
weißgrau, die jenſeitige Haͤlfte aber rothgrau, und der Vor⸗
der⸗ und Hinterrand dunkelerdgruͤn; vor der Mitte laͤuft ein
kupferbrauner Zackenſtreif und eine aͤhnliche, mehr gebogene
und verloſchenere, Linie zieht dicht vor dem Hinterrande quer⸗
uͤber; in der Mitte des gruͤngefaͤrbten Vorderrandes ſtehen
zwey ſammetſchwarze Punkte nach einander, und vor den
roͤthlichen Franzen des Hinterrandes liegt eine Reihe kurzer,
durch weiße Zwiſchenpunkte unterbrochener Streifen. Dieſe
letzte Zeichnung iſt, nebſt dem weißen Schildchen, die einzige,
welche beyde Geſchlechter gemein haben.“
„Die Hinterfluͤgel find breit, halbkreisfoͤrmig, gegen
den Außenwinkel etwas geſchweift, aſchgrau, mit weißgrauen
Franzen, welche von der Flaͤche durch eine ſchwaͤrzliche, aus⸗
waͤrts gelblichgeſaͤumte, Linie geſchieden werden.“
„Unten find alle Fluͤgel gelbgrau, die oberen, gegen die
beyden Winkel, ſchattengrau, mit feinen gelben Linien durch⸗
zogen; die hinteren mit einer ſchwarzgrauen Zackenlinie, welche,
in einiger Entfernung von dem Hinterrande, vom Vorderrande
bis zur Mitte herabzieht.“
„Das Weib iſt gewoͤhnlich groͤßer, als der Mann (wie
von Hal. Prasinana). Kopf und Ruͤcken ſind einfach
rothgrau, der Hinterleib iſt dunkler als der maͤnnliche, und
mit einer Legeroͤhre verſehen. Die Fuͤße haben die Faͤrbung
des Leibes, die Fuͤhler zeigen ſich weißgrau.“
„Seine dunkelrothgrauen Vorderfluͤgel ſind breiter, am
Hinterrande mehr gerundet. Vor und jenſeits der Mitte zieht
ein feiner, falbgrauer Zackenſtreif querüber, deren erſter,
gegen die Wurzel, der andere, gegen den Hinterrand, ſchim⸗
melgrau angelegt iſt; zwiſchen Beyden in der Mitte, in eini⸗
ger Entfernung vom Vorderrande, liegt ein tiefſchwarzer run⸗
der Fleck, vor welchem man zuweilen auch noch die Spur eis
nes zweyten kleineren erblickt; der Saum des Hinderrandes
iſt röthlichgrau, und vor ihm lauft, wie bey dem Manne,
eine Reihe ſchwarzer, durch weiße Punkte AN „Striche.“
49
„An vielen Stuͤcken, beſonders folchen, die noch nicht
geflogen haben, ſieht man die Grundfarbe des Vorder-und
Hinterrandes etwas mit Erdgruͤn gemiſcht.“
„Die Hinterfluͤgel find wie am Manne geformt und
gezeichnet, aber dunkler grau gefaͤrbt.“
„Unten bleiben alle Flügel dunkelſchattengrau, daher
denn der bey'm Manne angezeigte abgebrochene Schatten⸗
ſtreif auf den Hinterflügeln etwas undeutlich iſt.“ (Das Vor⸗
ſtehende nach Hrn. D. Zincken's trefflicher Beſchreibung.)
Die Raupe lebt geſellſchaftlich, die Sommermonate
hindurch, in den Neſtern der Steinhummel (Bombus lapi-
darius, IIlig.) auf raſigen Abhaͤngen; fie iſt jener der bald⸗
folgenden Cerella ähnlich, acht bis neun Linien lang, gelb⸗
grau, mit einzelnen braͤunlichen Punktwaͤrzehen, braunem
Nacken⸗ und Afterſchilde. Der Kopf iſt roth. Sie laͤuft
ſehr ſchnell und ſucht ſich immer zu verkriechen. Im Herbſte
baut ſie eine ſpindelförmige papierartige Huͤlſe, von gelblich⸗
brauner Farbe, wie die Raupe der Vp. Evonymellä, ;
und zwar mit ihres Gleichen geſellſchaftlich, eine neben der
anderen. Durch ein feftes ene Geſpinnſt werden
alle verbunden.
Die Puppe iſt gelbbraun.
Der Schmetterling erſcheint im May, Juny und July.
Es gibt wohl, wie von Cerella, zwey Generationen. In
3
Sachſen, Oeſterreich, Ungarn und anderen Laͤndern. Nicht
ſelten.
3. C ENT VU RITIE L LA.
Gall. alis anticis cinereis fusco subfasciatis, macula
flavescente.
ner Tin. Tab. 35. Fig. 239. (mas.) T. Cen-
turiella.
Wien. Verz. S. 319. Fam. B. N. 65.1 — 2. (Anhang):
Blaßgraue, braun, gelb- und duͤſterfleckige Schabe, T
Centuriella.“ 5
IX. 1. D
50
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 81. N. 1— 2.b.—
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 289. 8. T. Centuriella.
De Villers, Ent. Linn. T. IV. pag. 555. L’En-
touree, T. Centuriella.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 141. N N. 141.
T. Centuriella.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 102. T. Centuriella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. IV. B.
S. 245. |
Von dieſer hoͤchſt ſeltenen Art kenne ich nur ein einziges,
ziemlich gut erhaltenes, maͤnnliches Exemplar, welches ſich
in der Schiffermuͤller'ſchen Sammlung befindet, und wahr⸗
ſcheinlich das Original zur Beſchreibung bey Fabr. wie zur
Abbildung bey H br. ſeyn dürfte.
Die Groͤße iſt wie G. Colonella, m. Palpen,
Kopf und Ruͤcken ſind braun, Hinterleib, Fuͤhler und Süße
lichter, weiß und aſchgrau. Auf dem Rücken zeigt ſich ein
etwas dunkleres, roſtfarbig gemiſchtes, Mittelſtuͤck.
Die Breite der Vorderfluͤgel iſt anſehnlicher, als bey
den zwey Vorbeſchriebenen. Sie haben ein braungraues
Feld naͤchſt der Wurzel. Auch der Vorderrand iſt ſchmal
braun geſaͤumt. Eine verloſchene, faſt gerade, ſchwaͤrzliche
erſte, und eine violett und braune, mit einer weiten Biegung
verſehene, zweyte Querlinie, faſſen das Mittelfeld ein. In
ihm ſtehen, an der erſten Linie, ein doppelter und ein einfacher
Laͤngsſtrich, und hier iſt der Grund weißlich, weiter hinten
finden ſich zwey Flecke aneinander, wie eine Nierenmakel;
um dieſe, in der Bucht, iſt die Faͤrbung roſtgelb. Hinter der
zweyten Querlinie wird der Grund braun, violett ſchimmernd.
Auf den Adern laufen dunkelbraune Laͤngsſtriche, bis in die,
hell und dunkel gefleckten, mit einer blaͤulichen Linie umzogenen
Franzen.
Die Hinterfluͤgel find braungrau, mit dunklem feinen
51
Halbmonde in ihrer Mitte und breiten ſchwarzüthen Binden
vor dem weißgrauen Franzenſaume.
Unterhalb ſcheint die Zeichnung von oben verloſchen
durch.
4. CE AR E L LA.
Gall. alis anticis griseis ad marginem internum strigis
longitudinalibus abbreviatis purpureo fuscis; scutello ni-
gro apice albo: maris alis anticis pallidioribus postice
retusis; foeminae obscurioribus postice obtusis.
Linné, S. N. 1. 2. 874. 282. Geom. Cereana.
— 1. 2. 888. 575. T. Mellonella.
(foem.)
Faun. Suec. Ed. 2. N. 1383. T. Mellonella.
Hübner, Tin. Tab. 4. Fig. 25. (mas.) Text, S. 21.
N. 1. Bienenbau-Schabe, T. Cerella.
Wien. Verz. S. 154. Fam. B. N. 2. Honig⸗Schabe,
T. Mellonella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 82. N. 2. —
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 305. 79. T. Mellonella.
— — III. 2. 287. 2. T. Cerella.
— III. 2. 289. 10. T. Gris ella.
— — Suppl. 462. 1. Gall. Cereana.
— — — 465. 2. Gall. Alvearia.
De Villers, Ent. Linn. T. II. pag. 467. N. 866.
Teigne du Miel, T. Mellonella.
Fueßly, Schweiz. Inſ. S. 42. N. 829. T. Mello-
nella.
Schrank, Faun. boic. II. B. 2. Abth. S. 128.
N. 1861. T. Mellonella.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 94. N. 575.
T. Mellonella.
Roͤſel, Inf, III. Th. Tab. XXXXI. Fig. 1 — 6.
S. 242.
en
D2
\
52
Latreille, Genera Cr. et Insect. T. IV. 231: 1.
Gall. Cereana.
— — I. IV. 23 1. 2. Gall. Alvearia.
V. Charpentier, die Zünsler u. s. W. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 102. Anm. 124. T. Mellonella.
Ger mar eu. Zincken, Magaz. d. Entomol. IV. B.
S. 234. N. 1. Gall. Cerelle, |
Die obenſtehenden Citate, nur aus den angeſehenſten
entomologiſchen Schriftſtellern, zeigen, wie dieſe Schabe
ſchon lange, aber unter den verſchiedenſten Namen, bekannt
war. Die große Unaͤhnlichkeit beyder Geſchlechter in der
Form ihrer Vorderflügel, vornehmlich am Franzenrande, ließ
lange zwey beſondere Arten in ihnen finden, obgleich eine
nähere Betrachtung der guten Roͤſel'ſchen Bilder und Be⸗
ſchreibungen alle Irrthuͤmer zerſtreut haben wurde, Denn
Roͤſel ſagt, S. 248. ausdruͤcklich, daß ſeine Fig. 5. den
Mann, Fig. 6. aber das Weib darſtelle. Unter den vielen
Benennungen iſt die Li nné' ſche des Mannes, mit veraͤn⸗
derter Endſylbe, beyzubehalten. (Mehr darüber bey Hrn.
D. Zincken, im Magaz. d. Entomol. a. ang. O.)
—
Der Mann iſt beträchtlich kleiner als das Weib, Beyde
ungefähr wie Hal. Prasinana. Fühler, Kopf und
Ruͤcken des erſteren ſind lehmgelb, und am Ruͤcken bildet hin⸗
ten das Schildchen einen kleinen ſchwarzbraunen Haarſchopf
mit weißer Spitze. Der Hinterleib iſt N „ die Fuͤße
ſind gelbgrau, mit lichteren Flecken.
Die Vorderfluͤgel zeigen ſich breit, kurz, ſtumpf; ihr
Vorderrand ſchwach gebogen, der Franzenrand mondfoͤrmig
nach innen ausgeſchnitten, der Innenrand etwas geſchweift,
mit einer kleinen Bucht, dicht vor der Ecke des Innenwinkels.
Die Farbe iſt bald heller, bald dunkler aſchgrau ſtaubig; von
der Wurzel bis auf die Mitte liegt weißer, feiner Anflug, da⸗
zwiſchen zeigen ſich einzelne dunkelbraune Atomen. Am Vor⸗
derrande und laͤngs des Franzenrandes ſtehen ſolche Laͤngs—
53
ſtriche, die von einer, winkelig gebogenen, verloſchenen, oft
ganz fehlenden, Fleckenbinde auslaufen. Der Innenrand iſt
in betraͤchtlicher Breite von der Wurzel bis zum Innenwinkel
lichter gelblich, mit vielen purpurbraunen, kurzen, erhabenen,
filzigen Laͤngsſtrichen, wodurch bey zuſammengelegten Fluͤ⸗
geln oben eine anſcheinend gerinnte Flaͤche gebildet wird. Die
Franzen ſind zackig, braun und weiß geſpitzt und mit einer
haarfeinen dunkleren Linie nach innen eingefaßt.
Die Hinterfluͤgel zeigen ſich hellaſchgrau, zuweilen auch
braungrau, mit helleren weißgeraͤnderten Franzen und einer
gelblichen Linie als innere Begraͤnzung.
Das viel groͤßere Weib unterſcheidet ſich vom Manne,
außer den ſchon angegebenen Kennzeichen, durch einen dunkle—
ren, roſtbraunen Kopf und Ruͤcken. Der Hinterleib iſt kol—
big dick, mit einem Legeſtachel, braungrau, eben ſo ſind die
Fuͤße gefärbt. 8
Die Vorderfluͤgel bleiben dunkler, ſind ſtumpf, gerade,
faſt rechtwinkelig, und von der verloſchenen Fleckenbinde iſt ſel⸗
ten eine Spur zu finden. Die Hinterfluͤgel ſind viel heller, weiß,
nur mit ſchattengrauer Randbeſtaͤubung und ſolchem dunkleren
Adernlauf, bis in die weißen, gelblich eingefaßten Franzen.
Die Unterſeite iſt bey Mann und Weib ziemlich gleich,
und bietet matter Faͤrbung und Schatten von oben. Nur
ſieht man auf den Vorderfluͤgeln des Mannes mehr purpur:
farbigen Glanz, und die erwaͤhnte Fleckenbinde iſt hier deut⸗
lich, ſchwaͤrzlicher, vorhanden.
Roͤſel hat auch die erſten Staͤnde muſterhaft genau
aufgezeichnet. Die Raupe iſt cylindriſch ſpindelfoͤrmig, dick,
ſchmutzig weiß, mit kaum ſichtbaren braunen, einzeln fein be—
haarten Waͤrzchen. Der Kopf iſt caſtanienbraun, das Nacken⸗
ſchild etwas dunkler, von einer weißlichen Linie der Laͤnge nach
getheilt; dieſe Linie ſetzt ſich, zuweilen undeutlich, uͤber den
Ruͤcken fort. Die Schwanzklappe iſt wenig braun. Der
Bauch und die ſechszehn Füße find beinfarbig. Sie lebt im
Baue der Honigbiene (Apis mellifica), nicht vom Honig,
ſondern vom Wachſe, und verfertigt an den Seiten der Bie⸗
54
nenkoͤrbe, oder auf den Wachsſcheiben ſelbſt, haͤutige Roͤhr⸗
chen, in welchen ſie ſich beſtaͤndig verborgen haͤlt. Man fin⸗
det fie faſt das ganze Jahr hindurch in den Bienenſtoͤcken,
und zwar in verſchiedenen Groͤßen. Der Stock, in den ſie
ſich in Mehrzahl einniſtet, iſt ganz ſicher verloren. Herr
Fiſcher von Roͤslerſtamm traf einſt in einem Stocke
über dreyhundert Raupen. Die aus Eiern, welche im July
und Auguſt gelegt wurden, entſtandenen, uͤberwintern; der
Schmetterling erſcheint im Fruͤhjahre. Anfangs July entwickelt
ſich eine zweyte Generation des vollkommenen Geſchoͤpfes.
Zur Verwandlung macht die Raupe ein engeres, feſtes,
haͤutiges Gehaͤuſe in ihren Gaͤngen. Die Puppe iſt rothbraun.
In allen Bienenzucht treibenden Laͤndern. Dennoch
ſind gute Stuͤcke in Sammlungen ſelten, da ſie gewoͤhnlich
ſchnell verderben.
Mit Hrn. D. Zincken (a. ang. O. S. 244.), nehme
ich hoͤchſt wahrſcheinlich an, daß noch weit mehr Arten der
jetzigen Gattung, als die vorigen vier, beſtehen, die im
Raupenleben wie in der vollen Ausbildung ſo merkwuͤrdig ſind.
Ich ſelbſt ſah einige Stuͤcke, die wohl hierher gehoͤrten, aber
allzu befchadigt waren, um darnach neue Namen und Bes
ſchreibungen zu gruͤnden. Forſcher und Sammler finden jetzt,
in den gegebenen Nachrichten, Anleitung zum weiteren Auf-
ſuchen. Was mir davon bekannt wird, ſoll nebſt eigenen
ferneren Erfahrungen ſ. 3. in den „Nachtraͤgen“ folgen.
N
Pr ²—
33
Gznvs CXXXIV. SCIRPOPHAGA.
Zur Zeit nur eine europaͤiſche Art. Die Eigenheiten
derſelben, welche ſich durchaus mit keiner anderen Gattung
verbinden laſſen, zeigt nachfolgende Beſchreibung. Hier wird
nur auf den ausgezeichneten Bau der Hinterfuͤße, und die
noch merkwuͤrdigere einzelne Lage derſelben im Puppenzu⸗
ſtande, aufmerkſam gemacht.
Sonſt nähert ſich ihre Lebensweiſe ziemlich der von an⸗
deren Schilfbewohnern, vorzüglich jener der Gattung Ch il o,
Fa m. A. weswegen ſie in ihrer Naͤhe ſteht.
Scirpophaga, von Scirpus, Binſe, und Pha g o,
Verzehrer. >
56
1. PH ANT AS M E L L A.
Seirp. alis niveo sericeis; maris subtus cinereo nebu-
losis; foeminae ano barbato.
Hübner, Tin. Tab. 8. Fig. 56. (mas.) Text, ©. 23.
N. 1. Eingebildete Schabe, T. Phantasmella,
Bomb. Tab. 74. Fig. 309. 310. 1
311. 312. (oem. ) B. Alba.
Beyträge, II. B. 1. Th. Tab. 4. Fig. U. S. .
Aluc. Latidactyla?
Cramer, Pap. exot. T. VI. Tab. CCCLXXII. Fig.
D. pag. 165. Ph. Albinella?
Der naheren Beſchreibung dieſer höchft merkwürdigen
Art muß ich einige Nachrichten über die allmaͤhlige Erkennt⸗
niß ihrer rechten Stelle voranſchicken.
Der Schmetterling fand ſich als große Seltenheit in
älteren Sammlungen nur einzeln vor. So beſaßen ihn Ger⸗
ning in Frankfurt, und Kirchmaier und A. Maz⸗
zola in Wien. Huͤbner ſcheint von Gerning das
Exemplar erhalten zu haben, welches er in den „Beytraͤ—
gen“ nachbildete; von Mazzola jenes, welches er als T.
Phantasmella gab. Die erſte Figur verdiente den
Vorzug vor der zweyten, wenn nur der Afterbuͤſchel daſelbſt
nicht rothgelb waͤre, wie ich ihn niemals in der Natur
fand. Phantasmella, Fig. 56. ift eine ſehr flüchtige
Arbeit, da das ſo Charakteriſtiſche der Fuͤße ganz ausge⸗
laſſen, auch der Fluͤgelſchnitt nicht genau gegeben wurde.
Huͤbner in den „Beytraͤgen“ und in ſeinem „Verz.
bek. Schmettl.“ S. 366. N. 5505. zieht Cramer,
I. c. hierher, wo wieder der Afterbuͤſchel rothgelbe Faͤrbung
hat. Cramer gibt Surinam als Heimath an; dieſe
Nachrichten ſind bey ihm unzuverlaͤſſig. Da aber gleichwohl
eine ähnliche erotifche Art beſtehen koͤnnte, fo dürfen die Ci⸗
tate aus Hbr, Beytr. und Cramer hier nur fragweiſe
57
gelten, und der erſte fichere Name: Phanta smella,
muß bleiben.
Seitdem hörte man durch lange Jahre nichts mehr dar:
uͤber, bis Hr. Dahl von Florenz auf Einmal gegen hundert
Stuck brachte, die er erzogen zu haben angab. Er ſchilderte
die Raupe als ähnlich mit Plantaginis, und ſtellte den
Schmetterling mit dem Namen, Alba, zu Cos einia
und Candida, alſo zum G. Eyprepia. Ob nun Hr.
Dahl ſeine Vorraͤthe nur gefangen und nicht erzogen, oder
ſie dort eingetauſcht hatte, iſt nicht auszumitteln; ich vermuthe
das Letzte, und daß man ihn mit abſichtlich falſchen Berich-
ten irre führte, um fernere Auffuchung zu verhindern. In⸗
deſſen wollten alle Wiener Sammler nicht ganz an dieſe
Eyprepia glauben, die Hrn. Dahl's Scharfblick wohl
ſelbſt bezweifelte, und trotz der neuen und beſten Abbildung
im Huͤbner' ſchen Werke als B. Alba, ließ man ſie
doch bey den Schaben.
Herr Ferd. J. Schmidt, Kaufmann in Laybach,
ein ſehr thätiger Forſcher und Sammler, deſſen Eifer auch
bey Phyc. Interpunctella, und ſonſt öfter ruͤhmlichſt
zu erwaͤhnen ſeyn wird, gab mir die erſten wahren Auskuͤnfte
uber Raupenleben und Verpuppung. Ich theile feine eige⸗
nen Worte mit, nachdem ich die Beſchreibung des vollkomme⸗ N
nen Geſchoͤpfes geliefert habe.
Phantasmella gehört zu den größten Arten der
Schaben und iſt gleich Ch. Gigantellus. Die Palpen
ſind kurz, zweygliederig, abwaͤrts geſenkt. Die Fuͤhler auch
kurz, ſchwarz mit weißem Staube uͤberzogen, fein borſtenfoͤr⸗
mig, faſt fadenfoͤrmig, bey'm Manne ſtaͤrker, Kopf und Rüden
weiß, der Hinterleib weiß beſtaͤubt auf ſchwaͤrzlichem Grunde.
Der kleinere Mann hat einen duͤnnen Leib und kurzen weißen
Afterbuͤſchel; der viel dickere weibliche Körper iſt am Ende
mit gerader, langhaariger, weißgrauer Wolle bekleidet.
Eine beſondere Erwaͤhnung verdient die ausgezeichnete
Bildung der Fuͤße. Alle ſind lang, am erſten Gliede ſilber—
grau, an den letzteren Gliedern lebhaft ſchwaͤrzlich und weiß
58
geringelt. An dem Weiß ſtehen kleine Spitzen und geben
ihm eine aufgeſchwellte, knotenartige Geſtalt, gleich den Trie⸗
ben der Rohrpflanzen. Die auffallend langen Hinterfuͤße,
welche gewoͤhnlich abgeſtreckt vom Koͤrper liegen, und viel
länger als dieſer find, haben ren e laͤngere und
kuͤrzere Dornen.
Die Vorderfluͤgel ſind lang, toben an der Wurzel breit,
faſt wie bey den Wicklern, am Hinterrande bey'm Manne
meſſerartig abgerundet, bey'm Weibe daſelbſt ſpitziger. Ihre
ganze Flaͤche iſt atlasglaͤnzend milchweiß, ungefaͤhr wie bey
Lip. Auriflua, oder Chrysorrhoea.
Die Hinterflügel, in Faͤrbung wie die vorderen, zeigen
ſich halbrund.
Alle Franzen ſind fi und gleichfarbig mit der Flache.
Unterhalb ift das Weib weiß, wie oberhalb. Der
Mann aber führt hier, beſonders auf den Vorderfluͤgeln, eine
ſchmutziggraue oder gelbbraͤunliche Beſtäubung „ die zuweilen
auf der Oberſeite durchſchimmert.
Ueber die Naturgeſchichte meldet mir Herr Schmidt
Folgendes: „Ein Freund, der meine Sammlung durchſah,
bemerkte mir bey'm Erblicken dieſes Schmetterlings, daß er
ihn vor einigen Jahren um die jetzige Zeit (Anfang Auguſt),
an einem nahen Teiche geſehen und gefangen habe. Ich be—
gab mich noch am naͤmlichen Tage an den beſchriebenen Ort
und erhielt bey Sonnenuntergange zwey Stuͤck, waͤhrend ich
mehrere, die in der Mitte des Teiches an Binſen feſtgeklam⸗
mert ſaßen, nicht bekommen konnte. Tages darauf ging ich
zeitig früh hin, unterſuchte die Binſen genau, fand einige
Weiber im Abſetzen der Eier auf die Oberſeite der Pflanzen
(indem ſie ſolche gleich jenen vom G. Liparis mit weiß⸗
grauer Wolle bedeckten), und ſchloß daraus, daß die Raupen
vom Marke der Binfen leben möge. Jetzt zog ich zur Unter⸗
ſuchung mehrere Halme ſammt der Wurzel aus dem Waſſer,
und fand noch junge, halbe und ganz erwachſene Raupen,
dann auch friſch verwandelte und vollkommen ausgebildete
Puppen, deren Schale fo ſubtil iſt, daß der zum Auskriechen
59
reife Schmetterling beynahe ganz blos zu liegen ſcheint.
Dies war auch Urſache, daß ich mehrere friſche Puppen zer⸗
druͤckte T
„Die Raupe ſcheint fich von oben in die Binſen einzu⸗
freſſen, wenn ſie aus dem Ei kommt, dann macht ſie darin
einen Kanal bis in die Wurzel, dringt jedoch in die Wurzel
ſelbſt nicht ein, ſondern erweitert den Raum hier in der Art,
daß fie bequem umkehren und wieder aufwärts ſteigen kann.
Ueber dem Waſſerſpiegel macht ſie, bis auf ein feines Haͤut⸗
chen, in das Rohr eine Oeffnung, die einſt dem Schmetter⸗
linge zum Ausgang dient, dann zieht ſie ſich wieder mehr oder
weniger unter das Waſſer zuruck und verfertigt, gleich denen
vom G. Nonagria, eine Huͤlſe, darin fie zur Puppe
wird. Sie iſt lederbraun, anderthalb Zoll lang, und gleicht
im Baue fo ziemlich jenen vom G. Phycis, doch iſt 5
unbehaart.“
„Die Puppe iſt weiß, duͤnn, durchſichtig,
mit verlaͤngert fuͤr ſich allein weit vorſtehen—
den zwey Hinterfuͤßen.“ |
„Zu verwundern iſt es, daß man mit einander Raupe,
Puppe und Schmetterling findet. Herrn Freyer ) habe
ich alle Stände zugleich zur Abbildung uͤberſandt.“
Unſer gedachter Freund wird wohl nicht ſaͤumen, dieſe
hoͤchſt intereſſante Entdeckung getreu darzuſtellen „ und viel⸗
leicht dürfte feine Arbeit bey'm Erſcheinen meiner Nachrichten
ſchon in den Haͤnden des Publikums ſeyn.
) Im Augenblicke der Abſendung des Manuſcripts em:
pfange ich Herrn Freyer's zweytes Heft der
neueren Beytraͤge zur Schmetterlingskunde,
wo er Tab. g. unſere Phantasmella nach Exempla⸗
ren aus Ungarn, mit dem Dahl' ſchen Namen B.
Alba, doch nur als Schmetterling liefert. Herrn
Sſchmidt's Anzeige konnte ihm noch nicht bekannt ge;
worden ſeyn.
Genvs CXXXV. CHILO.
Nach Herrn D. Binden, gen. Semmer (im
entomol. Magaz. II. Bd. S. 34.).
„Chilo, Ruͤſſelſchabe, Streckſchnauze, Spitkopf⸗
„Die Kennzeichen dieſer Gattung ſind:“
„zwey dreygliederige, mit kurzen Haaren überall be⸗
kleidete, gerade vorſtehende oder etwas herabhaͤngende, anein⸗
ander liegende, einen Ruͤſſel oder Schnabel bildende Palpen.“
8 „Zwey zweygliederige, neben der Zungenwurzel dicht
vor der Stirne aufſteigende Nebenpalpen, deren gedruͤckt keu⸗
lenfoͤrmige, mit einem Haarbuͤſchel verſehene Spitze aus dem
Winkel zwiſchen dieſer und den Palpen hervorragt.“
„Ein langer, aufgerollter, hornartiger Sauger.“
„Borſtenfoͤrmige Fuͤhler.“
„Hervorſtehende, halbkugelige Augen.“
„Ein duͤnner Hals.“
„Ruͤcken und Hinterleib kurzhaarig.“
„Die Fluͤgel kurz gefranzt; die vorderen lang, ſchmal
und gerade; die hinteren breit und halbrund.“
Fam. A. „Die Vorderfluͤgel am Hinterrande lanzen⸗
förmig zugeſpitzt.“
Fam. B. „Die Vorderfluͤgel am Hinterrande ſtumpf
und eingekerbt.“
Fam. C. „Die Vorderflügel am Hinterrande ſtumpf
und gerundet.“
(Dieſe drey Familien tragen die Flügel ſenkrecht dicht
am Leibe, nach oben wenig uͤber einander liegend, und ſitzen
gewoͤhnlich mit dem Kopfe gegen die Erde gerichtet.)
Mit den vorigen Unterabtheilungen verbinde ich eine
vierte:
61
Fam. D. Zündlerartig gebauete Schmetterlinge, wel:
che die Vorderfluͤgel dachfoͤrmig halten.
Die Raupen find ſechszehnfuͤßig. Die der erſten Fa⸗
milie wohnen in den hohlen Stielen waſſerliebender Grasar⸗
ten, die der drey folgenden Familien, ſo weit ſie bekannt
ſind, und wahrſcheinlich alle, in der Erde, und naͤhren ſich
von Moos und Gras wurzeln.
Die Verpuppung erfolgt in ihrem roͤhrenartigen Auf⸗
enthalte. i 1
Chilo, einer, der vorſtehende Lefzen hat.
62
FA M. A. 1. GIGANTELLUS.
Chil. palpis longissimis; alis anticis cinereo flavican-
tibus; posticis albis immaculatis.
Hübner, Tin. Tab. 8. Fig. 53, (mas.) Text, S. 25.
N. 2. Rieſengroße Schabe, T. Gigantella.
Wien. Verz. S. 155. Fam. B. N. 27. Große graugelbe
Schabe, mit langen Schnauzen, T. Gig antella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 88. N. 27. —
Fa b r. Ent. Syst. III. 2. 288. 3. T. Gigantella.
— — Guppl. 460. 4. Lit h. Con voluta.
De Villers, Ent. Linn. T. IV. pag. 554. La eigne
Geant. T. Site ls.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 130. N. 30.
T. Gigantella.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 113. Anm. 14. T. Gigantella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
S. 38. N. 2. Ch. Gil
Von erſter Groͤße unter den europaͤiſchen Schaben, wie
der Mann von 8c. Boletella. Die Palpen ſind ſehr
lang; Kopf, Ruͤcken, und die fein borſtenfoͤrmigen Fuͤhler
von der truͤbgelben oder auch braungelben Farbe der Vorder—
flügel. Hinterleib und Füße aſchgrau. Erſterer iſt bey'm
Manne mit einem weißen Afterbuͤſchel, bey'm Weibe abge—
rundet, mit weißgrauer Wolle.
Die Form der Vorderfluͤgel lauft am Sranzemande
meſſerartig geſpitzt zu, und wird daſelbſt, gegen den Innen⸗
rand, ſanft gebogen, letzterer iſt etwas mehr ausgeſchwungen,
als auf der Hübner' ſchen Abbildung. Die ganze Flaͤche
gleicht den helleren oder dunkleren Schattirungen des duͤrren
Schilfrohres. Hin und wieder liegen einzelne ſchwarze Staͤub⸗
chen, uͤber der Mitte findet ſich ein ſchwarzer Punkt. Vor
63
den bleicheren Franzen, am Ende der Adern, erkennt man
ſehr kleine ſchwarze Fleckchen.
Die Hinterflügel find glaͤnzendweiß, wie die inneren
Haͤute des Rohres. Gleiche Farbe haben die Franzen.
nten zeigen ſich ſaͤmmtliche Flügel weiß, ſehnig, glaͤn⸗
zend; ie vorderen mit aſchgrauem oder geldgra auem Anfluge.
Vaterland: Ungarn und Oeſterreich. In Außfze⸗
genden. Selten. N
„ PHRAGMITELLUS
Chil. palpis longissimis; antennis crenatis; alis anti-
eis maris retuso acuminatis; foeminae sublanceolatis
stramineis vel argillaceis Plus minusve sordidis, puncto
medio nigro; posticis albicantibus.
Hübner, Tin. Tab. 43. Fig. 297. (mas.) Fig. 298.
(foem.) T. Phragmitella.-
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
S. 56. N. 1. Ch. Phragmitellus.
Kleiner als die vorige Art. Einzelne Weiber der jetzi⸗
gen erreichen das Ausmaaß des Mannes von Gigantel-
Ius. Palpen, Kopf, Ruͤcken und Hinterleib fuͤhren die Farbe
der Vorderfluͤgel. Der Mann hat ſtark gegliederte, auf der
Unterſeite gekerbte Fuͤhler, bey'm Weibe find fie einfacher,
duͤnner.
Die am Hinterrande etwas geſchweiften Vorderfluͤgel
zeigen ſich ſchmutzig ſtroh⸗ oder lehmfarbig, oͤfters auch
ſchwarzbraun; vor den gleichen Franzen ſteht eine Querreihe
ſchwarzer Punkte, und in der Fluͤgelmitte ein ſchwarzer Fleck.
Die Hinterflügel find halbrund, nur gegen den Außen⸗
rand etwas geſchweift, ſchmutzig weiß, in's Bräunliche zie⸗
hend; vor den gleichfarbigen Franzen bemerkt man eine fort⸗
laufende Reihe ſchwarzer Punkte.
Das Weib iſt, wie ſchon geſagt, größer als der Mann.
Seine Vorderflügel find ſchmaͤler, etwas mehr lanzetfoͤrmig
64
geſpitzt, ſonſt eben fo gefärbt: und gezeichnet. Die Hinter⸗
fluͤgel weiß, mit kaum ſichtbaren Randpunkten.
Auf der Unterſeite führen die Vorderflügel beyder Ge⸗
ſchlechter ein mattes braͤunliches Grau, die hinteren ein ſolches
Weißgrau. Man ſieht die Punktreihe vor dem Franzen⸗
ſaume.
D Die Raupe lebt (nach Hrn. D. Zincken, a. ang.
O. und Ochſenheimer's und meinen eigenen Erfahrun⸗
gen), in den hohlen Stielen des Schilfrohres (Arundo
phragmites). Wir fanden fie daſelbſt zufällig, bey der
Aufſuchung von Coss. Arundinis. Sie uͤberwintert
und naͤhrt ſich von der inneren Bekleidung. Sie hat ſechzehn
vollkommene Füße, iſt nackt, ſchlank, beinfarbig, mit fünf -
braunen Laͤngsſtreifen; Kopf und Nackenſchild zeigen ſich
gelbbraun, Bauch und Fuͤße ſchmutzigweiß.“
„Die Puppe iſt lang, braun, mit einer nafenfürmigen
Erhoͤhung vor dem Kopfe, und einer ſtumpfen, einen ſaͤge⸗
foͤrmigen Ring bildenden, Afterſpitze. Sie liegt mit dem
Kopfe nach oben frey und ohne Geſpinnſt in der Roͤhre der
vorjaͤhrigen Futterpflanze, die nur oben und unten quer zuge⸗
ſponnen iſt. Das Bohrloch (diejenige Oeffnung, welche jede
Raupe, die ſich im Holze oder in Pflanzenſtielen verpuppt,
für den Ausgang des Schmetterlinges bereitet), — iſt mit
der Oberhaut der Pflanze bedeckt; ſie wird vom Schmetter⸗
linge, bey'm Auskriechen, mit dem Kopfe zerſprengt.“ |
„Man findet die Raupe vom Herbſte bis in den Juny,
und den Schmetterling vom Juny bis Ende Auguſt; eine
zweyfache Erzeugung iſt aber dennoch nicht wahrfcheinlich,
weil die Raupe ſehr langſam wachft, und die ſpaͤteren
Schmetterlinge wieder ſpaͤtere Raupen und dieſe wieder ſpaͤ⸗
tere Schmetterlinge geben.“ | |
„Die Puppe liegt nahe über der Waſſerflaͤche, die
Raupe frißt ſich aber oft hoch uͤber, oft tief unter dieſelbe,
bis in die unterſten Abſaͤtze der Pflanze hinab.“
Als ſichere Heimath wurden nur die Gegenden um
Braunſchweig und Wien bekannt. Gute Stuͤcke ſind ſelten,
\
Bw: \
ſie werden leicht ölig *) und erzeugen, wie er aus Schi
rohr und Pflanzenmark ſtammende Schmetterlinge, das bes
kannte wollige Grün an der Nadel.
3. FORFICELLUS
Chil. palpis perlongis; ; mas.: antennis pectinatis;
alis anticis pallide ochraceis, puncto medio, vitta longitu-
dinali lineaque transversa obliqua abbreviata fuscis; Br
sticis pallidis. |
Foemina: alis anticis pallidioribus, angustioribus,
acutioribus, vitta longitudinali degentibus; posticis i
Abdominis apex lana indutus. i
hunberg, resp. . Diss, entom. in Tab,
adj. Fig. 4. T. Forficella.
Hübner, Tin. Tab. 32. Fig. 220. (mas.) Text, S. 23.
N. 3. Rieſenartige Schabe, T. Consortella.
— — 45. Fig. 296. (foem.) T. Lanceo-
lella. | |
Germar u. Fincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
S. 39. N. 3. Ch. Nee IV. B. S. 257. N. 3.
Ch. Forficellus. 5
) Die geſchaͤtzte Zeitſchrift Sfis, von Herrn Doctor
Oken, 1831. III. Heft, S. 311 u. f. enthält einen Auf:
ſatz von Herrn C. Ph. Doͤbner in Meiningen,
uͤber die Urſache des ſ. g. Oelig- oder Speckigwerdens der
5 und ein Mittel, dieſes Uebel gaͤnzlich zu
eben.
Herr Doͤbner bedient ſich des Schwefeläthers
oder der Vitriolnaphta (Naphta vitrioli), worein er den
Ölig gewordenen Schmetterling taucht. Herr Fiſcher
von Roͤslerſtamm hat durch mehrere Verſuche dle
treffliche Wirkſamkeit dieſer Erfindung beſtaͤtigt, und ich
beeile mich, meinen Leſern jene Nachricht ſelbſt, oder den
Auszug davon, in „Freyer s neueren Beytraͤgen,
IV. Heft, S. 45.“ zu empfehlen.
IX. 1. 2
En
66
Die Unaͤhnlichkeit beyder Geſchlechter, auch die größere
Seltenheit des, gern verborgen bleibenden, ſtillſitzenden Wei⸗
bes iſt Urſache, daß die Entdeckung ihres Zuſammengehoͤrens
erſt neuerer Zeit vorbehalten blieb. Die verſchiedenen, falſch
ertheilten, Namen will ich nicht wiederholen, das „Magaz.
d. Entomol. a. ang. Orten; gibk darüber beſtimmte Nach⸗
weiſung.
Forficellus, der Mann, in Groͤße ungefaͤhr wie
Lemm. Fagella, hat fein gekaͤmmte Fuͤhler, Kopf,
Ruͤcken und die langen Palpen find hellbraun, Hinterleib und
Fuͤße mehr grau, letztere ſtark gedornt.
Die Vorderflügel nehmen gegen die Spitze an Breite
zu, find gegen das aͤußere Ende meſſerfoͤrmig ausgeſchwun⸗
gen und gegen den Innenwinkel abgerundet; ihre Farbe iſt
ſchmutzig gelbbraun oder dunkel ſtrohfarbig; von der Wurzel
zieht ſich, nahe unter dem Vorderrande und längs deſſelben,
ein breiter, dunkelbrauner, nach zwey Drittheilen der Laͤnge
ſich verlierender, Schattenſtreif, an ſeinem Ende ſteht ein
ſchwarzer Punkt. Von der Flügelſpitze geht ein dunkelbrau⸗
ner, keilfoͤrmiger Querſtreif ſchief einwaͤrts, der ſich aber in
der Mitte der Fluͤgelbreite verliert. Die gelbbraunen Franzen
ſind einwaͤrts durch eine Reihe deutlicher ſchwarzer Punkte
begrenzt. Einzelne, undeutliche, ſchwarzbraune Atome und
Striche finden ſich hin und wieder, am meiſten uͤber dem In⸗
nenrande.
Die Hinterfluͤgel ſind glaͤnzend, gelblich weiß, wie die
inneren Haͤutchen des Schilfrohres, mit gleichfarbigem, durch
eine Reihe ſchwarzbrauner Punkte umzogenen Saume, vor
welchem oft, doch nicht immer, die Spur einer verloſchenen
Schattenbinde hinzieht.
Unten zeigen ſich die Vorderfluͤgel hellbraungrau, mit
der Punktreihe vor den Franzen und der Andeutung des keil—
foͤrmigen Querſtreifs. Die Hinterfluͤgel braͤunlichweiß, auch
mit Punkten vor den, wie bey erſteren, hier weißen, Franzen.
Das Weib ändert mehr im Ausmaaße, iſt meiſtens klei⸗
ner, zuweilen aber auch groͤßer als der Mann. Der lange
67
Hinterleib ift an der Spitze mit gelbbrauner Afterwolle be⸗
kleidet, fo, daß man dieſe für einen maͤnnlichen Afterbuͤſchel
halten koͤnnte. Die Fühler find fein und ungekaͤmmt.
Saͤmmtliche Fluͤgel bleiben hier ſchmaͤler. Die vorde⸗
ren find ſehr ſchmal, lanzettfoͤrmig zugeſpitzt, die Grundfarbe
iſt heller, als bey'm Manne, der Schattenſtreif langs des
Vorderrandes fehlt beſtaͤndig, und der Schraͤgſtreif von der
Fluͤgelſpitze her, ſo wie der ſchwarze Mittelpunkt, werden nur
ſehr fein und ſchwach angedeutet.
Die Hinterfluͤgel und Unterſeite ſind glaͤnzendweiß, mit
wenig gelblichem Schimmer.
Der Schmetterling fliegt vom Anfang July bis Ende
Auguſt auf naſſen Wieſen, am Rande der Teiche und Waſſer⸗
graͤben.
Die Raupe überwintert und lebt in den Stielen des
Waſſerriſpengraſes (Poa aquatica), ift fechzehnfüßig, gruͤn⸗
grau, ohne Glanz, mit ſchwarzem Kopfe und Nackenſchilde.
Sie verwandelt ſich innerhalb des gruͤnen Schaftes
ihrer Futterpflanze, in einem langen weißen , roͤhrenartigen
Geſpinnſte, welches bis zu dem, mit einer ee Haut ver⸗
ſehenen, Bohrloche fuͤhrt.
Die Puppe iſt hellbraun und ſehr zart.
Das Vaterland iſt die Gegend um ehen und
Leipzig. Um Wien noch ſelten.
4. MU CRONE LL US.
Chil. mas.: alis anticis griseis, vitta longitudinali
fusca margineque antico pallido; posticis albidis.
Foem.: alis anticis pallidioribus, angustioribus, sub-
falcatis. l
Hübner, Tin. Tab. 41. Fig. 284. (foem.) T. Acu-
mi nella.
Wien. Verz. S. 136. Fam. B. N. 45. Unrein Me
bige Schabe, T. Mucronella.
E2
/ 68
e N. Ausg. dess. II. B. S. 94. N. 45. —
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 298.47. T. Mucronella.
— — Suppl. 475. 50. Cramb. Muer o-
natus.
De Villers, Ent. Linn. T. IV. pag. 558. La Poin-
tue. T. Mucronella. f
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 145. N. 175.
T. Mucronella. -
Ahrens, Faun. Ins. Eur. III. Tab. 17. Ch. Acu-
minellus.
Scopoli, Ent. Carn. p. 250. N. 643. T. Muc ro-
nella.
v. e die Zünsler u. s. W. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 122. Anm. 163. T. Mucronella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
S. 42. N. 4. Ch. Acuminellus. IV. B. * 257.
Ch. Miesen
Kleiner als die vorige Art, und verſchieden gezeichnet.
Die langen Palpen des Mannes, ſeine feingekaͤmmten
Fuͤhler, der Kopf, Rücken, der lange ſchmale Leib und die
ſtarkgedornten Fuͤße find hellnußbraun. Der Alfterbuͤſchel iſt
weißlich.
Die Vorderfluͤgel zeigen fich am Vorderrande, von der
Wurzel bis zur Flüͤgelſpitze, in beträchtlicher Breite hellgelb⸗
braun. Der uͤbrige Theil iſt ſchwarzbraun, gegen den Hin⸗
ter- und Innenrand heller und ſtrahlig.
Die Hinterfluͤgel ſind gelblichweiß.
Die Unterſeite giebt weißes die Zeichnung und Fürbung
von oben.
Das Weib iſt meiſtens (Gicht immer), kleiner, heller
gelblich, die Fühler find feiner und ungekaͤmmt, die Vorder⸗
fluͤgel ſehr ſchmal, lanzettfoͤrmig, faſt ſichelfoͤrmig zugeſpitzt,
die Hinterfluͤgel ſchneeweiß. Unterhalb erſcheint es noch blei-
cher, als der Mann. Der After hat wollige Bekleidung.
69
Auf naffen Wieſen. In Kärnthen und bey Braun⸗
ſchweig. Noch ſelten. Die Raupe iſt nicht bekannt, lebt
aber wahrſcheinlich auch in einer waſſerliebenden Grasart.
| Hr. D. Zincken zieht a. ang. O. II. Bd. S. 45. fer:
ner T. Mar ginella, H br. Tab. 43. Fig. 299. als
Ch. Marginellus, und T. Labiosella, Hbr.
Tab. 45. Fig. 294. als Ch. Labiosellus, hierher,
ſagt aber zugleich, daß er Beyde in der Natur nicht kenne.
Von Marginella ſah ich bis jetzt nur ein einzelnes,
ſchlecht erhaltenes Stuͤck ohne Kopf nachdem ſich nichts Naͤ⸗
heres beſtimmen ließ. Labiosella aber findet in dem,
in der zweyten Abtheilung d. Bds., folgenden 5 P nl
ihre natuͤr liche Stelle
FAM. B. 5. PALPELLUS.
Chil. palpis perlongis; alis anticis exalbidis murino
striatis, fascia longitudinali argentea post medium abrupta
Iineaque marginal transversa, dentata, fusca; posticis al-
bescentibus dilutis.
Hübner, Tin. Tab. 5. Fig. 52. (mas.) Text, ©. 26.
N. 15. Sehnenſtreifige Schabe, T.Palpella.
Wien. Verz. S. 154. Fam. B. N. 3. Braungelbliche
Schabe mit zwey geraden Silberſtreifen, T. Palpella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 82. N. 5. —
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 128. N. 13.
T. Palpella.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. W. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 102. Anm. 125. T. Paipeila.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
S. 44. N. 7. Ch. Pei
Größe von Gigantellus. Mann und Weib uns
terſcheiden ſich ſogleich durch die ſtark, einmal nach innen
gefiederten, in eine Spitze zulaufenden, Fuͤhler des erſteren,
*
A
70
die bey'm zweyten Geſchlechte blos borſtenfoͤrmig find. Dann
iſt der maͤnnliche Leib mit einem weißen Afterbuͤſchel verſehen,
der weibliche nicht dick, aber doch kolbig am Ende; endlich
bleiben die Vorderfluͤgel des letzteren etwas ſchmäler. Zeich⸗
nung und Farben ſind gleich.
Palpen, Kopf und Ruͤcken zeigen ſich weißgrau und
braungrau der Laͤnge nach geſtreift. Der Hinterleib iſt hell⸗
aſchgrau, mit braungrauen Gelenkringen und Flecken. Die
Fuͤhler haben einen weißgrauen Schaft , die männlichen Fe⸗
dern ſind braun. Eben Mi wechſeln in beyden BER Far⸗
ben die Fuͤße.
Die Vorderflügel führen auf hellbraunem, in Grau
uͤbergehenden, Grunde viele einzelne ſilberweiße Laͤngsſtreifen,
von denen einer am Vorderrande und ein zweyter, welcher
unter der Mittelader fortzieht und zuletzt ſich gegen den In⸗
nenrand ſenkt, am ſtaͤrkſten ſind. Der erſte, am Vorder⸗
rande, beſteht, naͤher beſehen, aus mehreren einzelnen Stri⸗
chen, die ſich ſtellenweiſe ſpalten. Ein abgebrochener ſolcher
Streif, in der Fluͤgelmitte, trägt eine braune Makel. Sonſt
erblickt man noch mehrere feine Laͤngsſtriche, vornehmlich auf
dem letzten Drittheile der Fläche, welche mit einem ſpitzenar⸗
tigen Saume endigt, der aus einer ſilberweißen Zackenlinie
und einer ſolchen einfachen Querlinie, vor den braungeſpitzten
Franzen, zuſammengeſetzt iſt.
Die Hinterfluͤgel ſind braͤunlichweiß, naͤchſt den weißen
Franzen am meiſten beſchattet.
Unterhalb haben die Vorberflügel ein einfarbiges Aſch⸗
grau, nur der weiße Saum an den Franzen iſt auch hier vor—
handen, die Hinterflügel gleichen ihrer Oberſeite.
Vaterland: Ungarn. Ich erhielt ſchoͤne Exemplare
durch Herrn Kindermann in Ofen.
6. TENTACULELLUS.
Chil. palpis, capite thoraceque supra albis; alis an-
ticis spadiceis , lineis longitudinalibus margineque antico
argenteis; postieis albis.
=
71
Hübner, Tin. Tab. 35. Fig. 250. (mas. ) Text, S.
26. N. 16. Geradſtreifige Schabe, T. Tentaculella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
S8. 45. N. g. Ch. Tentaculellus, -
Der vorigen Art ſehr aͤhnlich, doch nur in halber Groͤße,
ungefaͤhr wie L. Fagella. Die Fuͤhler des Mannes ſind
viel ſchwaͤcher gefiedert. Die braune Farbe iſt lebhafter,
eigentlich goldbraun, mit ſehr feinen, einzelnen ſchwarzen
Atomen. Kopf und Ruͤcken haben weißliche und hellbraune
Laͤngsſtreifen, die Fühler find dunkelbraun, die mannlichen
Federn derſelben goldbraun. Der Hinterleib iſt weißlich⸗
braun, mit einem weißen Schilde am Anfange und hellweißem
maͤnnlichen Afterbuͤſchel. Die Füße find weißgrau. |
Der goldbraune Grund der Vorderflügel wird gegen den
Innenrand faſt weiß. Am Vorderrande zieht ein, aus meh—
reren einzelnen Strichen beſtehender, Silberſtreif. Auf der
Hauptader folgt ein zweyter, über der Fluͤgelmitte ſich gabel-
foͤrmig theilender, ſolcher Mittelſtreif, und zwiſchen dieſem
und den erſteren findet ſich, auf dem zweyten Drittheile der
Laͤnge, ein dunkelbrauner Punkt. Mehrere kleine Silber⸗
ſtriche werden vor dem ſpitzenartigen, aus Strichen, Punkten
und Zacken beſtehenden, Saume nacht den weißen und braus
nen Franzen bemerkbar.
| Die Hinterflügel und Franzen find weiß, erſtere nach
außen mit ſchwachem Goldſtaube beſchattet.
Auf der Unterſeite iſt der ganze Grund weiß, nur die
innere Flache der Vorderfluͤgel braun angeflogen und der
Saum vor den Franzen iſt hier braun punktirt und geſtrichelt.
Herr Dahl brachte wenige friſche Stücke aus Si⸗
cilien. Noch hoͤchſt ſelten.
Der bey H br. Tab. 52. Fig. 357. u. 558. ab⸗
gebildete und im „Mag az. d. Entomol. II. B. S. 46.“
darnach beſchriebene Ch, Dis parellus, findet ſich in
72
feiner hieſtgen Sammlung vor. Ich muß alſo nee
dorthin rag
„ ALPINELLUS
Chil. palpis barbatis, alis anticis fusco griseis, vitta
longitudinali alba, lineis transversis subfuseis 8
posticis cinereis. a
Hübner, Tin. Tab. 49. Fig, 338. bon) T. Al-
pinella.
Ich erhielt dieſen noch ſeltenen Sefmettrling aus Un:
garn. Er iſt in ungefahrer Größe der naͤchſtfolgenden Arten,
wie Ch. Pratellus. Kopf und Rüden find dunkelnuß⸗
braun, mit Silberſtaube, eben fo die fein borftenförmigen
Fuͤhler, Hinterleib und Fuͤße lichter, braungrau. |
Auf dem nußbraunen Grunde der Vorderflügel ſteht
zuerſt, uͤber der Hauptader, ein breiter ſilberfarbiger Laͤngs⸗
ſtreif, der uͤber der Mitte haarfein abbricht, und dann bleicher
und ſchmaͤler bis in die Franzen fortzieht. Laͤngs des Vor⸗
derrandes ſchlaͤngeln ſich einige weiße feine Linien. Der
Innenrand, von der Wurzel bis zu einer matten weißen Quer“
x Inte, iſt braun, dann mehr ſilbergrau. Das letzte Drittheil
der Flaͤche wird von einer braun geſaͤumten, filbernen Zacken⸗
linie abgeſchnitten und erhaͤlt dadurch in ſeiner Mitte, vor den
braunen Franzen, eine braungraue, mit Silber beſtaͤubte,
ſchildartige Einfaſſung.
Die Hinterflügel zeigen ſich braungrau, vor den gleichen
Franzen dunkler beſchattet. e
Auf der Unterſeite der Vorderflügel erſcheinen die Spitze
des Außenrandes und in den Franzen das Ende des Längs⸗
ſtreifes von oben in Weiß. Sonſt ſind dieſelben braungrau,
die Hinterfluͤgel aſchgrau, die Franzen aber matter, als der
naͤchſte Grund.
73
8. 4 DIPPEZ LL US.
Chil. palpis thoraceque supra fulvis; alis anticis ful-
vo aureis, subnitidis, fascia Iongitudinali obtusa macula-
que adjecta unica argenteis nitidissimis, striis longitudi-
nalibus lineaque transversa submarginali reflexa lerreo
nitidis; Be ex albo cinereis obsoletis,
han, Tin. Tab. 54.*) Fig. 369. (mas.) Fig. 370.
(foem.) T. Sylvella.
SGermar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
S. 47. N. 11. Ch. Adippellus. |
Huͤb ner hat dieſe, von Hrn. D. Zincken ihm mit⸗
getheilte, Art faͤlſchlich Sylvella genannt, den begange⸗
nen Irrthum aber dadurch verbeſſert, daß er die, aus naͤmli⸗
cher Hand, ſpaͤter empfangene wahre Sylvella, Linn.
unter dem rechten Namen, Tab. 65. Fig. 420. lieferte.
Es tritt alſo wieder die erſte, von dem Entdecker gewaͤhlte,
Benennung ein. Von Adippellus kenne ich nur wenige
Exemplare; in unſerer Gegend kam der, überhaupt noch ſel⸗
tene, Schmetterling nicht vor; ich gebe deswegen von ihm
Hrn. D. Zincken's Beſchreibung, und füge nur bey,
daß auf den Hübner' ſchen Bildern die in der Natur bley⸗
farbigen Längslinien der Vorderfluͤgel unzart durch ein Paar
dicke blaue Striche ausgedruͤckt ſind, die Hinterfluͤgel aber
nicht, wie dort, dunkelbraungrau, ſondern heihgeipgtan er⸗
ſcheinen.
„Es zeigt ſich zuerſt bey Ad ipp ellus viele Aehn⸗
lichkeit mit Pas cuellus, für welchen er auf den erſten
Blick leicht gehalten werden koͤnnte; bey einer etwas genaue⸗
ren Anſicht aber ſind die ſehr deutlichen und ſtandhaften Merk⸗
male nicht zu verkennen, wodurch ſich beyde Arten von einan⸗
der unterſcheiden.“
—
) Irrig: 269. 270.
74
„alpen, Kopf und Ruͤcken ſind oben rothbraun, nicht
weiß, wie bey Pascuellus, die gleichfalls ungefederten,
nur gekerbten Fuͤhler ſchwaͤrzlich. Hinterleib und Fuͤße
weißgrau, erſterer mit dunkleren Gelenkringen. Beyde Ge⸗
ſchlechter haben keine beſonderen Auszeichnungen.“ 1
„Die Borderflügel bleiben verhaͤltnißmaͤßig breiter und
am Hinterrande weniger tief gekerbt; die Grundfarbe derſel⸗
ben iſt glaͤnzend goldgelb (oder etwas dunkler, mehr gold⸗
braun), mit vielen feinen, bleyglaͤnzenden oder ſtahlfarbigen,
Laͤngslinien uͤberzogen, aber die vor dem Hinterrande befind⸗
liche, Einmal gebrochene, Querlinie iſt hier bleyglaͤnzend,
nicht wie dort ſilbern; der ſilberne Streif laͤuft nicht hart am
Vorderrande, ſondern von dieſem entfernt, laͤngs der Mitte
der Flaͤche hin, iſt ſchmaͤler, kuͤrzer, nicht ſcharf zugeſpitzt,
ſondern an ſeinem Außende ſtumpf abgerundet; dicht hinter
ihm, in derſelben Richtung und gleichſam als Fortſetzung deſ⸗
ſelben, liegt ein einzelner großer, nur durch einen ſchmalen
Strich geſchiedener, ſilberner Wiſch, der hier, unter der gebro⸗
chenen Querlinie durch, bis vor den Saum des Hinterrandes
tritt; von dem zweyten Silberwiſch am Vorderrande iſt kaum
eine Spur vorhanden, und meiftens fehlt er ganz. Die Fluͤ⸗
gelſpitze iſt braungelb, mit drey weißen Querſtrichen, der
Saum blaßgoldgelb, und vor der unteren Halfte deſſelben
ſtehen auf goldgelbem Grunde fünf angehen teſſchwarze
Punkte.“
„Die Hinterfluͤgel ſind dunkler, als bey Pas ett
ellus, graufchattig (wie vorerwaͤhnt), mit truͤbweißem
Saume.“
„Unten ſind die Borderfgel dunkelaſchgrau, gegen den
Vorderrand gelblich, naͤchſt den Franzen metallſchimmernd;
die ſchwarzen Punkte werden ſichtbar; die ee blei⸗
ben etwas bleicher als oben.“
„Die Raupe iſt unbekannt.“
„Der Schmetterling fliegt bey Braunſchweig vom Anz
fang July bis Ende Auguſt, nur auf naſſen Holzwieſen;
ſeine Flugzeit fängt alſo um vier Wochen ſpaͤter an, und
75
U
endigt ſich um eben ſo viel ſpaͤer „ als die des Pas cuel-
lus.“%)
9. PASCUEBLUS.
Chil. palpis, capite thoraceque supra albis; alis an-
ticis fulvo aureis, subnitidis, fascia longitudinali magna
exacuta ad marginem anteriorem, macnlis duabus Bun
que tr ansver sa submar ginali reflexa argenteis, nitidissimis;
Ba en eilüs niveis.
r Tin. Tab. 5. Fig. 31. (oem) Text, S. 27.
N. 18. Lanzetſtreifige Schabe, T. Pascuella.
Wien. Verz. S. 154. Fam. B. N. 4. Bleichgelbe Schabe,
mit einem geraden Silberſtreife, T. Pas cuella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 82. N. 4. —
Linné, S. N. 1. 2. 886. 359. T. Pascuella.
Faun. Suec. Ed. 2. N. 1367. —
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 295. 55. T. Pascuella.
— — Suppl. 47 1. 40. Sram be Pas-
euum
De Villers, Ent. Linn. T. II. Pag. 460. N. 850.
T. Pascuella.
) Eben bey Abſendung diefes Manuſcripts nach Leipzig mel:
det mir Hr. Fiſcher von Roͤslerſtamm, daß er An:
fang Auguſt bey Nixdorf, auf einer ſumpfigen Wieſe, fo:
wohl Adippellus, als den ſpaͤter beſchriebenen Sela-
sellus, aufgefunden habe. Wir duͤrfen alſo, bey Herrn
Fiſcher's großer Thaͤtigkeit, hoffen, dieſe zwey, jetzt noch
ſehr ſeltenen, Arten kuͤnftig leichter zu beſitzen. Nach ei⸗
nigen, mir zugleich guͤtigſt mitgetheilten, Stuͤcken bietet ſich
bey Adippellus ein charakteriſtiſcher, oben nicht be;
merkter Unterſchied gegen Pascuellus dar: Die
Querlinie am Hinterrande der Vorderfluͤgel
ſteht bey Erſteren der Franzen naͤher, als bey
dem Zweyten.
780
Schrank, Faun. boic. II. B. 2. Abth. S 100. N.
1786. T. Pascuella.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S, 85 N. 359:
T. Pascuella.
Müller, Zool. Dan. prodr. p. 134. N. 1545. —
Brahm, Inſ. Kal. II. 1.487. 348. T. Pas cuella.
Ahrens, Faun. Ins. Eur. Fasc. III. Tab. 18. Ch.
Pascuellus. (Var.)
v. Charpentier, die Zünsler u. s. W. 2 Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. 80
S. 103. Anm. 127. T. Pascuella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B
8. 8 N. 12. Ai, Pascuellus,
In mittlerer Größe ‚ gleich den meiſten naͤchſtfolgenden
Arten. Palpen, Kopf und Ruͤcken ſind weiß, die Fuͤhler
bräunlich, bey'm Manne gelerdf, Hinterleib und Füße fil-
bergrau.
Die Vorderflügel zeigen ſich ſchmal, glaͤnzend goldgelb,
mit ſehr feinen, bleyglaͤnzenden Laͤngslinien duͤnn uͤberzogen;
hart am Vorderrande laͤuft ein breiter, gerader, durch dunkel⸗
braune Linien zu beyden Seiten ſcharf begrenzter, gegen den
Hinterrand meſſerfoͤrmig und ſcharf zugeſpitzter, Silberſtreif
von der Wurzel bis über die Fluͤgelmitte hin; dicht hinter und
unter der Spitze deſſelben liegt ein ſilberweißer Wiſch, und
ein ähnlicher kleinerer gerade darüber am vorderen Fluͤgel⸗
rande, auf dieſe folgt, nahe vor dem Hinterrande, eine ein⸗
mal ſtark gebrochene filberne Querlinie; die Flüͤgelſpitze ſtellt
ein faſt gleichſeitiges weißes Dreyeck vor, welches gegen den
Fluͤgel von einer braunen, gegen den Hinterrand von einer
ſchwaͤrzlichen, Linie eingefaßt iſt, und am Vorderrande einen
kleinen hellbraunen Fleck hat. Der Saum vor den gelblich
weißen Franzen iſt ſilberfarbig, und vor der unteren Haͤlfte
deſſelben ſteht im weißgrauen Felde eine Querreihe von drey
bis vier ſchwarzbraunen Punkten.
— ed
pas"
E a
Die Hinterfluͤgel find weißlich, gegen den Hinterrand
grau beſchattet, die Franzen wieder weiß.
Unterhalb bleiben die Vorderflügel einfach ſchwarzgran,
nur um die Franzen werden, vornehmlich an der aͤußeren
Spitze, das Weiß der Oberſeite, und die Punkte und der
Saum daſelbſt ſichtbar. Die Hinterfluͤgel ſind faſt wie oben,
nur dunkler grau.
Beyde Geſchlechter ſind nicht weſentlich in Form und
Zeichnung verſchieden; bey faſt allen Verwandten, wie hier,
hat das Weib ſchmaͤlere Vorderfluͤgel und einen ſtaͤrkeren Hin⸗
terleib, welches nicht weiter beſonders erwaͤhnt wird.
Hr. D. Zin cken gedenkt noch einer merkwuͤrdigen
Varietaͤt, die er in achtzehn Jahren nur zwey Mal bey Braun⸗
ſchweig fing, und die nicht in Form und Große, wohl aber um
fo mehr in Farbung abwich. Palpen, Fühler, Kopf und
Rücken waren graubraun, letzterer metalliſch glänzend; die
Vorderfluͤgel bronzefarbig oder ſchwarzbraun, ohne alle Zeich⸗
nung, außer einer ſchwachen, gebrochenen, bleyglaͤnzenden
Querlinie vor dem Hinterrande, welche man aber nur, in
ſchiefer Richtung der Fläche gegen das Licht, bemerkte. Der
Saum gelbbraun und im ſchiefauffallenden Lichte aͤußerſt
glaͤnzend, wie polirtes Meſſing. Sie iſt von Ahrens a.
a. O. abgebildet. 85 |
Die Raupe ift unbekannt. Der Schmetterling fliegt
in den meiften Gegenden von Deutſchland, vom Anfange Juny
bis Ende July, auf Wieſen und Grasplaͤtzen, häufig.
10. ERICELLUS.
Chill. palpis, capite thoraceque supra fuscis; alis
anticis fusco fulvis, striis longitudinalibus, linea trans-
versa submarginali reflexa ciliisque ferreis, subnitidis,
fascia longitudinali angusta obtusa maculaque adjecta
albis; posticis cinereo fuscis. | |
78
Hübner, Tin. Tab. 54. Fig. e (foem.) T.
Ericella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
S. 52. N. 15. Ch. Ericellus. |
Größe, wie Pascuellus; in der Zeichnung nahe
von Adippellus; kleiner als letztgenannter. Palpen,
Kopf und Ruͤcken find dunkelrindenbraun, Hinterleib und Fuße
mehr grau. Die braunen Fuͤhler ſchwach gekerbt.
Die Vorderfluͤgel fuͤhren die rindenbraune Faͤrbung des
Nuͤckens, mit gelblichem Metallſchimmer und mehreren feinen
bleyglaͤnzenden Laͤngsſtrichen. Ein gerader, nach außen ver⸗
dickter, lanzettartig endender, weißer Laͤngsſtreif laͤuft vor der
Wurzel, in einiger Entfernung vom Vorderrande, bis uͤber
die Mitte der Fluͤgel hin; dicht hinter dieſem, etwas weiter
nach innen, durch den braunen Grund und einen darin ſte⸗
henden ſchwarzen Punkt getrennt, liegt ein weißer Fleck, und
daruͤber ein kleiner gelblicher Wiſch am Vorderrande. Vor
dem Hinterrande zieht eine, einmal im Winkel gebrochene,
bleyglaͤnzende Querlinie, in der Fluͤgelſpitze ſteht am Außen⸗
rande ein kleines weißes Dreyeck. Der Hinterrand iſt ſtumpf
gekerbt, der Saum vor den braunen Franzen bleyglaͤnzend,
und vor der unteren Halfte deſſelben findet ſich eine Reihe
von vier ſchwarzen, weißumzogenen Punkten.
Die Hinter fluͤgel ſind braungrau, ihre Franzen weiß.
Die Unterſeite der Vorderfluͤgel zeigt ſich aſchgrau, der
Saum vor den Franzen iſt weiß, und in ihm erſcheinen die
vier Punkte der Oberſeite; die Hinterfluͤgel bleiben ganz
weißgrau.
Beyde Geſchlechter ſind nicht verſchieden. Die Raupe
iſt unbekannt.
Der Schmetterling wurde von Hrn. D. Zincken,
von Anfang bis Ende Auguſt, auf feuchten Heideplaͤtzen, in
0 Irtig: 271.
79
der Gegend um Braunſchweig gefangen. Ich. erhielt zwey
Exemplare, die aus hieſiger Gegend ſtammen ſollen.
SENSIGERELELUS.
Chil. alis anticis fusco griseis, fascia longitudinali en-
siformi, interne denticulo munita argentea lineaque trans-
versa submarginali reflexa ferreo > nitida; posticis ex al-
bido griseis obsoletis.
Hübner, Tin. Tab, 54. ) Fig. 36 (mas. ) T.
Ensigerella.
Thunberg, resp. . Diss. entom. in Tab.
adj. Fig. 3. T. Hamella.
Germar u. Zinc ken, Magaz. d. Entomol. II. B.
S. 55. N. 14. Ch. Ensigerellus.
„In Groͤße wie Ericellus. Die Palpen, die
ſchlicht borſtenfoͤrmigen, kaum ſichtbar gekerbten, Fühler, der
Kopf und der Ruͤcken, ſind 5 der Hinterleib und
die Fuͤße aſchgrau.“
„Die Vorderfluͤgel zeigen = braun, zum Grau hin⸗
neigend, mit wenigen ſchwachen, bleyglaͤnzenden Linien. Vor
dem Hinterrande lauft, wie bey den naͤchſtverwandten Arten,
eine braune, einwaͤrts bleyglaͤnzende, einmal gebrochene,
Querlinie, und von der Wurzel bis dicht vor dieſe Linie geht,
in einiger Entfernung vom Vorderrande, ein breiter ausge—
zeichneter, mit Schwarzbraun fein umzogener, und in der
Mitte feines Innenrandes mit einem ſcharfen Zahne verſehe⸗
ner, Silberſtreif hin, welcher einige Aehnlichkeit mit einem
alten Schwerte hat, deſſen Schneide gegen den Vorderrand
gekehrt iſt. Die Fluͤgelſpitze iſt weiß, mit einem dunkelbrau⸗
nen dreyeckigen Flecke am Vorderrande. Der Hinterrand iſt
nicht ſcharf gekerbt, die Franzen ſind braungrau, mit einer
ſchwarzen Linie umzogen, und vor ihrer unteren Haͤlfte ſteht
9 Irrig: 267. und 667.
vor.“
80
eine Reihe von vier oder fünf ſchwarzen Punkten auf bley⸗
farbigen Strichen.“
„Die Hinterfluͤgel zeigen ſich ſchattig gebbraun „ ihre
Franzen gelblichweiß.“
N „Die Raupe iſt unbekannt, der Schmetterling ſehr fel-
ten und nie anders als zu Ende Auguſt auf ſehr mageren
Heideplaͤtzen. Das Vaterland iſt die Gegend um Braun⸗
ſchweig. Nach Thunberg kommt er auch in Schweden
Ich ſah bis jetzt nur ein einzelnes, beſchaͤdigtes, Exem⸗
plar in der Podevin' ſchen Sammlung, und hielt mich
daher an Hrn. D. Zincken's Beſchreibung a. ang. O. die
mit der Huͤbner' chen Abbildung ſtimmt.
12. DU NMET E LL US.
Chil. alis anticis sordide fulvis, margine anteriori
Fascia longitudinali media, angusta, un, „interne
denticulo munita, maculisque Aab argenteis Iineaque
trans versa submarginali reflexa ferrea; posticis utrinque
cinereis..
Hübner, Tin, Tab. 58. Fig, 589. (mas.) Fig, 590.
(foem.) T. Dumetella.
Scopoli, Ent. Carn. p. 244. N. 62 1. T. Pascuella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
S. 54. N. 15, Ch. Dumetellus.
Gewoͤhnliche mittlere Größe, ungefaͤhr wie Pascu-
ellus. Palpen, Kopf und Rüden find gelbbraun) mit et⸗
was Bleyglanz, die Fühler des Mannes braun, kaum merk⸗
lich gekerbt, des Weibes noch feiner. Hinterleib und Fuͤße
dunkelaſchgrau, erſterer mit gelblichem Afterbuͤſchel bey'm
Manne.
Die Vorderflügel zeigen ſich truͤbgoldbraun, ohne Glanz.
Der Vorderrand iſt von der Wurzel, bis nicht ganz zur Mitte,
ſchmal ſilberglaͤnzend eingefaßt. In einiger Entfernung zieht
81
laͤngs deſſelben ein, an der Wurzel ſchmal beginnender, dann
allmaͤlig fich verdickender, heller Silberſtreif, der auf der Fluͤ⸗
gelmitte, gegen den Innenrand, einen Zahn hat, deſſen Win⸗
kel zum Streife ſchwaͤrzlich ausgefüllt iſt. Er iſt gegen den
Hinterrand meſſerartig, mit der Spitze nach innen abge⸗
brochen, unter letzterer folgt ein Silberfleck, und gegenuͤber
am Vorderrande ein weißer Wiſch. Dann kommt eine bley⸗
glaͤnzende, nach innen braungeſaͤumte, Einmal gebrochene,
Querlinie; an der aͤußeren Fluͤgelſpitze ſteht ein weißes Drey⸗
eck und vor ihm, im Vorderrande, noch ein kleiner ſolcher
Fleck. Unter dieſen zwey Flecken erblickt man mehrere feine
bleyglaͤnzende Laͤngsſtriche. Eine zweyte ſchimmernde Quer—
linie begraͤnzt die braun und bleyfarbig wechſelnden Franzen,
das dazwiſchen entſtehende Feld iſt grau, mit vier oder fuͤnf
kurzen ſchwarzen Punkten gegen den Innenrand verſehen.
Die Hinterflügel find gelbbraun, die Franzen weiß.
Unten iſt alles braungrau, nur der Hinterrand der Vor—
derfluͤgel iſt, gleich den Franzen, weiß. Die ſchwarzen
Punkte auf der Oberſeite werden hier ſichtbar.
; Das Weib hat eine etwas gelbere Oberfeite der Vor:
derfluͤgel und eine dunklere der hinteren; ſonſt iſt es nicht
auffallend verſchieden.
Bey uns, um Braunſchweig, in mehreren Gegenden
von Deutſchland und in Ungarn, auf etwas hoch und frey
liegenden, trockenen Grasplaͤtzen; niemals auf niedrigen,
feuchten Wieſen. Nicht ſelten von Anfang Juny bis Mitte
/
July.
13. PR AT ELL US.
Chil. alis anticis vel hepaticis vel fusco fulvis vel nt
saepius foeminae ex albidis, fascia longitudinali ad mar-
ginem anteriorem lata, trip!ici, interne dente dotata linca-
que communi fusca stipata alba, rarius nitida, maculis
duabus parvis albis lineaque transversa reflexa ferrea;
posticis cinereis.
iR... | | F
-
82
Hübner, Tin. Tab. 5. Fig. 29. (mas.) Text, S. 27.
N. ı7. Aſtſtreifige Schabe, T. Pratella.
-— Tab. 60.*) Fig. 40 1. (foem.) —
Linné, S. N. 1. 2. 886. 560. T. Pratella.
Faun. Suec. Ed. 2. N. 1569. —
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 294. 32. T. Pratella.
— — Suppl. 471. 59. Cram b. Prat o-
r
De Villers, Ent. Linn. T. II. pag. 460. N. 85 1.
Teigne des Prairies, T. Pratella.
Fueßly, Schweiz. Inſ. S. 24. N. 821. Ph. Pra-
tella.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. 8. 86. N.
360.—
Müller, Faun. Frid. p. 55. N. 491. T. Pratella.
Zool. Dan. prodr. p. 154. N. 1546.—
Clerck, Phal. Tab. III. Fig. 14.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 113. Anm. 149. T. Pratella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
S. 56. N. 16. Ch. Pratellus.
| Als T. Pratella ſteckt, ganz richtig nach Hrn. v.
Charpentier, eine T. Culmella, Hbr. Fig. 50.
(Abaͤnderung unſeres, bald folgenden, Oh. Aquilellus),
in der Schiffermuͤller'ſchen Sammlung. Linn. und Fabr.
Pratella iſt aber die Huͤbner' ſche, wo Fig. 29. ziem⸗
lich ſchlecht, Fig. 40 1. dagegen kenntlich ausgefallen iſt.
Mehr darüber bey Hrn. D. Zincken u. Hrn. v. Char⸗
pentier, a. ang. O.
Kleiner als Pa scuellus, die Vorderfluͤgel fi nd ver⸗
) Auf Tab. 59. befinden fich ſchon ein Mal unter Fig.
400. und 401. andere Schmetterlinge.
83
haͤltnißmaͤßig etwas breiter, und am Hinterrande weniger tief
ausgeſchnitten.
Der Mann dieſer, in ganz Deutſchland vorhandenen,
meiſtens gemeinen Art, iſt am oͤfterſten auf Kopf, Ruͤcken
und Vorderfluͤgeln gelbbraun oder dunkelbraun in der Grund⸗
farbe, das Weib dagegen weiß. Ein braunes Weib iſt eine
Seltenheit. Aber alle braunen Stuͤcke verbleichen in freyer
Luft ſehr leicht, und die ſchon lange geflogen haben, werden
daher ſaͤmmtlich weiß.
Die Fuͤhler ſind braungrau, ſchwach gekerbt und ſtim⸗
men, wie die Palpen, mit Kopf und Ruͤcken. Der Hinter⸗
leib und die Füße find aſchgrau oder weißlich, der maͤnnliche
Koͤrper hat einen gelben Afterbuͤſchel.
Die Zeichnung der Vorderfluͤgel iſt ſtandhafter, als ihre
Faͤrbung. Ein breiter, weißer, ſelten ſchwach ſilberglaͤnzen⸗
der, Streif zieht von der Wurzel gegen den Hinterrand, bis
etwas uͤber die Mitte der Flaͤche hin, ohne jedoch mit ſeiner
Spitze die gewoͤhnliche, vor dem Hinterrande befindliche, ge⸗
brochene, bleyfarbige Querlinie zu erreichen. Es liegt der⸗
ſelbe hart und unmittelbar am Vorderrande, nimmt bis zur
Fluͤgelmitte mit ſeiner Breite die vordere Haͤlfte ein, hat hier
an ſeinem Innenrande einen kleinen, dunkel beſchatteten Zahn,
und laͤuft von da, zu beyden Seiten gleich abnehmend, in ei⸗
nem zwar breiten, aber ſcharf geſpitzten Winkel zu; eine
dunkelbraune Linie umzieht ihn von allen Seiten und beſtimmt
feine Grenzen, und eine ähnliche braune, der fange nach durch
ſeine Mitte ziehende, nach hinten gewoͤhnlich geſpaltene, Linie
macht, daß derſelbe aus drey weißen Laͤngsſtreifen zuſam⸗
mengeſetzt erſcheint. Oft ſieht man nur zwey ſolcher weißen
Streife, wenn naͤmlich die ſie theilende braune Linie nicht
geſpalten und der Anfang derſelben zuſammengefloſſen iſt.
(Diefe Abaͤnderung fand ich meiſtens bey Weibern.) Mögen
nun aber auch zwey oder drey dieſer einzelnen Streife er⸗
ſcheinen, und mag die Grundfarbe ſelbſt ſeyn, welche ſie
wolle, ſo iſt doch durch jene ausgezeichnete dunkelbraune
Grenzlinie in keinem Falle die eben beſchriebene Lage und
52
84
Figur des Ganzen zu verkennen. Der übrige Grund iſt ſei⸗
ner ganzen Laͤnge nach mit feinen, undeutlichen glaͤnzenden
Linien überzogen, hinter dem fpißigen Winkel liegt ein weißer
Wiſch, und ein kleinerer ſolcher naͤchſt dem Vorderrande.
Dann folgt, vor dem Hinterrande, die ſchmale, gebrochene,
auf beyden Seiten braun angelegte, bleyglaͤnzende, bey hellen
Stuͤcken ſilberne Querlinie; hinter ihr führt die aͤußere Fluͤ⸗
gelſpitze ein weißes Dreyeck mit braunem Kerne, und vor
dem ſilbernen Saume der braunen Franzen ſteht, gegen den
Innenwinkel, eine Reihe von drey bis vier ſchwarzen, mit
Silber aufgeblickten, Punkten.
Die Hinterflügel find heller oder dunkler aſchgrau, ihre
Franzen weiß.
Die Unterſeite der Vorderſlägel! ift braungran, nur die
Gegend des Hinterrandes weiß, und es erſcheinen wieder die
ſchwarzen Punkte. Die Hinterfluͤgel bleiben hier mit Oben
gleich.
Flugzeit, von Mitte May bis Ende Juny, im Graſe.
Alienellus (Magaz. d. Entomol. II. Bd. S. 60.
N. 19.) angeblich aus Portugal, iſt mir und allen hieſigen
Sammlern in der Natur ganz unbekannt, deswegen ich auf
‚feine Beſchreibung dorthin, und auf die Abbildung in A h-
rens, Faun. Ins. Eur. Fasc. III. Tab. 18. verweiſen
muß.
14. HORTUBELLDR
Chil. alis anticis luteo fulvis fusco striatis, linea
trans versa submarginali reflexa ferreo nitida ciliisque ae-
ratis; posticis 1
Var. al. ant. pallidis, margine anteriore 6
posteriore ochraceo, lineisque duabus transversis, prima
media sinuato repanda ferruginea, altera submarginali re-
flexa ferrea.
85
Hübner, Tin. Tab. -7.Fig. 46. (foem.) Text, S. 29.
N. 27. Zimmetbraun geränderte Schabe, T. 0
tuella.
| — Tab. 7. Fig. 45. W Text, ©.
29. N. 26. Pmetas Io gckAnderte Schabe, T Cespi-
tella.
Wien. Ve rz. S. 154. Fam. B. N. 8. Weißliche Schabe
mit einem Silberbogen und Untenrande ’ T. Chryso-
nuchella. :
IIliger, N. Ausg. dess. II. B. S. 84. N. 8. —
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 297. 44. T. Strigella.
— — Suppl. 472. 47. Cram b. Stri-
ga tus.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 145. N. 165.
T. Chrysonuchella.
S copoli, Ent. Carn. p. 246. N. 628. T. Chry-
sonuchella.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. W. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 104. Anm. 131. T. „ |
Germar u. Zincken, Magaz. d., Entomol. II. B.
S. 62. N. 19. Ch. e EHE,
Alle Schriftſteller, die von dem jetzigen Schmetterlinge
handelten, meinten und beſchrieben die haufig vorkommende
Varietaͤt deſſelben, die Huͤbner, Fig. 45., als eigene Art
mit dem Namen Cespitella abgebildet hat. Aber ſchon
im Texte, S. 29. N. 27. ſagt er von Hortuella,
daß ſie eine Abaͤnderung der Vorigen ſeyn duͤrfte, nur komme
ſie, wie jene, in beyden Geſchlechtern vor. Wer ſich die
Mühe geben will, dieſe, wohl überall gemeine, Schabe oͤfters
zu fangen, wird nicht nur die eine und andere Abart gleich
oft, ſondern auch die ſanfteſten Uebergaͤnge dazwiſchen erhal—
ten. Hr. D. Zincken hieß ſie, zur Vermeidung fernerer
Mißverſtaͤndniſſe, Ch. Hortue llus, welche Benennung
ich W
86
‚Die Größe ift mit Ch. Pratellus gleich; die Vor⸗
derfluͤgel aber find etwas breiter und der Hinterrand mehr
gerade, kaum merklich eingekerbt. Hierdurch naͤhern ſich dieſe
und die folgende Art ſchon mehr der naͤchſten Familie, mit
den am Hinterrande geraden oder gerundeten Vorderfluͤgeln;
die davor befindliche gebrochene Querlinie und die gewoͤhnli⸗
chen Randpunkte ordnen ſie dagegen noch hierher.
Die Palpen, die borſtenfoͤrmigen Fühler, der Kopf und
der Rücken find bey der Hauptart braungrau. Hinterleib
und Fuͤße aſchgrau. |
Die Grundfarbe der Vorderfluͤgel iſt truͤbgelblich, gegen
den Vorderrand in's Graubraune, gegen den Hinterrand in's
Ockergelbe uͤbergehend, und die ganze Flaͤche derſelben mit
vielen ſtarken, dunkelbleygrauen, Laͤngslinien fo dicht uͤberzo⸗
gen, daß ſie dadurch ein dunkles braungraues Anſehen erhaͤlt,
und die helle Grundfarbe mehr oder weniger bedeckt wird.
Vor dem Hinterrande laͤuft eine, im Winkel gebrochene, bley⸗
glaͤnzende, inwendig braun angelegte, Querlinie, und begraͤnzt
die von der Wurzel über die Fluͤgelſehnen ziehenden Laͤngs⸗
ſtreifen. Hinter der Querlinie, im aͤußeren Winkel, erſcheint
noch eine bleyfarbige Linie; der Grund iſt uͤberall daſelbſt
ockergelb, der Saum wie polirtes Meſſing, und vor ſeiner
unteren Haͤlfte ſtehen drey ſchwarze Punkte. Die Franzen
ſchillern zwiſchen Metallglanz und Dunkelbraun.
Die Hinterflügel zeigen ſich truͤbaſchgrau mit gelbweißen
Franzen.
Unten iſt die ganze Fläche aſchgrau, der Vorderfluͤgel
am dunkelſten, ihre Franzen ſind bleyfarbig, je der hinteren
gelbweiß, wie oben. a
Die Varietaͤt Cespitella, Hbr. ift viel heller,
meiſtens etwas kleiner. Palpen, Fuͤhler, Kopf und Ruͤcken
bleiben, wie die Vorderfluͤgel, blaß ſtrohgelb, der Hinterleib
und die Füße werden hellaſchgrau. Auf den Vorderfluͤgeln
erſcheint am Vorderrande ein grauer Schatten, ſonſt ſind ſie
frey von allen dunkeln Streifen, oder dieſelben nur matt,
durch einzelne braungraue Atome, angedeutet. Quer uͤber
87
ihre Mitte Läuft zuweilen eine winkelig geſchwungene Quer-
linie. Alle übrigen Zeichnungen ſtimmen mit der des Ho r-
tuellus überein. Der Vereinigung Beyder konnte die
erwaͤhnte winkelig geſchwungene Mittellinie entgegenſtehen,
welche die Abart vor der Stammart voraus hat; es iſt aber
dieſe Verſchiedenheit blos ſcheinbar, und Hortuellus
beſitzt die Linie ebenfalls, nur iſt dieſelbe hier, ſo wie die ganze
Fluͤgelflaͤche ſelbſt, von den dunkeln Laͤngsſtreifen bedeckt,
und tritt erſt dann unter ſolchen mehr oder weniger hervor,
je nachdem die Grundfarbe mehr oder weniger von dieſer
Decke befreit iſt.
Ueber die Raupe meldet mir Herr Fiſcher von
Roͤslerſta mm Folgendes: „Sie lebt, wie mehrere ver—
wandte, unter dem dicken gruͤnen Erdmooſe, das ſich auf
unſeren Granitſteinen vorfindet. Das Moos heißt nach
Hedwig: Anoectangium ciliatum. Mehrere ahnliche
Moosarten find aber auch der Aufenthalt dieſer Raupe und
derer von Conchellus, Falsellus, Mercurel-
Ius, u. A. Wahrſcheinlich kommt fie, wie jene von Fal-
sellus, ſchon vor dem Winter aus dem Eie. Sie iſt im
März erwachſen und weniger geſellſchaftlich, als andere.
Der Korper iſt weißlichgrau (heller als Falsellus), die glaͤn⸗
zenden Fleckchen, auf welchen die feinen ſchwarzen, einzeln
behaarten, Warzchen ſtehen, find dunkler als die Farbe des
Ruͤckens. Der Kopf iſt hellbraun, das Gebiß dunkler, das
glaͤnzende Nackenſchild hellgrau, noch heller als dieſes die
Schwanzklappe. Der Bauch und alle Fuͤße ſind kaum etwas
bleicher, als der Ruͤcken. Die Luftloͤcher ſchwarz.“
„Sie verwandelt ſich in ihrer Wohnung, in einem
engen, hautartigen Geſpinnſte, gegen Ende May; die Puppe
iſt hellbraun.“
Der Schmetterling fliegt, aller Orten haͤufig, von An⸗
fang Juny bis Mitte July, auf Wieſen, Grasgaͤrten und
ſonnigen Berghoͤhen.
88
15. CE R USS EL L US.
Chil. alis anticis, maris fuscescentibus, lineis duabus
transversis biangulatis de posticis obscure eine-
reis, corpore fusco.
Foem. al. ant. ex albido canescentibus, Iineis ine
transversis biangulatis albidis; posticis subeinereis; cor-
var» cano.
Hübge Tin. Tab. 9. Fig. 610 (mas.) Tert, S 28.
N. 20. Buntſchnauzige Schabe, T. Barbella.
— — Tab. 9. Fig. 62. (foem.) Text, S. 28.
N. 21. Goldſaͤumige Schabe, T. Auriferella.
Wien. Verz. S. 155. Fam. B. N. 22. Graue Schabe
mit filberner Unterrandlinie, T. Cerussella.
—— S. 135. Fam. B. N. 23. Weiße Schabe mit ge⸗
ſtrichtem Unterrande, T. Quadrella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 88. N. 22. T.
Cerussella.
— — II. B. 8. 88, N. 25. T. Quadrella.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 129. N. 27.
T. Cerussella, eben daselbst, N. 28. T. Qu a-
drella.
v. Charpent ier, de Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
8. 111. Anm. 145. T. Cerussella u. T. Qua-
drella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
8. 66. N. 20. Ch. Auriferellus, IV. B. S. Ben
N. 20. Ch. Cerussellus.
Die kleinſte aller von diefer Gattung bis jetzt bekann⸗
ten Arten, der Mann wie Portr. Bergmanniana.
Beyde Geſchlechter ſind ſo verſchieden gefaͤrbt, daß es kein
Wunder iſt, wenn ſie durch laͤngere Zeit für zwey Schmet⸗
terlinge galten. (Mehr daruͤber bey Hrn. v. Charp en⸗
tier und D. Zin cken, a. ang. O.)
Der Mann hat ſchwarzbraune Palpen, und von Bei
*
89
cher Farbe ſind die ſchlicht borſtenfoͤrmigen Fühler „Kopf,
Ruͤcken, Fuͤße und n, N e fuͤhrt einen gelblichen
Afterbuͤſchel.
Die Vorderfluͤgel zeigen ſich ebenfalls ſchwarzbraun;
quer über fie hin laufen zwey hellere, roſtbraun gerandete,
zwey Mal gebrochene, Zackenlinien, die eine uͤber die Mitte
der Flaͤche, die andere vor dem Hinterrande. Der Grund
dazwiſchen iſt bindenartig heller. Der Hinterrand ſelbſt iſt
faſt gerade, kaum merklich eingekerbt, die gleichfarbigen Fran⸗
zen ſind mit Metallglanz beſtreut und einer ſolchen Linie nach
innen eingefaßt, an dieſer ſtehen, oft nur undeutlich, die ge⸗
woͤhnlichen ſchwarzen Punkte.
Die Hinterfluͤgel find ſchwarzgrau, ihre Franzen weiß⸗
grau. |
Die ganze Unterſeite ift rußigbraun, hin und wieder,
beſonders an den Saͤumen, mit Meſſingſchimmer.
Das Weib iſt noch kleiner als der Mann, und weicht
nicht in der Zeichnung, aber in der Farbe merklich ab.
Der ganze Vorderkoͤrper iſt weiß, der Hinterleib hell
aſchgrau. Die Vorderfluͤgel find ebenfalls weiß und uͤberall,
vorzüglich laͤngs des Vorderrandes, mit glaͤnzendem Gelb⸗
grau beſtreut. Die zwey Zackenlinien weiß, grau gerandet.
Die Hinterflügel aſchgrau, weiß geſaͤumt. Die Unterſeite iſt
weißlich mit dichten braunen Strahlen bedeckt; an den ger
zen der Vorderfluͤgel zeigt ſich Metallglanz.
Die Raupe blieb noch unbekannt. Der Schmetterlg
fliegt bey Wien, Braunſchweig, und in Ungarn, von der
Mitte Juny bis zur Mitte July, im Graſe, an trockenen
Graͤben und auf Berghoͤhen. In allen jenen Gegenden iſt
err nicht ſelten.
VAM. C. 16. RORELLUS.
Chͤil. palpis, antennis tlioraceque nitidis, capite testa-
ceo; alis anticis obtusis sulphureis, lineis Iongitudinalibus
tis duabusque.transversis recurvatis ferrugineis, ciliis
aeratis nitidissimis; posticis abdomineque a eis.
.-
*
90
Hübner, Tin. Tab. 7. Fig. 43. (foem. ) Tert, S. 28.
N. 24. Meſſingruͤckige Schabe, T. Chrysonu-
chella.
Linné, S. N. 1. 2. 886. 362. T. Rorella.
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 292. 22. T. Linetella.
— — Suppl. 470 8. Ontmh: Line a-
*bAUs
De Villers, Ent, Linn. T. IL pas. 461. N. 855.
La Ciliée. T. Rorella.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. 8. 88. N. 362.
T. Nane ile
Brahm, Inf. Kal. II. 1. 498. 357. T. Beonelia
Scopoli, Ent. Cam. p. 246. N. 627. T. Crate-
rella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. I. B.
8. 68. N. 21. Ch. ale N 6
Rorellus kommt i in zwey Größen vor, zuweilen wie
Ch. Hortuellus, oft aber beträchtlich kleiner. Ge⸗
woͤhnlich haben die Weiber ein viel geringeres Ausmaaß, als
die Maͤnner (wie Hübner Fig. 45. eins abbildete), dabey
ſind ihre Vorderfluͤgel ſchmaͤler. Sonſt findet ſich, außer dem
gelben maͤnnlichen Afterbuͤſchel und der kolbigen Form des
weiblichen Hinterleibes, kein auffallender Unterſchied der Ge⸗
ſchlechter.
Die ſehr langen Palpen, die gekerbten Fuͤhler und der
Ruͤcken glänzen wie polirtes Meſſing, Stirne und Nacken
find ſcherbengelb, Hinterleib und Fuͤße hell aſchgrau.
Die Vorderfluͤgel fuͤhren einen ſchwefelgelben Grund,
mit vielen, bis vor den Saum des Hinterrandes gehenden,
braunen Laͤngslinien ſtrahlenfoͤrmig uͤberzogen. Quer uͤber
die Fluͤgelbreite laufen zwey roſtbraune Querlinien, die eine
durch die Mitte, die andere zwiſchen dieſer und dem Hinter⸗
rande. Die erſte iſt fein gezackt und entſpringt aus einem
roſtbraunen Flecke im Vorderrande, die zweyte macht, auf der
Halfte, einen ſtumpfen Winkel nach außen. Der Hinter:
BR.
rand iſt gerade und mit einem ſtark glänzenden, polirtem
Meſſing ahnlichen, inwendig rothbraun angelegten Saume
beſetzt.
Die Hinterfluͤgel ſind aſchgrau, ihre granzen weiß.
Unterhalb zeigen ſich die Vorderfluͤgel dunkelgrau, die
Gegend der Franzen weißlich, dieſe ſelbſt mit grauen Spitzen
und bleichſchimmernd. Die Hinterfluͤgel weißgrau, ihre Fran⸗
zen wie oben, weiß.
Ich fing den Schmetterling auf trockenen Wieſen, um
Wien, Ende Juny. Er iſt bey uns ſeltener als der folgende,
kommt aber auch in Ungarn, Dalmatien und Italien vor.
17. CHRYSONUCHELLUS.
Chil. palpis porrectis fuscis, capite nuchaque supra
rufis; alis anticis pallidis fusco conspersis, strigis lon-
gitudinakibus multis pulvereis fusco olivaceis, striga
transversa subdentata fusco ferruginea lineaque sub-
marginali arcuata alba, interne ferrug gineo septa, ciliis
aeneo nitidis; posticis cinereis.
Hubner, Tin. Tab. 7. Fig. 44. (foem.) Tert, S. 28.
N. 25. Stahlruͤckige Schabe, T. Campella.
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 300. 59. T. Gramella.'
Brahm, Inſ. Kal. II. 1. 499. 358. T. Chrysonu-
chella. |
Scopoli, Ent. Carn. p. 246. N. 628. T. Chryso-
nuchella.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
8. 106. Anm. 132. (bey T. Culmella.)
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
8. 69. N. 22. Ch. Chrysonuchellus.
Die Schiffermuͤller'ſche Sammlung beſitzt unſern Ch.
Chrysonuch ellus als T. Culmella. Daß hier
ein Irrthum untergelaufen ſey, haben Hr. v. Charpentier.
x
92
und D. Zincken ſchon bemerkt, wohin ich deshalb verweiſe.
Der von Scopo li herruͤhrende Name iſt jetzt allgemein
angenommen.
Die gegenwartige Art hat viele Aehnlichkeit mit der
vorigen; mehrentheils aber iſt ſie betraͤchtlich groͤßer. Das
Weib hat, wie dort, ſchmaͤlere Vorderfluͤgel, auch bleibt es
im Ausmaaße gegen den Manu zuruͤck. Die Palpen ſind
braungrau, ohne Metallglanz, die Fuͤhler fein gekerbt, Kopf
und Nacken rothbraun, der Ruͤcken iſt gelbgrau, der Hinter⸗
leib und die Fuͤße ſind aſchfarbig.
Die Vorderfluͤgel haben einen gelblichwelßen Grund.
Sie fuͤhren ihrer ganzen Laͤnge nach viele braͤunliche Strah⸗
lenlinien, die gegen den Hinterrand am dichteſten und deut⸗
lichſten werden, und nach außen mehr, nach innen weniger,
mit ſchwarzen Atomen beſtreut ſind. Quer uͤber die Mitte
laͤuft eine feinzackige, ſchmale, roſtbraune Querbinde, und
vor dem Hinterrande eine weiße, nach innen braungeſaͤumte,
Linie, welche unter dem Vorderrande eine ſtarke Ausbiegung
gegen die Franzen macht. Der Hinterrand iſt gerade, mit
ſehr glaͤnzenden, meſſingfarbigen, braungeſpitzten und an der
Flaͤche rothbraun umzogenen Franzen.
Die Hinterfluͤgel zeigen ſich dunkel aſchgrau, ihre Stans
zen weiß.
Aruf der Unterſeite find die Vorderflügel dunkelgrau,
vor den Franzen aber und hinter der, oberhalb ſtehenden,
Querlinie gelblichweiß, wodurch die erwähnte Ausbiegung
meiſtens deutlich zum Vorſcheine kommt. Noch finden ſich
hier ſchwarze Punkte und Bleyglanz vor den grau geſpitzten
Franzen. Die Hinterfluͤgel find braͤunlichweiß. |
Die Raupe ift unbekannt. Der Schmetterling, in
ganz Deutſchland ziemlich gemein, fliegt von der Mitte May
bis Ende Juny auf freien trockenen Grasplaͤtzen.
93
18. CL M E L L U S.
Chil. alis anticis pallidis, strigis Iongitudinalibus
tenuibus pulverulentis fuscis, ciliis aureo etiküs; ;
posticis einereis.
Hübner, Tin. Tab. 7. Fig. 49. (mas.) Text, S. 30.
N. 28. Strohfarbige Schabe, T. Straminella.
Wien. Verz. S. 154. Fam. B. N. 13. Strohfarbige
Schabe, T. Straminella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 86. N. 15. —
Linné, S. N. 1. 2. 886. 361. T. Culmella.
Faun. Suec. Ed. 2. N. 1570. — | i
De Villers, Ent. Linn. T. II. pag. 461. N. 852,
Teigne des Chaumes. T. Culmella.
Fueßly, Schweiz. Ins. S. 42. N. 822. Ph. Cul-
mella.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 87. N. 361.
T. Culmella. a
Müller, Zool. Dan. prodr. p. 154. N. 1549. T.
Culmella.
Scopoli, Ent. Carn.. p. 246. N. 630. T. Cul-
mella.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 107. Anm. 136. T. Straminella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
S. 70. N. 25. Ch. Culmellus.
Gehört zu den kleineren Arten dieſer Gattung und kommt
in Größe und Faͤrbung der Varietaͤt von Hortuel lus ſehr
nahe, die Hübner, Fig. 45. Cespitella nannte. Die
Palpen find ſtrohgelb, an den Seiten braunlich; die kaum
ſichtbar gekerbten Fuͤhler, der Kopf und Ruͤcken haben die⸗
ſelbe Farbe. Hinterleib und Füße find gelbgrau.
Die Vorderfluͤgel bleiben einfach ſtrohgelb, ohne Glanz,
mit graubraunen Atomen dünn beſtreut, welche ſich zu meh:
94
reren feinen Laͤngslinien furchenartig anhaͤufen. Der Hin⸗
terrand iſt gerade und mit einem goldglaͤnzenden Saume be⸗
ſetzt, vor dem auf jeder Fluͤgelrippe ein ſchwarzer Punkt ſteht.
Die Franzen haben brandigbraune Enden.
Die Hinterfluͤgel find gelblichgrau, mit weißlichen
Franzen.
Auf der Unterſeite fuͤhren die Vorderfluͤgel ein einfaches
Aſchgrau. Vor dem Hinterrande wird es erſt dunkler, naͤchſt
den Franzen aber bleichgelb, und die ſchwarzen Punkte von
oben treten dadurch deutlich vor.
Der Schmetterling, deſſen erſte Staͤnde noch unent⸗
deckt ſind, fliegt um Wien und in ganz Deutſchland, auch in
Schweden und Rußland, vom Anfang July bis in die Mitte
Auguſt, allenthalben haͤufig im Graſe.
19. PINETEL LVS.
Chil. palpis, capite thoraceque supra albis; alis
anticis Iuteo aurantiis, maculis duabus argenteis, ante-
riore triangulari, posteriore ovata; posticis cinereo di-
lutis obsoletis.
Linné, S. N. 1. 2. 886. 356. T. Pinetella.
Faun. Suec. Ed. 2. N. 1568. —
Wien. Verz. S. 154. Fam. B. N. 7. ehren- Schabe,
T. Pinetella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 83. N. 7. —
Hübner, Tin. Tab. 6. Fig. 58. (foem.) Text, S. 25.
N. 38. Muſchelfarbige Schabe, T. Conchella.
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 294. 31. T. Pinetella.
— — Suppl. 470. 37. Cramb. Pi-
neti.
De Villers, Ent. Linn. T. II. pag. 459. N. 849.
Teigne du Pin, T. Pinetella.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 85. N. 558.
T. Pine tella.
95
Müller, Zool. Dan. prodr. p- 133. N. 1544. T.
Pinetella. |
Scopoli, Ent. Carn. p- 246. N. 629. Ph. ne.
nella.
Clerck, Phal. Tab. IV. Fig. 15.
v. rer, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S8. 104. Anm. 130. T. Pinetella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
S. 72. N. 24. Ch. Pinetellus.
So groß, als Hortuellus. Palpen, Kopf und
Ruͤcken ſind oben ſilberweiß, die Schulterdecken gelbbraun.
Die Fühler borfienförmig, braun. Hinterleib und Fuͤße truͤb⸗
weiß.
Auf den gelbbraunen Vorderfluͤgeln iſt die Halfte gegen
den Innenrand heller. Von der Wurzel, laͤngs der Mitte,
ziehen zwey ſilberweiße Flecke. Der erſte iſt gegen die Ein⸗
lenkung keilfoͤrmig geſpitzt, mit feinem breiten, ſchief einwaͤrts
abgeſchnittenen Ende nach hinten gerichtet. Der zweyte,
dicht hinter jenem gelegene, durch einen ſchmalen, dunkel⸗
braunen Zwiſchenraum getrennte, mit dieſer Schattenfarbe
von drey Seiten umgebene, nur gegen den Hinterrand davon
freye, Fleck iſt laͤnglich rund, etwas breiter naͤchſt dem Vor⸗
derrande. Um ihn zieht im Winkel eine lichtgelbe Querlinie.
Hinter dieſer ift die Fläche heller als zuvor, bis zu dem grau⸗
braunen, etwas glaͤnzenden, durch eine zarte dunklere Linie
mit einigen Punkten beſetzten, Franzenſaume.
Die Hinterfluͤgel ſind weißlich, gelbgrau beſtaͤubt.
Unten zeigen ſich die Vorderfluͤgel aſchgrau, die zackige
Querlinie iſt ſichtbar, der Raum dahinter gelblich. Die Hin⸗
terfluͤgel ſind weißlich, mit dem Anfange einer braͤunlichen
Bogenlinie.
Ich bemerkte, ſehr ſelten in Sammlungen, eine Varie⸗
tät, die vielleicht eigene Art ſeyn koͤnnte. So nahe fie dem
1
96
gewöhnchen Pi netellus . ſo fand ich doch ſtets
an ihr folgende Verſchiedenheiten.
Sie ift beträchtlich größer, überhaupt dunkler, Palpen,
Kopf und Ruͤcken ſind nicht weiß, ſondern hellbraun. Zwi⸗
ſchen dem erſten und zweyten Silberflecke der Vorderfluͤgel iſt
der braune Raum viel breiter, der zweyte Fleck nicht laͤnglich
rund, ſondern flammenartig geſpitzt. Von der gewoͤhnlichen,
im Winkel laufenden, Querlinie iſt nichts zu ſehen. Die
Franzen bleiben viel lichter, und werden nach innen durch
keine Punkte begranzt. Eben fo findet ſich auf der Unter⸗
ſeite der Vorderflügel keine Spur der Querlinie und der
Punkte vor den Franzen.
Es hat Pinetellus ſehr viele Aehnlichkeit mit dem
folgenden Oh. Conchellus, doch werden ſie ſtandhaft
durch nachſtehende Merkmale getrennt:
Pinetellus iſt kleiner (nur die eben beſprochene
fragliche Abart bleibt nicht zuruck); hat allezeit zwey Sil⸗
berflecke, deren Vorder- und Innenraͤnder nicht in uͤberein⸗
ſtimmender Richtung liegen, und die daher nicht als ein in
der Mitte getrennter Silberſtreif, ſondern als zwey verſchie⸗
dene Flecke zu betrachten ſind; der Raum zwiſchen den bey⸗
den Flecken beſteht nur aus einem ſehr ſchmalen dunkelbrau⸗
nnen Striche; der dunkelbraune Schatten, welcher den zweyten
Silberfleck umgiebt, iſt ſchwaͤcher und erſtreckt ſich nie bis
zur Flügelfpige hin, der dritte ſchmale Querfleck fehlt beſtaͤn⸗
dig, und die einfarbig graubraunen Franzen ſind nie weißge⸗
ſtrichelt.
Die Raupe iſt unbekannt, gleicht aber wahrſcheinlich
in ihrer Lebensweiſe der Folgenden.
Der Schmetterling, welcher nicht gemein iſt, fliegt bey
uns und in den meiſten Gegenden von Deutſchland, auf Berg⸗
wieſen an Saͤumen von Waldungen, von Mitte July bis
Mitte Auguſt. 0
9%
20. CONCHELLDUS.
Chil. palpis, capite thoraceque supra albis; alis an-
ticis Iuteo aurantiis, fascia longitudinali pyramidali ar-
gentea in tres maculas divisa, priori cuneiformi, media
rhombea, posteriore lineari trans versa, ciliis griseo albo- .
que alternantibus; posticis subcinereis, basi dilutioribus;
limbo obscurioribus.
Wien. Berz S. 134. Fam. B. N. 6. Gelbbraune
Schabe, mit zwey füberartigen Flecken, T. Con-
chella. a
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 88. N. 6. —
Banner, Tin. Tab. 6. Fig. 57. (foem.) Text, ©. 25.
12. Mufchelfledige Schabe, T. Myella.
rab Ent. Syst. III. 2. 295. 56. T. Conchella.
— — Suppl. 472. 45. Cramb. en
chaceus.
De Villers, Ent. Linn. T. IV. pag. 557. 1. 5
rompue, T. Conchella.
Schrank, Faun. boic. II. B. 2. Abth. S. 101.
N. 1791. T. Pinetella. 1
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 128. N. 1.
T. Conchella.
Knoch, Beytr. I. St. S. 69. Tab. IV. Fig. 7. T.
Pinetella.
Scopoli, Ent. Carn. p. 224. N. 622. Ph. ae
tella.
v. e er, die Zünsler u. s. W. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
8. 103. Anm. 129. T. Conchella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
1775 74. N. 25. Ch. Conchellus.
Die auffallendſten Verſchiedenheiten von der vorigen,
im 7 ihr ſonſt nahen, Art wurden ſchon dort erwaͤhnt.
Hier bleibt nur Nachſtehendes zu erinnern:
Die Palpen ſind oben hoch ſilberweiß, an den Seiten
K. . G
1 55
braͤunlich, der Kopf iſt weiß, die Fuͤhler fi nd weihen und
die Schulterdecken gelbbraun.
Die Vorderfluͤgel lebhaft gelbbraun, laͤngs der erſten
Haͤlfte des Vorderrandes und gegen den ganzen Innenrand
heller, auf der Mitte der Flaͤche liegen drey ſchoͤne rein file
berne Flecke hintereinander, fo , daß fie gleichfam nur einen
einzigen, mit der Spitze gegen die Wurzel gerichteten, durch
zwey breite dunkelbraune Abtheilungen geſpaltenen, pyrami⸗
denförmigen Laͤngsſtreif darſtellen. Der erſte dieſer Flecke
gleicht einem, mit der Spitze auf dem Schulter gelenke ruhen⸗
den, Keile, welcher gegen den Hinterrand ſchraͤg weggeſchnit⸗
ten iſt; der zweyte bildet ein großes verſchobenes Viereck,
und der dritte, kleinſte, beſteht aus einem ſchmalen, gleich⸗
breiten Querſtriche. Die dunkelbraune Farbe, welche dieſe
Flecke trennt, zieht auch in anſehnlicher Breite vor ihnen her
und bis in die Fluͤgelſpitze hinauf. Der faſt gerade Hinter⸗
rand hat gelbbraun und weiß, zahnartig geſtrichelte Fran⸗
zen, die von der Flaͤche durch zuſammengefloſſene ſchwarze
Punkte und eine feine weißliche Linie geſchieden werden.
Die Hinterfluͤgel zeigen ſich gegen die Wurzel hellgrau,
gegen den Außenrand gelblich aſchgrau „ mit weißlichen
Franzen.
Unten ſind die Vorderfluͤgel aſchgrau mit gelblichem
Schimmer, vorzuͤglich vor dem Franzenrande, die Hinter⸗
flügel weißgrau, nach innen mit einer unvollkommenen dun⸗
kelbraunen Schattenbinde.
Die Raupe lebt eben ſo wie jene von Hortuellus
und Falsellus unter Mooſe auf Steinen, in Höhlen und
Gängen, nur ſeltener und einzeln. Anfangs März iſt fie
ſchon erwachſen. Ihr Kopf iſt glänzend ſchwarzbraun, auch
ſo das Nackenſchild, welches einen undeutlichen weißlichen
Laͤngsſtreif hat. Der Koͤrper iſt hell erdbraun, faltig; ; ſchwarz⸗
braune, einzeln behaarte Waͤrzchen ſtehen auf glänzenden,
mit dem Körper gleichgefaͤrbten, erhabenen Fleckchen. Die
Luftlöcher ſind ſehr fein und ſchwarz. Die Schwanzklappe
hat die Farbe des Ruͤckens, iſt aber glaͤnzend.
Die Verwandlung erfolgt i in ihrer Höhle, um die Mitte
des May, die Puppe iſt bräunlich.
—
Der Schmetterling, der im Freyen, an Waldraͤndern,
in mehreren Gegenden Deutſchlands, aber nirgend haufig
| aner wird, erſcheint von Mitte Juny bis Mitte July.
Bey Zincken, a. ang. O. Ser 6. N. 26. wird Ch.
Myellus erwähnt und in ihm eine Barietät unferes jetzigen
OConchellus vermuthet. Hübner gab die Abbildung
und Beſchreibung davon Tab. 6. Fig. 36. S. 26. N. 13.
als T. Pinetella. Ich habe dieſe Art eben ſo wenig,
als Hr. D. Zincken, in der Natur geſehen, dagegen aber
Abaͤnderungen des bald folgenden Ch. Luctiferellus,
die dem gelieferten Bilde ſo nahe kamen, daß ich wohl beyde
zuſammenziehen möchte. (Mehr davon bey Ch. Lucti-
ferellus.)
21. MYTILELLUS.
Chil. alis anticis brunneis, postice aurantiis, fascia
longitudinali media, maculis duabus argenteis composita;
priori cuneiformi, posteriore Thembea, ante marginem
posticum linea transversa repanda argentea; posticis di-
1
—
hell aſchgrau; der Mann mit einem weißen Afterbuͤſchel.
lute einereis.
Hübner, Tin. Tab. 42. ‚Fig. 287. (foem.) T. My-
ei
Ger mar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
S. 78. N. 28. Ch. Wen |
Größe x von e e Palpen, Kopf und
Ruͤcken weiß, die Schulterdecken gelblich, Hinterleib und Fuͤße
Die Fuͤhler hellbraun.
Die Vorderfluͤgel zeigen ſich gelbbraun, um die Silber⸗
; flecken am dunkelſten, nächft den Außenrandern heller. In
ber Flüͤgelmitte läuft von der Wurzel bis zur De ein rein
+
| 100
ſilberner, keilförmiger Laͤngsſtreif, deſſen Spitze gegen den
Koͤrper gekehrt und deſſen Oberſeite ſchief und nach innen ge⸗
bogen abgeſchnitten iſt. Dahinter folgt ein mehr oder weni⸗
ger flammenartiger oder verſchoben viereckiger Silberfleck;
hierauf ein eckiger weißer Querſtreif. Die Franzen find hell:
braun, mit einer feinen weißen Linie eingefaßt, ’ weh am
Innenrande kleine ſchwarze Punkte fuͤhrt.
Die Hinterfluͤgel find hell afchgran. *
Die ganze Unterſeite iſt weißlich, gelb 1 „ vor
den 1 wird eine zarte Linie ſichtb as.
ee und erſte nn 10 mir EN |
1 f 4 12 PAR
22. LUCTIFERELLUS:
Chil. alis anticis corticeis, margine anteriore, litura
marginali, fascia marginali trans versa repanda maculisque
duabus mediis albis, anteriore cuneiformi, posteriore
rhombea, cillis albis fusco maculatis; Be fuscis.
Hübner, Tin. Tab. 4. Fig. 534, Cas.) T. Lu-
.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
S. 77. N. 27. Ch. Luctiferellus. |
Luctiferellus befindet fich, doch i immer als Sel⸗
teh, in einigen hieſigen Sammlungen.
Im Ausmaaße iſt der Schmetterling wie Chryso-
nuchellus. Palpen, Kopf und Ruͤcken ſind aſchgrau,
der Hinterleib, die Fuͤhler und Fuͤße braungrau. 5
Die Vorderfluͤgel haben einen tiefbraunen, faſt roͤthel
braunen Grund. Am Vorderrande zieht bis zur Mitte eine
feine weiße, bey'm Ende etwas breitere, Linie. Dahinter
folgt, nach einiger Unterbrechung von der Grundfarbe, ein
weißer, gegen die Franzen gekruͤmmter Haken. Unter dieſen
zwey Zeichnungen lauft ein weißer keilfoͤrmiger Mittelſtreif,
ohne Silberglanz, von der Wurzel bis zur Mitte der Flaͤche,
101
und unter dem Haken folgt ein weißes folches verſchobenes
Viereck. Endlich geht eine weiße zackige Querlinie vor den
Franzen, welche aus einem breiteren Flecke hinter dem Haken
am Vorderrande entſpringt und an der Spitze des Innen⸗
randes endigt. Die Franzen wechſeln lebhaft in Braun und
Weiß.
Die Sinterfige zeigen fich . r dr Srangen
truͤbweiß. 4
Unten ift die Fläche hell aſchgrau y eve die Raͤnder
weißlich; die Franzen der Vorderflügel ſind wie oben ge⸗
ſtrichelt.
Ich ſah eine Varietät, an der das Weiß auf der Ober⸗
ſeite des Vorderrandes beyna he mangelte. Auch die weiße
zackige Querlinie war weder dort, noch am Innenrande deut⸗
lich. Alles war uͤberhaupt dunkler. So glich ſie ziemlich
der T. Pinetella, Hbr. Tab. 6. Fig. 36. oder Ch.
Myellus, Zk. II. B. 8. 76. N. 26., wie ich ſolches
ſchon bey Conchellus erwähnte. Nur Kopf und Ruͤcken,
und die mindere Groͤße in der Natur, wollten ſich mit jenem
enen ide nicht vekinigen laßen.
N 25. PAUPERELLUS
Chil. Nr anticis fulvo corticeis, fascia media fulva
in maculas duas divisa, anteriore cuneiformi, posteriore
subovata, ciliis pallide flavis, apice fusco adspersis; po-
sticis- Wen einereis.
nn
Noch mabgebicet u und Nenbeſchried en Das Aus maaß
iſt wie ein anſehnlicher Pinetellus, mit dem gegenwaͤr⸗
tiger Schmetterling auch in der Form der Zeichnung viele
Aehnlichkeit hat. Doch iſt er, wie aus dem Folgenden geheilt
in der Faͤrbung deſto verſchiedener.
Die Palpen ſind oben hochgelb, an ben Seiten 3
die Fühler ganz braun. Kopf, Ruͤcken und Schulterdecken
lebhaft ‚rörhlichgelb,. Hinterleib und Fuße aa aaa „der
Mann hat einen gelben Afterbuͤſchel.
—
1 102 |
"Die Vorderflügel haben einen einfachen lebhaft nuß⸗
braunen Grund; der aͤußerſte Saum des Vorderrandes und
die innere Haͤlfte des Hinterrandes ſind gelb angeflogen. Ein
keilfoͤrmiger, ſchwefelgelber Laͤngsſtrich beginnt mit ſeiner
Spitze an der Wurzel, und endigt auf der Fluͤgelmitte; hinter
ihm liegt eine flammenartige gelbe Makel. Die Franzen ſind
gelb mit braunen Spitzen.
Die Hinterflügel zeigen ſich braungrau 7 ihre Franzen
trübweiß.
Unten iſt Alles bräunlich aſchgrau, die Außerränder
ſchimmern mit etwas Gelb.
Vaterland, angeblich: Italien und Dalmatien.
24. MAR GARI TELL US.
Chil. palpis, capite thoraceque supra albis; alis an-
ticis externe badiis, interne aurantiis, fas cia longitudinali
media argentea Se griseis; posticis dilutis cinereo
sordidis.
Hübner, Tin. Tab. 6. Fig. 59. (foem.) Text, S.
25. N. 10. Perlmutterftreifige Schabe, T. Margari-
tella.
Beyträge, I. B. 2. Th. Tab. 4. Fig. Z. S. 28.—
Wien. Verz. S. 134. Fam. B. N. 5. Braune Schabe mit
ſilberartigem Geradſtreife, T. Mar garitella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 83. N. 5.—
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 295. 35. T. ber e
tella.
— — Suppl. 450. 34. Cramb. Marga-
ritaceus.
De Villers, Ent. Linn. T. IV. pag. 557. La Tran-
chée. T. Margaritella.
Schrank, Faun. boic. II. B. 2. Abth. S. 101. N. 1790.
T. Margaritella.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. 8. 128. N. 14.
T. Margaritella.
—
) 198
Geoffroy, Hist. d. Ins. T. II. bag. 185. N. 5. La
Teigne s a rayure d'ar gent. | |
V., Charpentier, die Zünsler u. s. W. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 103. Anm. 128. T. Margaritella.
4 Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
. 79 N. 20. Ch. e a
Ban siößer als bulmelfius Palpen, Kopf
em Ruͤcken find oben weiß, die Schulterdecken gelbbraun,
die Fühler ſchlicht borſtenförmig, ungekerbt, oben weiß, unten
braun. Hinterleib und Süße hell aſchgrau. e
Die Vorderflügel zeigen ſich einfach gelbbraun, gegen
den Innenrand heller; von der Wurzel bis dicht vor den
Hinterrand zieht, laͤngs der Mitte der Flaͤche, ein rein ſilber⸗
ner, gerader, keilförmiger Streif, deſſen hinteres breites Ende
gegen den Innenwinkel ſchief und mit einem flachen Bogen
meſſerfoͤrmig abgerundet iſt. Es wird dieſer Silberſtreif mit
einer dunkelbraunen Linie begraͤnzt, welche gegen den Vor⸗
derrand zu einem dunkelbraunen Schatten ſich ausbreitet, der
bis an den Saum der Fluͤgelſpitze geht. Der Hinterrand iſt
flach gerundet; hinter einer tiefbraunen ſcharfen Linie begin⸗
nen die braungrauen, etwas glaͤnzenden Franzen. \
Die Hinterfluͤgel vn hellgrau, ihre Franzen Se
weiß.
Die Unterſeite der Vorderflügel iſt bleich gelbgrau „ der
5 weißgrau mit gelbem Scheine.
Der Schmetterling, deſſen erſte Staͤnde noch unbekannt
blſchen, fliegt in Deutſchland, Ungarn und Italien, vom An⸗
fange July bis Ende Auguſt, im Graſe, an etwas ſumpfigen
Stellen, in Wäldern und Gebuͤſchen. Er ſcheint nirgends
ſelten Eu * 950
Pay ”
104
25. PYRAMIDELLUS:
Chil. palpis, capite thoraceque supra albis; alis anticis
badiis, fascia longitudinali argentea, ciliis badi alboque
bs; j postici dihüte « cinereis. |
Mit auth Namen bezechne Pr eine entfchieden neue,
bis jetzt unbeachtete, Art, die fich in mehreren hiefigen Samm⸗
lungen, bald allein als Margaritella, W. V. u. Hbr.
bald mit der wahren Mar garitella untermengt, befindet.
Sogar die Schiffermuͤller'ſche Sammlung enthält mit dem
gewöhnlichen Namen ein einzelnes Exemplar des gegenwaͤr⸗
tigen Schmetterlinges; dies Zeugniß darf uns aber nicht zu
dem Glauben verfuͤhren, daß die Thereſianer einen andern
als den Huͤbner' ſchen meinten, denn das dort vorkommende
Stuͤck trägt alle Zeichen, daß es ſpaͤter nachgeſteckt worden
ſey; die Nadel iſt lang und ganz (waͤhrend ſie bey allen
älteren kurz und oberhalb abgebrochen vorkommt), das Thier
iſt hoch angeſpießt (alle Schiffermuͤller'ſchen Originale liegen
nach altem Gebrauche am Boden auf), und iſt noch unge⸗
ſpannt (welcher Umſtand auch Herrn v. Charpentier an
naͤherer Betrachtung hinderte). Folgende ſtandhafte Merk⸗
male trennen Beyde.
Palpen, Kopf und Rücken find weiß oder filbergrau,
die Fühler, braun, Hinterleib und Füße grau, erſterer mit einem
braungrauen Afterbuͤſchel bey'm Manne.
Die Vorderflügel zeigen ſich laͤnger und
ſchmaͤler, als bey Margaritellus. Ihre Grund⸗
farbe iſt ein ſehr dunkles Nußbraun. Der Vor⸗
derrand, vorzuͤglich auf der zweyten Hälfte,
wird weißlich, waͤhrend er bey Margaritellus eben
dort am meiſten ſich mit Braun verfinſtert. Der Innenrand
iſt nur wenig bleicher, als der übrige Grund. Der mittlere
Silberſtreif iſt ebenfalls Länger und gleicher zunehmend.
Außer der größeren Fluͤgellaͤnge führen noch die Franzen
eine auffallende Zeichnung: Sie find an der Flügel:
ſpitze dunkelbraun, dann wechſelnd hellweiß
70A 8 /
/ 105
4 braun nach der Länge geſtreift, waͤhrend ſie
von allen Schriftftellern bey Margaritellus braungrau
glänzend geſchildert und abgebildet werden.
1 ae ige zeigen ſich dunkelbraungrau, die Sean
zen trübweiß.
Die Unterfeite der Vorderfluͤgel iſt braungrau, gegen
den Hinterrand gelblich ſchimmernd; die Franzen ſind auch
hier deutlich geſcheckt. An den Hinterflügel findet man
\
sticis uti nn omnibus cinereo sordidis.
wenig Unterfchied gegen oben. |
Der Schmetterling, deſſen Groͤße ſtets bie von Mar-
garitellus übertrifft, fliegt ohne Zweifel um Wien.
26. JA LS E LL U S.
Chil. palpis, capite thoraceque supra albidis; alis an-
tieis osseo fuscoque variis, fascia longitudinali cuneiformi
alba a basi ad medium ducta, linea submarginali tr ansversa
sinuata repanda fusca ciliisque fuscis albo striatis; ir
®
Hübner, Tin. Tab. 5. Fig. 30, (foem.) Text, S. 27.
N. 19. Knospenſtreifige Schabe, T. Falsella.
Wien. Verz. S. 154. Fam. B. N. 16. Weißlich glaͤn⸗
zende dunkelgezeichnete Schabe, T. Fals ella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 86. N. 16.—
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 295. 37. T. Fals ella.
De Villers, Ent. Linn. T. IV. pag. ip LaCon-
fuse, T. Falsella.
Schrank, Faun. boic. II. B. 2. Abth. 8. 103.
N. 958. T. Fals ella. |
Götze, entom. Beytr. Re Th. 4. B. S. 129. N. 21.
FT. Falsella.
An unbergz resp. Wenner; Diss. entom. in Tab.
adj. Fig. 2. T. Abruptella.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des 7
Verz. m. Anmerk, v. Zincken, g. de men,
S8. 109. Anm. 139. T. Falsella.
4
a |
106
e nn
4 u. Zincken, Magaz. d. Enel ig B.
8. 80. N. 30. Ph Ealnellum: 133
Größe von rar ellus. Die Palpen find ‚oben
weißlich, an den Seiten ſchwarzbraun geſcheckt, die Fühler
oben gelblich weiß, unten braun, am Manne kaum ſichtbar
gekerbt. Kopf und Ruͤcken oben weiß, die Athalte decken
| gelblich, Hinterleib und Füße weißgrau.
Die Vorderflügel zeigen ſich gelbichweiß (oder heine
farbig), und ſchwarzbraun geſcheckt; ein ſchmaler, weißer,
nicht ſilberglaͤnzender, von einer ſchwarzbraunen Linie einge⸗
faßter Laͤngsſtreif erſtreckt ſich von der Einlenkung bis in die
Fluͤgelmitte, und von ſeinem ſtumpfgerundeten hinteren Ende
ziehen ſieh, mit ihm in gleicher Richtung, drey feine, ſchwarz⸗
braune, dicht neben einander laufende, Laͤngslinien bis in den
Hinterrand. Vor dem Hinterrande laͤuft quer über die Breite
eine ſtark gekruͤmmte, aus zwey Bogen beſtehende, ſchwarz⸗
braune Linie, von welchen der Bogen gegen den Innenrand
viel kleiner iſt. Der faſt gerade, flach gerundete Hinterrand
fuͤhrt braungraue, weißlich geſtrichelte Franzen, die durch eine
doppelte feine ſchwarzbraune Linie, mit ſchwarzen Punkten
verſehen, nach innen begraͤnzt werden.
Die Hinterfluͤgel ſind ſchmutzig weißgrau mit weißlichem
Saume, den wieder zwey Linien einfaſſen.
Die ganze Unterſeite iſt glaͤnzend hellgrau. 1
Ueber die Raupe kann ich folgende, von Herr nFiſ che er
von Roͤslerſtamm mir mitgetheilte, genaue Nachricht
geben, die um ſo intereſſanter iſt, als ſie zur Entdeckung
mehrerer verwandten fuͤhrte und im Allgemeinen wohl die
Lebensart faſt aller Raupen dieſer Gattung (mit Ausnahme
jener der erſten Familie, die ſich in den hohlen Stielen waſſer⸗
liebender Grasarten aufhalten), ſeyn duͤrfte,
w Wahrſcheinlich kommt die Raupe ſehon vor dem Win⸗
ter aus dem Eie, denn ich fand ſie noch im Winterſchlafe,
jeit mehreren Ben ſchon im Februar unter r dien gruͤnen
5 DENN...
/
Mooſe (Anoectangium ciliatum, Hedw.) auf der feuchten
Erde, die auf unſeren Granitſteinen ſich befindet. Auch an⸗
dere ähnliche Moosarten find der Aufenthalt dieſer Raupe.
Ich traf deren immer eine ziemliche Anzahl nahe beyſammen,
und jede in einem länglichen, weißſchmutzigen Geſpinnſte
egen , das ſich wieder in einer geräumigeren Höhle in der
Erde befand. Iſt das Raͤupchen vom Winterſchlafe erwacht,
ſo ſondert es ſich mehr ab und macht in der Erde, zwiſchen
den Wurzeln des Mooſes, lange, mit Faden auögefponnene,
Gänge oder Höhlen, die immer eine Deffnung nach außen in
das Moos haben. Auf gleiche Weiſe und unter denſelben
Moosarten leben mehrere Chilonenraupen, 3. B. Hortu-
ellus, Conchellus, u. ſ. w. Ob fie aber von den
Wurzeln des Mooſes oder von dem Mooſe ſelbſt leben, konnte
ich noch nicht gehörig unterſcheiden; ich fand die Moosſten⸗
gel niemals angefreſſen. So viel kaun ich verſichern, daß
ſie wenig Nahrung beduͤrfen, denn als ich einmal eine bedeu⸗
tende Anzahl Falsellus- Raupen unter einem Moosraſen
in ein Behaͤltniß gab, bald darauf verreiſte und zwey Monate
lang ausblieb, ſo fand ich die Raupen unter dem ganz ver⸗
dorrten Mooſe dennoch groß geworden und mehrere verpuppt,
1
die ſaͤmmtlich vollkommene Schmetterlinge zur gewöhnlichen
Zeit lieferten.“
„Die Falsellus- Raupe iſt im jüngeren Alter erde
grau, im hoͤheren hellgrau und faltig, mit kleinen ſchwarz⸗
grauen, feinbehaarten Wärzchen, welche auf hellgrauen
glaͤnzenden ovalen Flecken ſtehen. Der Kopf iſt erſt braun,
ſpaͤterhin hellbraun und glänzend, das Nackenſchild gelbgrau,
auch bräunlich, ebenfalls glänzend, die, auch glänzende,
Schwanzklappe wenig dunkler als der Koͤrper. Die Luft⸗
loͤcher ſind fein, ſchwarz. Alle Fuͤße und der e heller,
als der Rüden.’
„Sie verwandelt ſich i im Laufe des July in ihrer Woh⸗
nung; die Puppe Br in einer ga 0 und iſt gelb⸗
braun.!“
Der Schaeden erſcheint von Mitte July bis Mitte
108
Auguſt und ift in den meiſten Gegenden von Deutſchland zus
ien häufig, vorzüglich an Waldraͤndern zu finden. 22
Hr. D. Zincken, S. 81. N. 31. führt einen, Ch.
Verellus auf, der dem vorſtehenden Ch. Falsellus ſo
ähnlich ſeyn ſoll, „daß man ihn für eine Abänderung halten
koͤnnte, wenn nicht die Ver gleichung mehrerer Stücke vom Ge⸗
| gentheil überzeugte.“ Diefer ift aber hierortß ganz unbekannt.
N A DIE LL US.
| Chil. ei capite thoraceque olivaceis, fascia Tongi-
tudinali interne serrata argentea, ciliis olivaceo ARE
striatis; i posticis fusco cinereis.
j —
Hübner; Tin. Tab. 9 Fig. 325. ae) r. Ra-
"diella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. en n. b.
8. 83. N. 32. Ch. Radiellus. X
Nahe dem kurz zubor beſchtiebenen neuen P ar
dellus verwandt. In Größe etwas über. Margari-
‚tellus. Palpen, Fühler, Kopf und Rüden find DSH
braun, der Hinterleib und die Süße gelblichgrau.
Die Vorderfluͤgel führen ein einfaches dunkles Grün⸗
braun oder Olivenbraun. Von der Wurzel langs der Mitte,
bis nahe vor den Hinterrand, zieht ein gerader breiter Sil⸗
berſtreif, deſſen Vorderrand eben, der Innenrand aber zwey
Mal ſplitterfoͤrmig gezaͤhnt iſt. Unter demſelben und mit ihm
gleichlaufend, liegt noch eine feine ſilberne Linie, welche aber
wohl nie die Wurzel, und ſelten den Hinterrand beruͤhrt. (Hr.
Hübner hat ſie auf ſeiner, ſonſt guten, Abbildung nicht
bemerkt.) Der Hinterrand iſt wenig gerundet, die Franzen
wechſeln, breit, in Weiß und Olivenbraun.
Die Hinterfluͤgel ſind dunkel aſchgrau mit gelblichwei⸗
ßem Saume.
Unten iſt die Flache der Vorderflügel hellgrau mit lich⸗
teren Raͤndern. Die Hinterfluͤgel ſind weiß.
Raupe und Flugzeit find noch nicht bekannt geworden.
109
10 Der Schmetterling fol in der Schweiz zu Haufe ſeyn.
28. F L GID ELLVUS.
di Chil. palpis, capite thoraceque supra albis; alis anti-
eis angustis olivaceis, margine inter no fasciaque longitu-
dinali media interne serrata , postice ehr argenteis;
Postieis niveis.
Hübner, Tin. Tab. 54. Fig. 565. deen) ig 566.
(mas.) T. Fulgidella.
Germar u. Zinc ken, Magaz. d. Eutomol. II. B.
8. 84. N. 33. Ch. Rais ei
Von dieſer noch ſehr ſeltenen, bey uns nicht vorkom⸗
aden, Art beſitzen die Wiener Sammlungen wenige Stuͤcke;
ich habe nur ein einzelnes, ſtark beſchaͤdigtes vor mir, und
*
halte mich deshalb wieder an die muſterhafte Beſchreibung
des Hrn. D. Zincken, welche mit den . ee ſchen
Figuren ſtimmt.
„Der Schmetterling iſt etwas größer, als Radiel-
Ius, mit dem er übrigens die naͤchſte Aehnlichkeit hat. Die
Fühler **) find ſchwaͤrzlich, der m Manne ſtark gezähnt, d die
D Irrig bezeichnet mit 265. und 266.
*) „Die Fuͤhler find bey dieſer und mehreren anderen in die⸗
ſer Familie vorkommenden Ruͤſſelſchaben auf eine eigene
Art geſtaltet. Mit bloßem Auge ſcheinen fie etwas ger
kaͤmmt zu ſeyn, durch eine gute Lupe aber, und noch deut:
licher durch ein Mikroſkop, ſieht man, daß dies nicht das
iſt, was man gewoͤhnlich hier gekaͤm mt nennt, das heißt,
daß die Fuͤhler nicht auf einer oder beyden Seiten mit einer
Reihe borſten- oder fadenfoͤrmiger Körper beſetzt find, fon:
dern man erblickt auf der Unterſeite der Fühler eine ein:
fache Reihe, nicht an der Seite, ſondern in der Mitte auf:
ſitzender, kegelfoͤrmiger, gerade ab und etwas vorwärts ge:
richteter, ziemlich langer, mit einzelnen feinen Haͤrchen be:
ſetzter Zapfen. Jedes Glied des Fuͤhlers iſt mit ſolch
110
Palpen oben weiß, an den Seiten braun „Kopf und Ruͤcken
weiß, die Schulterdecken olivengruͤn. Hinterleib und Füße
braͤunlich weiß.“
„Die ſchmalen Vorderfluͤgel zeigen fich dunkelgrün
braun (olivenfarbig), ein wenig mehr in's Grüne ziehend, als
an Ch. Radiellus; längs der Mitte derſelben laͤuft ein
ſchoͤner, rein weißer, auswaͤrts eben, inwendig ſaͤgezaͤhnig
gerandeter, Silberſtreif, von der Wurzel bis dicht vor den
Hinterrand, wo ſich derſelbe in drey feine, in den Saum
ſelbſt auslaufende, Linien gabelfoͤrmig theilt. Ein zweyter
ſchmaͤlerer, keilfoͤrmiger Silberſtreif fängt am Hinterrande im
inneren Fluͤgelwinkel an, und lauft in einiger Entfernung
unter dem Mittelſtreife gegen die Einlenkung hin, welche er
aber nicht erreicht, ſondern ſich fruͤher mit einer ſcharfen
Spitze verliert. Der innere Fluͤgelrand iſt von der Wurzel
| . zur Mitte mit einem ſchmalen Silberſtreife eingefaßt, und
flachgerundete Hinterrand führt einen olivenfarbig und
weißzahnartig geftrichten Franzenſaum.“
„„die Hinterflügel find weiß, mit grauſchattigem Vor⸗
derrande, und einem hellgrauen, keilfoͤrmigen, mit der Spitze
gegen die Wurzel gerichteten, Flecke in der Mitte des Hinter:
randes.“ (Der aber undeutlich und bey Huͤbner gar A
angedeutet ift.)
einem Zapfen verſehen, und diefer iſt nicht, wie gewoͤhnlich
die Kaͤmme ſind, eingelenkt, ſondern bildet mit dieſem ein
feſtes Ganzes, das nur als eine zapfenz oder zahnfoͤrmige
Verlaͤngerung des Gliedes nach unten zu betrachten iſt.
Ich werde dieſe Art der Fuͤhler in der Folge gezaͤhnte
nennen, zum Unterſchiede von den ſogenannten gekerbten,
welchen ſie ſich am meiſten naͤhern, und von denen ſie nur
dadurch unterſchieden ſind, daß die durch die Einkerbungen
entſtandenen Erhabenheiten hier von allen Seiten abge:
rundet, kegelfoͤrmig zugeſpitzt und verlaͤngert ſind; dort
hingegen ihre Flaͤche behalten und die urſpruͤnglich borſten⸗
foͤrmige Geſtalt des Fuͤhlers nicht auffallend veraͤndern.“
(Hr. D. Zincken, a. ang. O.)
444
Auf der Unterfeite zeigen ſich die Vorderfluͤgel hellbraun,
die hinteren weiß, auf erſteren bemerkt man den e ee
Franzenrand.
„Als Vaterland iſt bis jetzt nur die Gegend von Braun- |
ſchweig bekannt, wo fie von Anfang bis Ende Auguſt auf
ſandigen, etwas hoch und frey 1 e ſehr duͤrren, ma⸗
geren Heideangern fliegt.“ a
Aus den abgelegten Eiern ches befruchteten Weibes
erhielt ich nach vierzehn Tagen junge Raͤupchen, welche aber
bald ſtarben, da ich nicht ſogleich Gelegenheit hatte, ihnen
ein Stuͤck Raſen aus ihrer Gegend vorzulegen. Sie waren
nackt, weißlich, halb klar, mit kleinen ſchwarzen glänzenden
Warzenpunkten, einem ſtarken, gleichfarbigen Kopfe und
Nackenſchilde. Es iſt mir wahrſcheinlich, daß dieſe Raupe
uͤberwintert, und in der Erde und von Wurzeln, vielleicht der
Carex arenaria, oder des Gnaphalium dioicum lebt,
welche Pflanzen auf den Plaͤtzen, wo der Schmetterling fliegt,
am haͤufigſten wachſen. Die Wurzeln der Heide duͤrften ihr
wohl ſchwerlich zur Nahrung dienen, weil der Schmetterling
in . Heide, wo ſie auch noch ſo haͤufig waͤchſt, nie vor⸗
kommt.“ (Man vergleiche hiermit das bey Hortuellus,
Conchellus und False llus über ihre erſten Stände
bereit Erwaͤhnte.)
.
F ASOELINEL LUS.
u palpis, capite thoraceque supra canis; alıs An-
ticis. grisco fuscoque varlis, Iineis longitudinalibus albis,
strigis duabus transversis repandis fubeis ciliisque albo
2 18 alternantibus; postieis einereo engen
anner, Tin. Tab. 54. 5 pig 568. (Sem.) I
Fascelinella.
Germar u. Zincken, Magaz. dl. Entomol,, II. B.
S. 102. N. 41. Ch. Faseelinellus.
— — —
— 1
— —ͤ —
rn Irrig bezeichnet: 268.
412
Etwas groͤßer, als die hier zuvor beſchriebenen Arten.
Die Fuͤhler ſind auf der Oberſeite weißlich, auf der Unterſeite
braun, am Manne ſtark gekerbt, und machen ſo den, bey
Fulgidellus, in der Anmerkung erwähnten Uebergang
von den gekerbten zu den gezaͤhnten. Die Palpen zeigen ſich
an den Seiten bräunlich, eben fo wie Kopf und Rüden, weiß⸗
grau. Der Hinterleib und die Fuͤße am Manne weißgrau,
am Weibe aſchgrau. Ueberhaupt hat das Weib gewöhnlich
eine etwas dunklere Farbe als der Mann, und die Zeichnung
der Flügel iſt bey erſterem lebhafter. nr
Die ziemlich breiten Vorderfluͤgel find gelbbraun, bald
heller, bald dunkler, quer uͤber fie hin laufen zwey erdgraue
oder rindenbraune geſchwungene Bogenſtriche, der erſte über
die Mitte der Flaͤche, der zweyte zwiſchen dieſer und dem Hin⸗
terrande, beyde beſtehen aus einzelnen Punkten; die Fluͤgel⸗
rippen ſind weißlich, auf ihnen oder daneben erſcheinen wieder
einzelne dunkle Punkte, und Rippen und Querlinien geben
zuſammen ein weiß und braun geſchecktes Anſehen. Bey m
Auslauf der Rippen wird die dazwiſchen liegende Stelle am
5 gelblichſten. Der flachgerundete ſtumpfe Hinterrand hat
braungrau und weiß zahnartig geſtrichte Franzen; er wird
nach innen von einer ſehr zarten weißen Linie begraͤnzt, vor
welcher eine Reihe ſehr feiner ſchwarzer Punkte ſteht.
k Die Hinterfluͤgel zeigen ſich hellgelbgrau mit lichterem
Saume; vor ihrem Hinterrande zieht ein verloſchener Schat⸗
tenſtreif her. | | | N
Die Unterſeite der Vorderflügel iſt braungrau, die Fran⸗
zen wechſeln wie oberhalb, nur matter, in zwey Farben; jene
der Hinterflügel bleibt hier wie dort. 8 %
Hr. D. Zincken entdeckte und beſchrieb Fasce li-
nellus als einen Bewohner der Gegend um Braunſchweig.
Ich empfing ihn aus Ungarn. Er gehoͤrt noch zu den Selten⸗ |
heiten und fliegt von der Mitte July bis Ende Auguft auf
trockenen, ſandigen, mageren Heideangern. „ e
Die Raupe iſt unbekannt.
113
30 POLIELLUS.
Ohphil. alis anticis angustis pallide fuscis plumbeo
nitentibus, margine ehtice- obscuriore lineola adjacente
alba, puncto edi nigro, lineola apicis aerata serieque
puneigeum nigrorum; posticis dilute cinereis.
Neue, 9270 . erwähnte Att. Die Yalpen find
F oben wie der Kopf, die borſtenfoͤrmigen Fühler und der
Ruͤcken braungrau, an den Seiten dunkler, die Schulter⸗
decken weißlich. Alle dieſe Theile werden bey friſchen Stücken
von erzartig glaͤnzenden Atomen bedeckt; der Hinterleib und
die Fuͤße zeigen ſich grau, erſterer mit weißlichen Gelenkringen
und bey'm Manne mit einem braunen Afterbüͤſchel.
Die ſchmalen Vorderfluͤgel fuͤhren einen lichtbraunen,
erzartig ſchimmernden Grund, auf welchem ſich viele dunklere
Staͤubchen, vorzüglich auf den Fluͤgelſehnen, befinden. Eine
haarfeine weiße Linie laͤuft unter dem Vorderrande, und ſteht
zwiſchen einer ſchwaͤrzlichen, aus der Einlenkung entſpringen⸗
den und bald ſich gabelfoͤrmig theilenden, Laͤngslinie, welche
bey dem oberen Zacken und dem Weiß einen deutlichen ſchwar⸗
zen Punkt trägt. Die erzgrauen Franzen ſind mit einer zar⸗
ten hellen bleyglaͤnzenden Linie nach innen umzogen, und vor
dieſer befindet ſich eine Reihe von ſchwarzen Punkten.
Die Hinterflügel bleiben hell aſchgrau y 15 Franzen
weißlich.
Unten iſt alles grau, die Hinterflügel heller, die F Franzen
wie oberhalb, aber der Bleyglanz der Linie vor dem Saume
der Vorderfluͤgel iſt ſchwaͤcher.
Das Weib iſt kleiner, die Vorderfluͤgel deſſelben f nd
noch ſchmaͤler, mehr nach innen abgefchnitten, wie bey jenen
der Naͤchſtverwandten, fo, daß fie faſt lanzetts oder weil er⸗
artig erſcheinen.
Heimath: Ungarn. Von Herrn Kindermann
entdeckt und von Herrn von Tiſcher zuerſt benannt.
—
114
51. AUUILELLUS.
Chil. alis antieis angustis, antice fusco ferrugineis
interne lutescentibus, striga longitudinali media, apice
plus minüsve Tasia argentea lineaque transversa sub-
marginali repanda obsolete fusca; Posticis cinereis. :
7 . a. al. ant. Iuteseentibus 1 striga longitudi-
nali argentea. 7 |
V. 5. al. ant. lutescentibus vel pallidioribus sine
striga argentea.
5 F. c. al. ant. hepaticis, angulo zuterne dilutioribus.
V. dl. al. ant. ubilibet hepaticis.
Hübner, Tin. Tab. 8. Fig. 52. (mas.) Text, S. 24.
N. 8. Adlerbraune Schabe, T. Aquilella.
— — Tab. 8. Fig. 5 1. (mas.) Text, S. 24.
N. 7. Strohfarbige Schabe, T. Paleella.
— — Tab. 8. Fig. 50. (mas.) Text, S. 25.
N. g. Graswurzeln⸗Schabe, T. Culmella.
— — Tab. 60. Fig. 404. (foem.) T. Cy l-
mella.
— heyträge, I. B. 1. Th. Tab. 4. Fig. U. S. 25.
T. Pascuella.
Wien. Verz. S. 134. Fam. B. N. g. Wurzel Schabe,
T. Culmella.
- — S. 134. Fam. B. N. 12. Beinfarbige,
graugeſtrichte Schabe, T. Exoletella.
IIliger, N. Ausg. dess. II. B. S. 85. N. g. T. Cul-
mella.
— — II. B. S. 86. N. 12. T.
Exoletella.
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 295. 34. T. Culmella.
— — Suppl. 27 38. Cramb. Cul-
morum.
Schrank, Faun. boic. II. B. 2. Abth, S. 102. *
1792. T. Culmella.
Brahm, Inſ. Kal. II. 1. 487. 349. T. Pratella.
115
Thunberg, resp. Wenner, Diss. entom. T. Fer-
ruginella.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 106. Anm. 132. T. Culmella, und 8. 10%.
Anm. 13. (bey Paleella.
Barmer u. Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
S. 88. N. 54. Ch, Aquilellus. |
Wenn ich ſchon öfter in dem Falle war, die Beſchrei⸗
bungen, welche Hr. D. Zincken in ſeinen Monographieen
der jetzigen und nächften Gattungen gegeben hat, als hoͤchſt
genau, deutlich und lebendig zu empfehlen, ſo fuͤhle ich mich
hier beſonders gedrungen, dies ſtets verdiente Lob bey der
klaren Beſtimmtheit zu wiederholen, womit Aquilellus
und die enge verwandten folgenden: Deliell us und 8e
lasellus, von ihm bezeichnet und geſchieden ſind. Sie
geben einen Beweis, daß die Feder mit dem Bilde zu wett⸗
eifern vermag, denn viel gewiſſer wird man die gedachten
Arten und ihre Varietaͤten aus Hr. D. Zinckens Worten
als aus Huͤbner's Tafeln kennen lernen. Hier waͤren
neue Beſchreibungen Uebermuth und Ueberfluß; ich darf
allein das Vorhandene aufnehmen und nur Weniges beyfüͤ⸗
gen, was eigene Erfahrung nachtraͤglich lehrte.
„Aquilellu: s ift etwas größer, als die meiſten vor⸗
ſtehenden Arten.“ In Gebirgsgegenden fand ich ihn kleiner,
als ſonſt.
„Die ſchwachgekerbten Fuͤhler, die Palpen, der Kopf
und Ruͤcken ſind hellgrau, ſelbſt an den dunkeln Abaͤnderun⸗
gen, wo die Farbe nur ſelten mehr in's Braune zieht.“ Der
Hinterleib und die Füße zeigen ſich gelbgrau. Die Spitze
des maͤnnlichen Afterbuͤſchels iſt braͤunlich.
5 „Die Vorderfluͤgel ſind ſchmal, die des Weibes mehr,
des Mannes weniger, und ihre Grundfarbe geht von einem
ſchmutzigen unreinen Strohgelb zu dem dunkelſten Kaffee⸗
braun über, An den gewoͤhnlichſten Stücken find fie unrein
6 H2
116
j N
gelbbraun, etwas dunkler gegen den Vorderrand und heller
gegen den Innenrand. Laͤngs der Mitte des Fluͤgels liegt ein
ſchmaler gerader Silberſtreif, welcher ſich gegen den Hinter⸗
rand in vier feine, gelblichweiße, glanzloſe, bis vor den Fran⸗
zenſaum fortlaufende, Linien ſtrahlenfoͤrmig theilt. Hart am
inneren Rande deſſelben zieht von der Wurzel bis zur Mitte
ein ſchmaler ſchwaͤrzlicher Schaͤttenſtrich, und ein aͤhnlicher
breiterer an ſeinem Vorderrande faͤngt naͤher oder entfernter
von der Wurzel an, und breitet ſich verloren gegen die Fluͤ⸗
gelſpitze aus. In einiger Entfernung von dem Franzenrande
laͤuft eine feine dunklere, geſchwungene Querlinie, welche, ob
ſie gleich meiſtens ſehr verloſchen iſt, doch nie ganz fehlt.
Selbſt an den dunkelkaffeebraunen Stuͤcken, wenn ſie nur
gegen den Hinterrand etwas heller gefaͤrbt ſind, zeigt ſich die
Spur dieſer Querlinie. Der Hinterrand ſelbſt iſt flach ge⸗
rundet, am Manne gerade, am Weibe mehr nach innen weg⸗
geſchnitten, und die grauen Franzen ſind von ihm bald durch
eine Ran ſchwarzer Punkte, bald durch eine dunkle, heller
geſaͤumte Linie getrennt.“
„Die Hinterfluͤgel zeigen fh aſchgrau „ mit helleren,
gelblichen Franzen.“
Unten iſt die ganze Flaͤche glaͤnzend grau, die Franzen
ſind heller, von einer feinen truͤbweißen Linie umzogen.
| „Die haufig vorkommenden Abaͤnderungen beziehen ſich,
wie ſchon geſagt, nur auf die Farbe der Vorderfluͤgel und die
Groͤße des ganzen Geſchoͤpfes. Die merkwuͤrdigſten ſind
folgende:“
1. „„Die Borderfläge unrein gelb mit einem ſilbernen
Mittelſtreif.“ f
2. „„Der Mittelſtreif eitronengelb ohne Glanz, bey
einer unrein gelben, mehr oder weniger hellen Farbe der
Fluͤgel.“
3. „Die Vorderfluͤgel unrein blaßgelb oder ſtrohfar⸗
big, ganz ohne Mittelſtreif, und nur die ihm zugehoͤrigen,
oben erwaͤhnten, ſchwaͤrzlichen Schattenſtriche ſichtbar. Dieſe
iſt Huͤbner's Pale ella, Fig. 51. In der angezogenen
—
N
117 \
Figur find aber die Schattenftriche ſtaͤrker ausgedruͤckt, als fie
je vorkommen, und die vor dem Hinterrande befindliche ge—
ſchwungene Querlinie, die freylich oft ſehr verloſchen iſt, aber
in gewiſſen Richtungen doch allemal ſichtbar wird, ganz über:
ſehen. Ein Stuͤck aus der Gegend von Augsburg, welches
Hr. Huͤbner ſelbſt für ſeine Pale ella erklart hatte, war
nichts als dieſe eben erwaͤhnte Abart.“
4. „„Die Vorderfluͤgel heller oder dunkler kaffeebraun,
ohne Mittelſtreif, nur gegen den Innenwinkel des Hinterran⸗
des etwas heller, woſelbſt man meiſtens die Spur der helle⸗
ren, ſtrahlenfoͤrmig laufenden Endlinien, des hier ſelbſt feh⸗
lenden Mittelſtreifes, ſo wie den unteren Theil der mehrer⸗
waͤhnten dunkeln Querlinie bemerkt.!“ Huͤbner's Aqui
lella, Fig. 52. (welche aber ſtets zu grell abgebildet iſt.
Ich ſah noch kein ſo rothbraunes Exemplar, noch weniger
waren Kopf und Ruͤcken von dieſer Faͤrbung.)
5. „Endlich kommen auch oft Stuͤcke vor, denen
ſelbſt dieſe geringe Spur der Artverwandtſchaft fehlt, und
wo die Vorderfluͤgel ohne alle Zeichnung dunkel kaffeebraun
erſcheinen.“
Die Raupe iſt nicht bekannt; den Schmetterling findet
man uͤberall in Deutſchland ſehr Eifig. Er fliegt bey uns
von der zweyten Hälfte des July bis Mitte September aller
Orten im Graſe.
*
32. DELIEL LVS.
Chil. alis anticis perangustis pallidis, striga longi-
tudinali nigra margineque interno fusco; posticis palli-
dis. Antennae maris dentatae.
ihnen: Tin. Tab. 60. Fig. 402. (mas.) Fig. 403.
(em) T. Deliella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Eutomol. 1, B.
„ 8. 96. Er 37. Ch. Deliellus.
118
Deliellus hat die Groͤße des Aqui lellus.
Palpen, Kopf und Ruͤcken find wie die Vorderflügel gefärbt. -
Die Fuͤhler des Mannes ſind ausgezeichnet ſtark gezaͤhnt,
noch ſtaͤrker als an Ch. Fulgidellus; die Zähne haben,
durch die Lupe geſehen, die Geſtalt von Hechtszaͤhnen. Hin⸗
terleib und Fuͤße zeigen ſich weißgrau.
Die Vorderfluͤgel find noch ſchmaͤler als bey der vori⸗
gen Art, mehr in die Laͤnge geſtreckt, und am Hinterrande
gerundeter. Ihre Flaͤche iſt blaß ſtrohfarbig, ohne Glanz; in
einiger Entfernung vom Vorderrande zieht von der Einlen⸗
kung bis dicht vor den Hinterrand eine feine, tiefſchwarze,
faſt gerade, in der Mitte am ſtaͤrkſten ausgedruͤckte Laͤngs⸗
linie hin, und dicht unter derſelben, und mit ihr parallel, laͤuft
von der Einlenkung noch eine ſehr feine ſchwarze Linie aus,
welche gewoͤhnlich kurz iſt, und ſchon von der Mitte des Fluͤ⸗
gels ſich verliert, bisweilen aber auch mit einer Wendung
gegen die aͤußere Spitze des Hinterrandes fortdauert. Den
Raum zwiſchen beyden Linien erfüllt ein ſchmaler, bald un⸗
deutlicher, bald deutlicher Silberſtreif. Der Innenrand iſt
ſeiner ganzen Laͤnge nach erdgrau eingefaßt. Der ſchmale
Hinterrand iſt im Verhaͤltniß zu anderen Arten ſtark gerundet,
die Franzen ſind bald hellgrau, bald weiß; vor ihnen ſteht
eine Reihe ſchwarzer Punkte, welche nicht ſelten von der gel⸗
ben Grundfarbe theilweiſe oder ganz bedeckt werden.
Das Weib hat die Zeichnung des Mannes, die Faͤrbung
aber iſt duͤſterer, ſtaubiger, dennoch der Silberſtreif ebenfalls
oft vorhanden; bey einem Exemplare meiner Sammlung zeigt
ſich ſogar über der letzten Halfte jenes Streifes noch ein
zweyter ſilberner. Die Vorderfluͤgel ſind noch ſchmaler und
am Hinterrande nicht ſtumpf gerundet, ſondern mehr geſpitzt,
nach innen ſchraͤg weggeſchnitten, wie bey Ch. Aquilel-
Ius, und mehreren verwandten Arten.
Die Hinterfluͤgel beyder Geſchlechter find weißlich, ge⸗
gen den Hinterrand grau beſchattet, mit weißen Franzen.
Auf der Unterſeite iſt Alles hell aſchgrau, glaͤnzend.
Die Raupe blieb noch unbekannt, der Schmetterling
Re
119 BEN A
wurde von Hrn. D. Zincken bey Braunſchweig auf einem
freyen, ſandigen und ſonnigen Heideanger, zugleich mit Ch.
Fulgidellus entdeckt. Ich fand mehrere Stücke unter
meinen ungeſpannten Vorraͤthen, über welche ich aber keine
ſichere Nachweiſung der Heimath geben kann, da ich ſie als
Varietaͤten von Aquilellus nicht beſonders achtete.
Er ſoll nicht haufig ſeyn und feine Flugzeit vom An⸗
fange bis Ende nnen dauern. —
35. SELASELLUS
Chil. alis anticis latioribus pallidis, fascia longitu-
dinali media argentea, extus nigro septa, intus serrata,
apice bifida; postieis sublurido pallescentibus.
Hübner, Tin. Tab. 60. Fig. 403. (mas.) Fig, 0
(foem.) T. Selasella.
Germar u, Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
S. 92. N. 55. Ch. Selasellus. |
Von Selasellus lernte ich bis jetzt nur ein Paar
kennen, welches ſich in der Pode vin ' ſchen Sammlung be⸗
findet, die nach dem Tode des Beſitzers dem k. k. Muſeum
einverleibt wurde. Es ſtimmt gut mit den Huͤbner' ſchen
Bildern, noch mehr mit der von Hrn. D. Zincken a. ang.
O. gegebenen Beſchreibung, und ihr Unterſchied gegen hier
gefangene Varietäten von Aquilellus, die als Sela-
s ella mir vorkamen, iſt fo klar ausgeſprochen, daß über die
Rechte der wahren Art kein Zweifel bleibt. Ich kann keine
beſſere, als die angef. Beſchreibung des Hrn. D. Zincken
geben.
„Selasellus iſt fo groß als Aquilellus, und
den helleren Stuͤcken deſſelben (der erſten Varietaͤt), in Hine
ſicht der Zeichnung ſehr aͤhnlich.“
„Die Fuͤhler find oben gelbgrau, unterwaͤrts braun,
am Manne ſtark gekerbt. Palpen, Kopf und Rüden wie die
Vorderfluͤgel gefaͤrbt. Hinterleib und Füße gelblichweiß.“
A 120
„Die Vorderflügel find bey beyden Geſchlechtern verhaͤlt⸗
nißmaͤßig viel breiter, als bey Aquilellus; ihre Farbe
iſt dunkel ſtroh⸗ oder hell ockergelb, und längs der Mitte der⸗
ſelben zieht von der Einlenkung ein rein weißer, vorn ganz
gerader, und ſeiner ganzen Laͤnge nach mit einem ſchmalen
Schatten eingefaßter, immer mit einigen Sägezaͤhnen ver⸗
ſehener Silberſtreif hin, und theilt ſich in einiger Entfernung
vom Hinterrande gabelfoͤrmig in zwey feine Parallellinien,
welche ſich aber bald verlieren und den Hinterrand nicht er⸗
reichen. Der Hinterrand iſt breit, flach gerundet, faſt recht⸗
winkelig „ und hat einen gelbbraunen Saum, vor welchem -
eine Reihe ſchwarzer Punkte ſteht.“
„Die breiten Hinterfluͤgel ſind hellgelblichgrau, mit
gelblichweißem Franzenſaume.“ ö
(Die Unterſeite der Vorderfluͤgel iſt gelblich asc,
der Hinter fluͤgel hellgrau.) |
„Der Schmetterling fliegt von der Mitte July bis zur
Mitte Auguſt, wie alle Ruͤſſelſchaben, im Graſe, aber nur auf
ſehr naſſen Holzwieſen und in der Nahe von Erlenbruͤchen.“
„Ich habe — (fährt Hr. D. Zincken fort), dieſe Ruͤſ⸗
ſelſchabe hier bey Braunſchweig entdeckt, wo ſie auf den ihr
eigenen Platzen nicht ſelten iſt; ob dieſelbe auch in anderen
Gegenden vorkommt, weiß ich nicht; es kann aber wohl ſeyn,
da man fie, ihrer ſehr großen Aehnlichkeit mit Aquilellus
wegen, vielleicht mit dieſem verwechſelt haben mag. Wirk⸗
lich iſt dieſe Aehnlichkeit auf den erſten Blick ſo groß, daß
ſelbſt Hübner, welchem ich fie ſchon zwey Mal mit meh:
reren anderen zuſchickte, ſich lange nicht hat entſchließen koͤn⸗
nen, ſie als eigene Art abzubilden. Ich hoffe daher Ent⸗
ſchuldigung, wenn ich auf die vorzuͤglichſten Unterſcheidungs⸗
merkmale hier noch einmal kurz aufmerkſam mache.“
„Selasellus andert nie ab; von Aquilellus
findet man kaum zwey ganz gleiche Stücke.“
„Seine Fuͤhler ſind ſtark und ſichtbar gekerbt; bey
Aquilellus erſcheinen fie dem unbewaffneten Auge ar
ſchlicht borſtenfoͤrmig.“
5 0 „
Alle Fluͤgel find breiter, und beſonders die Vorder⸗
fluͤgel, welche hinten auch ſtumpfer gerandet find. Bekannt⸗
lich haben die Weiber faſt aller Ruͤſſelſchaben ſchmaͤlere Vor⸗
derfluͤgel, als ihre Maͤnner. Ein Weib des Selasellus
hat aber, wo nicht breitere, doch noch eben ſo breite und
ſtumpfe Vorderfluͤgel, als der Mann des Aquilellus.“
AAuf den Vorderfluͤgeln fehlt vor dem Hinterrande die
er er Querlinie eben ſo ſtandhaft, als Aquilel-
us folche ſtandhaft beſitzt.“
„Endlich iſt auch Ort und Zeit, wo ia
fliegt, von denen des Aquilellus verſchieden, wie ich ſeit
zehn Jahren, wo ich dieſe Schmetterlinge beobachte, allezeit
gefunden habe. Zwar trifft man Selasellus und Aqui-
lellus zuſammen an, doch nur in der erſten Haͤlfte des
Auguſt, wo Aquilellus, der mit jedem Grasplatze vor⸗
lieb nimmt, zu fliegen anfaͤngt, und ſich auf die Plaͤtze des
Selasellus verirrt. Fruͤher trifft man Selasellus
allein und allezeit nur auf feuchten Holzwieſen, ſpaͤter hinge⸗
gen, zu Ende Auguſt und Anfang September, wo Sela-
sellus ſchon aufgehört hat, kommt nur Aquilellus
allein und am haͤufigſten auf trockenen Grasplaͤtzen vor, wo
niemals ein Selasellus gefunden wird.“ )
54. INQUINATELLUS.
Chhil. alis anticis stramineis, plus minus ve fusco con-
g Spersis, maculis duabus mediis Iineisque duabus trans ver-
sis repandis fuscis, cilüs eimereis; posticis sublurido pal-
e ee
Hübner, Tin. Tab. 8. Fig. 54. (foem.) Text, S. 24.
N. 5. Zrübftaubige Schabe, T. Inquinatella.
Wien. Verz. S. 134. Fam. B. N. 10. Gelbliche, am
Innenrande truͤbe Schabe, T. Inquinatella.
) M. ſ. die Anmerkung bey Ch. Adippellus.
122 10
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 85. N. 10. —
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 128. N. 16.
T. In quinatella. |
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. bnenneed
8. 106. Anm. 133. T. Inquinatella.
Gérmar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
S. 105. N. 45. Ch. Inu III. B. S.
115. N. 41. b. (bey Ch. Aridellus.)
Groͤße, wie Pratellus. Die Fuͤhler des Mannes
ſind kaum ſichtbar gekerbt, die weiblichen noch feiner. Die
Palpen weißgrau und ſchwaͤrzlich beſtaͤubt, der Kopf und
Ruͤcken bleichgelb, der Hinterleib iſt hellgrau, feine erſten
Ringe ſind am lichteſten, die Fuͤße grau.
N Die Vorderfluͤgel führen ein truͤbes Strohgelb ohne
Glanz. Ueber die ganze Flaͤche, vorzuͤglich am Innenrande,
liegen einzelne dunkelbraune Atome. Die Hauptadern zeigen
ſich in ihrer ganzen Lange weißlicher, und man bemerkt da⸗
durch einen ſolchen verloſchenen Mittelſtreif. Zwey geſchwun⸗
gene ſchwarzbraune Linien laufen, die erſte in der Fluͤgel⸗
mitte, die zweyte naͤchſt dem Hinterrande, queruͤber. Sie
find am Vorderrande am ſchwaͤchſten, von der Hälfte an
ſtaͤrker, wo jede einen ſchwarzen, keilfoͤrmigen, ſchief gegen
die Wurzel gerichteten, Fleck bildet. Die Franzen ſind nach
innen mit einer weißen Linie, und einer ſchwarzen Punktreihe
vor ihr, eingefaßt; ſie glaͤnzen gewoͤhnlich matt, ſelten leb⸗
haft bleyfarbig.
Die Hinterfluͤgel zeigen ſich weißgrau mit gelblichem
Schimmer; die helleren Franzen werden von einer dunkeln
Linie umſchloſſen.
Unten find die Vorderfluͤgel aſchgrau, ihre Raͤnder gelb⸗
lich, die Hinterfluͤgel etwas bleicher als oberhalb.
Abaͤnderungen finden ſich ſelten; ſie entſtehen durch faſt
ganz braune, kaum gelbliche Faͤrbung des Grundes der Vor:
derflügel, oder auch durch bleicheres Weißgelb, mit wenigem
BR, '
N } 8 4 1
123
Braun. Dieſe letzte kommt bey'm Weibe vor, welches das
durch der Var. von Aquilellus, Var. 3. (Paleella,
F br. 5 1.) fehr ähnlich wird.
Der Schmetterling, deſſen erſte Stände nicht bekannt
ſind, fliegt in mehreren Gegenden Deutſchlands, auch in Un⸗
garn, Schweden und Rußland, von Mitte July bis Ende
August, haufig, auf trockenen Graswieſen.
5. C ONMBINELLUVSVS.
Chil. alis anticis pallide flavis fuscoque conspersis,
striga longitudinali medio alba, apice quadridigitata linea-
que transversa repanda alba terminata, ciliis intus ar-
genteis extus cinereis; posticis dilute cinereis.
Hübner, Tin. Tab. 7. Fig. 47. (foem.) Text, S. 28.
N. 22. Steinholzfarbige Schabe, T. Petrificella.
Wien. Verz. S. 519. Fam. B. N. 64. (Im Anhange):
Silberweiße, auswärts braungelbe Schabe, T. Com-
binella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 82. N. 3—4.—
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. A
S. 103. Anm. 126. T. Combinella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
S8. 94. N. 36. Ch. Petre
—
So groß wie Aquilellus. Palpen, Kopf und
Ruͤcken ſind hellgrau, die Fuͤhler oben truͤbweiß, unten braun,
bey'm Manne kaum ſichtbar gekerbt. Der Hinterleib und
die Fuͤße hell aſchgrau. !
Die Vorderfluͤgel zeigen fich kurz und breit, wie bey
Selasellus, aber von verſchiedenem Schnitte, der Hin-
terrand iſt nicht ſo ſtumpf rechtwinkelig, ſondern gegen den
Innenrand mehr abgerundet, und dadurch die Fluͤgelſpitze vor⸗
tretender. Ihre Grundfarbe iſt ein lichtes Korkbraun. Bey
424
allen verglichenen Exemplaren bleibt der Außenrand bis faft
zur Fluͤgelſpitze hell, nur mit einzelnen dunkleren kleinen
Strichen. Die Flache darunter und der ganze Franzenrand,
alſo die aͤußere Einfaſſung des in der Mitte ſtehenden weißen
Streifes, iſt aber viel tiefer braun, nur die Fluͤgelſehnen ſind
heller geſtrichelt. Aus der Wurzel entſpringt ein, ſich bald
mehr, bald weniger ausbreitender, weißer Laͤngsſtreif, mit
einzelnen braunen Atomen beſetzt. Er endigt, ſchief abge⸗
ſchnitten, an einer punktirten, mit weiß begraͤnzten, braunen
Bogenlinie. Der Innenrand ſpielt mit hellem Braun und
Weiß, und erſcheint wie abgewiſcht. Das Weiß uͤberhaupt,
vornehmlich des Mittelſtreifes, iſt auf friſchen Exemplaren
matt perlmutterartig glaͤnzend. Die Franzen ſind mit einer
zarten dunkelbraunen Linie eingefaßt, dann rein ſilbern , ng
den Spitzen wieder braun, zuletzt weiß.
Die Hinterfluͤgel haben einen hellaſchgrauen Gru,
mit dunklerer Beſchattung vor den weißen Franzen.
Unterhalb ſind die Vorderfluͤgel aſchgrau, heller am
Hinterrande, die Hinterfluͤgel weiß mit braͤunlichem Anfluge.
| In Defterreich und Ungarn. Die Flugzeit fol in der
Mitte July ſeyn. Ziemlich ſelten. ö ak
36. CONTAMINELLUS.
Chil. alis anticis testaceis, puncto medio lineaque
transversa submarginali repanda fuscis; posticis cine-
rascentibus margine subumbratis.
Hübner, Tin. Tab. 9. Fig. 59. (foem.) Text, ©. 24.
N. 4. Schmutzige Schabe, T. Contaminella.
Germar u. Zin cken, Magaz. d. Entomol. II. B.
S. 107. N. 45. Ch. ee ee
Die Hübner’ ſche Abbildung iſt nicht zum Beſten ge⸗
rathen. Das Ausmaaß der jetzigen Art bleibt etwas unter
Aquilellus, faſt wie Culmellus. Palpen, Kopf
125
und Ruͤcken find, gleich den Vorderflügeln, dunkel korkbraun, |
der Hinterleib und die Fühler heller braun, die Füße grau.
Die Vorderfluͤgel zeigen ſich ſchmal, am Hinterrande
ſtumpf gerundet. Ihr Grund iſt dunkel lehmfarbig, ohne
Glanz. Die Hauptſehnen ſind etwas heller, auf der Haͤlfte
der mittelſten ſteht ein tiefbrauner Punkt. Vor dem Hinter⸗
rande laͤuft eine, aus Punkten beſtehende, geſchwungene
braune Querlinie. Zuweilen aber verſchwinden Punkt und
Linie, und die Flaͤche iſt nur ſehnig geſtreift. Die Franzen
ſind gelbgrau, von einer weißlichen Linie und ſehr feinen,
kaum ſichtbaren, Punkten vor dieſer, begraͤnzt.
Die Hinterfluͤgel bleiben n braungrau, die Fran⸗
zen weißlich gelb. |
Unten find die Vorderfluͤgel hellbraun, die hinteren
weißlich mit braunem Schimmer.
Um Wien und Augsburg im July. Wenig beobachtet
und noch ſelten. | |
39. LUTEELLUS.
Clil. mas.: alis antieis ochreaceis, lineolis duabus
transversis ee fuscis obsoletis; posticis cinereis.
N Fo em.; alis anticis murinis striis longitudinalibus
pallidioribus; posticis fuscis.
Hübner, Tin. Tab. 8. Fig. 55. (mas. ) Text, S. 24.
N. 6. Ockergelbe Schabe, T. Ochrella.
— — Tab. 5. Fig. 48. (foem. ) Text, S. 30.
N. 31. Moderholzfarbige Schabe, T. Exsoletella.
Wien. Verz. S. 134. Fam. B. N. 14. Ockergelbe
Schabe, T. Luteella.
Tlliger, N. Ausg. dess. II. B. S. 86. N. 14. —
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Aumerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 108. Anm. 157. T. Luteella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
S. 100. N. 40. Ch. Behr s.
126
Götze, entom, Beytr. III. Th. 4. B. S. 129. N. 19.
. Luteella.
N ı]
Auch die jetzige Art hat das Schickſal gehabt, immer:
fort falſch beſtimmt zu werden; und nur mit vielfaͤltiger
Muͤhe, indem ich hier alle aͤlteren Sammlungen durchſuchte
und zugleich aus mehreren Gegenden von Deutſchland Exem⸗
plare verſchrieb, gelang es mir, Nachſtehendes aus zumitteln,
das ich als Reſultat aufſtellen darf.
Luteella, W. V. iſt gewiß Ochrella und
Exsoletella, Hbr. alſo Ochrellus Zk. Die von
Hrn. D. Zincken gegebene Beſchreibung ift meifterhaft, es
laßt ſich nichts Beſſeres thun, als ſie beyzubehalten. 1
Einen ganz andern Schmetterling beſaßen die Wiener
Sammler als Ochrella, Hbr. Fig. 55. den ich ſpaͤter
unter dem von mir gegebenen Namen: Chrysellus,
aufſtelle. So wenig er bey uns ſelten iſt, ſo unbekannt
ſcheint er noch im Auslande zu ſeyn. Wo er vorkam, wurde
er fir Contaminella, Hbr. Fig. 59. erklart. Aber
nur eine oberflachliche Prüfung zeigt den Irrthum, wenn man
auch die wahre Contaminella (unſern Contami-
nellus) nicht zum Vergleiche beſitzt. Von dem, mit Si-
lacellus am naͤchſten verwandten, Chrysellus bleibt
noch die Abbildung zu wuͤnſchen.
Endlich iſt, vornehmlich im Bezug auf Hrn. v. Char⸗
pentier's Nachricht, S. 108. Anm. 158. |. Wks. zu be⸗
merken, daß in der Schiffermuͤller' ſchen Sammlung ſich zwey
übelerhaltene Exemplare von Convolutella befinden,
die wahrſcheinlich Weiber von Luteellus waren. Es
kann Convolutella nirgendshin mit Gewißheit gezogen
werden.
„Ochrellus iſt in der Größe gleich Deliellus.
Die Vorderfluͤgel ſind aber breiter, und beyde Geſchlechter
verſchieden gefarbt und gezeichnet.“ 8
„Der Mann hat mäßig gekerbte Fuͤhler, dieſe, Palpen,
127
Kopf und Rücken find von gleicher Farbe mit den Vorder:
fluͤgeln, Hinterleib und Fuͤße hellgrau.“
„Die Vorderfluͤgel zeigen ſich einfarbig ockergelb oder
rothbraun; ohne Glanz. Quer uͤber ſie hin laufen zwey
verloſchene, einwaͤrts gekruͤmmte, winkelig gebogene, dunkel⸗
braune Linien, eine über die Mitte, die andere dem Hinter⸗
rande naͤher. An den meiſten Stücken fehlen dieſe Querli⸗
nien ganz, oft ſieht man ſie auch nur unvollkommen und theil⸗
weiſe, ſehr ſelten ſind ſie vollſtaͤndig ſichtbar. Der ziemlich
breite Hinterrand iſt ſtumpf gerundet, und hat einen aſch⸗
grauen Saum.“
„Die Hinterfluͤgel ſind bellaſchgrwa⸗ ihre Franzen gelb⸗
lichweiß.“ |
„Das Weib iſt durchaus dunkler gefaͤrbt. Palpen,
Kopf und Ruͤcken zeigen ſich gelbgrau, Hinterleib und Füße
tief aſchgrau.“
„Die Vorderfluͤgel find dunkel maͤuſegrau, mit gleich⸗
farbigem Saume, und durch die helleren Sehnen der ganzen
Länge nach gelbgrau geſtricht. Quer über die Fluͤgelbreite,
jenſeits der Mitte derſelben, läuft nur eine winkelig geſchwun⸗
gene dunklere Linie, die aber gleichfalls ſehr verloſchen iſt,
und in den meiſten Faͤllen ganz fehlt.“
„Die Hinterflügel find dunkelgrau, mit weißlichen
Franzen.“
Auf der Unterſeite ſind beyde Geſchlechter faſt gleich.
Die Vorderfluͤgel aſchgrau mit hellerem gelblichen Schimmer
gegen die Raͤnder, die hinteren weißgrau, ebenfalls gelb
ſchimmernd. Das Weib bleibt auch hier etwas dunkler.
Die Raupe iſt nicht bekannt. Der Schmetterling wird
in Oeſterreich, Niederſachſen und Bayern, von der Mitte
Juny bis zur Mitte July, auf trockenen mit Gras bewach⸗
ſenen Stellen in ſandigem Boden gefangen.
f
eine Reihe feiner brauner Pünktchen.
Da
128
58. LITHARGYRELLUS.
Chil. alis anticis lithargyreo nitidulis, Iurido sub-
striatis; posticis sublurido pallescentibus.
Hübner, Tin. Tab. 33. Fig. 227. (foem.) Tert; S.
30. N. 32. Glimmernde Schabe, T. Lithargyrella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
S. 99. N. 39. Ch. Lithargyrellus.
Lithargyrellus, obwohl in unſeren Gegenden
einheimiſch, war, in Wien wenigſtens, vor kurzem noch un⸗
bekannt. Die wirklich ſchlechte, wie nicht fertig aus⸗
ſehende, Hübner’ ſche Abbildung mochte zu Irrungen den
erſten Anlaß gegeben haben. Waͤhrend man die wahre Art
bald als Aquilellus, Var., bald unter neuen willkuͤhr⸗
lichen Namen beſtimmte, erklaͤrte man die gelbliche, dunkel⸗
geſtrahlte Abaͤnderung des folgenden Perlellus, für Li-
thargyrellus, Hbr. Mifßtrauiſch durch Uebergaͤnge
und Hrn. D. Zincken's Beſchreibung, bewarb ich mich
um Exemplare von mehreren Gegenden des Auslandes, er⸗
hielt beſſere Auskunft und fand nun, ſelbſt unter meinen hier
geſammelten Vorraͤthen einige Stuͤcke. Dringend noͤthig wäre
eine gute bildliche Darſtellung.
Der wahre Lithargyrellus ift größer als Per
lellus, oft wie ein anſehnlicher Aquilellus. Die
Fuͤhler ſind ſchwach gekerbt, braungrau, am Anfange weiß⸗
lich. Palpen, Kopf und Ruͤcken tragen die Farbe der Vor⸗
derflügel. Der Hinterleib iſt grau, bey'm Manne mit einem
gelben Afterbuͤſchel. FR |
Die Vorderfluͤgel zeigen ſich im Grunde matt glänzend
filberglättfarbig, und hellgelb der Länge nach verloſchen ge⸗
ſtrahlt, fo, daß die Sehnen lichter als die Flaͤche bleiben.
Zuweilen läuft noch unter dem Vorderrande ein truͤber, lehm⸗
farbiger Streif. Sonſt ſieht man keine Zeichnung, die Fran⸗
zen erſcheinen gelbgrau, und vor ihnen ſteht, kaum ſichtbar,
129 \
Die Hinterflügel fi f nd gelblich. hellgrau, mit wenig helles
ren Franzen.
Unterhalb ſind die Vorderfluͤgel aſchgrau, die hinteren
weißgrau, alle mit etwas Metallſchimmer.
Das Weib iſt, wie bey Perlellus, etwas Atelier
als der Mann, und hat, wie dieſes, ſchmaͤlere Flügel |
Die Raupe ift nicht befannt, der Schmetterling fliegt
im Auguſt auf trockenen, fandigen, mit Gras und Heide
bewachſenen Stellen. Um Braunſchweig, Augsburg und
Wien. ü
59. PER L EL IL US.
Chil. alis anticis margaritaceis unicoloribus; posti-
eis einereis, ciliis has:
Var. al. ant. strigis longitudinalibus luridis.
Hübner, Tin. Tap, 0 Fig. 40. (mas.) Text, ©. 50.
N. 35. Perlglaͤnzende Schabe, T. Perlella.
Wien. Verz. S. 154. Fam. B. N. 11. Glaͤnzend perl⸗
farbige Schabe, T. Perlella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 85. N. 11. —
Fa br. Ent. Syst. III. 2. 296. 38. T. Argentella.
— — Suppl. 47 1. 42. Cramb. Argen-
teus.
Schrank, Faun. boic. II. B. 2. Abth. S. 102. N.
1795. T. Perle lla.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 142. N. 159.
T. Perlella.
Knoch, Beytr. I. St. S. 68. Tab. 4. Fig. 6. T. Per-
lella.
Scopoli, Ent. Carn. p. 243. N. 925 Ph. Perlella.
Thunberg, resp. Wenner, Diss. ent. T. Deal
bella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
S. 97. N. 58. Ch. Perlellus.
IN. 1. i 3
130
— — —
Allgemein bekannt. Gewoͤhnlich etwas kleiner, als f
Aquilellus und der vorige Lithargyrellus. Par
pen, Kopf und Ruͤcken weißlichgrau, auch mit gelbem Scheine.
Die Fuͤhler oben weiß, unten ſchwarzgrau, am Manne ſchwach
gekerbt. Der Hinterleib grau, ſo wie die Fuͤße.
Die Vorderfluͤgel weiß, perlfarbig glaͤnzend, ohne alle
Zeichnung, nur der Vorderrand zuweilen gelblich geſaͤumt.
Die Hinterfluͤgel einfach grau, ihre Franzen lichter,
truͤbweiß. |
Unterhalb die Vorderfluͤgel tief aſchgrau mit weißem
Vorderrande, die hinteren hellgrau, alle Franzen weiß.
Abänderungen kommen öfters vor. Erſtens: im Aus⸗
maaße; wo der Schmetterling nicht anſehnlicher, als Pra-
tellus iſt; zweytens: und vorzuͤglich in der Faͤrbung der
Vorderfluͤgel, uͤber welche, der ganzen Laͤnge nach, ausge⸗
zeichnete bleyfarbige, oder auch ſchwaͤrzliche Strahlen ziehen.
Der Vorderrand und die Raͤume zwiſchen den Strahlen glaͤn⸗
zen dann gelblich, und dieſe Varietät wurde lange Zeit in
Wien fuͤr Lithargyrellus, Hbr. gehalten, wozu die
mißrathene Abbildung Fig. 227. das ihrige beitrug. (M. ſ.
bey der vorigen Art.) 1 2
Das Weib hat ſchmaͤlere Vorderfluͤgel als der Mann,
und iſt ſeltener. | |
Man findet Perlellus von der zweyten Halfte des
Juny bis Ende July, auf Wieſen und trockenen Viehweiden,
in Menge, uͤberall in Deutſchland, wie in anderen Laͤndern.
Dennoch blieb die Raupe bis jetzt unbeobachtet. |
—
40. SILA CELL US.
Chil. palpis porrectis; alis anticis pallide ochrea-
ceis unicoloribus; pesticis cinereis.
Hübner, Tin. Tab. 54. Fig. 232. (mas.) Text, S.
37.N. 23. Einfarbige Schabe, T. Silacella.
—— Pyr. Tab. 8. Fig. 47. (foem.) Pyr. Ochrealis.
*
*
2 2
Wien. Verz. S. us Fam. B. N. 28. Gel ore gelber
Zuͤnsler, Pyr. Ochrealis.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 23. N. 28.—
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 25 1. 383. Ph. Ochrealis.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. er N. 56.
Pyr. Ochrealis.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
ange ni. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 18. Anm. 28. Pyr. Ochrealis.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
S. 10%. N. 46. Ch. Sila cellus.
Schon im III. Bde. d. Wks., S. 92. bey Bot.
Ochrealis, hatte ich Veranlaſſung, dieſer jetzigen Art
zu erwaͤhnen. Ueber ihren Gattungs- und Namenstauſch
wolle man dort das Weitere nachleſen. |
Silacellus hat die Größe von Perlellus. Die
vorgeſtreckten Palpen, Kopf und Rüden find hoch ockergelb.
Die mannlichen Fühler ſchwach gekerbt, die weiblichen fchlicht
borſtenfoͤrmig. Der Hinterleib iſt aſchgrau, der Afterbuͤſchel
gelb.
Die Vorderfluͤgel zeigen ſich kurz und am Hinterrande
beſonders breit, nicht ſo gerundet, wie Huͤbner's Abbil⸗
dungen fie darſtellen, ſondern gerade und gegen den Innen⸗
winkel etwas weggeſchnitten. Ihre Faͤrbung iſt hoch ocker⸗
gelb, ohne alle Zeichnung, nur die Franzen ſind weißlicher.
Die Hinterflügel bleiben hellgrau, mit gelblichem
Scheine. Der Franzenrand iſt zuweilen bindenartig dunkler,
die Franzen ſelbſt ſind lichter und werden von einer feinen
gelblichen Linie nach innen begraͤnzt.
Die Unterſeite der Vorderfluͤgel iſt aſchgrau, an allen
Raͤndern gelblich, jene der Hinterfluͤgel gelblich weiß.
Das Weib hat etwas ſchmaͤlere, gewoͤhnlich bleichere
Vorderkügel, und dunkelgraue Hinterfluͤgel, iſt auch ſeltener,
als der Mann.
| 32
1
Die Flugzeit iſt im July, auf trockenen e in
Oeſterreich und Ungarn.
\
—
41. HRT SELL US.
Chil. palpis, capite thoraceque albidis; alis anticis
pallide ochreaceis, puncto medio unico, ad angulum in-
ternum duobus, nigris; posticis cinereis.
Chrysellus nenne ich die noch nicht beſchriebene
und unabgebildet gebliebene Art, deren ich ſchon bey Lu te-
ellus (Ochrellus Zk.) gedachte. Der Schmetterling
kommt um Wien und in Ungarn nicht ſelten auf trockenen
Bergwieſen im July vor, und wurde, ſehr irrig, bey uns fuͤr
die weit verſchiedene T. Ochrella, Hbr. Fig. 55. (uns
ſern Luteellus), gehalten. Bey naherem Vergleiche mit
der Abbildung widerſpricht aber ziemlich Alles: Größe, Fluͤ⸗
gelſchnitt und Faͤrbung. Herrn D. Zincken's treffliche
Beſchreibung von Ochrellus, und die von mehreren Sei⸗
ten empfangenen Exemplare haben mich uͤber den Letzteren
beſſer belehrt, und veranlaßt, den Erſteren, wie oben, zu Pe
zeichnen.
Unſer Chrysellus hat die Größe, Geſtalt und faſt
auch die Farbe von Sila cellus. Die Palpen find lang,
weißgrau, in den Seiten braungrau. Kopf und Ruͤcken weiß,
die Schulterdecken mit Gelb gemiſcht. Fuͤhler, Hinterleib
und Fuͤße weißgrau.
Die Vorderfluͤgel fuͤhren einen goldgelben, gegen den
Hinterrand vornehmlich zum Pomeranzenfarbenen ſich nei⸗
genden, am Innenrande bleicheren, weißlichen Grund. Durch
dieſen ziehen zwey Querlinien, eine meiſtens nur theilweiſe
bey'm Innenrande ſichtbare, faſt gerade, auf der unter der
Mitte ein deutlicher ſchwarzer Punkt ſteht, die zweyte, unfern
vom Hinterrande, ganz und gebogen. Die Franzen ſind zu⸗
weilen erſt ſilberweiß und an den Spitzen, oder auch durch⸗
aus, braungrau, mit Metallglanz. Vor dem Winkel des In⸗
*
133
nenrandes finden fich zwey deutliche ſchwarze, weißumzogene
Punkte.
Franzen.
—
Die Hinterfllget zeigen fich aſchgrau mit geschweige
Unten find die Vorderfluͤgel dunkel aſchgrau, alle Rin-
der mattgelb, die Hinterfluͤgel weißgrau.
Das Weib iſt bleicher, weißlicher als der Mann, und
ſchmaͤler gefluͤgelt.
F. A M. D. 42. MER CU REL LUS.
Chil. pal pis, capite thoraceque supra cinereis; alis
anticis canis, strigis duabus transversis dentato repandis
signoque medio & fuscis; ciliis cano cinereoque variis;
postieis canis nitidulis.
Hübner, Tin. Tab. 54. Fig. 251. (foem.) Text, S
32. N. 5. Ausartende Schabe, T. Crataegella.
Wien. Verz. S. 135. Fam. B. N. 20. Weißliche 1 5
mit grauen Querflecken, T. Pyralella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 87. N. 20.—
Linné, S. N. 1. 2. 892. 400. T. Mercurella,
Faun. Suec. Ed. 2. N. 1441.
De Villers, Ent. Linn. T. II. pag. 475. N. 891.
L' Alchimiste. T. Mercurella.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 105. N. 400.
T. Mercurella. 5 4
— — — — — 8. 129. N. 25.
T. Pyralella. 0
v. Char pentier, die Zünsler u. s. W. Ach Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 110. Anm. 143. T. Pyralella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
S8. 109. N. 47. Ch Me ae
Stets bereit, Wahrheit anzuerkennen, wo ich fie finde,
und mein Beginnen, ob auch kaum merkbar, dadurch voll:
kommener zu machen, zeige ich zuerſt an, daß mich ſtrengere
134
Prüfung der naͤchſtfolgenden zwey Arten bewog, dieſelben aus
dem G. Hercyna, im VII. Bde. d. Wks., S. 183. u. f.
hierher, als beſondere Familie, zu verſetzen. Mere u-
rella, Linn. aber, welche mir damals unbekannt war
und zu jenen beyden gehoͤrt, erſcheint an der Spitze, und die
Entdeckung ihrer Naturgeſchichte loͤſt vollends jeden Zweifel,
welche Stelle für Alle die gebührendfte fey. *)
Mercurellus, in Groͤße wie der folgende Du-
bitellus, gleich Falsellus, iſt auf den erſten Blick
mit Dubitellus leicht zu verwechſeln. Selbſt in der
Schiffermuͤller'ſchen Sammlung befinden ſich angebliche vier
T. Pyralella, alle gewiß aus alter Zeit, aber nur
drey gehoͤren hierher; ein Stuͤck iſt von der folgenden Art.
Die Fühler ſind oben grau, unten braun, am Manne ſchwach
gekerbt. Die Palpen an den Seiten ſchwarz, oben, ſo wie
Kopf und Ruͤcken, aſchgrau. Hinterleib und Fuͤße braun⸗
grau. er |
Die Vorderfluͤgel trägt dieſer und die zwey kuͤnftigen
Schmetterlinge flach dachfoͤrmig uͤber einander gelegt, und,
) Im VII. Bde. m. Wks. S. 185. folgt auf Amb i-
gualis (jetzt Ambiguellus), eine neue Art aus
Dalmatien, Mendaculalis, welche der ſel. Podevin
zu den obgenannten rechnete. Ich bemerkte ſchon dort,
daß ſie einer Eule naͤher, als einem Zuͤnsler komme.
Mehrere von der ſeltenen N. Velox, Hbr. Tab. 110.
Fig. 515. ſeitdem erhaltene Stuͤcke zeigen mir deutlich,
daß beyde ſehr nahe verwandte Arten nicht von einan—
der getrennt werden duͤrfen. Velox aber gehoͤrt wie—
der untrennbar zum G. Anthrophila (V. Bd.
S. 273.).
Nach dieſen Verbeſſerungen wird alſo kuͤnftig im
G. Hercyna auf Alpestralis wahrſcheinlich Phry-
gialis, Hbr. Tab. 7. Fig. 42. und Sericalis,
Tab. 7. Fig. 43. und dann ſogleich Normalis, Hbr.
Tab. 14. Fig. 92. (VII. Bd. S. 186. m. Wks.),
folgen. f **
'
135
nicht wie die übrigen dieſer Gattung, mehr ſenkrecht an den
Leib gedruͤckt. Dieſe Fluͤgel ſind hellgrau oder greis, ohne
Glanz. Quer uͤber ſie hin ziehen zwey ſchwarzbraune Quer⸗
ſtreifen; der erſte vor der Mitte iſt ſchwarz gebogen, ſaͤge⸗
zähnig, und auf ihm ſtehen zwey kleine gegen den Hinterrand
gerichtete Zapfenmakeln, der andere „jenſeits der Mitte gele⸗
gene, iſt gleichfalls ſaͤgezaͤhnig, winkelig gebogen, und nach
hinten weißlich eingefaßt. Zwiſchen beyden Querſtreifen in
der Mitte liegt, gegen den Vorderrand zu, eine ſchwarze,
einem griechiſchen 7 oder noch mehr dem gewöhnlichen Mer⸗
kurzeichen aͤhnliche, etwas dunkel umſchattete Figur. Der
weiße Punkt darin, deſſen Linne erwahnt, zeigt ſich nicht
immer deutlich. Der Raum zwiſchen dem zweyten Quer:
ſtreife und dem Hinterrande ift dunkelbraun und hellgrau ges
ſcheckt, oder genauer genommen, hellgrau, mit einem großen
dunkelbraunen Wiſch in der Fluͤgelſpitze, einem aͤhnlichen im
Innenwinkel, und einem dritten, zwiſchen beyden in der
Mitte, dicht vor dem Hinterrande. Der Hinterrand iſt ſtumpf
gerundet und die Franzen ſind gelblichweiß, nach innen von
braunen, weiß umzogenen kleinen Flecken begraͤnzt.
Die Hinterfluͤgel zeigen ſich braͤunlichweiß, gegen die
weißen Franzen dunkler, mit ſchwachem ſeidenartigen Glanze.
Die Unterfeite aller Flügel iſt gelblichweiß, mit einer
feinen Bogenlinie gegen ihre Mitte.
Dem thätigen Eifer meines Freundes, Herrn Fiſcher
von Roͤslerſtamm, danke ich folgende Nachrichten uͤber
die erſten Stande. Er ſchrieb mir: „So ſehr gemein die
Raupe bey uns iſt, ſo uͤberſah ich doch, ſie nach der Natur
zu beſchreiben, glaube aber, nicht nach dem Gedaͤchtniß zu
fehlen. Ich erzog ſie zu Hunderten, um zu erfahren, ob
Dubitellus vielleicht nur eine Varietaͤt von Mercu -
rellus ſey, allein niemals erhielt ich den erſtern, ſondern
blos durch Fang im Freyen, und immer nur ſelten. Die
Raupe des letztern lebt, wie jene von Falsellus und zu
gleicher Zeit, unter erdigem dicken Mooſe auf Steinen, in
eben ſo geſtalteten Hoͤhlen und Gaͤngen, iſt erdgrau, und
136
überhaupt der Fals el lus-Raupe fo ahnlich, daß nur ein
geuͤbtes Auge ſie zu unterſcheiden vermag. Doch ſind jene
Flecke, worauf die kleinen, ſchwarzgrauen Waͤrzchen ſtehen,
kleiner und nicht ſo glaͤnzend wie dort. Der Kopf iſt braun,
das Nackenſchild etwas heller.“
„Sie verwandelt ſich in ihrer Höhle im Juny. Die
Puppe iſt hellbraun.“
„Der Schmetterling erſcheint noch im naͤmlichen Mo⸗
nate, und man findet ihn bis Ende July haͤufig, an Keinen
und Fichtenſtaͤmmen ruhend.“
Um Wien iſt er ſeltener, doch fing ich ihn in ee Zeit
mehrmals.
45. DUBITELELUS
Chil. alis anticis niveis, macula irregulari olivacea
strigisque tribus transversis repandis, prima baseos fusco
olivacea, altera post medium tertiaque terminali niveis,
margine postico nigro; posticis ex fusco albidis.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
S. 111. N. 48. Ch. Dubitellus.
Treitſ chke, die Schmetterlinge v. Europa, VII. OR S.
183. N. 5. Her c. Dubitalis.
Hübner, Tin. Tab. 24. Fig. 167. (foem.) Nett, S.
32. N. 2. Zünslerartige Schabe, T. Pyralella.
‚Pyral. Tab. 8. Fig. 49. (mas.) P. Dubitalis.
Fabr. Ent. Syst. Suppl. 1 5 58. Cramb. Mer-
curii. )
Aus dem bey Mercurellus weitlaͤufiger Geſagten
erhellt, wie zart die Unterſcheidungszeichen jener und der jetzi⸗
Fabr. bezieht ſich auf Mercurella, Linn, er hat
aber (vielleicht nach Wiener Exemplaren, die zur jetzigen
Art gehoͤrten), die Bezeichnung dergeſtalt veraͤndert, daß
fein Cramb. Mercurii nicht anders als hierher ges
ſtellt werden kann.
137
gen Art ſeyen. Ich trage deshalb hier, in Bezug auf meine
frühere Beſchreibung (als Dubitalis), nicht nur die ferner
hinzukommenden Citate, ſondern auch einiges dort nicht ange⸗
fuͤhrte, von Hrn. D. Zincken trefflich Dargeſtellte, nach,
das mir damals, als ich Mercurellus nicht kannte, we⸗
niger erheblich ſchien.
Dubitellus hat wie bey Jenem gebildete, nur
ſchwaͤrzlichere Fuͤhler, die Palpen find ſchwarz, Nebenpalpen,
Stirn, Nacken und Ruͤcken truͤbweiß. Die Füße zeigen ſich
weißgrau oder braͤunlich, wie die Hinterflügel und der Hin⸗
terleib, welcher letztere weiße Gelenkringe und bey r m Manne
einen gelblichen Afterbuͤſchel führt.
Die Vorderfluͤgel ſind truͤbweiß und mit Fam braunen
Atomen duͤnn beſtreut. Quer über die Flaͤche laufen drey
geſchwungene, nicht gezaͤhnte Querſtreife. Der erſte vor der
Mitte iſt graubraun und olivengelb gemiſcht, und wie der des
Mercurellus gebogen, auch ſitzen auswärts auf ihm,
wie an jenem, zwey laͤngliche Zapfenmakeln, die, mehr oder
weniger mit grauem Staube bedeckt, oft ganz rein oliven-
farbig oder lehmgelb, ſchwarz umzogen erſcheinen. Der
zweyte Querſtreif, jenſeits der Mitte, iſt weiß, nach innen
etwas braun angelegt, hat uͤbrigens aber dieſelbe Lage und
Richtung, wie der ihm aͤhnliche bey Mercurellus. Hin⸗
ter dieſem Streife iſt der Raum ſchwarzbraun, und in ihm
läuft der dritte Querſtreif, welcher weiß und etwas geſchlaͤn—
gelt iſt, dicht vor dem Hinterrande her. Zwiſchen den beyden
erſten Querſtreifen, an derſelben Stelle, wo bey Mercu-
rellus das x Zeichen ſteht, ſieht man einen hell olivenfar⸗
bigen, zuweilen lehmgelben, mit einer ſehwarzen Linie einge—
faßten, Fleck, der ungefähr. die Form einer, auf beyden Geiz
ten eingedruͤckten, Nierenmakel hat. Der Hinterrand iſt
ſtumpf gerundet, die Franzen ſind nach außen erſt dunkler,
dann heller lehmgelb gefaͤrbt, und mit einer zarten ſaͤgezaͤhni—
gen Linie begraͤnzt, die zuweilen auch unzuſammenhaͤngend |
in einzelne Punkte zerfällt.
Die Hinterflügel find, wie ſchon erwahnt, weißgrau,
j
r *
*
138
mit gleichfarbigen Franzen, am Außenrande braungrau um⸗
ſchattet. Das Weib hat hier eine dunklere, faſt einfach
braungraue Flaͤche.
Unterhalb zeigen ſich die Vorderfluͤgel aſchgrau, die
hinteren weißgrau. Die Zeichnungen von der Ober ſeite ſchei⸗
nen verloſchen durch.
Der Schmetterling kommt, eben nicht ſelten, bey uns
im Juny und noch in den erſten Tagen des July vor. Ich
fing ihn auf Bergen, Hr. D. Zincken aber, ſchon nach der
Mitte Juny, an einem, vor einer Gartenhecke befindlichen,
mit Schilf und Wollweiden bewachſenen Graben.
Die Raupe blieb noch unbekannt.
44. AMBICUELBUS
Chil. alis anticis ex fusco cinerascentibus, maculis
fuscis, Iinea PDA; posticis un,
Treitſ chke, die Schmetterlinge v. Euros, VII. Bd. S.
184. N. 6. Her c. Ambigualis.
1
Zu der a. angef. O. gegebenen Beſchreibung erinnere
ich nur noch, daß dieſe Art gewöhnlich größer „ als die bey⸗
den vorigen iſt. Manche Stuͤcke haben einen zarten blaͤulich
grauen Grund, andere zeigen ſich mehr braͤunlich grau. Ich
erhielt den Schmetterling ſeitdem auch aus der Gegend von
Laybach in Kaͤrnthen.
139
>
GENUS CXXXYI. PHYCIS.
Nach Herrn D. Zincken, gen. Sommer Be
entomol. Magaz. III. Bd. ©. 118.)
„Es ſteht dieſe Gattung der vorigen, Chilo, am
naͤchſten, unterſcheidet ſich aber beſonders durch die eigene
Geſtalt der Fuͤhler, durch die verſteckt liegenden Nebenpalpen,
durch die zuſammengerollten Fluͤgel, und endlich durch die
Lebensart und Raupe.“
„Der Sauger iſt aufgerollt, ſtark und hornartig. Die
Palpen kommen als Gattungsmerkmal hier nicht in Betracht,
da fie in dieſer Gattung von ſehr verſchiedenem, von einander
abweichenden, Baue erſcheinen. Um fo mehr zeichnen fich
die Fuͤhler aus. Dieſe ſind borſtenfoͤrmig, etwas kuͤrzer als
der Körper, weder gekaͤmmt, noch gefranzt, an der Wurzel
ſtark und am Ende in eine feine Spitze auslaufend, fie find '
uͤber den Augen auf der Mitte des Kopfes nahe bey einan⸗
der eingeſetzt, und ſteigen neben einander gerade auf: das
Wurzelglied iſt lang und ſtark, und uͤber demſelben macht der
Schaft einen kleinen Bogen nach außen, deſſen Hoͤhlung nach
innen, dem entgegengeſetzten Fuͤhler zugekehrt iſt. Dieſer
Bogen iſt bey'm Weibe ſchwaͤcher als bey'm Manne und bey
letzterem in den mehreſten Faͤllen mit mehr oder weniger kur⸗
zen Haaren und Schuppen ausgefuͤllt, wodurch an dieſer
Stelle eine Art Knoten oder aufſtehender Haarbuſch (orista)
gebildet wird. In der Ruhe legt das Inſect die Fuͤhler nicht
wie die Chilonen und die mehreſten anderen Schaben unter
die Fluͤgel ein, ſondern uͤber den Ruͤcken nach hinten. Die
Flügel ſind zuſammengerollt, wie bey der Gattung Li tho
sia, die vorderen lang und ſchmal mit gerundetem Hin⸗
terrande, die hinteren breit und halbkreisfoͤrmig. Als Schmet⸗
terling halt ſich das Thier groͤßtentheils niedrig auf der
Erde und im Graſe auf.“
3
140
„Die Raupen ſind ſechszehnfuͤßig, nackt, und leben,
fo viel deren bekannt find, ſaͤmmtlich auf baum- und ſtrauch⸗
artigen Pflanzen, theils in dutenfoͤrmig eingerollten Blättern,
theils in roͤhrenfoͤrmigen, langs den kleineren Zweigen be:
feſtigten Geſpinnſten, theils in Kanalen innerhalb verſchie⸗
dener Samenkapſeln verborgen.“
„Die Verwandlung geſchieht auf oder in der Ober:
flaͤche der Erde.“
Hr. D. Zincken machte keine ferneren Unterabthei⸗
lungen; ich finde aber bey der Zuſammenſtellung allerdings
bedeutende Verſchiedenheit in der Fluͤgelform, und glaube
drey Familien begruͤnden zu koͤnnen. |
Fam. A. Schmetterlinge mit kurzen, am Hinter:
rande breiten, faſt dreyeckigen Vorderfluͤgeln.
Fam. B. Mit langen, ſchmalen, am Hinterrande
faſt geraden, nach der Länge geftreiften Vorderfluͤgelln.
| Fam. C. Mit langen, ſchmalen, am Hinterrande
abgerundeten, mit Querlinien verſehenen Vorderfluͤgeln.
Phyeis, ein Fiſch, bey Aristoteles und Pli-
nius. Ruͤckſichtlich der Art und Schnelligkeit, mit welcher
dieſe Schmetterlinge bey naher Gefahr auf der Erde fort⸗
laufen, und wie die Fiſche, durch ruckweiſes Fortſchießen 8
Feinden zu entgehen ſuchen.
141
FAM. A: 1. LIGNELLA.
Phye. alis anticis testaceis, strigis longitudinalibus,
margine antico eiliisque rubro brunneis; posticis fuscis.
Hübner, Tin. Tab. 9. Fig. 57. (mas.) Text, ©. 30.
N. 29. Holzgraue Schabe, T. Lignella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
S. 105. N. 45. Ch. Lignellus.
Der ſel. Mazzola theilte Herrn Huͤbner zwey
Schmetterlingsarten mit, die derſelbe unter Fig. 35. und
Fig. 57. lieferte. Fig. 35. hatte Mazzola Lignella
genannt, und unter dieſem Namen findet man fie noch in ſei—
ner, jetzt dem k.k. Muſeum gehörenden, Sammlung. Aus
Verſehen ließ aber Herr Hübner, unter Fig. 57. Lig-
nella wie früher unter Fig. 55. ſtechen, und um Beyde
wieder zu trennen, aͤnderte er Lignella, Fig. 35. (alſo
unrichtig), in Dignella ab. Die vorgenommene Cor⸗
rectur ſieht man noch deutlich im Schriftzuge des Anfang—
buchſtabens. Jetzt muͤſſen, zur Vermeidung von Mißver⸗
ſtaͤndniſſen, die Beſtimmungen nach Hübner bleiben, wie
fie eben find. Dignella, Hbr. Fig. 55. (oder Lig-
nella, Mazz.) folgt hinter Decorella. Die gegenwär-
tige Lignella (oder Dignella, Mazz.) ift in der Dar—
ſtellung kaum kenntlich ausgefallen. Hr. Hübner hat fie
ſpaͤter im Texte nach feinem Bilde beſchrieben, und fo würde
ſie ganz unkenntlich ſeyn, wenn nicht Groͤße und Zeichnung,
vor allen aber meines ſel. Freundes eigene wiederholte Er—
zaͤhlung dieſes Vorfalls genügendes Licht gaben. Uebrigens
hat Mazzola feine Dignella (unſere und Huͤbners jetzige
Lignella), in feiner Sammlung mit einem, auf die geringe
Aehnlichkeit des Bildes ſich beziehenden, Fragzeichen nach—
traͤglich verſehen.
Lignella hat kaum die Größe von De corella.
Die langen Palpen, Kopf und Ruͤcken ſind holzbraun (nicht
holzgrau). Die Fuͤhler braun, fein borſtenfoͤrmig, mit der
142
ſchwachen Spur eines Haarbuͤſchels. Hinterleib und Füße
braungrau.
Der Grund der Vorderfluͤgel if kaffee⸗- oder korkbraun.
Der Vorderrand und auch der Hinterrand vor den Franzen,
ſind dunkler beſchattet. Auf der Hauptſehne ſteht ebenfalls
ein hakenfoͤrmiges, gegen den Vorderrand auslaufendes
dunkles Zeichen. Endlich zeigen ſich alle Sehnen als deut⸗
liche tiefbraune Linien. Die Franzen find braungrau. a
Die Hinterflügel rußig braungrau, ihre Franzen gelb⸗
grau- 1 2 5 rum A
Die Unterſeite iſt braun, jene der Vorderfluͤgel ſchim⸗
mert am Hinterrande gelblich und das Hakenzeichen von oben
wird ſichtbar. s
Vaterland: Ungarn. Sehr ſelten.
2. DE COREL LA.
Phyc. alis anticis obscure olivaceis, aer atis, macula
media pallidiore, ciliis albis; posticis cinereis, basi dilu-
tioribus.
Hübner, Tin. Tab. 44. Fig. 301. (mas.) T. De-
corella.
Eine Entdeckung neuerer Zeit, aus Ungarn, jetzt nicht
mehr ſelten. Die Huͤbner' ſche Abbildung iſt keinesweges
gelungen, es waͤre gelegentlich eine neue, beſſere zu wuͤnſchen.
Die Groͤße von Decorella iſt, wie die bald folgenden
Germarella und Antiopella, ſtets bedeutend kleiner
als eine ausgebildete Ahenel la. Palpen, Kopf und
Ruͤcken find lichtbraͤunlich, mit meſſingfarbigem, ſtark glaͤn⸗
zenden Staube dicht bedeckt. Die Fuͤhler braun, auch mit
Meſſingſchimmer. Hinterleib und Fuͤße braungrau.
Die Vorderfluͤgel haben einen heller oder dunkler oliven⸗
braunen Grund, der zuweilen, bey'm Manne, ganz einfach
iſt, meiſtens aber, und bey'm Weibe faſt immer, auf der
443
| TER Hauptſehne einen nagelförmigen, mit der Spiße zur
Wurzel gekehrten, weißlichen Laͤngsſtrich zeigt. Die Flaͤche
iſt mehr oder minder, und vorzüglich an der Einlenkung, mit
Meſſingſtaube beſtreut. Die Franzen machen auch Abaͤn⸗
derungen dieſer Art ſehr kenntlich; ſie ſind ſtets rein weiß.
Die Hinterfluͤgel zeigen ſich braungrau, vor den hier
ebenfalls weißen Franzen bindenartig dunkler, von der Wurzel
aus, bey'm Weibe, gewoͤhnlich ſtrahlenartig weiß.
Auf der Unterſeite ſind die Vorderfluͤgel hellbraun,
metallglaͤnzend, in ihrer Mitte ſteht, mehr oder minder aus⸗
gezeichnet, die Spur des nagelfoͤrmigen Laͤngsſtrichs von der
Oberſeite. Die Hinterflügel braͤunlichweiß, mit den Andeu⸗
tungen der oberen Strahlen; alle Franzen ſind weiß.
Der Koͤrper des Weibes iſt laͤnger, die Geſtalt beyder
Geſchlechter ſcheint auf den erſten Blick den G. Chimaera
und At ychĩa ſehr nahe zu kommen.
0
3. DIGN E. L LA.
Phye. alis anticis flavescenti cinereis fusco striatis,
margine antico posticoque obscurioribus; posticis ei-
nereis.
Hübner, Tin. Tab, 5. Fig. 35. (mas.) Text, S. 30.
N. 50. Holzbraune Schabe, T. Dignella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. II. B.
S. 106. N, 44. Ch, Dignellus. *
143
Indem ich mich auf das bey Lignella ſchon Ge⸗
ſagte beziehe, beſchreibe ich dieſe ſehr ſeltene Art nach den
Exemplaren der Mazzola'ſchen Sammlung. Sie gehören,
wie ſchon Hr. D. Zincken a. ang. O. vermuthete, hierher,
und nicht zum G. Chilo.
Die Groͤße iſt wie Ch. Lithargyrellus. Die
Palpen ſind auffallend lang, ſammt Kopf und Ruͤcken hell
nußbraun. Hinterleib, Fuͤhler und Fuͤße braungrau.
144
Die Vorderfluͤgel führen einen hell nußbraunen Grund,
dunkelbraune Flügeltippen, einen eben ſolchen Vorderrand,
und gleichgefärbte F Franzen. Auf der mittleren Hauptrippe
bleibt ein keilfoͤrmiger, mit der Spitze zur Einlenkung ge⸗
kehrter, an der anderen breiten Seite aber wieder ſpitzig ver⸗
laufender, Mittelſtrich ununterbrochen hell.
Die Hinterfluͤgel ſind einfarbig graubraun, mit truͤb⸗
gelblichen Franzen.
Unten bleiben alle Fluͤgel gelbgrau, die vorderen nach
innen und auf den Franzen braun beſtaͤubt.
Heimath: Ungarn.
4. AHENELLA.
Phyc. palpis porrectis; antennis nudis; alis anticis
ohscure fuscis, fasciis duabus transversis purpureis ob-
soletis, interne confluentibus.
Hübner, Tin. Tab. 6. Fig. 41. (mas. ) Text, S. 31.
N. 34. Erzfarbige Schabe, T. Aeneella.
— Tab. 9. Fig. 58. (foem.) T. Ahe-
nella. n
Wien. Ver z. S. 135. Fam. B. N. 32. Glünzende,
ſchwarzgraue Schabe, T. Ahenella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 91. N. 52. —
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 150. N. 34.
T. Ahenella.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. W. 5 Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 117. Anm. 153. T. Ahenella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. III. B.
S. 120. N. 1. Phyc. Ahenella. |
Die wahre erſte Benennung der jetzigen Art kann nicht
mit voller Sicherheit ausgemittelt werden. Die Schiffermuͤl⸗
ler'ſche Sammlung enthaͤlt kein Exemplar von Ahenella,
W. V. Herr Hübner, in feinen angef. Abbildungen,
gab Fig. 58. mit dieſem Namen, und Fig. 41. als T.
Aenella, welche er aber bald darauf, in ſeinem Texte,
unter letzterem Namen, mit Ahenella zuſammenzog,
*
und die frühere Figur für den Mann, die ſpaͤtere für das
Weib erklärte. Nach zwanzig Jahren, im „Verz. bek.
Schmettl. S. 568.“ widerſprach er dieser Angabe, hieß
ſeine Spadicella, Fig. 226. Ahenella, W. V.
(wofür fich hierorts gar kein Beweis vorfindet), und nannte
Fig. 41. allein, Aenealis, und Fig. 58. Aerealis.
Da jedoch alle aͤltere Wiener Entomologen den gegenwaͤr—
tigen Schmetterling für Ahenella anerkennen, auch fpe=
tere Sammler ihn eben ſo bezeichnen, ſo muß ihm die jetzt
allgemeine Beſtimmung auch fuͤr die Zukunft bleiben.
Ahenella iſt in Größe, wie ein anſehnlicher Ch.
Perlellus, kommt oft aber, beſonders das Weib, be—
trächtlich kleiner, kaum halb ſo groß, vor. Die Palpen ſind
lang, vorgeſtreckt, etwas geſenkt, oben braun, erzſchimmernd,
unten weißlich, die Zunge nußbraun, an der Wurzel grau
behaart. Die Nebenpalpen klein, verſteckt, über die Zun⸗
genwurzel zuſammenlaufend. Die Fuͤhler graubraun, bey'm
Manne uͤber dem Wurzelgliede ſchwach gebogen, die Biegung
aber nackt. Kopf und Ruͤcken graubraun, etwas erzſchim—
mernd. Der Hinterleib dunkelgrau. Die Fuͤße oben gelb⸗
grau, unten dunkelgrau, an den erſten Gelenken mit Erz⸗
glanze.
Die langgeſtreckten, hinten breiteren und etwas gerun—
deten, Vorderfluͤgel ſind graubraun, mehr oder weniger mit
lehmgelben Atomen beſtreut, und queruͤber laufen zwey breite,
nicht ſcharf begraͤnzte, dunkle, auf Kirſchroth ziehende, am
Innenrande zuſammenfließende Binden, deren erſte vor der
Mitte gerade, die zweyte hinter der Mitte geſchweift iſt. Dieſe
Binden ſind zuweilen ſehr undeutlich, und die ganze Fluͤgel⸗
fläche erſcheint faſt einfarbig. Die Franzen ſind, wie das
Uebrige, nur mit einer feinen braunen, gelbgeſaͤumten Linie
umzogen.
. \ K
0
146
Die Hinterflügel zeigen ſich gelblich grau, ihre Franzen
gelblich weiß.
Unterhalb ſind die Vorderfluͤgel glaͤnzend gelbgrau, mit
helleren Außenraͤndern. Die Hinterflügel ſammt Franzen,
wie auf der Oberſeite.
Die Raupe iſt unbekannt. Der Schmetterling fü fliegt,
nicht ſelten, in mehreren Gegenden von Deutſchland, auch
um Wien und in Ungarn, auf Wieſen, vom Anfange 3 Juny
bis Mitte July.
4
5. G E R MAR E L L A.
f Phye. palpis Porrectis; ; antennis nudis; alis an-
ticis nigris, squamis sparsis aeneis.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. III. B.
S. 122. N. ». Phyc. Germarella.
Noch unabgebildet. Meine Exemplare ſind kleiner,
als die von Ahenella bey voller Ausbildung. Die Ge⸗
ſtalt iſt ſonſt gleich. Die Zunge citrongelb. Die Fühler und
Palpen ſind ſchwarz. Kopf, Ruͤcken und Schulterdecken ſtark
erzglaͤnzend, faſt goldgruͤn. Hinterleib und spe fchwarz,
letztere mit etwas Erzglanze.
Die Vorderfluͤgel zeigen ſich einfarbig gte,
dicht mit erzglaͤnzenden Schuppen uͤberſtreut. Die Franzen
ſchwaͤrzlich, ohne Glanz.
Die Hinterflügel ſchwarzgrau, eben fo ihre F Franzen.
Die Unterſeite bleibt durchaus ſchwarz, die der Vorder⸗
flügel, an der Wurzel, mit einigem Erzſchimmer.
Der Schmetterling wurde bis jetzt nur in Ungarn auf⸗
gefunden. Um Wien kam er noch nicht vor.
6. NME LANE LL A.
Phyc. palpis porrectis; antennis nudis; alis anticis
obscure cupreis nitentibus; posticis fmosis.
[
147
Bis jetzt nicht beſchrieben und abgebildet. Doch befin⸗
den ſich mehrere Exemplare in hieſigen Sammlungen. Auch
ſah ich ſie ſchon mit dem Namen Rubiginella. Ihre
Größe iſt, wie jene von Ahenella, und eben fo veraͤn⸗
derlich. Die Geſtalt gleich beyden vorigen Arten. Die be⸗
ſonders langen Palpen, Kopf, Ruͤcken und Schulterdecken
ſind ſchwarz, mit roͤthlichem, kupferartigen Glanze. Fuͤhler,
Hinterleib und Fuͤße ſchwarz.
Die Vorderflügel find einfach ſchwarz, dicht mit kupfer⸗
farbigen Staͤubchen belegt. Die Franzen, hinter einer ao
Linie, ſchwarz, ohne Kupferglanz.
Die Hinterfluͤgel fuͤhren, ſammt den Franzen, ein mat⸗
tes, rußiges Schwarzbraun.
Eben ſo iſt die ganze Unterſeite ſchwarzbraun, „ nur di
Raͤnder der Vorderfluͤgel glaͤnzen heller.
Sie kommt in Karnthen und in Dalmatien vor.
7. INT IO EE L A.
Phyc. palpis erectis; antennis nudis; alis omnibus
atris; anticarum basi viridi, posticarum ciliis luteis.
Hübner, Pyr. Tab. 5. Fig. 23. (foem.) Tert, S. 15.
N. 3. Gelbgeſaͤumter Zünsler, Pyr. Marginalis.
Beyträge, I. B. 1. Th. Tab. 2. Fig. K. S. 17.—
Wien. Verz. S. 317. Fam. B. N. 48. 30 — 31.
(Anhang): Gruͤnſchwarzer, gelbgeſäumter Zuͤnsler, Py r.
Mar ginalis.
—— S. 69. Fam. C. N. 13. Schwarzgrüne , gelbge⸗
ſaͤumte Eule, Noct. Marginea.
ie N. Ausg. dess. II. B. S. 24. N. 50 — 51. \
Pyr. Marginalis.
— e ehe 182. N. 13. N.
Marginea.
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 219. 315. Ph. Marginalis.
De Villers, Ent, Linn. T. IV. pag. 5 14. N. a
Margiwalis. '
K 2
Vorkhauſen, Eur. Schm. III. Th. S. 473. N. 91— |
92. Bomb. Marginea.
Pap. d' e T. VI. Pl. SOXXIH. Fig. 3 |
a. b. c. pag. 57. La Marginee.
Esper, Schm. IV. Th. Noct. Tab. CLXIV. Fig. Er
S. 566. Noct. Marginea.
‚Lang, Verz. 2. Ausg. S. 166. e N. Mar-
ginea. R
Götze, entom. Beytr. III. Th. 5, B. 8. 210. N. 81.
N. e ee
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zineken, g. .
S. 19. Anm. 30. Pyr. Mang ig |
Germaru. Zincken, Magaz. d. Entomol. III. B.
S. 13 1. N. 10. Ene Antiopella.
Herr D. Zincken hat dieſes, durch die e ee
Abtheilungen hin und wieder geworfene Inſect, mit vollem
Rechte, hierher geſtellt, und da der eigentlich ihm nun gebͤh⸗
rende Name Marginella ſchon fruͤher verwendet wurde,
es Antiopella geheißen.
Das Ausmaaß iſt jenes einer mittleren Ahenella.
Palpen, Kopf und Ruͤcken ſind ſchwarz, ſtahlgruͤn angelau⸗
fen. Die Fuͤhler ſchwarz, ohne Haarſchopf. Fuͤße und Hin⸗
terleib ſchwarz, letzterer bey 'm Weibe mit einer gelben After⸗
ſpitze. 5
Die Vorderfluͤgel find tiefſchwarz „ mit etwas Hinnei⸗ f
gung zum Roͤthlichen. Sie glaͤnzen ſeidenartig. Nächſt der
Wurzel fuͤhren ſie ſtahlgruͤnen Staub. 1
Die Hinterflügel zeigen ſich matter Wee Ihre
Franzen ſind goldgelb.
Die Unterſeite bleibt mit der oberen gleich.
Sie erſcheint Ende Juny auf den Voralpen von Oeſter⸗
reich und Steyermark, namentlich bey unſerem Schnee:
berge. Im Fluge gleicht fie einer Aty och. Pruni,
und iſt deswegen wohl oft unbeachtet geblieben. f
—
149
8. AURICILIELLA.
Phyc. palpis erectis; alis antieis nigris; postieis
fuliginosis; omnibus luteo ciliatis. 0
Hübner, Tin. Tab. 49. Fig. 340. (mas.) Ti Au-
riciliella.
Germar u. Zincken, Mag e d. Entomol. UI. B.
S. 133. N. 11. Phy c. Auriciliella.
Mit der vorigen Art ſo nahe verwandt, daß man ein⸗
zelne Stuͤcke der jetzigen fuͤr Varietaͤt jener erklaͤren moͤchte.
Bey genauem Vergleiche Mehrerer ergeben ſich aber folgende
Fondhefie Unterſchiede.
5 Auriciliella iſt ſtets kleiner als Antiopella.
Die Geſtalt bleibt dieſelbe, die Grundfarbe von Auri ci-
liella finde ich auf den Hinterfluͤgeln mehr rothbraͤunlich
als ſchwaͤrzlich, und an der Wurzel der erſteren iſt wenig oder
nichts von dem Stahlgruͤn ſichtbar, das Anti opella ſtets
reichlich beſitzt. Der Franzenſaum der ®orderfluüs
gel iſt, wie jener der Hinterflügel, hoch gold—
gelb. Das Weib hat, wie bey Ant iopella, eine gelbe
Afterſpitze, die aber im Fluge leicht ihre Faͤrbung verliert
Die Unterſeite iſt wie oberhalb; auch hier bleiben die
Franzen der Vorderfluͤgel rein hochgelb.
Naͤheres uͤber Heimath und Flugzeit wurde mir nicht
| befannt.
“ 0 2 5
9. P U D OR E L L A.
25 Phye. palpis erectis; antennis nudis; alis anticis al-
bis, vitta rosea; art cinereis, ciliis albidis.
Hübner, Tin. Tab. 9. Fig. 63. (mas.) Text, S. 56.
N. 20. Roſenrothfleckige Schabe, T. Pudorella.
8 — Tab. 46. Fig. 318. (foem.) —
—
|
150
Wien. Verz. S. 124. Fam. B. N. 40. Der Zuͤnsler
mit weißen, roſenroth gefleckten Oberflugeln, P. Pud o-
ralis. 9
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 28. N. 1
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 233. 392. Ph. Pudoralis.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. 8. 73. N. 64.
Pi EN
v. Char pentier, die e u. s. W. des Wien.
Verz. m. Anmerk, v. Zincken, g. Sommer,
S. 22. Aum. 34. Pyr. Pudoralis.
ne u. Zincken, Magaz. d. Entomol. III. B.
17 FAN! 73 Phye. Pudorella.
Die kleinſte der hier beſchriebenen Arten wie Pyr.
Sanguinalis. Die aufgekruͤmmten Palpen, Stirne,
Scheitel und die nackten Fuͤhler ſind goldgelb, Halskragen,
Ruͤcken und Schulterdecken ſchneeweiß. Der Hinterleib iſt
ſammt den Fuͤßen aſchgrau, an erſterem iſt nur der oberſte
Abſchnitt weiß und der maͤnnliche Afterbuͤſchel gelb. |
Die Vorderflügel führen im Grunde ein zartes, ſeiden⸗
artig glaͤnzendes Milchweiß. Von der Wurzel laͤuft, erſt
ganz fein, dann immer mehr ſich verbreitend, und am Hinter⸗
rande faſt die ganze Flache einnehmend, ein hohes Roſenroth,
welches nur, nahe vor dem Aufhoͤren, von einer weißen Quer⸗
linie der Grundfarbe unterbrochen wird. Der Hinterrand iſt
mit einer ſcharfen, ſchwarzbraunen Linie eingefaßt, die Fran⸗
zen ſind brandgelb.
Die Hinterflügel zeigen ſich aſchgrau, gegen den Vor⸗
der- und Außenrand etwas dunkler, mit gelbweißen $ Franzen.
Auf der Unterſeite find die Vorderfluͤgel dunkler, die
hinteren heller aſchgrau; nächſt den Franzen haben die erſten
*) Ueber den Mißbrauch dieſes Namens, welchen. man
unſerer Pym Castalis 1 wollte, ſ. m. VII.
Bd. d. Wks. S. 165. N.
—
6 151
z
—
einen lebhaften „ die zweyten einen matten meſſingglaͤnzenden
Streif. 1 |
Pudorella ſoll in Sachſen vorkommen. Ich erhielt
ſie aus Ungarn, und fing ſie ſelbſt bey Wien, in der Haͤlfte
des July, auf einer, zwiſchen Bergen liegenden, feuchten
Waldwieſe. 5
FAM. B. 10. VINETELLA.
Phye. palpis porrectis; antennis nudis; alis anticis
fusco olivaceis, strigis tribus longitudinalibus argenteis,
internis duabus interruptis.
Hübner, Tin. Tab. 6. Fig. 42. (mas.) Text, ©. 26.
N. 14. Splitterſtreifige Schabe, T. Vinetella.
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 294. 20. T. Vine tella.
— — Suppl. 472. 49. Cramb. Vine-
torum.
De Villers, Ent. Linn. T. IV. pag. 536. Teigne
des vignobles, T. Vine tella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. III. B.
S. 125. N. 3. Phyc. Vine tella.
Der erſte Anblick dieſes Schmetterlings verleitet, ihn
in das vorige G. Chilo, in die Nachbarſchaft von Aqui-
lellus aufzunehmen. Naͤher betrachtet, iſt hier, bey Ar-
gyre lla, feine eigentliche Stelle. Er iſt größer, als die
beyden Ebengenannten. Seine Palpen ſind lang, vorge—
ſtreckt, etwas geſenkt, olivenbraun, an der Wurzel etwas
weißlich. Die Nebenpalpen verſteckt. Die Fuͤhler nackt,
mit weißem Wurzelgliede, ſonſt ſo wie Kopf, Ruͤcken und
Schulterdecken, olivenbraun; über die Mitte des Ruͤckens
ziehen dicht bey einander zwey breite ſilberne Laͤngslinien.
Der Koͤrper und die Fuͤße ſind dunkel braungrau.
Die Vorderfluͤgel haben genau die Form der anderen
folgenden Arten dieſer Familie, indem ſie uͤberhaupt ſchmal
und faſt uͤberall gleich breit ſind. Ihr Grund iſt oliven⸗
Er *
N 152
braun, der Vorderrand mit einer ſchmalen ſilbernen Linie ein⸗
gefaßt. Dann folgt ein breiter ſilberner Laͤngsſtreif durch
die Fluͤgelmitte, welcher nicht weit von der Wurzel unter⸗
brochen, gleichſam ſchraͤge geſpalten iſt. Der folgende Streif
dient dem Innenrande zur Einfaſſung, und iſt ebenfalls, aber
auf einer anderen Stelle, nicht weit vom Hinterrande, ge⸗
ſpalten. Die Franzen ſind weißgrau, von einer zarten ſilber⸗
nen Linie begraͤnzt.
Die Hinterfluͤgel glaͤnzen ſeidenartig braungrau „ihre
Gene ſind weiß.
Die ganze Unterfeite ift ſchmutzig braungrau, jene der
Vordefige am dunkelſten; alle Franzen find hier hellgrau.
Heimath: Oeſterreich, Ungarn und Sachſen. In
Weinbergen. |
% % G
Phyc. palpis porrectis brevioribus; antennis sub-
eristatis ; alis anticis fusco yaridıbus argenteo striatis.
\
1 Tin. Tab. 10. Fig. 64. W S. 36.
N. 19. Süberglättfarbige Schabe, T. Argyrella.
Wien. Verz. S. 155. Fam. B. N. 28. Silberne grau⸗
geſprenkte Schabe, T. Argyrella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 89. N. 28.—
Fabr. Ent. Syst. III. 25 294. 30. T. . .
— — Suppl. 471. 41. N Argy-
reus.
De Villers, Ent. Linn. T. IV. pag. 556. La Tei-
> » che. T. Argyrella.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 150. N. 52.
T. Argyrella.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 113. Anm. 148. T. Argyrella.
Germar u, Zincken, Magaz. d. Entomol. III. B.
8. 124. N. 4. Phyc. Arsyrella
1833
In gewöhnlich mittlerer Größe, wie ein anſehnlicher
Ch. Aquilellus. Die gelbbraunen Palpen ſind kuͤrzer
als an den vorbeſchriebenen Arten und etwas aufgerichtet.
Stirn und Halskragen gelbglaͤnzend, „ wie Bleyglaͤtte. Die
Fuͤhler gelb, am Manne mit einem deutlichen ſchwaͤrzlichen
Haarknoten. Ruͤcken und Schulterdecken ſchwarzgruͤn, mit
Silberſchuppen gedeckt. Der Hinterleib iſt oben, zur Haͤlfte
gegen den Ruͤcken zu, lehmgelb, gegen den After aſchgrau,
unten ſchwaͤrzlich grau. Der Mann hat einen gelblichen
Afterbuͤſchel. Das Weib nackte Fühler und einen Legeſtachel.
Die Füße find inwendig gelblich, auswendig ſchwaͤrzlich.
Die Vorderflügel zeigen ſich ſchmal, am Ende kaum
breiter als in der Mitte, ſchwaͤrzlich oder gelblichgrün, mit
ſilbernen Atomen dicht beſtreut, mit einem blaßgelben oder
bleyglaͤttfarbigen Vorderrande und zwey nicht ſcharf begraͤnz⸗
ten ſilbernen Laͤngsſtreifen, von denen der vor dem Innen⸗
rande gewoͤhnlich der verloſchenſte iſt. Beyde aͤndern ſehr ab,
erſtrecken ſich bald bis zu den Franzen, bald endigen ſie noch
davon entfernt, verfließen auch wohl matt glänzend in einan⸗
*
der. Auf jenem vor dem Vorderrande, uͤber der Mitte, ſteht
ein, zuweilen ſcharfer, zuweilen kaum ſichtbarer, ſchwarzer
Punkt. Die Franzen des gerundeten Hinterrandes ſind lehm⸗
gelb.
Die Hinterfluͤgel haben einen hell gelbgrauen Grund,
die Franzen ſind gelblich weiß.
Unten iſt die ganze Flaͤche glaͤnzend geibgrau „ die der
Vorderfluͤgel am dunkelſten.
Von Riga uͤberſandte man mir eine hierher gehoͤrende,
angeblich neue Art, unter dem Namen: Orichalcella;
ich kann ſie aber fuͤr nichts Anderes, als eine kleinere Varie⸗
„tät unſerer Argyrella halten, wie ich fie, genau damit
uͤbereinſtimmend, um Wien öfters gefangen habe.
Die Raupe iſt unbekannt. Der Schmetterling fliegt
den ganzen July und Auguſt hindurch auf duͤrren ſandigen
Heideangern, eben PN häufig, in Oeſterreich, e und
TRIER
154
12. SPADICELLA.
Phyc. palpis erectis; antennis cristatis; alis anticis
angustis, obscure ferrugineis, cinereo adspersis punctis-
que quandoque nigris.
Hübner, Tin. Tab. 33. Fig. 225. (mas.) Fig. 226.
(foem.) Text, S. 31. N. 35. Kupferbraune Schabe,
T. Spadicella.
Ger mar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. III. B.
S. 168. N. 37. Phyc. Spadicella.
Größe von Prodromella, oder auch etwas klei⸗
ner. „Die Palpen des Mannes ſind groß, aufrecht, gerade,
ſchwarzgrau, inwendig mit einer tiefen Rinne zur Aufnahme
der langen, pinſelartigen gelben Nebentaſter verſehen. Seine
Fühler ſchwarzgrau und die Bucht über dem Wurzelgliede
mit einer ſtarken, ſchwarzen, metalliſch glaͤnzenden Haarquaſte
beſetzt. Kopf und Ruͤcken ſchwarzgrau. Der Hinterleib iſt
ſchwarzgrau, mit weißlich geſaͤumten Abſchnitten und weißli⸗
cher Afterſpitze. Die Fuͤße ſind ſchwarzgrau, weiß beſtaͤubt.“
„Die ſchmalen, am Innenwinkel ſchraͤge abgerundeten
Vorderfluͤgel zeigen ſich ſchwaͤrzlich, mit feinen weißgrauen
Atomen zart beſtreut, ſeidenartig glaͤnzend, und in ſchiefer
Richtung gegen das Licht rothſchielend, ſonſt gewoͤhnlich ohne
alle Zeichnung, ein Paar undeutliche ſchwarzbraune Punkte
ausgenommen, welche in der Fluͤgelmitte, nicht weit vom
Vorderrande, quer unter einander ſtehen. Die Franzen der
Hinterraͤnder ſind dunkel aſchgrau, und durch eine Reihe
ſchwarzer Punkte von der Flaͤche geſchieden.“
„Die Hinterflügel bleiben weißgrau, oder auch dunkler
grau, mit braunen Sehnen und weißlichen Franzen.“
Unterhalb iſt Alles braungrau, die Hinterfluͤgel ſind
etwas weißlicher.
„Dem Weibe fehlt die Rinne in den Palpen, die Haar⸗
quaſte an den Fuͤhlern, und der Hinterleib hat ſtatt der wei⸗
ßen Endſpitze einen Legeſtachel; die Vorderfluͤgel ſchielen
155
weniger, oft gar nicht, roth, ſind ſtaͤrker weißgrau beſtaͤubt, und
quer uͤber die Flaͤche ziehen zwey feine, verloſchene, gerade,
gezaͤhnte, gegen den Innenrand ſich etwas naͤhernde, weiß⸗
graue Linien. Uebrigens iſt es vom Manne nicht ver⸗
ſchieden.“
Die Hübner ſchen Abbildungen ſind mißrathen, und
meine Exemplare unvollſtaͤndig, weswegen ich es vorzog, der
genauen Zinken' ſchen Beſchreibung zu folgen. Den grellen
Unterſchied beyder Geſchlechter in der Faͤrbung, wie ihn Hr.
Hübner giebt, fand ich nirgends.
Als Heimath iſt Augsburg und Ungarn bekannt; aber
auch um Wien wurde dieſe Art, und zwar im Auguſt, auf
feuchten Wieſen gefunden.
f Phye. palpis porrectis; antennis nudis; alis anticis
miniosis, margine crassiore pallido.
Cermär u. Zincken, Magaz. d. Entomol. III. B.
8. 126. N. 6. Phye. N
Etwas Heiner, als Argyrella, Die Palpen find
lang, vorgeſtreckt, ein wenig geſenkt und jo wie Kopf und
Rüden mennigroth. Der Hinterleib iſt röthlich weiß. Die
Füße find aſchgrau. Die Fühler von der Farbe des Hinter⸗
leibes.
Die Vorderflügel, in Form wie die von Ar gyrella,
zeigen ſich ſtaubig mennigroth, ohne Glanz, mit weißgrau
oder hellgrau gefaͤrbtem Vorderrande, und mehr oder weniger
hellgefaͤrbten Sehnen.
| Die Hinterflügel find aſchgrau mit roͤthlichem Glanze,
die Franzen weiß. |
Die ganze Unterfeite ift aſchgrau, röthlich ſchimmernd,
die Franzen heller. |
Herr von Tiſcher entdeckte dieſe Seltenheit an der
ſchleſiſchen Graͤnze, bey Naumburg am Queis, und auch bey
” j
\
blieb noch unbekannt.
2
156
Dresden, auf ſandigen, trockenen Lehden. (Bey Schandau
kommt ſie nicht vor, wie im „Magaz. d. Entomol.“ a
ang. O. gemeldet wird.) Seitdem fand ſie auch Herr Kin⸗
dermann bey Peſth. Naͤheres uͤber ihre eee |
14. LOT EL LA.
Phyc. palpis porrectis; antennis nudis; alis anticis
testaceo pulverulentis.
Hübner, Tin. Tab. 48. Fig. 334. en ix Lo-
tella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Eiftönil I. B.
S. 126. N. 7. Phy c. Lotella.
Klein. Kaum wie Ch. Falsellus. Die Palpen
ſind lang, vorſtehend, geſenkt, und ſo wie Kopf und Ruͤcken
lehmgelb oder rothgrau gefärbt. Von gleicher Farbe die
Fuͤhler; ihre Biegung iſt nicht mit Haaren beſetzt. Hinter⸗
leib und Fuͤße ſind gelbgrau.
Die Vorderfluͤgel zeigen ſich ſchmal, ſtaubig lehmgelb,
zuweilen auf Rothgrau ziehend, und laͤngs den Sehnen, en
ders gegen den Hinterrand zu, Dünn ſchwarzlich beſtaͤubt. In
der Mitte, gegen den Vorderrand, ſteht ein lleiner dunkler
Punkt. Die Franzen ſind braungrau.
Die Hinterfluͤgel aſchgrau, mit weißlichen Fun
Unten iſt die ganze Flache ſtaubgrau.
Das Weib unterſcheidet ſich durch geringere Groͤße,
ſchmaͤlere Vorderfluͤgel, und einen kleinen ſichtbaren Lege:
ſtachel.
Bey Braunſchweig und Bietet im July, auf duͤrren,
ſandigen Gras- und Heideplaͤtzen. Noch ſelten.
157
15. PN OD ROME L LA.
Phye. palpis erectis; antennis nudis; alis anticis
fusco cinereis, medio canescentibus, nigro venosis; po-
sticis albis, fusco limbatis. 0
Hübner, Tin. Tab. 57. Fig. 254. (mas.) T. Pro-
ls.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. III. B.
S. 127. N. 8. Phyc. Prodtomella,
So groß wie Ch. Aquilellus. Die ſtarken, auf:
gerichteten, und mit der Spitze wieder nach vorn gebogenen,
Palpen ſind unten weiß, oben ſo wie Kopf und Ruͤcken, ent⸗
weder ſchwarzgrau, oder noch oͤfter heller, mit blaͤulichem
Weiß gemiſcht. Die Fuͤhler rauchſchwarz, und die ſehr ſtarke
Bucht uͤber dem Wurzelgliede nackt. Der Hinterleib und
die Fuͤße weißgrau.
Ueber die langen, ſehr ſchmalen, gegen die Flügelſpitze 5
breiter werdenden und ſich rundenden, Vorderflügel muß zuerſt
bemerkt werden, daß ſie in der Faͤrbung nur ſelten vorkom—
men, wie Hr. Hübner fie abbildete. Dort find fie einfar⸗
big ſchwarzgrau, mit ſchwarzen durchziehenden Adern (in die-
fer Hinſicht der Cucullia Lactucae ahnlich), und auf
der Mittelſehne ſteht da, wo dieſe ſich in Aeſte theilt, ein
ſchwarzer Punkt, hinter ihm aber, bis zum Hinterrande, ein
undeutlicher weißer Laͤngsſtrich. Viel oͤfter, wie eine ziem⸗
liche Zahl von verglichenen Exemplaren mich lehrt, zieht auf
dem ſchwarzgrauen Grunde, laͤngs der Mittelſehne, bis uͤber
den ſchwarzen Punkt, ein mehr oder minder heller, weißer
Laͤngsſtrich, und ein zweyter verloſchener, gegen die aͤußere
Spitze des Innenrandes ſich wendender, unter dem erſten.
Man hat dieſe Varietaͤt, welche eher als die eigentliche Art
zu betrachten waͤre, durch Herrn Kindermann aus Ofen
erhalten, und ihm zu Ehren Kinder mannella nennen
wollen, andere Stuͤcke aus Dalmatien und Sicilien, und die
ich ſelbſt in der Mitte July bey Wien auf Gebirgswieſen fing,
en aber die ſanfteſten ee
—
158
Die Hinterfluͤgel find weißlich, mit bleicherem oder
dunklerem, gelbgrauen Anfluge, ausgezeichneten Sehnen, aſch⸗
grau beſtaͤubtem Vorderrande und weißen Franzen, welche
durch eine dunkle Linie von der Flaͤche geſchieden werden.
Auf der Unterſeite bleiben die Vorderflügel einfach grau,
die 1 weißlich, wie oben.
Nicht haͤufig in obbenannten Gegenden.
16. CA RNEL LA.
Phye. palpis adscendentibus; aritennis eristatis; alis
anticis sanguineis interne fla vo marginatis; ‚posticis cine-
reis. r Hal:
Var.: al. ant. margine externo albo. 8
. 7 *
Hübner, Tin. Tab. 10. Fig. 65. (em) Text, ©. 56.
N, 21. Fleiſchrothe Schabe, T. Carnella.
— — Tab. 10. Fig. 66. (foem.) Text, S.
37. N. 22. Blutrothe Schabe, T. Sanguinella.
Wien. Verz. S. 158. Fam. C. N. 13. . e
und gelbe Schabe, T. Carnella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 101. N. 13. —
Linné, S. N. 1. 2. 887. 365. T. Car nella.
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 296. 41. T. Carnella.
— — Suppl. 470. 35. Cramb. Car-
neus. g
De Villers, Ent. Linn. T. II. pag. 462. N. 854.
La Rougie. T. Car nella. |
Fueßly, Schweiz. Inſ. S. 42. N. 823. T. Carnella.
—— A, Magaz. II. B. 1. St. S. 107. —
Schrank, Faun. boic. II. B. 2. Abth. 8. 17.5
N. 1828. T. Carnella.
Naturforſcher, III. St. S. 7. N. d. Tab. 4555 6.
Ph. Fascia rosea.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 88. N. 365.
T. Carnella. |
Scopoli, Ent. Carn. p. 245. N. 625. Ph. 1
rubella. |
159
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 132. Anm. 13. T. Carnella. |
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. III. B.
S. 128. N. 9. Phy c. Carnella.
OCarnella und Sanguinella, H br. find Abaͤn⸗
derungen derſelben Art, die ſich durch nichts als den Vorder⸗
rand der Vorderfluͤgel unterſcheiden. Beyde fliegen zu gleicher
Zeit und mit einander, auch fehlt es nicht an Uebergaͤngen.
Der erſte Name, als der Linné' che, muß gelten, obwohl
Linné die Varietät Sanguinella bey der Beſchreibung
vor ſich gehabt hat.
röße von Aduilellus und Prodromella.
Nach Hrn. D. Zincken's Unterſuchungen find die Palpen
ſtark, groß, aufwaͤrts gekruͤmmt, kurz beſchuppt und blutroth.
Kopf, Ruͤcken und Schulterdecken citrongelb, letztere nach
außen roth angeflogen. Die Fühler gelb, bey im Manne mit
einer anſehnlichen grauen Haarquaſte in der Bucht uͤber dem
Wurzelgliede beſetzt. Der Hinterleib ift aſchgrau, am Weibe
mit goldgelber Afterſpitze und einem kurzen Legeſtachel. Die
Fuͤße ſind inwendig blaßgelb, auswendig ſchwarzgrau, und
mehr oder weniger roth beſtaͤubt.
Die langen, hinten ſtumpf gerundeten Vorderfluͤgel zei⸗
gen ſich blut⸗ oder weinroth, mit gleichfarbigen Franzen, und
einem breiten, citrongelben Innenrande. Bey der Abaͤnderung
Sanguinella, iſt der Vorderrand ſchmaͤler oder breiter,
ganz oder zum Theile weiß. Auch findet man einzelne Stuͤcke,
die, ohne durch Witterung gelitten zu haben, auf der vorderen
Hälfte braun mit röthlichem Scheine, auf der inneren aber
gelbgrau ſind.
Die Hinterfluͤgel bleiben hellgrau, mit etwas dunkleren
Sehnen und truͤbweißen Franzen.
Unten find die Vorderfluͤgel dunkel-, die hinteren hell⸗
braungrau, mit einigem rothen beer naͤchſt den Außen⸗
raͤndern.
160
Eine beſondere Erwähnung verdienen die Nebenpalpen,
welche Hr. D. Zincken alſo beſchreibt: „Sie ſind am
Weibe von ganz gewoͤhnlicher Form, duͤnn, klein, kurzbehaart,
geſpitzt, und neben der Zungenwurzel aufgerichtet, am Manne
hingegen länger als die Palpen ſelbſt, fadenfoͤrmig, die erſten
beyden Glieder hornartig und nackt, das Endglied aber mit
ſehr langen, einen ſtumpfen Pinſel bildenden, Haaren beſetzt,
welcher in einer eigenen langen und tiefen Rinne, in der in⸗
wendigen Seite der Palpen verborgen liegt. Im gewoͤhn⸗
lichen Zuſtande ſieht man daher von den Nebenpalpen nichts,
wenn nicht dieſe Haare etwa durch Zufall in Unordnung ge⸗
rathen ſind, und ein Theil derſelben zwiſchen den Palpen
herausſteht. Ohne Zweifel kann der Schmetterling die Ne⸗
benpalpen aus ihrer Rinne willkuͤhrlich herausnehmen, bewe⸗
gen und verlaͤngern, wenn er die winkelig eee Gelenke
der erſten Glieder ſtreckt.“ 8
IIch kenne“ — fahrt Hr. D. Zincken bre —
„nur noch vier Arten Phy ois, deren Manner ähnlich ger
ftaltete Nebenpalpen haben, dieſe ſind Ph. Sp adicella,
Ornatella, Palumbella und Obtusella, und
eigen iſt es, daß bey allen, fo verſchieden ſie ſelbſt auch gefärbt
ſind, der Haarpinſel, wie bey Carn ella, goldgelb iſt.“
Ueber die Raupe wiſſen wir nichts Beſtimmtes. Fabr.
fagt zwar: „habitat in Trifolio pratensi, larva villosa,
cauda bifida,“ — aber bis jetzt ift keine behaarte Raupe
dieſer Gattung bekannt, und der Aufenthalt, im Wiefen=
klee, gilt wohl vom Schmetterlinge, und nicht von ihr.
D. Kühn (nach d. Naturforſcher, a. ang. O.) erhielt
den Schmetterling aus einer laͤnglichen braunen Puppe,
welche ſich in einem finſtern Walde an einem Stengel des
türkiſchen Bundes (Lilium Martagon, L.) frey in der Luft
angehängt hatte. Die Blatter dieſer Pflanze waren hin und
wieder benagt. a Bon, 1
Ich fand Carnella ale St, ge haͤufig aber
um Wien, auf Wiefen, vom Anfang Surp bis Mitte 5 71
—
161
AM. G. ih. QUERCELLA.. .
“ll HEN alis antieis fusco einereis, strigis duabus trans-
versis lucidioribus punctisque duobus intermedüs albidis,
| PARIS: quadeate. 1 550 RR |
51 70 "Tin, Tab. 8. Fig. 135 e Text, S. 32,
N. ., Eulenartige Schabe, T. Noctuella.
Wi ien. Berz. S. 154. Fam. B. N. 18. r berechen
T. -Quercella. 671
e N. Ausg. 55 II. B. 85 875 N. 18. —
Götze, entom. Beytr. III. Th, e e 23.
br Quercella,
lt ;
Mer;
Vers. m. erk. v. inen, g. Sommer,
8. 109. Anm. 141. T. Quere ella.
Germar, u. Zineken,, Magaz..d. Fptomal, III. B.
. S. 158. N. 51. Phye, Quergella. 8
Lange bid ich im Zweifel geweſen „ob Noctuella,
Hbr. Fig. 35. hierher zu ziehen ſey? Schon früher äußerte
Herr v. Char 15
Schiffermüͤllerſchen Sammlung (wo ſich ein gut erhaltenes
Exemplar von Queroella vorfindet,) Bedenklichkeiten
gegen Beyder Vereinigung. Seit kurzem aber haben mich
mehrere eingeſehene Stücke überführt, daß Quer cella,
W. V. und Noctuella, Hbr. wirklich zuſammen ge⸗
hoͤren. Nur iſt die Abbildung zu trüb een colorirt, 100
lhnen nicht gelungen.
Die Groͤße von . iſt gleich einer aulahn⸗
lichen Carnella. Die Palpen find ſtark, abwaͤrts ge⸗
ſenkt, gelblichbraun und weiß gemengt, wie Kopf und Rüden;
Die Fühler an der Wurzel weiß, ſonſt bräunlich, ohne Haar⸗
buͤſchel; beym Manne gezähnt. Der Hinterleib ift weiffich⸗
1 die Fuͤße ſind weiß und braͤunlich gefleckt.
Die ſchmalen, am Hinterrande ſtumpf gerundeten,
Vorderſtägel haben einen wenig veraͤnderlichen, hell gelb⸗
j L
IX. 1.
ier, a. ang. O, nach Beſichtigung der
162
braunen Grund. Aus der Wurzel laufen einige gebogene
und in Schatten zerfließende Laͤngsſtriche bis zur erſten Quer⸗
binde. Dieſe beſteht aus zwey dunkleren gezackten Linien.
Die aͤußere macht, naͤchſt dem Vorderrande, einen Winkel
oder Zapfen, und an dieſem ſteht ein runder weißer Punkt
der zuweilen faſt verſchwindet. Vor dem Hinterrande fol,
eine zweyte, doppelte, zackige Querbinde, die meiſtens am
Vorderrande weiß ausgefüllt iſt. Die Franzeu ſin nd, mehr
oder weniger ſcharf, mit einer 2 7 ot eugefaße w und
braun und weiß geſtrichelt.
Die Hinterflügel gelblich weiß, di Branzn, ner einer
dunkleren Linie, ganz weiß.
Unten iſt die ganze Stäche ße, bie Borg
find am dunkelſten.
Nach dem Wien. Ver 3 lebt die Raupe auf Eichen
(Quercus Robur 1000 Quere cella iſt in Ungarn zu Hauſe,
eine andere Heim eee wurde mir noch nicht bekannt.
18. R O * O K h L E 4.
Phye. palpis Tecuryatis; 5 antennis valde eristatis; 3
alis anticis gras, litura media dentata en e 55
ee Tin. Tab. 11. Fig. 78 (mas) Tert, S 8. 34.
N. 12. Faͤchertragende Schabe, T. Spissicella.
1155 Verz. S. 1538. Fam. C. 2770 175 Dagegen,
Schabe, T. Roborellaa.
IIliger, N. Ausg. dess. II. B. S. 101. N. 44. wu)
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 289. 4. T. Spissicella.“
— — — Suppl. 465. 2. 1 87 if .
cornis.
De Villers, Ent. Linn. T. II. Pag. 706. . 947
Le Bbürlet. T. Spissicella. l
Schrank, Faun. boie. II. B. 2. e bn, N. sang.
T. Roborella“ |
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. 5. 8. 183. N. 66.
T. Roborella. And eng
vi
1
Ä 163
at pentier, die. Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. e
S. 132. Anm. 183. T. Roborella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. III. B.
S. 14. N. 23. Phyc. Roborella,
So groß als Carnella; kommt oft aber auch kleiner
vor. Der Sauger iſt lang, hell nußbraun; die Palpen ſind
aufgekruͤmmt, ſpitzig, aſchgrau, auch braun. Die Fuͤhler
gelbgrau, und die uͤber dem Wurzelgliede befindliche Bucht iſt
bey'm Manne mit einem ſehr ausgezeichneten, einwaͤrts vor⸗
tretenden aſchgrauen Haarbuſche beſetzt. Der Scheitel iſt
aſchgrau, der Ruͤcken rothgrau. Der Hinterleib grau, mit
helleren Ringeinſchnitten. Die Fuͤße ſind grau und dunkel
geſcheckt, mit weißgeringelten Fußblaͤttern. Das Weib unter⸗
ſcheidet ſich durch nackte Fuͤhler, eine rothgelbe Afterfpige
und einen Legeſtachel. |
Die langen, ſchmalen, etwas geſchweiften, am Hinter!
rande ſtumpf gerundeten, Vorderflügel find gelblich grau,
mehr oder minder mit Braunroth gemiſcht. Dicht vor der
Mitte, in einer betraͤchtlichen Entfernung von der Einlenkung,
zieht eine ſchwachgebogene, ſtumpf gezaͤhnte, ſchwarze oder
braune, inwendig weißlich angelegte, Linie queruͤber, welche
zuweilen auch nur in einzelne. Flecke oder Punkte aufgelöft
erſcheint, und an die fich nach innen ein dreyeckiger, mit einer
Seite auf dem inneren Fluͤgelrande ſtehender rothbrauner
(bey Abaͤnderungen ſchwarz⸗ oder graubrauner) Fleck an⸗
ſchließt. Jenſeits der Mitte, nicht weit vom Hinterrande,
liegt eine zweyte ſchwarze, in einen ſtumpfen Winkel gebogene,
Querlinie, die nach hinten von einer weißen Linie und dann
von einem rothbraunen Streife begleitet wird. Der Raum
gegen die Einlenkung iſt weißgrau beſtaͤubt; im Mittelraume
befindet ſich ein verloſchenes ſchwarzes Moͤndchen, meiſtens
mit zwey kurzen, zahnartigen Laͤngsſtrichen. Der Hinterrand
und die Franzen ſind aſchgrau, und vor den letzteren laͤuft
eine Reihe ſchwarzer Punkte oder Striche. Selten aber ſind
L2
\\
164
alle dieſe Zeichnungen gleich deutlich; die Grundfarbe wird
heller oder dunkler, und das Weiß bleibt theilweiſe aus. Ich
fand Abaͤnderungen, die man ohne den Vergleich mit Ueber⸗
gaͤngen gewiß fin neue eigene Art gehalten haͤtte.
Die Hinterflügel ſind ſchmutzig hellgrau, gegen den
Vorderrand und auf den ER dunkler L mit a
Franzen. 5
Die unterseite der Borderflügel if braungrau; 3. vor den
Franzeu zieht, wie oberhalb, eine weiße Linie, auch bemerkt
man die Spur eines Schattenſtreifes unter der zweyten Quer⸗
linie der Gegenſeite. Die Hinterflügel zeigen ſich weißgrau.
Die Raupe iſt weniger ſchlank, als die von anderen
verwandten Arten, auf dem Ruͤcken braun, in den Seiten
hellbraun; auf jedem der fuͤnf mittleren Ringe, mit zwey
weißen Punkten, woſelbſt dieſe gerade auf der Graͤnzlinie der
dunkleren Ruͤckenfarbe und der helleren Seitenfarbe liegen.
Der erſte Ring iſt ſchwarzbraun, der Kopf rothbraun. Sie
lebt im May auf Eichen, in einem roͤhrigen Geſpinnſte.
Der Schmetterling fliegt in Oeſterreich, Sachſen, Fran⸗
ken und mehreren Gegenden Deutſchlands, auch in Ungarn,
von Anfang bis Ende Sul Er iſt nicht e
—
19. 2 UE E 2 4.
| Phyc. alis anticis corticeo brunneis, strigis duabus
trans versis pallidis.
Hübner, Tin. Tab. 10. Fig. 69. (dem) Teri, S. 55
N. 4. Wellenſtreifige Schabe, T. Dilutella. |
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Ziucken, g. e
S. 119. Anm. 152. (bey T. Canella.)
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. u. B.
S8. 135. N. 14. Phyc. Canellaa. n
U
Herr v. Charpentier hatte allerdings Ursache PR
ang. O. es zu bezweifeln, ob Dilutella, Hbr. Eins
\
| 165
mit Canella, W. V. und dem gut erhaltenen Eremplare
der Schiffermuͤller ſchen Sammlung ſey. Unter Canella
wird hier allgemein und richtig die Huͤbner' ſche Abbildung,
Fig. 289. gleiches Namens verſtanden. Hr. D. Zincken,
der letztere in der Natur nicht kannte, beſchrieb ſie als T.
Depositella, indem er den Namen Canella unſerer
jetzigen Art aufbewahren wollte.
| Dilutella, von Hrn. Hübner gut abgebildet, hat
die Größe von Ch. Falsellus. Die Palpen find lang,
erſt aufwaͤrts, dann wieder abwaͤrts gebogen, zimmetbraun.
Eben ſo die borſtenfoͤrmigen Fuͤhler. Kopf und Ruͤcken
braunroͤthlich und weiß gefleckt, Hinterleib und Fuͤße weiß⸗
grau. |
Die Vorderſlägel zeigen ſich ſchmal, zimmetfarbig roth⸗
braun. Nur der Vorderrand iſt bis zur zweyten Querlinie
weißgrau beſtaͤubt und wie beyde Querlinien; ſind auch zwey
Hauptſehnen der Länge nach weißgrau angeflogen. Die erfte
Querlinie iſt undeutlich, fein gezackt, ſchief gegen innen ge⸗
neigt. Die zweyte deutliche geht, faſt gerade, ebenfalls nach
innen. Auf dem, durch beyde Linien entſtehenden und am
Innenrande ſchmaͤleren, Mittelfelde liegen, auf den Haupt:
ſehnen, ein oder zwey dunklere Punkte, welche zuweilen aber
ganz verloͤſchen. Der Rand vor den zimmetfarbigen, weiß
angeflogenen Franzen iſt weißgrau beftaubt, ohne Punkt:
reihe, ſelten nur mit einzelnen Laͤngsſtrichen.
8 Die Hinterfluͤgel bleiben hell braͤunlich, die Franzen
8 l
Unten iſt alles braungrau, feidenartig glaͤnzend; die
Vorderſtägel ſind dunkler als die hinteren.
Abänderungen, bleicher oder roͤther als gewoͤhnlich, ohne
beſtimmtes Weiß, kommen vor.
| Der Schmetterling wurde bis jetzt nur in Ungarn ges
funden. Nach Hrn. Hübner beſitzt ihn auch die Gegend
von Aagsking.
4
166
20. CAN EL LA.
Plıyc. alis anticis testaceo pulver b punctis
disci quinque nigris.
\
Hübner, Tin. Tab. 42. Fig. 289. (bem.) T. Ca-
| nell | ü
Wien. Verz. S. 135. Fam. B. N. 3 1. Grauroͤthliche
Schabe, ohne Ringe, T. Canella. \ |
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 91. N. 51. —
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 13055 N. 33.
* Cake litt
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. III. B.
S. 155. N. 28. Phy c. Depositella.
In Bezug auf das, bey Dilutella über die jetzige
Canella, ſchon Nee kann ſogleich die Beſchreibung
der letzteren folgen. |
Größe und Geſtalt dem vorigen Schmetterlinge fo aͤhn⸗
lich, daß ich dieſen zweyten als bleiche Varietaͤt deſſelben
beſtimmt fand. Doch unterſcheiden Beyde mehrere ſtandhafte
Merkmale. Palpen, Kopf und Ruͤcken ſind hier lehmgelb,
ſelten matt zimmetfarbig. Die Fühler braun, borftenförmig,
ohne Haarbuͤſchel. Hinterleib und Fuͤße gelbgrau. ; |
Die Vorderfluͤgel führen meiſtens einen lehmgelben,
ſelten einen matt zimmetfarbigen Grund, an dem nur der
Vorderrand bis uͤber die Mitte ziemlich rein bleibt; alles
Uebrige iſt mit feinen einzelnen Atomen beſtreut. In einiger
Entfernung von der Wurzel zieht ein gelber oder zimmetbrau⸗
ner Schattenſtreif queruͤber; er iſt gewoͤhnlich mit drey Punk⸗
ten beſetzt, die zuweilen theilweiſe ausbleiben. Ueber der
Mitte folgen zwey andere beſtimmte ſchwarze Punkte; alle
ſind weißlich oder grau eingefaßt. Eine zweyte, fein gezackte,
Querlinie folgt vor dem Hinterrande. Die Franzen ſind
bleicher, von einer deutlichen Punktreihe nach innen begraͤnzt.
Die vorerwaͤhnten fuͤnf einzelnen Punkte und die letztgedachte
—
| 167
Punktreihe, ſondern allein ſchon unſere Canella von der
vorigen Art. ö
Die Hinterfluͤgel zeigen ſich gelbgrau oder blaß zim⸗
metbraun, die Franzen weiß.
Unten find die Vorderfluͤgel dunkel⸗, die bunten bleich
e
Vaterland, Ungarn. Naͤheres unbekannt.
21. O R WAT E L L A.
Phyc. palpis erectis; antennis cristatis; alis anticis
spadiceis, strigis interruptis albis fusco punctatis.
Wien. Verz. S. 519. Fam. C. N. 78. 15 — 14. (An:
hang): Hellbraune, blaͤulichweiß 9 09 0 Schale, *
Ornatella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. 8. 10 1. N. 13 — 14.—
Hübner, Tin. Tab. 11. Fig. 77. (foem.) Text, S.
34. N. 10. Buntſehnige Schabe, T. Criptella.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 141. N. 147.
Y. eee N
v. Charpentier, die Zünsler u. s. W. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 152. Anm. 182. T. Ornatella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. III. B.
S. 154. N. 27. Phyc. Ornatella. |
Groͤße der zwey vorigen Arten. Die Palpen find ge:
rade, 85 „ braungrau, mit ſchwaͤrzlicher Spitze und,
nach Hrn. D. Zincken, bey'm Manne inwendig mit einer
tiefen Rinne, zur Aufnahme der pinſelfoͤrmigen Nebenpalpen,
verſehen. Die Fuͤhler braun, mit einem mittelmaͤßigen aſch⸗
grauen Haarbuſche uͤber dem Wurzelgliede. Das Weib hat
keine Rinne in den Palpen, und die Nebenpalpen weichen
von der gewöhnlichen Form der Naͤchſtverwandten nicht ab.
Seine Fuͤhler ſind ohne Haarbuſch. Kopf und Ruͤcken beyder
168
Geſchlechter nußbraun, Hinterleib und Fuße braungrau, weiß:
lich geringelt; die Spitze des weiblichen 1 er lehmgelb,
mit einem Legeſtachel verſehen. |
Die Vorderfluͤgel zeigen fich nußbraun „ohne Glanz;
laͤngs den Hauptſehnen, desgleichen am Vorder- und Hin⸗
terrande weißlich beſtaͤubt. Dieſe weißbeſtaͤubten Sehnen
bilden drey feine, gegen die Einlenkung verloſchener Laͤngs⸗
linien, welche jenſeits der Mitte durch eine ſtarke, ſanft ge⸗
ſchlaͤngelte, weiße Querlinie begraͤnzt und in ihrem Laufe mit
ſechs ſchwarzbraunen Punkten beſetzt ſind, von welchen drey
vor der Mitte unter einander, zwey in der Mitte unter ein⸗
ander, und der ſechſte am Ende der innerſten Laͤngslinie, dicht
vor dem weißen Querſtreife und nahe vor dem Innenrande ſte⸗
hen. Hinter der weißen Querlinie iſt die Flaͤche ſtrahlig
ſchwarzbraun nach der Laͤnge geſtricht; der Hinterrand fuͤhrt
auf ſeiner weißen Beſtaͤubung eine Reihe von deutlichen
ſchwarzbraunen Punkten. Die Franzen ſind braungrau.
‚Eben fo find die Hinterfluͤgel braungrau ‚ inne Sehnen
dunkler, die Franzen gelbgrau.
Die ganze Unterſeite iſt gelblich braun, mit der Spur
eines helleren Streifes vor dem Hinterrande aller Flügel.
Der Schmetterling erſcheint, eben nicht ſelten, im
July und Anfang Auguſt auf ſonnigen ee in 1 77
reich, Ungarn und Sachſen.
22. BINA Far
- „Phye. palpis recurvatis; antennis nudis; alis an-
ticis albido cinereis, maculis duabus geminis 578
Hübner, Tin. Tab. 57. Fig. 385. (mas.) T. Bi-
naevella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. TIL. B.
8. 156. N. 29. Phye. Binaevella.
In der Groͤße bleibt Bin a6 ub Ii esch etwas
unter Ornatella. Die aufgekruͤmmten Palpen ſind
Pal...
ſchwarz, die nackten Fühler aſchgrau. Stirn, Scheitel und
Ruͤcken weißgrau. Der Hinterleib iſt aſchgrau mit gelblicher
Afterſpitze; das Weib fuͤhrt einen Legeſtachel. Die Fuͤße
ſind weiß, mit einem ſchwarzen Flecke an der aͤußeren
Seite der Schienen, und ſchwaͤrzlichen, N Sup:
blättern.
Die ſchmalen Vorderfluͤgel zeigen ſich weiß und langs
des Innenrandes in betraͤchtlicher Breite hellgrau gemiſcht;
nicht weit von der Einlenkung ſieht man ſtatt des gewöhnlichen -
erſten Querſtreifes zwey ſchwarze Flecke quer unter einander,
und jenſeits der Mitte ein zweytes Paar dergleichen, etwas
kleiner und naͤher beiſammen: zwiſchen dieſen und dem Hin⸗
terrande liegen nahe bey einander zwey verloſchene ſchwaͤrz⸗
liche, flach geſchlaͤngelte Querlinien, deren erſte oder innere
weder den Vorder⸗. noch Innenrand beruͤhrt. Die Franzen
ſind hell aſchgrau; vor ihnen ſteht eine Reihe 1
ſchwarzer Punkte. .
Die Hinterflügel bleiben hell aſchgrau, vor den trüb:
weißen Franzen laͤuft eine dunkle Linie.
Unten find die Vorderfluͤgel dunkler, die hinteren heler
braungrau, die Sehnen ſchattig ausgezeichnet.
Ich erhielt einzelne Stücke dieſes noch ſeltenen Sehmet⸗
terlings aus Ungarn und aus Lalbach⸗ Hr. D. Zincken
fing ihn in der erſten Halfte des Juny auf einer REIN
am a | 8
25. VEB VU LE L L A.
Phyc. alis anticis glaucescenti cinereis, warte an-
teriore punctisque aliquot sparsis fuscis.
Hübner, Tin. Tab. 23. Fig. 157. Ga) Text, ©.
35. N. 7. Silbergraue Schabe, T. Nebulella.
Wien. Verz. S. 140. Fam. C. N. 52. Aſchgraue
Schabe mit ſchwarzen Punkten, T. Nebulella.
IIliger, N. Ausg. dess. II. B. S. 108. N. 52. —
170
galant Faun. boic. II. B. 2. Auth 8. aa N.
1845. T. Nebulella.
Götze, entom. Beytr. III. Ib. 4. . 8. 156. N. 9%
Pa DE Nb nie Ie een
v. Charpentier, die Zünsler u. s. W. 1 Wien.
as m. Anmerk. v. Zincken, 8- Sommer,
8. 145. T. Nebulella 00°
ee u. Zincken, Magaz. . . III. B.
Bi BO 41. Phae. Nebulella,,
an, H br. iſt gewif die des Wien. Berz.
da fie auch in den alteſten hieſigen Sammlungen ſtets mit
demſelben Namen vorkommt. Ihre Größe iſt wie Bina e-
vella, ihre Vorderflügel find ſchmaͤler als alle der vorigen
Arten. Die Palpen ſchwarz, aufgerichtet, die Fuͤhler braun,
borſtenfoͤrmig, ohne Haarbuſch. Kopf, Rücken und Schulz
terdecken glaͤnzen metalliſch ſilber grau, der Hinterleib iſt dun⸗
kelaſchgrau, bey'm Weibe mit einem Legeſtachel, die Fuͤße
Hab e
Die Vorderfluͤgel zeigen ſich hell ſtaubgrau, mit vielen
einzelnen ſchwarzen Atomen beſtreut. Vor dem Hinterrande
zieht eine verloſchene dunkelgraue Querlinie und neben derſel⸗
ben findet man zuweilen die Spur einer zweyten. Unter dem
Vorderrande und auf der Hauptſehne in der Fluͤgelmitte laufen
zwey helle, weißliche, metallglaͤnzende Laͤngslinien. Auf der
Stelle der gewoͤhnlichen Querlinie ſtehen zwey dunkelbraune
Punkte, einer auf der Hauptſehne, der andere nächft dem
Innenrande. Weiter gegen den Hinterrand zwey andere
ſolche Punkte, auf den beyden Laͤngslinien, und die Spur
eines dritten am Innenrande. Der Hinterrand iſt kolbig ab⸗
gerundet, die Franzen ſind gelbgrau.
Die Hinterflügel find trüͤbweiß, die Sehnen braͤunlich,
auf der Mitte ſteht ein verwiſchter Mondfleck; die weißen
Franzen ſind von einer zarten gelbbraunen Linie eingefaßt.
Unten bleiben die Vorderfluͤgel dunkelgrau, die hinteren
weißlich mit braunen Sehnen, die Franzen wie oberhalb.
171
Diͤe Raupe hat Herr von Tiſcher entdeckt und mir
daruͤber Folgendes geſagt: „Sie iſt ſpindelfoͤrmig und ſehr
dick. Ihre Grundfarbe gelb oder gruͤnlichweiß, mit fuͤnf
breiten, blaßviolettenen Laͤngsſtreifen. Das Nackenſchild
braungelb, mit zwey ſchwarzbraunen Flecken auf beyden Sei⸗
ten. Der Kopf einfach braungelb. In der Jugend iſt die
Grundfarbe dunkler, und zuweilen ſo ſtark braun, daß die
dann auch braunviolettenen Laͤngsſtreifen ſich nur wenig aus:
zeichnen,’
„Sie lebt Anfang Oktober auf der Aſter (Aster Chi-
nensis), und zwar zwiſchen den zuſammengeſetzten gelben
Blümchen, welche den Blumenboden bilden, und naͤhrt ſich
theils davon, theils von dem Blumenboden ſelbſt, ruͤhrt aber
nie die bunten größeren Randblätter an. Ihr Daſeyn ver-
räth ſich durch die braunen Flecke in dem gelben Blumenbo⸗
den.“ (Doch muß ſich dieſe Raupe auch noch von anderen
Pflanzen naͤhren, da der Schmetterling auf freyen graſigen
Waldplaͤtzen ebenfalls vorkommt.)
„Zur Verwandlung fertigt fie ein weißliches Gefpinnft
zwiſchen Mauerſpalten y aufgeſprungener Baumrinde u. ſ. w.
geht aber erſt im naͤchſten April in die Puppengeſtalt über.“
Der Schmetterling fliegt Ende May, in Sachſen und
Ungarn. Herr Kollar fand ihn Mitte Auguſt auf Wie⸗
ſen, ſo daß zwey Generationen beſtehen duͤrften.
24. MAT RICEL LA.
$ Phyc. palpis Porrectis; antennis nudis; alis anticis
cinereo pulverulentis, serie ee nigrorum ad
marginem externum; posticis albidis.
Neue Art; aus Ungarn. In Geſtat und Größe gleich
mit Nebulella. Die Palpen ſind ſtark, abwaͤrts gebo⸗
gen, wie Kopf und Ruͤcken, braunlich ſtaubgrau. Hinterleib
und Fuͤhler dunkelgrau, letztere ohne Haarbuſch, erſterer mit
weißen Gelenkringen und eben ſalchen sehe. Die
Fuͤße weißgrau.
172
en x
Die Vorderfluͤgel haben zuweilen ein ganz verwiſchtes,
bmi ſtaubgraues Anſehen, mit vielen einzelnen, feinen,
ſchwarzen Atomen. Bey deutlicher gezeichneten Stuͤcken ſieht
man drey weißliche Querbinden, deren außerfte dritte am
Vorderrande einen ſtarken Winkel macht. Auf der Fluͤgel⸗
mitte ſtehen, oft kaum kennbar, ein oder zwey ſchwaͤrzliche
Punkte. Die Franzen führen eine ſchwarze Punktreihe und
ſind heller als der Fluͤgelgrund.
Die Hinterſtägel zeigen ſich weißlich, ihre Franzen 15
weiß.
Unten iſt ales fiber grau, ohne Zeichnung.
3 .
25. GROSS ULARIELLA.
Phyc. palpis porrectis; antennis nudis; alis, anticis
cinereo canescentibus, fascia baseos trans versa nigra. 0
Hübner, Tin. Tab. 5. Fig. 3 4. Cem.) Text, 5.
N. 6. Eingewickelte Schabe, T. Convolutella.
Larv. Lep. VIII. Tin. II. Pyralidiform. C. a.
b. Fig. 2. a. b. C. T. Grossulariella.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. W. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 108. Anm. 158. (bey T. Convolutella.)
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. III. B.
S. 144. N. 20. Phyc. Grossulariella.
Eine der größeren dieſer Gattung, wie Carne lla.
„Ihre Palpen ſind lang, vorgeſtreckt, und ſo wie die nackten
Bühler, Kopf, Rüden und Schulterdecken hellbraun, letztere
weißgeſaͤumt. Der Hinterleib iſt ſchwarzgrau, mit weißlichen
Ringeinſchnitten, am Weibe mit einer kleinen 5 Die
Fuͤße ſind aſchgrau.“
„Die ſehr langen, verhaltnißmäßig ſchmalen Vorder⸗
flügel haben eine angenehme hellgraue Farbe, die auf der
Hälfte gegen den Innenrand mehr in's Braͤunliche, gegen
den Vorderrand in's Silbergraue zieht, auch wohl ganz weiß
173
it. Queruͤber huſen, in einer beträchtlichen Entfernung von
einander, zwey ſchwarzbraune, gegen den Innenrand ſich
etwas naͤhernde Streife, von welchen der gegen die Einlenkung
beſonders ſtark und breit, flach gebogen und nach innen hell⸗
weiß gerandet, der gegen den Hinterrand aber ſchwaͤcher,
gerade, ſtark gezaͤhnt, eigentlich doppelt, und weiß ausgefüllt
iſt. Im Mittelraume befinden ſich zwey ſchwarzbraune
Punkte quer unter einander, die oft noch einen dritten zwiſchen
ſich haben, und nicht ſelten, zuſammengefloſſen, ein Mond⸗
fleckchen bilden. Die Franzen ſind aſchgrau, und vor ihnen
ſteht eine Reihe ſchwarzer Punkte.“
811% „ Die: Hinterflügel bleiben hell aſchgrau, mit dunkleren
Sehnen, einem ſolchen bindenartigen: Schalten und einer a
ee Linie vor den Franzen.“ 4607
Die Unterſeite iſt glaͤnzend hellgrau. 3
„Die Raupe hat ſechszehn Fuͤße, il chlant etwas
5 ee nackt, hell grasgtuͤn und gleicht in Etwas der
eines Wicklers, iſt aber ohne Warzenpunkte. Kopf und
Nackenſchild ſind glaͤnzend ſchwarz. Sie lebt im Inny auf
Stachelbeeren (Ribes Grossularia), zwiſchen verſponnenen
Blattern, und frißt tiefe Löcher in die nn Früchte „von
welchen ſie ſich naͤhrt.! “
„Die Verwandlung geſchieht i in der Oberfläche der Erde, |
Sie überwintert als Puppe und der Schmetterling erſcheint
im April und e May, in erh bebe ae
und 2 |
26. P AL UN E E L L A.
Phyc. palpis erectis; antennis cristatis; alis antibis
einereis, . duabus ferrugineis, nigro marginatis.
Wien. Verz. S. 158. Fam. 0. N. 15. Graue Schabe
mit zwey roͤthlichen Querſtrichen, T. Palumbella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 101. N. 15.
Hübner, Tin. Tab. 1 1. Fig. 72. (foem.) Text, S. 34.
N. 9. Krausbandirte Schabe, T. Contubernella.
174
Fa br. Ent. Syst. III. 2. 302. 67. T. Palumbella.
De Villers, Ent. Linn. T. IV. pag. 539. La Cen-
unde. T. Palumbella
Be. entom. Beytr. III. Th. 4. . 8. 154. N. 46
T. Palumbe lla.
v. Char pentier, die übiler u. s. W. tles i
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. 41
S. 153. Anm. 184. T. Palumbella.
German u. Zino ken, Magaz. d. Entomol. III. B.
8. 151. N. 25. e
Es folgen jetzt mehrere Arten 5 über teten ere Benen⸗
N BR ein undurchdringliches Dunkel herrſcht, da in aͤlteren
Zeiten viel weniger derſelben bekannt waren, und vorkom⸗
mende einzelne Neuheiten als Abaͤnderungen zu den beſtehen⸗
den gezogen wurden. Dieſer Fall tritt gleich bey unſerer
gegenwärtigen Palumbella ein, die ich bald mit dem
Huͤbner' ſchen Namen Contubernella, bald als
Cristella, H br. Fig. 76. auch als Palumbella,
H br. Fig. 70. (unſere jetzige Rhenel la), antreffe. Hr.
D. Zincken hat in der angef. Anm. zu Hrn. v. Char:
pentier's Werke, Huͤbner's Fig. 72. hierhergeſtellt,
und ich trete feinen Grunden vollkommen bey. Viel weniger
gewiß iſt es, daß Huͤbner's Palumbella, Fig. 70.
zu Rhenella (in den Supplementen der Schiffermuͤller'⸗
ſchen Sammlung), gehoͤre. Der dort befindliche einzelne
Schmetterling iſt in uͤblem Zuſtande und durchaus nicht zu
deuten. Da aber Palumbella, Hbr. Fig. 70. ſtets
einen anderen Namen, zur Trennung von der Jetzigen erhal⸗
ten muß, und da Hr. D. Zincken, auch Hr. Hübner
ſelbſt, in feinem ſpaͤteren „Ver z. bek. Schmettl. S. 570.
N. 3546.“ ſich für Rhenella entſchieden, fo wird Pa-
lumbe lla künftig nur für die dermalige, wie Fe
fuͤr die folgende Art, gelten muͤſſen. |
Palumbella iſt etwas kleiner als Eben
riella, und hat wie dieſe, ſchmale, etwas geſchweifte, am
25.
Hinterrande aber gerundete Vorderfugel. 51 Die Palpen ſind
aſchgrau, aufgerichtet, gerade, und haben, wie bey Ph. Car-
nella, auf der Innenſeite eine tiefe Rinne zur Aufnahme
der bünnin ) mit einem langen gelben Haarpinſel verſehenen
Nebenpalpen. Die Fuͤhler ſind braͤunlich, mit einem kleinen
aſchgrauen Haarbuſche. Der Hinterleib und die Fuͤße braun⸗
grau, letztere ſchwarz gefleckt. f
Die Vorderflügel zeigen ſich hell aſchgrau, mit leber⸗
brauner, hin und wieder auch mit weißer Beſtaͤubung. Quer
über die Fläche laufen zwey ſehmale, ausgezeichnete, roſtfar⸗
bige Binden. Die erſte, vor der Mitte, iſt am Vorderrande
in einen ſtumpfen Winkel nach innen gebrochen, inwendig
mit einigen ſammetartigen ſchwarzen Punkten oder kleinen
Wuͤlſten beſetzt, und auf der Rückſeite von einer tiefſchwarzen
Linie geſaͤ aumt; die andere, hinter der Mitte, iſt ſtark gebs⸗
gen, ungefähr wie ein roͤmiſches S und gegen die Einlenkung
von einer dintenſchwarzen Linie eingefaßt. Im Mittelraume
liegt ein tiefſchwarzes Moͤndchen auf weißem Grunde, und die
aſchgrauen Franzen des Hinterrandes ſind h eine ver⸗
1 braune Punktreihe begraͤnzt.
Die Hinterfluͤgel bleiben weißt mit ebtigranen
Yußenrande, die Franzen weiß.
Anten ſind die Vorderfluͤgel efhgran, die liner wei
er; mit braungrauen Sehnen.
Die Raupe iſt nicht bekannt. Der Schmettemng fliegt
in Oeſteneich, Franken und Sachſen, von der Mitte July bis
Ende Auguſt, in W ſonnigen e ee be Hede⸗
f plaͤtzen. fi |
N RHENELLA
‚Phye. alis anticis caesio cinereis, fascia transversa
baseos 1 striga undata alba, medio divisa.
Hübner, Tin. Tab. 10. Fig. 70. (sem: Tert, ©,
35. N. 14. ee EN, T. Baluns
bella.
176
v. Charpentier, die Zünsler u, s. W. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, 8. mand,
8. 178. Anm. T. Rhenella.
eee. u. Zincken, Magaz. d. Eutomol, Ul. B.
1 8.166. N. ah 0 Rhenella . ned
at 4 5 4 e, Men
in 0
Ueber den, dieſem Schmeneringe jetzt befiinnten,
Namen wurde bey der vorigen Palumbella ſchon das
Noͤthige erörtert... Rhenella hat etwas kuͤrzere, aber an⸗
ſehnlich breitere Vorderflügel. Die Palpen ſind ſchwarz,
aufwärts gekrümmt, die Fühler dunkelaſchgrau, bey 'm Manne
mit einem anſehnlichen Haarbuſche. Kopf und Ruͤcken aſch⸗
grau, mit etwas Weiß gemengt. Der Hinterleib iſt hellgrau
mit weißlichen Ringeinſchnitten, die Fuͤße ſind aſchgrau und
ſchwarz gefleckt, mit ſ. chwarzen „ weißgeringelten Fußblaͤttern.
Das Weib, welches mir viel häufiger als der Mann vorkam,
it gerd bn kleiner als biefer, und hat. einen Legeſtachel. |
Die Vorderfluͤgel zeigen fich aſchgrau und Dläuliche
res ſchimmelgrau beſtaͤubt. Vor der Mitte zieht eine breite
ſchwarze Binde, welche von einer feinen weißen, etwas ge⸗
ſchlaͤngelten, Linie in zwey Theile geſpalten wird. Eine
zweyte ſolche Binde laͤuft vor dem Hinterrande, deren weiße
Mitellinie aber gebogener, ſaͤgezaͤhnig iſt. Im Mittelraume
ſtehen an der gewoͤhnlichen Stelle zwey feine undeutliche
ſchwarze Punkte, und vor den aſchgrauen Franzen laͤuft eine
verloſchene, oft in Punkte aufgeloͤſte dunkelbraune Linie. 1
Die Hinterfluͤgel find braungrau mit dunkleren Sehnen
und weißgrauen Franzen.
Die Unterſeite iſt braungrau; man ſieht unweit der
Hinterraͤnder die Spur eines Schattenſtreifes.
Eine ſchoͤne Abaͤnderung traf ich ſchon mehrmals an,
und Uebergaͤnge bewieſen, neben der mit der Stammart ganz
gleichen Zeichnung, daß fie nicht von Rhenella zu tren⸗
nen ſey. Aus Dresden erhielt ich ſie von Herrn von Ti⸗
ſcher unter dem Namen Hepaticella, nebſt folgender
\
9
bmg der 5 Staͤnde, die ao überhaupt zu Rhe-
nella gehört:
„Die Raupe hat auf den erften Anblick in Farbe und
Zeichnung viel Aehnlichkeit von jener der Breph. Par-
thenias, doch iſt fie in der Geſtalt ſchlanker, und nach
vorn und hinten ſpitz zulaufend. Sie iſt weißlichgruͤn, mit
vielen helleren geſchlaͤngelten Laͤngslinien und ſchwarzen
Punktwärzchen. Kopf und Nackenſchild find weißlichgruͤn.
Man findet ſie Anfang September auf Weiden und Pappeln,
wo ſie zwiſchen zuſammengezogenen Blaͤttern lebt.“
„Zu Ende dieſes Monats geht fie in die Erde, verfer⸗
tigt darin ein lederartiges, mit Erde vermiſchtes, tönnchen-
foͤrmiges Geſpinnſt, und wird zu einer braungelben Puppe,
welche ſich im naͤchſten May entwickelt.“
Ich fing den Schmetterling ſpaͤter, im Juny, in der
Gegend von Wien. Er ſcheint eben nicht felten, doch wenig
bekannt zu ſeyn.
28. A BIETE L L A.
Phye. palpis recurvatis; antennis subcristatis; alis
anticis nigris canoque variis, strigis 1 transversis
punctoque medio albidis.
Hübner, Tin. Tab. 11. Fig. 74. (foem.) Text, €
35. N. ı7. Breitbandirte Schabe, T. Decuriella.
Wien. Verz. S. 138. Fam. C. N. 16. Tannen ⸗Schabe,
T. Abietella. 8
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 102. N. 16.—
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 302. 68. T. Abietella.
De Villers, Ent. Linn. T. IV. pag. 539. Teigne
du Sapin. T. Abietella. f
De Geer, Ins. T. II. S. 360. N. 8. Fig. 10. 13. 14.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 154. N. 68.
T. Abietella.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. W. des Wien.
‚ Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 133. Anm. 185. T. Abietella.
IX. 1.
178
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. III. B.
S. 160. N. 54, Phyk Abietella. }
Herr D. Zincken a. ang. O. hat die vollſtaͤndige
Naturgeſchichte geliefert, nachdem De Geer darüber ſchon
einige Nachrichten mitgetheilt hatte. Abietella gehört
zu den größeren und ausgezeichneteren Arten jetziger Gat⸗
tung. Ihre Groͤße iſt veraͤnderlich, meiſtens iſt ſie wie
Grossulariella, oft aber, beſonders im weiblichen
Geſchlechte, auch um die Hälfte kleiner. i
„Die Palpen find aufgekruͤmmt und aſchgrau. Die
Fuͤhler grau, und die Bucht uͤber dem Wurzelgliede nur mit
—
kurzen anliegenden Haaren beſetzt. Kopf und Ruͤcken aſch⸗
grau, bisweilen ſtark mit Weiß gemengt. Der Hinterleib iſt
braungrau, weiß geringelt. Die Füße weißgrau und ſchwarz
gefleckt, die Fußblaͤtter braungrau und weiß geringelt. “/
„Die Vorderfluͤgel zeigen ſich lang, ſchmal, etwas ge:
ſchweift, hinten ſtumpf gerundet, ſchwarz, weißgrau und rin⸗
denfarbig braun geſcheckt. Quer uͤber die Flaͤche laufen, in
faſt gerader Richtung, zwey deutliche weiße gezaͤhnte Linien,
eine vor, die andere jenſeits der Mitte, beyde in beträchtlicher
Entfernung von einander, und auf den zugekehrten Seiten
von einer ſtarken ſchwarzen Linie, auf den abgekehrten Seiten
von einem ſchwarzen Schatten begraͤnzt. Zwiſchen beyden
in der Mitte, nicht weit vom Vorderrande, ſteht der Quere
nach ein laͤnglicher, ſcharf begraͤnzter weißer Punkt. Die
Franzen ſind braun und weißgrau, und durch eine ſtarke
ſchwarze, durch einige feine weiße Längsftriche unterbrochene,
Linie von der Flaͤche geſchieden.“ N
„Die Hinterfluͤgel bleiben braͤunlich weiß, mit gleich⸗
farbigen Franzen und dunkleren Sehnen.“
Unten find die Vorderflügel aſchgrau, die hinteren weiß⸗
lich. Im Vorderrande der erſteren, unter dem Anfange der
zweyten Querlinie ſteht hier ein weißer Fleck, auch zeigen ſich
zuweilen noch andere Spuren der oberen Zeichnung.
„Die Raupe hat ſechszehn Füße, iſt kirſchroth, zu bey⸗
—
$ 179
den Seiten des Ruͤckens etwas in's Erdbraune gemifcht, mit
kleinen ſchwarzen glaͤnzenden Warzenpunkten, ſchwarzem
glaͤnzenden Nackenſchilde und runden, dunkel kirſchbraunen,
glaͤnzendem Kopfe. Die Bruſtfuͤße find wie der Kopf ge⸗
färbt, die Bauch = und Nachſchieberfuͤße auswendig hell kirſch⸗
roth, inwendig, wie der Bauch, fleiſchroth. Sie lebt in den
Samenkapſeln der Rothtanne (Pinus Abies), aus welchen
fie die Samen frißt; iſt im Oktober erwachſen, geht im No:
vember aus den Tannenzapfen heraus und verſpinnt ſich in
der Oberflaͤche der Erde unter allerley ſchuͤtzenden Gegen:
fanden.” “
„Erſt im künftigen Fruͤhjahre wird fie zur Puppe, aus
welcher im Anfang July der Schmetterling erſcheint, den
man um dieſe Zeit in lichten Tannenwaldungen, an der Mit⸗
tagsſeite, auf der Erde antrifft.“ h
„Um die Raupe zu ziehen, müffen daher die abgefalle⸗
nen und mit Bohrlöchern und anhaͤngendem Raupenkothe ver⸗
ſehenen Tannenzapfen im Oktober eingeſammelt und in gut
verwahrte Kaſten gebracht werden, deren Boden mit friſcher
Erde und trockenen Tannennadeln uͤberdeckt iſt.“
„Als Vaterland kennt man Schweden, die Gegend bey
Braunſchweig, Augsburg und Wien.“
29. T UM I DE L L A.
Phyc. palpis erectis; antennis nudis; alis anticis
ferrugineo griseoque nebulosis, striga baseos transversa
nigra, albae adnexa.
Hübner, Tin. Tab. 1 1. Fig. 73. (foem.) Tert, S.
35. N. 15. Warzentragende Schabe, P. Verrucella.
Wien. Ver z. S. 130. Fam. E. N. 19. Lichtgrauer
Viickler mit zwey roͤthlichen Wulſten, Tortr. Tumi-
dana.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 64. N. 19.—
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 45. N. 120.
Tortr. Tumidana. e
? 2 M2
180
\
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 80. Anm. 99. Tortr. Tumidana.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. III. B.
S8. 136. N. 15. Phy c. Tumidella.
Hr. D. Zincken hat im „Magaz. d. Entomol.““ a.
ang. O. die Gruͤnde angegeben, welche ihn zur Wahl des
Namens, Tumidella, für unſere jetzige Art beſtimmten.
Richtig iſt es ferner, nach Hrn. v. Charpentier's Ans
zeige, daß ſich dieſelbe als Tortr. Tumidana, in der
Schiffermuͤller'ſchen Sammlung vorfindet; daß fie ſich aber
dennoch keinesweges mit der Diagnoſe des Wien. Verz.
e laßt.
Die Groͤße unſerer Tumidella ift wie Rhenel.
la, auch etwas darunter. Die Palpen find aufgekruͤmmt
und braun, die Fuͤhler nackt, gelbbraun. Stirn und Scheitel
am Manne weiß; am Weibe, ſo wie der Ruͤcken beyder Ge⸗
ſchlechter, gelbroth. Der Hinterleib iſt aſchgrau, am Weibe
mit gelblicher Spitze und einem kleinen Legeſtachel. Die Fuͤße
ſind weißgrau.
Die Vorderfluͤgel zeigen ſich mittelmaͤßig lang und
n — RE
breit, hinten ſtumpf gerundet, roſtbraun hell und dunkel ge⸗
ſcheckt und in der Mitte etwas aſchgrau gewoͤlkt. Von der
Wurzel bis zum erſten Drittheile der Fläche iſt der Raum
roſtgelb, dann folgt ein gerader ſchwarzer, inwendig weiß an⸗
gelegter Querſtreif, etwas ſchraͤge von innen nach außen,
jenſeits der Mitte zieht eine feine weißliche, verloſchene, ge⸗
ſchlängelte, auf der Hälfte lang ausgebogene, Linie, die ein⸗
wärts ſchwaͤrzlich, auswärts roſtbraun angelegt iſt. Der
Raum zwiſchen der erſten und zweyten Querlinie iſt roſtbraun,
in der Mitte blaͤulichgrau beſtaͤubt, und hier ſtehen zwey deut⸗
liche dunkelbraune Punkte quer unter einander. Die Franzen
ſind aſchgrau, nach innen mit zwey braunen Linien um⸗
zogen.
Die Hinterfluͤgel bleiben gelbgrau, ihre Franzen weißlich.
1 181
Unterhalb iſt alles ſeidenartig glaͤnzend, gelbgrau.
Die Raupe (nach D. Zincken) iſt ſechszehufuͤßig, ſpin⸗
delfoͤrmig, nackt, purpurfarbig, mit vielen feinen weißen
punktirten Laͤngslinien, und über den Füßen mit einer breiten
hellbraunen weißmarmorirten Seitenbinde. Kopf und Nacken⸗
ſchild ſind glaͤnzend nußbrann und ſchwarz punktirt. Sie
lebt im May und Anfang Juny auf Stamm: Eichen, in Ian=
gen, roͤhrigen, längs der aͤußerſten Zweige befeſtigten Ge⸗
ſpinnſten. Zur Verwandlung geht ſie in die Erde.
Der Schmetterling erſcheint im July, und halt ſich
gern niedrig im Graſe auf.
Um Wien und Braunſchweig. Ziemlich ſelten.
30. E N R UVC EL L A.
Phyc. palpis ereetis; antennis nudis; alis anticis
fusco ferrugineis basi cinnamomeis, puncto medio ele-
Vvato nigro. ;
Hübner, Tin. Tab. 46. Fig. 315. (mas. et foem,)
T. Cneorella,
Wien. Verz. S. 138. Fam. C. N. 8. u. S. 319.
(Anhang:) Anmerk.: Vorwärts zimmetrothe, rückwärts
duͤſtere Schabe, mit einer Warze, T. Verrucella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 100. N. 8. —
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 135. N. 62.
T. Verrucella.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
8. 130. Anm. 178. T. Vernes lia
Germar u, ne Magaz. d. Entomol. III. B.
S8. 136. N. 15. (bey Phye, Tumidella.)
Die von Hru. D. Zincken a. ang. O. geaͤußerte
Meinung, daß Huͤbner's T. Hepaticella, Tab. 12.
Fig. 84. einerley mit Verrucel la, W. V. ſey, iſt nicht
richtig. Das gute Exemplar in der Schiffenmüller chen
182
Sammlung ſowohl, als andere aus aͤlterer Zeit hier noch
vorhandene, ſprechen einſtimmig und deutlich fuͤr die ange⸗
zogene Cneorella, Hbr. und zu dieſer kann doch nicht
Hepaticella gezogen werden, welche hierorts ganz uns
bekannt iſt. Nach der Anmerkung in Charpentier's
Werke, ſcheint Hr. D. Zincken die wahre Hepaticel-
la zu kennen und ſogar erzogen zu haben; es iſt zu be⸗
dauern, daß er im „Magaz. d. Entomol.“ keine naͤhere
Beſchreibung von ihr gab.
Verrucella hat in beyden Geſchlechtern nur die
Groͤße von Canella. Die Palpen ſind lang, vorgeſtreckt,
wie die Fuͤhler dunkelbraun. Kopf und Ruͤcken ſchwarzbraun,
bey'm Manne mit Roſtfarbe, bey'm Weibe mit gelblichem
Weiß gemiſcht. Die Fuͤße gelbbraun. |
‚N Der Mann ift überhaupt dunkler als das Weib. Der
Grund der Vorderfluͤgel zeigt ſich tiefbraun. An der Einlen⸗
kung liegt ſtarke roſtfarbige Beſtaͤubung. Die erſte Querlinie
bildet eine, gegen die Raͤnder verſchwindende und in der Mitte
ſich erweiternde, roſtfarbige Stelle, in der ein laͤnglicher,
ſammetartig ſchwarzer Haarwulſt ſteht. Statt der zweyten
Querlinie folgt eine roſtfarbige verloſchene zackige Zeichnung,
und in ihr ein roſtgelb umzogenes Commazeichen. Die Fran⸗
zen ſind braungrau, mit einer ſchwarzen Punktreihe eingefaßt.
Das Weib hat weiße und gelbliche marmorartige Zeich⸗
nung, der Haarwulſt iſt kaum bemerkbar. Die Punkte vor
den Franzen ſtehen auf hellerem Grunde.
„Die Hinterflügel bey Mann und Weib find rußig
ſchwarzbraun.
Die Raupe lebt nach dem Wie n. Verz. auf dem
Zeitland oder gemeinen Kellerhals Daphne mezereum),
nach Hrn. Hübner auch auf dem wohlriechenden Keller⸗
hals (Daphne Cneorum). Laut der letzteren Angabe hat
ſie einen braungrauen Kopf, ein ſolches getheiltes Nacken⸗
ſchild und truͤbgelben Körper mit rothbraunen Laͤngslinien und
einem dunkleren breiteren Streife über den Füßen. ‚
-Die kleine gelbbraune Puppe hängt fich mit ein Paar
183
Faden an den unteren Theil der Nahrungspflanze⸗ nach Art
der Tagfalter, mit deren Puppen ſie auch in der Geſtalt viel
Aehnliches hat.
Der Schmetterling ſoll im Ku fliegen. Er kommt
bey uns nur ſelten vor.
351. CRIS TEL LA.
Phyc. alis anticis testaceo cinereis, fascia baseos
testacea utrinque nigro marginata.
Hübner, Tin. Tab. 11. Fig. 76. (mas.) Text, ©. 34.
N. 11. Kammtragende Schabe, T. Cristella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. III. B.
S. 152. N. 26. Phyc. Cristella.
Ueber die jetzige Benennung dieſer Art findet man im
„Magaz. d. Entomol.“ a. ang. O. das Naͤhere.
Die Groͤße iſt wie Rhenella, auch darunter. Mit
Palumbe lla hat fie ziemliche Aehnlichkeit. Die Palpen
ſind dunkelbraun, aufwaͤrts gerichtet, die Fuͤhler braun. Kopf
und Ruͤcken grau und roſtfarben gemiſcht, die Schulterdecken
hellgrau, der Hinterleib iſt braungrau, weißlich geringelt, die
Fuͤße grau, braun gefleckt.
Die Vorderfluͤgel haben eine aſchgraue mit etwas Roſt⸗
farbe vermengte Flaͤche. Auf dem erſten Drittheile zieht ein
gerader braunrother Querſtreif, der gegen den Hinterrand mit
einer, auch zwey feinen dunkeln Linien, gegen die Einlenkung
aber mit einem erhabenen ſammetartigen ſchwarzen Striche
eingefaßt iſt; in der Fluͤgelmitte ſtehen zwey kleine braune
Punkte ſchraͤg unter einander, und jenſeits der Mitte, nicht
weit vom Hinterrande, findet ſich eine feine, ſchwarze, win⸗
kelig gebogene, auf der Haͤlfte ſaͤgezaͤhnige und gegen den
Hinterrand weißlich geſaͤumte, Querlinie. Hinter ihr iſt der
Grund am lebhafteſten roſtbraun. Die Franzen ſind grau.
Vor ihnen bemerkt man eine kleine Punktreihe. |
#
184
Die Hinterfluͤgel zeigen fich br aungrau, ihre Franzen,
hinter einer braunen Linie, etwas heller.
Unterhalb iſt alles gelblich braun.
Vaterland: Ungarn und Oeſterreich. Selten.
32. 4 DPV EN EL L A.
Phyc. palpis erectis; antennis nudis; capite rufo;
alis anticis badio caesioque nebulosis.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. III. B.
S. 141. N. 18. Phy c. Ad vene lla.
Größe von Rhenella. Die Fühler find nackt und
hellgrau. Die aufgekruͤmmten Palpen, Stirn, Scheitel und
Halskragen roſtroth, der Ruͤcken iſt braun. Der Hinterleib
weißgrau und aſchgrau geringelt. Die Fuͤße ſind inwendig
weißgrau, auswendig rothbraun, mit afchgrauen Gürtelnn.
Die Vorderfluͤgel zeigen ſich braunroth, ſtellenweiſe
ſchimmelgrau wolkig beſtaͤubt. Zu Ende des erſten Feldes
zieht eine weiße, einwaͤrts gekruͤmmte Linie querüber ‚an
welche fich nach hinten, gegen den Innenrand zu, ein lang⸗
licher, von einer zarten weißen Linie eingefaßter, roſtrother
Fleck ſchließt. Die zweyte Querlinie laͤuft, unweit der Fran⸗
zen, auf braunrothem Grunde; ſie iſt weiß, zart, gebogen;
dieſe Biegungen find aber nicht fanft gerundet, ſondern machen
mehrere gebrochene Winkel, und der Mittelbogen iſt gezaͤhnt.
Das erſte Feld naͤchſt der Einlenkung iſt dunkelbraun, wenig
weiß beſtaͤubt, und ohne rothe Flecke. Das Mittelfeld kaſta⸗
nienbraun, aber faſt ganz weiß oder ſchimmelgrau beſtaͤubt,
ſo, daß das Braunroth nur am Vorderrande, gegen die erſte
Querlinie hin, ſichtbar wird. Der Hinterrand iſt nur ſchwach
beſtaͤubt. Die Franzen find rothgrau, und vor ihnen zieht
eine feine braune, zuſammenhaͤngende, ichn punktirte Li⸗
nie her.
Die Hinterflügel bleiben braungrau, mit weißlichen
Franzen. |
185
Die Unterfeite iſt aſchgrau, auf den Vorderfluͤgeln
ee. die zweyte Querlinie durch.
Die Raupe iſt (nach Hrn. D. Zinck en), ſechszehn⸗
fuͤßig, nackt, ſpindelfoͤrmig, ſchoͤn gruͤn, mit braunrothem
Kopfe und einer braunrothen Laͤngslinie zu beyden Seiten
des Ruͤckens. Sie lebt in einem weißen roͤhrenartigen Ge⸗
ſpinnſte, im May und Anfang Juny, auf Weißdorn, groͤßten⸗
theils zwiſchen den Bluͤthen, welche ſie als Futter auch den
Blaͤttern vorzieht.
Die Verwandlung geſchieht in der Erde, i in einem leich⸗
ten Geſpinnſte.
Der Schmetterling erſcheint im July. Bis jetzt iſt nur
die Gegend von Braunſchweig als ſichere Heimath bekannt.
—
33. S UVA EL LA.
Phyc. palpis erectis; antennis nudis; alis anticis
obscure purpureo canoque nebulosis, macula communi
Dayeos sanguinea.
Germar u. Ziädken, Magaz. d. Entomol. III. B.
S. 140. N. 17. Phyc. Suavella.
In Groͤße, Geſtalt und Zeichnung der vorigen A d-
venella fo ahnlich, daß man fie leicht für eine dunklere
Abaͤnderung derſelben halten kann, und es einiger Aufmerk⸗
ſamkeit bedarf, um die uͤbrigens ſtandhaften Verſchiedenheiten
beyder zu entdecken.
Die Färbung von Sua vella hat im Ganzen Aehn⸗
lichkeit mit reifen, weiß bedufteten Schlehen. Die Palpen
find aufgekruͤmmt und ſchwarzbraun, die Fuͤhler nackt und
braun. Kopf und Rücken purpur⸗ oder weinfarbig. Der
Hinterleib iſt aſchgrau mit weißlichen e Die
Fuͤße ſind weißgrau.
Die Vorderflügel werden, wie bey mehreren vorigen Ar⸗
ten, durch zwey Querlinien in drey Felder getheilt, von welchen
Linien jene vor der Mitte ſchwarz, flach gebogen und etwas
186
ſchraͤg gerichtet, die hinter der Mitte aber weiß, wie bey Tu-
midella buſig gekruͤmmt oder geſchlaͤngelt, und inwendig
ſchwarzroth, auswendig verloſchen blutroth angelegt iſt. Das
Feld an der Einlenkung iſt ſtark weiß beſtaͤubt und mit zwey
blutrothen (bey einem einzelnen Exemplare doch in's Gelb⸗
liche uͤbergehenden) zuſammenfließenden Flecken am Innen⸗
rande. Das Mittelfeld ſchwarzroth oder dunkel kirſchroth,
in der Mitte, gegen den Vorderrand blaͤulichweiß beſtaͤubt,
und hierin ſtehen zwey dunkelbraune Punkte quer uͤber einan⸗
der. Der Hinterrand iſt veilgrau mit braunen Franzen, vor
welchen eine Reihe laͤnglicher ſchiwatzergen Punkte ſich be⸗
findet.
Die Hinterfluͤgel zeigen ſich hellgrau mit dunkleren
Sehnen und gelbweißen Franzen.
Die Unterſeite der Vorderfluͤgel iſt dunkel aſchgrau, die
zweyte Querlinie ſcheint weißlich durch, die Hinterfluͤgel find.
hier hell gelbgrau, ihre Sehnen dunkler ausgezeichnet.
Herr D. Zincken, dem wir die Entdeckung dieſer
ſchoͤnen, noch nirgends abgebildeten Art verdanken, fand die
Raupe im May und Anfang Juny auf Schwarzdorn (Pru-
nus spinosa) in ſehr langen, manchmal über einen Fuß meſ⸗
ſenden, braunen, haͤutigen, ziemlich feſten, laͤngs den Zweigen
geſponnen Kanaͤlen. Sie iſt fechözehnfüßig, ſchlank, nackt,
einfarbig braunroth, mit ziemlich großem, gleichfarbigen aber
glänzenden Kopfe, breitem, glänzenden, pechſchwarzen
Nackenſchilde und ſchwarzen glaͤnzenden Bruſtfuͤßen.
Sie verwandelt ſich in einem leichten, eifoͤrmigen Ge⸗
ſpinnſte in der Oberfläche der Erde.
Der Schmetterling fliegt im July und hält ſich wie die
Verwandten gern im Graſe auf.
Heimath: bey Braunſchweig und in Ungarn. Noch
ſehr ſelten. |
— —
* n
rl BE:
54. CONSOCIELLA.
Phyc. palpis erectis, antennis nudis; alis anticis
purpureo ‚einereoque nebulosis, striga transversa baseos
arcuata nigra.
Hübner, Tin. Tab. 48. Fig. 328. (mas.) T. Gon
sociella.
Larv. Lep. VIII. Tin. II. Fyrehdifbrmt e. a.
b. Fig. 1. a. b. —
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. III. B.
8. 158. N. 16. Phy c. Consociella.
*
Hrn. D. Zincken's Beſchreibung ſtimmt ganz mit N
dem Exemplare diefer Art überein, welches ich aus der Ger
gend von Dresden erhielt, und wobey Herr von Tiſcher
mir bemerkte, daß er auch in der Erziehung alle Angaben des⸗
wegen beobachtet und gleich gefunden habe. Ich kann alſo
nur das Vorhandene wiederholen.
„Consociella iſt betrachtlich kleiner als Tu mi-
della, mit welcher ſie ſonſt ſehr viel Aehnlichkeit hat.
Die Palpen ſind aufgekruͤmmt, die Fuͤhler nackt, und ſo wie
Kopf und Ruͤcken purpurbraun. Der Hinterleib iſt aſchgrau,
mit weißlichen Ringeinſchnitten. Die Fuͤße ſind ebenfalls
grau. Das Weib hat einen Legeſtachel.“
| „Die Vorderflügel zeigen ſich etwas ſchmaͤler als an
Tumidella, purpurbraun und veilgrau gewoͤlkt. Vor
der Mitte liegt ein flach einwaͤrts gekruͤmmter ſchwarzer Quer⸗
ſtreif, an welchen ſich ein (bey mir ſehr undeutlicher), blaß
lehmgelber dreyeckiger Fleck anſchließt, der mit einer Seite
auf dieſem Streife, mit dem andern auf dem Innenrande
ruht. Der Raum nach der Einlenkung zu iſt weißgrau be⸗
ſtaͤubt. Der Mittelraum veilgrau gewoͤlkt, mit zwey ſchwar⸗
zen querſtehenden Punkten. Jenſeits der Mitte zieht, wie
bey Tumidella, eine feine weißliche, geſchlaͤngelte, auf
beyden Seiten purpurbraun angelegte Linie queruͤber. Der
Hinterrand und die Franzen ſind veilgrau, und vor letzteren
ſteht eine Reihe kleiner brauner Punkte.“
188 f
„Die Hinterfluͤgel bleiben hellgrau mit gleichfarbigen
Franzen.“
Unten ſind die Vorderfluͤgel dunkler, die hinteren heller
braungrau.
„Die Raupe iſt ſechszehnfuͤßig, ſpindelfoͤrmig, nackt
und beinfarbig mit fünf ſchwaͤrzlichen Laͤngslinien. Kopf
und Nackenſchid ſind glaͤnzend braͤunlichgelb. Sie lebt An⸗
| fang J Juny, wie die Raupe von Tumidella, auf Eichen,
in roͤhrigen Geſpinnſten, und hat mit ihr gleiche e
heiten.“
„Der Schmetter ling „ um Brauns chweig und Dresden,
fliegt im July, und halt ſich in der Nähe, wo feine rn
wohnte, im 1 1 nen ul |
5. JANTHINELLA.
Phye. palpis porrectis; antennis cristatis; alis an-
ticis griseis, strigis duabus transversis dentatis albis.
Hübner, Tin. Tab. 55.) Fig. 1 (mas. ) Fig. 375.
(foem) T. Janthinella.
Germar u. Zincken, Magaz. a Entomol. III. B.
S. 146. N. 22. Phy c. Janthinella.
Die Beſchreibung nach Hrn. D. Zincken, da meine
Exemplare nicht zu den deutlichſten gehören. „Form und
Größe, ungefähr wie Roborella, oder dakuͤber. Die
Palpen vorgeſtreckt, etwas aufgerichtet, roth und grau ges
miſcht. Die Fuͤhler braun, am Manne mit einem kleinen
dunkleren Haarknoten. Kopf und Ruͤcken rothbraun. Hin⸗
terleib und Fuͤße einfarbig aſchgrau. Am Weibe bemerkt
man eine Legeroͤhre.“
„Die Vorderflügel zeigen ſich rothbraun, mit weißem
Staube uͤberzogen, und zwey weißen, auf den einander zuge⸗
—
) Irrig bezeichnet: 274. 275.
— *
189
kehrten Seiten braunroth gerandeten, gegen den Innenrand
ſich naͤhernden Querlinien, deren eine, vor der Mitte, flach
gebogen und grob gezaͤhnt, die andere, jenſeits der Mitte,
gerade und zwey Mal ſpitzwinkelig abgeſetzt iſt. Das Feld
an der Einlenkung iſt gewöhnlich am ſtaͤrkſten, das Mittelfeld
am ſchwaͤchſten weißgrau beſtaͤubt, und in dieſem ſtehen, nicht
weit vom Vorderrande, zwey kleine ſchwarzbraune Punkte
quer unter einander, die aber oft ganz verloſchen ſind. ee
Franzen des Hinterrandes ſind aſchgrau.“ N
„Die Hinterfluͤgel aſchgrau, mit dunkleren Sehnen und
weißlichen Franzen.“
Auf der Unterſeite ſind die Vorderfluͤgel braungrau, die
Hinterfluͤgel weißgrau.
„ die Raupe iſt nicht bekannt. Der Schmetterling
fliegt den ganzen July und Auguſt auf Heideplatzen. Heiz
math: die Gegend um Braunſchweig.“
56. LE GAV E LL A.
Phye. alis anticis cinereo fuscis, albo nebulosis,
puncto baseos elevato strigaque ferruginea intus albo
septa, lunula media nigra.
Die Größe, wie Apiefglla, Die Palpen find auf-
gekruͤmmt, ſchwaͤrzlich, mit Weiß angeflogen. Kopf und
Ruͤcken eiſengrau, die nackten Fühler und der Hinterleib hell _
braun, das Weib hat einen Legeſtachel. Die Fuͤße ſind
weißlich.
Die Vorderfluͤgel zeigen ſich ſchoͤn braun, mit einer
Beymiſchung von Weiß an mehreren Stellen. Das erſte
Feld, nachſt der Wurzel, in dem fich ein ſchwarzer erhobener
Punkt befindet, wird durch eine ſcharfe Querbinde geendigt,
welche weiß, gegen die Einlenkung mit ſchwarzen Atomen
verſehen, gegen die Mitte aber ſchwarz eingefaßt und zwey
Mal gebogen iſt; der Bogen am Innenrande fuͤhrt hinter
dem Schwarz einen roſtfarbigen Schimmer. Vom Vorder⸗
rande bis zur Fluͤgelmitte zieht ein weißer verloſchener Streif,
190 5
und in ihm ſteht ein anſehnliches ſchwarzes Mondzeichen.
Die zweyte Querlinie, vor dem Hinterrande, iſt wieder weiß,
auf dunklerem Grunde. Am Vorderrande hat fie zwey groͤ⸗
ßere und dann mehrere kleinere Zähne nach innen. Dahinter
it die Flache wie die Franzen weiß beſtaͤubt, die Fluͤgelſehnen
ſind hier dunkler ausgezeichnet, und endigen an einer Reihe
unzuſammenhaͤngender Striche. ;
Die Hinterflügel führen ein braͤunliches Weiß oder
Grau, mit dunkleren Sehnen und lichteren Franzen.
Unterhalb ſind die Vorderflügel aſchgrau, die zweyte
Querlinie von oben erſcheint wie ein weißer Strich, der auf
den braͤunlichweißen Hinterflügeln noch etwas fortdauert.
Der feltene Schmetterling fliegt in ungarn, um Wien
und um Dresden, zwiſchen Schlehen und Weißdornbüfchen,
im Monat Nag
Am,
37. 0 B USE L L A.
Phye. palpis erectis; antennis subcristatis; E alis an-
ticis nigricantibus, Uneis transversis sesquitertiis albidis.
Hübner, Tin. Tab. 3 1. Fig. 215. (foem.) Text, S
55. N. 16. Wicklerfoͤrmige Schabe, T. Obtusella.
De Geer, Ins. I. 3. Tab. XXVIII. Fig. 20 — 25.
pag. 25.
Germar u. 2 kb Lenz Magaz. d. Enten III. es
S. 164. N. 34. Phyc. Obtusella.
„Groͤße von Tumidella, mit etwas ſchmaleren
Vorderfluͤgeln.“
„Die Palpen ſind aufrecht, gerade, ſchwarzgrau, und
am Manne, wie bey Ph. Carnella, mit einer tiefen
Rinne verſehen, in welche ſich die lange, pinſelfoͤrmige, gelbe
Endſpitze der Nebenpalpen einlegt. Die Fuͤhler ſchwarzgrau,
mit einem kleinen gleichfarbigen Haarknoten uͤber dem Wur⸗
zelgliede. Der Hinterleib iſt aſchgrau, mit weißlichen Ring⸗
einſchnitten und unterhalb lehmgelb gefaͤrbter Endſpitze. Die
15 191
Fuͤße ſind ſchwarzgrau, mit weißgeringelten Fußblaͤttern. Am
Weibe bemerkt man eine Legeroͤhre, und wie bey allen Wei:
bern dieſer Gattung find die Palpen ohne Rinne, die Neben-
palpen ganz gewöhnlich geformt und die Fühler nackt; ſonſt
iſt zwiſchen ihm und dem Manne kein Unterſchied.“ s
„Die Vorderfluͤgel, welche auf den erſten Anblick viel
Aehnliches mit Ph. Rhenella haben, find ſchieferſchwarz
und ſehr duͤnn mit zarten weißen Atomen, am ſtaͤrkſten im
Mittelraume und vor dem Hinterrande beſtaͤubt. Queruͤber
laufen drey weißliche, ſchwarzgerandete Linien; die erſte,
naͤchſt der Wurzel, iſt die breiteſte, erreicht aber weder Vor⸗
der⸗, noch Innenrand; die zweyte, vor der Mitte, iſt ſtumpf
ſaͤgezaͤhnig und laͤuft etwas ſchraͤg auswaͤrts von vorn nach
innen; die dritte, jenſeits der Mitte, iſt geſchweift. Zwiſchen
der erſten und zweyten Querlinie ſteht ein kleiner, ſchwarzer,
ſammetartiger Wulſt, und im Mittelraume, nicht weit vom
Vorderrande, finden fich zwey ſchwarze, meiſtens zuſammen⸗
gefloſſene Punkte quer unter einander. Die Franzen ſind
aſchgrau und durch eine Reihe von ſchwarzen Strichen oder
Moͤndchen, und eine weiße, ſchwarzgeſaͤumte Linie von der
Flaͤche geſchieden.“ N
Die Hinterflügel zeigen ſich braungrau, mit hellgrauen
Franzen.
Die Unterſeite der Vorderſlägel iſt dunkler, jene der
Hinterfluͤgel heller aſchgrau; nicht weit vor dem Hinterrande
laͤuft eine verloſchene, etwas geſchweifte, dunkle Linie.
Schon De Geer, dann Hr. D. Zincken, neuerdings
auch Herr von Tiſcher, haben die Raupe erzogen und
beſchrieben. — Sie iſt ſpindelfoͤrmig, nackt, ſechszehnfuͤßig,
kaffeebraun oder violettbraun, mit einem breiten blaßgelben
oder ſchwefelgelben, in der Mitte durch eine violettbraune
Laͤngslinie getheilten, Ruͤckenſtreif und einem gelben Laͤngs⸗
ſtreif in jeder Seite, der aus an einander haͤngenden Flecken
beſteht. Der Kopf iſt heller oder dunkler braun, mit einigen
kleinen weißlichen Strichen. Die Füße find kaffeebraun.
Sie lebt, in der Mitte May erwachſen, auf Birken
*
192
(Betula alba), unter einem Gewebe, womit fie ein oder zwey
Blaͤtter zuſammenzieht.
Ihre Wohnung verlaͤßt ſie gegen Ende dieſes Monats,
fertigt ein weißliches Geſpinnſt zwiſchen Moos, an Steinen
oder Baumrinde, und wird darin zu einer ſchlanken ſchwarz⸗
braunen Puppe, aus welcher nach ungefaͤhr drey e
der Schmetterling erſcheint.
Das Vaterland iſt Schweden, die Gegenden um Braun⸗
ſchweig und Dresden, das Meißner Hochland, und wahr⸗
ſcheinlich das ganze noͤrdliche Deutſchland. Um Wien kam
Obtusella noch nicht vor. e la
38. 7 E R E B R E L L A.
Phyc. palpis recurvatis; antennis nudis; alis anti-
eis nigro alboque nebulosis, puncto gemino medii nigro.
ie *
Germar u. in cken, Magaz. d. Entomol. III. B.
S. 162. N. 55. Phy c. T erebrella.
Auch von dieſer neueren, noch unabgebildeten, Art be⸗
ſitze ich bis jetzt nur ein einzelnes Stuͤck, und halte mich alſo
mit größerer Sicherheit an Hrn. D. Zincken's, als des
Entdeckers, Beſchreibung, wie an die von Hrn. v. Tiſcher
mir mitgetheilten uͤbereinſtimmenden Nachrichten.
„Groͤße von Tu midella, und von ähnlichem Fluͤ⸗
gelſchnitte. Die Zunge iſt weiß, und die aufgekruͤmmten
Palpen ſind ſchwarz. Kopf und Ruͤcken ſchwarzgrau. Eben
ſo iſt der Hinterleib. Die Fuͤße ſind ſchwarzgrau und weiß
geringelt. Die Afterſpitze des Mannes iſt gelblich, das Weib
hat eine gelbe Legeroͤhre.“
„Die Vorderfluͤgel zeigen ſich ſchwarz und weiß ge⸗
woͤlkt. Vor der Mitte zieht ein faſt gerader, undeutlich ge⸗
zaͤhnter, weißer Querſtreif vom Vorderrande nach dem Innen⸗
rande, und hinter der Mitte eine feine weiße, zwey Mal
ſtumpfgezackte Linie queruͤber; ; beyde find auf den einander
zugekehrten © Seiten von einem breiten ſchwarzen Schatten
193
begleitet; der in der Mitte übrigbleibende Raum ift weiß und
ſchwarz gewölft, und in dieſem ſtehen zwey ausgezeichnete
ſchwarze, bey einigen Stuͤcken getrennte, bey anderen zuſam⸗
menhaͤngende, Punkte quer unter einander. Der Raum vor
dem erſten Querſtreife gegen die Einlenkung iſt ſchwarzgrau;
der zwiſchen der zweyten Querlinie und dem Hinterrande
ſchwarz, der Hinterrand ſelbſt weißgrau beſtaͤubt. Die Fran⸗
zen ſind aſchgrau, vor ihnen ſteht eine Reihe ſchwarzer
Punkte.“
„Die Hinterfluͤgel ſind braͤunlich weiß, mit etwas
dunkleren Sehnen und einem kleinen durchſcheinenden Mond—
fleckchen in der Mitte. Die Franzen weißgrau.“ a
Die Unterſeite der Vorderflügel iſt aſchgrau; man ſieht
den zweyten weißen Querſtreif von oben. Die Hinterfluͤgel
aͤndern wenig gegen ihre andere Seite. —
„Die Raupe iſt ſechszehnfuͤßig, fpindelförmig, gelblich
weiß, mit ſechs Reihen kleiner ſehwarzer Warzenpunkte; der
Kopf nußbraun; das Nackenſchild braͤunlich, etwas heller
als der Kopf, die Schwanzklappe ſchmutzig braͤunlich, beyde
glänzend; die Bruſtfuͤße find braͤunlich, die Bauchfuͤße gelb⸗
lich wie der Koͤrper. Sie lebt wie die Raupe der Ph. Abi e-
tella, in den Samen der Rothtanne (Pinus Abies); die
Tannenzapfen, in welchen man ſie findet, ſind aber nicht wie
die, worin jene vorkommt, reif, ſondern klein, leicht, trocken,
verkuͤmmert, und enthalten keinen reifen Samen; ihre Le—
bensart iſt ganz dieſelbe, doch wurden auch mehrere Raupen
beobachtet, welche in den Tannenzapfen ſelbſt uͤberwinterten.“
Der Schmetterling erſcheint im Juny und Anfang
July, um Braunſchweig und im Meißner Hochlande auf
lichten Waldplaͤtzen, zugleich mit Abietel la. In letzterer
Gegend, hinter dem großen Zſchirnſteine, ſoll er faſt haufig
ſeyn. Um Wien wurde er noch nicht gefunden.
IX. 1. N
194
39. ELUTELLA
Phyc. palpis recurvatis; antennis nudis; alis anti-
cis cinereo pulverulentis, lineis duabus transversis al-
bidis obsoletis.
Hübner, Tin. Tab. 24. Fig. 163. (mas.) Text, S. 33.
N. 5. Eingewickelte Schabe, T. Elutella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. III. B.
8. 175. N. 42. Phyc. Elutella.
Eine der Kleinſten dieſer Gattung; wie Pellionella.
Die Palpen ſind aufgekruͤmmt, aſchgrau oder auch ſchwarz⸗
grau. Die Fuͤhler nackt und wie Kopf und Ruͤcken, aſch⸗
grau. Der Hinterleib iſt braungrau, mit weißen Gelenk⸗
ringen. Die Fuͤße grau, weiß gefleckt. 5
Die Vorderfluͤgel zeigen ſich beſonders ſchmal, ver⸗
haͤltnißmaͤßig lang, kolbig abgerundet. Ihre Farbe iſt ſtaub⸗
grau, oder hell aſchgrau. Queruͤber laufen zwey ſchiefe,
gegen den Innenrand ſich einander naͤhernde, Linien, von
welchen die erſte, vor der Mitte, auswaͤrts, die andere, hinter
der Mitte, aber auf beyden Seiten dunkelgrau gerandet iſt.
Nicht ſelten ſind dieſe Linien ganz verloſchen und die Flaͤche
ohne alle Zeichnung. Die Franzen ſind braͤunlichweiß, mit
einer braunen Randlinie umzogen.
Die Hinterflügel bleiben truͤbweiß, die Franzen ſammt
Randlinie wie an den Vorderfluͤgeln.
Unten iſt alles einfach weißgrau.
Die Raupe iſt (nach Hrn. v. Tiſcher's Beobach⸗
tung), ſehr langleibig und ſchmutzig weißgelb, wie jene von
Gall. Cerella; Kopf, Nackenſchild und Bruſtfuͤße ſind
gelbbraun. Sie lebt in Haufern, wo man fie, wie jene von
Pyr. Pinguinalis, an Wänden, altem Hotzwerke und
in Kehrichtwinkeln kriechend, findet.
Sie verpuppt ſich im Herbſte in einem papiernigen
Geſpinnſte.
Der Schmetterling fliegt im Juny, in Wien und den
meiſten Gegenden von Deutſchland.
195
40. ANGUSTELLA.
Phyc. alis anticis einereo nebulosis, macula magna
ante medium nigra.
Hübner, Tin. Tab. 10. Fig.68. (foem.) Text, S. 35.
N. 8. Kreisfleckige Schabe, T. Angustella.
Germar u. Zincken, Magaz. d. Entomol. III. B.
8. 157. N. 30. Phy c. Angustella.
Kleiner als Janthinella, aber größer als Elu-
tella. Die Palpen find aufgerichtet, braun, Fühler, Kopf
und Ruͤcken holzfarbig, Hinterleib und Fuͤße gelbgrau, erſterer
weiß geringelt.
Die langen und ſchmalen Vorderfluͤgel zeigen ſich
braunlich = holzfarbiggrau, mit röthlichem Schimmer, gegen
den Vorderrand am dunkelſten. Dicht vor der Mitte, am
Innenrande, ſteht ein ſchwarzer, ſammetartiger, nagelfoͤrmi⸗
ger Fleck, deſſen, kurz unter dem Kopfe, abgebrochener Stift
ſich gegen die Einlenkung kehrt. Der Rand rings umher iſt,
vornehmlich gegen die Franzen hin, weißlich und von einem
dunkleren, mit jener Zeichnung ziemlich gleichlaufenden, Kreiſe
eingefaßt. Vor dem Hinterrande findet ſich eine, zwey Mal
gezackte, ſchwaͤrzliche Querlinie. Die Franzen, hinter ſchwar⸗
zen Punkten, ſind weißlich.
Die Hinterfluͤgel ſind weißgrau, ebenfalls mit einigem
roͤthlichen Scheine.
Unterhalb führen die Vorderfluͤgel ein braunliches Grau,
die hinteren ſind weiß. b
„Die Raupe iſt dick, ſpindelfoͤrmig, ganz von Geſtalt
der Pen. Pruni ana, hellgruͤn, mit zwey braunen Puͤnkt⸗
chen zu beyden Seiten des Nackenſchildes, und zwey der⸗
gleichen auf dem zweyten Ringe. Der Kopf und die Füße
ſind ebenfalls hellgruͤn. Es giebt Spielarten, welche auf
dem Ruͤcken jedes Ringes zwey hellbraune kleine Flecke ha⸗
ben. Sie lebt in der Mitte July zwiſchen zuſammengerollten
Blättern des Spillbaums (Evonymus . und
| | 2
\
*
196
verfertigt gegen Ende deſſelben Monats zur Verwandlung
ein ſchneeweißes pergamentartiges Geſpinnſt, welches ſie
aber nicht zwiſchen Blaͤtter, ſondern, wie mehrere ihrer Ver⸗
wandten, an den Stamm, unter Steine . zwiſchen Be:
ſpalten oder fonft anlegt. * ü
„Sie wird zu einer lunggeſtrecten, , rät grünen
Puppe. .
„Der Schmetterling entwickelt ſich much vierzehn Ka⸗
gen.“ (Von Hrn. von Tiſcher.)
Angustella fliegt in 1 und im er
arg '
. INV ER E NCT E L L A
. alis anticis basi flavidis, apice cinereo fer-
rugineoque nebulosis, lineis duabus transversis plum-
beis, A medio ferrugineo; Passig albidis.
Hübner, Tin. Tab. 45. Fig. 510. (foem.) T. In-
terpunctella.
Die gegenwaͤrtige Art, Weiche Ab. Mazzola zuerſt
aus Italien erhielt und benannte, iſt von Herrn Huͤbner
keinesweges glücklich nachgebildet worden, wie aus der fol⸗
genden Beſchreibung hervorgeht. Nur lebhafte Varietäten
kommen der angefuͤhrten Figur nahe, und eine neue, treuere
Darſtellung bleibt zu wuͤnſchen. |
Die Größe ift ungefähr wie Pellionel la oder El u-
tella. Die abwaͤrts gebogenen Palpen, Kopf, Ruͤcken
und Fuͤhler ſind braungrau, oder roſtgrau. Eben ſo die
Fuͤße. Der Hinterleib iſt hellgrau, Das Weib führt einen
Legeſtachel.
Das erſte Feld der Vorderfluͤgel, wi der Wurzel,
zeigt ſich weißlich, mit Roſtfarbe beſtaͤubt. De folgende
Flaͤche iſt entſchieden roſtfarbig. Am Anfange und gegen
den Hinterrand befinden ſich zwey verfloſſene bleyglaͤnzende
Querlinien, und zwiſchen beyden ſteht ein hellroſtfarbiger
Punkt. Meiſtens aber iſt dieſe ganze Zeichnung undeutlich;
197
ſchon das erſte Feld bleibt truͤbe, und weiterhin iſt Bleyglanz
und Roſtfarbe wolkig vermengt, und nur durch fchiefe Rich-
tung der Flügel gegen das Licht kann man die Querlinien
wahrnehmen. 5
Die Hinterfluͤgel ſind hellgrau, naͤchſt den weißlichen
Franzen etwas dunkler.
Auf der Unterſeite erſcheinen die Borberflügel tiefgrau,
ſehnig; die en weißlich, wie oberhalb. |
Herr F. J. Schmidt in Laibach (deſſen entomologi⸗
ſche Verdienſte ich ſchon bey Scirp. Phantasmella er⸗
wähnte) „ erhielt im Monat September vor. J. aus Italien
ein Faͤßchen ſogenannter Pignoli (Früchte der Pinie, Pinus
Pinea, Linn.), welche, viele angeſtochene Nuͤßchen abge—
rechnet, friſch waren. Nachdem er die letzteren ausſuchen
ließ und einige oͤffnete, fand ſich der Kern ausgefreſſen, und
anſtatt deſſelben eine kleine Raupe. Herr Schmidt
pflegte ſie ferner, bis zum naͤchſten Maͤrz, wo ſie ſich in un⸗
gleichen Zeiträumen verwandelten. Er ſandte mir nun eine
lebende Raupe, einige zwiſchen Moos eingeſponnene Pup⸗
pen, und einen bereits entwickelten Schmetterling.
Die Raupe war ſechszehnfuͤßig „ hatte einen dunkel⸗
braunen glaͤnzenden Kopf und ein hellbraunes, durch gelbli—
chen Mittelfleck getheiltes glaͤnzendes Nackenſchild. Der
Körper erſchien, nach Hrn. Sch midt's Berichte, vor der
Ueberwinterung ſchmutzig gelbweiß, nach der Ueberwinterung
ſah ich ihn gruͤnlich weiß „faltig, mit einzelnen Haͤrchen be⸗
ſetzt. Die Raupe ging eben ſo leicht vor- als ruͤckwaͤrts,
und ließ ſich von ihrem Aufenthalte an einem Faden herab,
wenn ſie beunruhigt wurde.
Die Puppen ruheten in dichtem ſeidenen Geſpinnſte,
zwiſchen Moos, darauf Hr. Schmidt die Pinien-Nuͤſſe
gelegt hatte. Sie waren glaͤnzend hellbraun, die Fluͤgelſchei⸗
den gelb, die Stellen der Augen ſtark vorſtehend, ſchwarz—
braun.
Ihre Entfaltung erfolgte, wieder ſehr wechſelnd „ zwi⸗
ſchen Anfang April und Ende May.
198
Italien und überhaupt wohl alle Länder, wo die Pinie
waͤchſt, ſind alſo die Heimath dieſes Schmetterlings, deſſen
erſte Staͤnde eine auffallende Aehnlichkeit mit jenen der fruͤher
beſchriebenen Phyc. Abietella haben. Ohne Zweifel
ift er dort nur allzu häufig.
42. DAHLIELLA.
Phyc. alis anticis cinerascentibus, margine antico
fasciaque media abbreviata aureis, puncto gemino seri-
ceo atro.
Neue, von meinem ſel.; Freunde Dahl“) aus Sicilien
gebrachte und nach ihm, zu ſeinem Gedaͤchtniß, von mir be⸗
nannte Art. Die Größe, wie Janthinella. Die Pal⸗
pen ſind abwaͤrts gekruͤmmt, und wie Kopf und Ruͤcken, matt
) Georg Dahl, deſſen raſtloſe Thaͤtigkeit und reiches
Wiſſen in allen Zweigen der Inſektenkunde jedem For⸗
ſcher und Sammler bekannt ſind, lebte und wirkte zuerſt
in der Gegend von Worms, und kam dann ungefaͤhr
1803 nach Braunſchweig, wo er durch Illiger's,
Zincken's, Hoffmannsegg's und anderer beruͤhm—
ten Maͤnner Lehre und Aneiferung ſich weiter ausbildete.
Von Och ſenheimer ermuntert, wählte er 1808 Wien
zum Aufenthalte. Wie vor ihm noch niemand, durch:
ſpaͤhete er hier die reichen Umgegenden. Den größeren
Theil feiner Entdeckungen neuer Arten, oder die Erzie—
hung anderer wenig bekannten, enthaͤlt dieſes Werk, die
uͤbrigen, welche er um ſeines Vortheils willen verſchwieg,
ſind, leider, wieder verloren! Von Wien aus bereiſte er
mehrmals Ungarn bis an die tuͤrkiſche Graͤnze, ſpaͤter
Dalmatien, Mittel-Italien, Sardinien, und zuletzt 1828
und 1829 Sicilien. Von dort kam er mit dem Anfange
eines Bruſtuͤbels zuruͤck, deſſen allmaͤhliges Zunehmen
die Kunſt der Aerzte nicht hindern konnte. Schon dem
Tode nahe, ruͤſtete er ſich zu einer neuen Reiſe durch
Deutſchland. Er entſchlief in Waͤhring bey Wien, in
der letzten Nacht des Jahres 1830.
199
gelblich. Die Fühler braun, bey'm Manne mit einem ſchwa⸗
chen Haarbuͤſchel. Der Hinterleib ift weißgrau. Die Füße
ſind braun, weißlich gefleckt. .
Die ſehr ſchmalen, verhaͤltnißmaͤßig langen Vorderfluͤgel
haben bis zur zweyten Querlinie einen hellweißlichen, mit ein⸗
zelnen grauen und gelben zarten Staͤubchen beſtreuten Vor⸗
derrand. Das uͤbrige der Flaͤche iſt dunkler ſilbergrau. Vor
der Mitte ſteht eine goldgelbe Querbinde, welche in dem weiß:
lichen Vorderrande beynahe verliſcht, gegen den Innenrand
aber am ſtaͤrkſten hervortritt. In ihr befinden ſich, nach der
Einlenkung hin, zwey ſchwarze, ſammetartig erhobene und
in das erſte Feld verwiſcht auslaufende Flecke, die dann und
wann auch zuſammenfließen, oder im Gegentheil in mehrere
Punkte zerfallen. Im Mittelfelde, nahe am Vorderrande,
quer unter einander, bemerkt man ferner zwey einzelne laͤng⸗
liche ſchwarze Striche oder Punkte. Hierauf folgt, nahe am
Hinterrande, eine zweyte goldgelbe Querbinde. Das ſchmale
letzte Feld und die Franzen ſind am tiefſten grau.
| Die Hinterflügel und ihre Franzen zeigen fich weiß,
mit einem Schatten am Außenrande und dunkleren Sehnen.
Unterhalb find die Vorderfluͤgel aſchgrau, die zweyte
Querbinde von oben ſchimmert durch. Die Hinterfluͤgel blei⸗
ben weiß.
43. 0 SS EAT EL LA.
Phyc. alis anticis pallide flavis, fascia apicis fusca,
lineola albida undata divisa, serie Ppunctorum nigrorum
ad marginem externum.
Gleich der Vorigen eine Dahl'ſche Entdeckung aus Si⸗
cilien. Groͤße und Geſtalt, ganz wie Dahliella. Die
braunen Palpen abwaͤrts gebogen. Die gezaͤhnten nackten
Fuͤhler, wie Kopf und Ruͤcken, beinfarbig bleichgelb. Hin⸗
terleib und Fuͤße weißgrau.
Die Vorderfluͤgel zeigen ſich truͤbgelb, mit verwiſchtem
braunen Staube, beſonders in der Gegend, wo ſonſt die erſte
7 200 ’
Querlinie ſteht, welche diefer Art mangelt. Vor dem Hin-
terrande zieht ein brauner Schattenſtreif, und mitten in ihm
erſcheint eine helle, ein Mal gezackte Querlinie der Grund⸗
farbe. Der Reſt der Flaͤche, bis zu den Franzen iſt, wie
dieſe ſelbſt, braͤunlich grau beſtaͤubt und am F er einer
Reihe ſchwarzer Punkte verſehen.
Die Hinterflügel ſammt Franzen find weiß.
Die Unterſeite der Vorderfluͤgel iſt hellgrau, gegen
den Vorderrand am dunkelſten „ jene der Hinterfluͤgel wie
oberhalb.
44. h U NI C L EL L A.
Phyc. alis anticis aureis, atomis nigris 5
fascia media argentea lineolaque apicis aerata, punctis
quatuor nigris, aureo ocellatis,
Ebenfalls durch Herrn D ahl aus Sicilien gebracht.
Form und Größe der beyden vorbeſchriebenen Arten. In
Farbe und Zeichnung kommt ſie aber der bekannteren B ella,
Hübn. Fig. 60. ziemlich nahe. Die Palpen ſind abwaͤrts
gebogen. Die nackten Fühler gelbgrau. Kopf und Rüden
gelblich, mit mattem 5 Hinterleib und Fuͤße gelb⸗
lich weiß.
Die Vorderfläget fuͤhren einen goldſtofffarbigen matten
Grund, welcher, naͤher betrachtet, einzelne ſchwarze Staͤub⸗
chen trägt, Die ſonſtige erſte Querlinie mangelt. Ueber der
Mitte ſteht aber ein breites hellgoldfarbiges, zu beyden Sei⸗
ten mattbraͤunlich begraͤnztes Querband, das nicht nach innen,
ſondern vielmehr gegen den Außenwinkel des Hinterrandes
lauft. Mitten in ihm befindet ſich ein heller ſilberner Quer:
ſtreif. Am Hinterrande erſcheint ein anderes Stuͤck eines
ſolchen goldenen und ſilbernen Bandes, welches die Fluͤgel⸗
ſpitze im Dreyeck abſchneidet. Darunter folgen, laͤngs der
Franzen, vier ſammetſchwarze Zeichen, jedes mit einem glaͤn⸗
zenden goldenen Flecke und feinen gleichen Strichen geziert.
Die Franzen find gelbgrau, und werden laͤngs des Dreyecks
von einer hellen ſilbernen Linie begraͤnzt.
201
Die Hinterflügel und Franzen bleiben weiß. Letztere
umfaßt ein zarter brauner Schattenſtrich.
Die ganze Unterſeite iſt weiß, jene der Vorderfluͤgel mit
gelblichem Scheine.
45. Z IN CX E NE L L A.
Phyc. alis anticis cinerascentibus, margine antico
albo, fascia media flavescente ferrugineo septa.
Herr Hübner hat zwar Tab. 59. Fig. 401. und
402. ſchon eine T. Zinckenella gegeben, da dieſe aber
Eins mit Hermannella, Fabr. (Ent. Syst. III. 2.
324. 162.) iſt, und ihr der aͤltere Name bleiben muß, ſo
habe ich die jetzt zu beſchreibende neue, ebenfalls durch Hrn.
Dahl aus Sicilien gebrachte, Art mit dem Namen eines
verehrten und vorzuͤglich um dieſe und die naͤchſten Gattungen
hoͤchſt verdienten Naturforſchers verſehen.
Die Größe iſt wie Roborella. Die Palpen find
lang, ſtark, gerade ausgeſtreckt, goldfarbig, am aͤußerſten
Ende und in den Seiten grau beftäubt. Die Fühler braͤun⸗
lich, bey'm Manne mit einer, muſchelartig glänzenden, perl⸗
farbigen, zweygliederigen Bedeckung uͤber dem Wurzelgelenke.
Kopf und Ruͤcken matt goldfarbig. Hinterleib und Fuͤße
braungrau, erſterer mit weißlichen Gelenkringen, letztere
weißgefleckt.
Der Vorderrand der langen ſchmalen Vorderfluͤgel iſt
hellweiß, alles Uebrige dunkel ſilbergrau. Auf der Stelle der
ſonſtigen erſten Querlinie ſteht ein breites goldgelbes, gegen
die Einlenkung roſtfarbig geſaͤumtes Querband, welches aber
erſt unter dem weißen Vorderrande ſichtbar wird. Weiter
findet ſich keine Zeichnung, nur ſelten erſcheint auf der Stelle
der ſonſtigen zweyten Querlinie ein ganz ſchwacher lichterer
Streif. Die Franzen ſind braungrau.
Die Hinterflügel braͤunlich weiß, mit dunkleren Sehnen,
ihre Franzen rein weiß.
Unten ſind die Vorderfluͤgel aſchgrau, die hinteren wie oben.
| 202
46. ELONGELLAÄ.
* . .. . . *
Phyc. alis anticis testaceis, maculis confluentibus
fuscis; posticis cinereis. / m:
Hübner, Tin. Tab, 25. Fig. 174. (foem.) Text, S
62. N. 20. Beinbraune Schabe, T. Elongella.
— — Tab. 16. Fig. 106. (foem.) Text, S.
59. N. 5. Unbeſtaͤndige Schabe, T. Variella.
Larv. Lep. VIII. Tin. V. Ignobil. A. Fig. 1.
a. b. T. Elongella.
Wie n. Verz. S. 141. Fam. C. N. 67. Beinfarbige
Schabe, T. Elongella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 112. N. 67. —
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 150. T. Elongella.
— 8. 149. T. Variella.
Elongella, Linn. (S. N. I. 2. 890. 385. und
Faun. Suec. N. 143 6.), ſo wie Fabr. (Ent. Syst. III.
2.307. 89. und Suppl. 506. 5.) konnen unmöglich nach
den dortigen Beſchreibungen mit unſerer Elongella, W.
V., welche laut aller älteren Beweiſe zur Huͤbner' ſchen
Art, a. ang. O. gehoͤrt, verbunden werden. Dagegen iſt
Variella, Hbr. Fig. 106. (aber nicht deſſen ſpaͤtere
Fig. 279.) wohl ſicher nur eine, etwas groͤßere und dunklere,
Varietaͤt von Elongella, W. V., die ich in Uebergaͤn⸗
gen zur gewöhnlichen Fig. 174. ſah und beſitze.
Die Groͤße iſt veraͤnderlich, meiſtens wie Elutella,
aber auch anſehnlicher. Eben ſo wechſelt die Farbe des
Kopfes, Ruͤckens und der Vorderflügel, welche zuweilen gelb-
lich beinfarbig, dann wieder entſchieden ockergelb, mit Braun
beſtaͤubt, erſcheint. Die Palpen ſind aufgerichtet, dunkel⸗
braun, die Fuͤhler braungrau, eben ſo Hinterleib und Fuͤße.
Der Mann hat einen gelblichen Afterbuͤſchel, das Weib einen
Legeſtachel.
203
Die Vorderflügel zeigen ſich laͤngs des Vorderrandes
dunkler als auf der inneren Halfte; ſtatt der erſten Querlinie
ſtehen einzelne laͤngliche braune Flecke (gewöhnlich drey, wenn
nicht die zwey aͤußeren zuſammengefloſſen ſind); die zweyte
Querlinie wird durch eine andere braune Fleckenreihe erſetzt.
Im Mittelfelde, nahe an jener zweyten Fleckenreihe, und
gegen den Vorderrand, bemerkt man zwey ſchwarze Punkte
quer unter einander, und vor den beinfarbigen Franzen ev
einen braunen Schatten.
Die Hinterfluͤgel find dunkelgrau, mit zwey ſolchen Linien
mit gelblicher Ausfuͤllung umzogen, die Franzen gelblich weiß.
Unten iſt die Fläche aſchgrau, bey den Vorderfluͤgeln
ſchimmern der beinfarbige Grund und die Flecken von oben
durch. Die Franzen bleiben wie vorbeſchrieben.
Die Raupe hat Hr. Hübner auf dem Gaͤnſefuß
(Chenopodium), abgebildet. Nach ſeiner Angabe hat ſie
einen braunen, ſchwarzgefleckten Kopf, ein ſchwarzes Nacken⸗
ſchild, einen hell rindenbraunen Körper mit weißen Laͤngsſtrei⸗
fen, zwiſchen welchen einzelne ſchwarze Flecke und behaarte
Waͤrzechen ſtehen.
Die Puppe iſt kurz, kolbig, rothbraun.
Der Schmetterling fliegt in mehreren Gegenden von
Deutſchland, auch bey uns, eben nicht ſelten, auf freyen
trockenen Plaͤtzen, im July.
204
GENUS CXXNXV II. LISPE.
Eine europäifche Art. Ihre abgefonderte Stellung
wird durch die folgende Beſchreibung gerechtfertigt. Die Le⸗
bensweiſe der Raupe bringt fie dem G. Chi! o nahe, der
Schmetterling entfernt ſich weit davon und berühn mehr die
G. Phycis und Yponomeuta. b
Lispe, Zionog, glatt, ſchlank, zierlich.
205
CRIBRELLA.
Lisp. alis anticis albis, transverse nigro punctatis.
Hübner, Tin. Tab. 10. Fig. 67. (foem.) Tut, S
36. N. 18. Diſtelſchabe, T. Cribrella.
Beyträge, I. B. 1. Th. Tab. 4. Fig. W. 8. 29.
J. Cribrumella.
— — II. B. 1. Th. Tab. 3. Rip: S. 8.
24.
Wien. Verz. S. 68. Fam. C. N. 8. Welpe, ſchwarz⸗
punktirte Eule, N. Cribrum.
Illiger, N. Ausg. dess. I. B. S. 178. N. 8. —
— Ni. Magaz. II. B. S. 80. N. 8.—
Fabr. Ent. Syst. III. 1. 487. 248. B. Cribrum.
Schrank, Faun. boic. II. B. 1. Abth. S. 314.
N. . N. Cribrum.
. — — II. B. 2. Abth. S. 166. N.
11. Set. Cribrum.
Geoffroy, Hist. d. Ins. T. II. pag. 190. N. 21.
Le Manteau à points.
Och ſenheimer hat ſchon im III. Bande d. Wis,
S. 302. ganz richtig angemerkt, daß N. Cribrum, W.
V. und mehrerer hier oben erwähnten Schriftſteller, von ſei⸗
ner Ey pr. Cribr um zu trennen ſey, zu welcher letzteren
Linné u. A. gezogen werden muͤſſen. Die jetzige Cr i-
brella iſt ein Schmetterling, der uͤberall, wo er ſteht, fremd⸗
artig erſcheint, wie die vielen Verſetzungen, welche er ſtets
erfuhr, es beweiſen. Er naͤhert ſich auf den erſten Anblick
ſowohl dem G. Lithosia, als dem G. Phycis, Fam.
B. Von mehreren Sammlern wurde er in das folgende G.
. Yponomeuta geſtellt. Ueberall aber ſcheiden ihn wies
der einzelne Eigenheiten durch alle Staͤnde, und ſo war ich
genoͤthigt, ihm eine beſondere Abtheilung zu widmen.
Cribrella gehört unter die anfehnlichen Arten; fie
iſt e als Carnella. Die Palpen ſind aufwaͤrts ge⸗
206
kruͤmmt, wie Kopf und Ruͤcken ſchneeweiß, letztere mit ein-
zelnen kleinen ſchwarzen Fleckchen. Die Fühler borſtenfoͤr⸗
mig, ſchwarz mit Weiß. Der Hinterleib iſt ſilbergrau, der
Afterbuͤſchel des Mannes weiß, das Weib hat einen Lege⸗
ſtachel. Die Fuͤße ſind heller und dunkler grau gefleckt.
Die Vorderfluͤgel zeigen ſich ſchneeweiß, längs des Vor⸗
derrandes mit etwas Braun oder auch gelblich angeflogen.
Auf der Flaͤche ſteht eine ungleiche Zahl tiefſchwarzer Punkte.
Man nimmt insgemein zwey durch ſie gebildete Querlinien
an, eine ſchiefliegende über die Fluͤgelmitte von ungefähr drey
groͤßeren, und eine ſanft gebogene von ungefaͤhr ſechs kleine⸗
ren Punkten, die gerade Reihe unbetrachtet, die, aus ſieben
einzelnen zarten Pünktchen zuſammengeſetzt, vor den weißen
Franzen lauft. Es bleiben aber auf dieſe Weiſe noch ein⸗
zelne Punkte unbemerkt, und ich glaube genauer zu ſeyn,
wenn ich fage, daß man bey deutlich gezeichneten Stuͤcken
erſt einen Punkt an der Einlenkung, dann zwey quer unter
einander, wieder einen einzelnen, und dann noch zwey unter
einander findet, worauf die gebogene Punktlinie, und endlich
jene des Hinterrandes folgen. Bey unausgebildeten Exem⸗
plaren mangeln hin und wieder Punkte, vornehmlich langs
des Innenrandes.
Die Hinterfluͤgel find weiß, ihre Außenraͤnder und Seh⸗
nen braͤunlich beſtaͤubt, auch zeigt ſich gegen die Mitte ein
dunkler Mondfleck. Die Franzen bleiben ganz rein.
Auf der Unterfeite find alle Fluͤgel rußig, die hinteren
heller, ſaͤmmtliche Franzen hell weiß. Am Vorderrande bes
merkt man den Anfang einer Bogenlinie.
Herr Hübner fand bey ſeinem Aufenthalte in der
Ukraine Gelegenheit, die erſten Stände zu beobachten. Der
Schmetterling, welcher im Juny und July, auch bey uns und
in mehreren Gegenden von Deutſchland fliegt, legt ſeine Eier
an junge Diſteln aller Art, naͤchſt dem Stengel, unter die
Blätter. Die Räupchen freſſen Gänge in das Mark, und
wachſen gleichſam mit der Nahrungspflanze auf, bleiben
aber noch in den abgelebten Stengeln den ganzen Winter
207
hindurch, indem fie die Aushoͤhlungen an beyden Enden mit
einem Geſpinnſte verſchließen. In den erſten Fruͤhlingstagen
oͤffnen ſie es wieder und ſuchen ſich noch von dem ſcheinbar
entkraͤfteten Marke, wenn fie von der Witterung nicht geſtoͤrt
werden, zu naͤhren. Ob ſie ihre Nahrung von dem Marke
ſelbſt, oder nur von dem Safte bey'm Zermalmen erhalten,
laͤßt ſich nicht mit Gewißheit ſagen; das Letzte ſcheint am
wahrſcheinlichſten, weil fich niemals Koth, ſondern ſtets zer⸗
malmtes Mark findet. Bald nachher verpuppen ſie ſich in
laͤnglichen Geſpinnſten, welche ſie nahe an die zuvor gemachte
Oeffnung legen; ſo bleiben ſie nur einige Wochen bis zur
Entfaltung.
Das Ei iſt oval, gelblich. Die Raupe walzenfoͤrmig,
in der Mitte am dickſten; hinterwaͤrts immer ſchlanker. Ihr
Kopf ſchwarzbraun, das Nackenſchild, wie der Kopf, horn⸗
artig, braͤunlich und braun gefleckt, der Koͤrper mit einzelnen
Haͤrchen beſetzt, graulich und blaugruͤnlich nach der Laͤnge ges
ſtreift. Die Vorderfuͤße find braun.
Die Puppe iſt goldbraun, ebenfalls in der Mitte am
dickſten, hinterwaͤrts ſehr ſchlank, am After mit einer kurzen
Spitze verſehen.
208
GENUS CXXXVIIL YPONOMEUTA.
Die Schmetterlinge haben kurze, aufwärts gekruͤmmte
Palpen, fadenfoͤrmige oder fein borſtenfoͤrmige Fuͤhler, ſchlan⸗
ken Koͤrper, ſchmale, am Vorderrande bogenfoͤrmig nach außen
geſchwungene, faſt gleich breit bleibende Vorderfluͤgel, lange,
ebenfalls ſchmale, lanzettartig zulaufende Hinterfluͤgel; alle
mit kurzen Franzen.
Die Raupen leben geſellchaftich „oft unter 3
men Gewebe.
Ihre Verwandlung geſchieht im Freyen, zwiſchen der
verfertigten Decke, oder einzeln, ſtets mit beſonderer ſeiden⸗
artiger Umkleidung.
Fam. A. Schmetterlinge mit Punkten und Makeln.
Fa m. B. Mit Querlinien.
Yponomeuta, nach Latreille, von urovo-
uevo, ich minire.
200
F. A M. A. 1. LITHOSHERME LL A.
Vpon. alis anticis albis, puncto vittaque media
e rhombeis contiguis atris.
Hübner, Tin. Tab. 72 Fig. 25 (mas.) Text, S.
45. N. 2. Selhſccnen⸗ Schabe, T. inen enn
mella.
Larv. Lep. vim. Tin. III. Tortriciform. B. a.
Fig. 1. a — d. —
Beyträge, I. B. 1. Th. Tab. 1. Fig. D. 14.
S. 6. T. Pusiella.
Wien. Verz. S. 140. Fam. C. N. 55. .
Schabe, T. Sequella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 10g. N. 55.
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 301. 64. F. Pusiella.
— — Suppl. 481. 4.
De Villers, Ent. Linn. T. II. pag. 454. N. 5
La Mignone. T. Pusiella.
Panzer, Faun. Germ. VI. 21. T. Pusiella.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v., Zincken, g. Sommer,
8. 146. Anm. 205. T. Sequella. 8
Die Thereſianer hielten dieſen Schmetterling irrig fuͤr
die Linné' ſche T. Sequel la. Der von Fa br. ihr
ſpaͤter beygelegte Name, Pusiella, kann gleichfalls nicht
beachtet werden, da Linne feine i zum zweyten
Male als Pusiella beſchrieb. Es muß alſo der ohnehin
bekannteſte Huͤbner'ſche, Lithospermella, fortgelten.
| Das Ausmaaß derſelben ift anſehnlich, noch über Ph.
Carnella. Die Palpen find aufwaͤrts gekruͤmmt, milch⸗
weiß, über dem unteren Gelenke ſchwarz geringelt. Die
Fuͤhler ſchwarz, vornehmlich gegen die Spitze, in den Gelenken
weiß. Kopf, Rüden, Vorder- und Hinterleib milchweiß,
auf dem Ruͤcken ſtehen einige ſchwarze Punkte. Die Fuͤße
ſind weiß mit ſchwarzen Ringen.
1. O
210
Die weißen Vorderfluͤgel haben durch ihre Mitte, bis
nahe zum Hinterrande, einen ſchwarzen Laͤngsſtreif, an wel⸗
chem nach beyden Seiten eckige ſolche Flecke und am Schluſſe
ein breiter Querſtreif haͤngen. Nahe an der Einlenkung finden
ſich vier einzelne ſchwarze Punkte. Am Vorderrande ſteht
ein laͤnglicher ſchwarzer Fleck, dann beginnt eine Reihe ſchwar⸗
zer feiner Puͤnktchen, die ſich mit den ſtaͤrkeren Punkten vor
den Franzen verbinden, welche letztere rein weiß, nur mit
Ausnahme eines ſchwarzen Flecks am bi größeren Punkte
naͤchſt der Fluͤgelſpitze, ſind.
Die ſchmalen, langgeſtreckten Hinterfllgel zeigen ſich
bräunlich weiß, gegen innen aber rein perlweiß. Die Franzen
fangen mit etwas braͤunlicher Beymiſchung an, werden aber
ſogleich ganz weiß, und Br den Körper erh und
lang. N
Die Unterſeite aller Fluͤgel iſt dunkel acht, 15
Franzen weiß. Nur iſt i in den vorderen der ſchwarze Fleck
an der Fluͤgelſpitze und in den hinteren der perlweiße Schim⸗
mer, naͤchſt dem Körper, auch hier deutlich vorhanden.
Die Raupe lebt auf dem purpurblauen Steinſamen (Li-
thospermum purpureo-caeruleum), auf Neſſeln (Urtica),
nach Hrn. von Tiſcher aber vornehmlich auf dem Lungen⸗
kraute (Pulmonaria officinalis), im May. Sie iſt ſchwarz,
über den Rücken läuft ein breiter citrongelber Längsſtreif,
der auf jedem Ringe zwey weiße Zacken hat, welche in die
ſchwarze Grundfarbe eintreten; in der Mitte dieſes breiten
Laͤngsſtreifes zieht eine Reihe ſchwarzer Flecken hin. In
9 Seite befindet ſich auch ein breiter, weiß und gelber
ingsſtreif, in welchem, auf jedem Ringe, nahe uͤber den
9 250 ein ſchwarzer Punkt ſteht. Der erſte Ring iſt ſam⸗
metſchwarz, weiß eingefaßt, und in der Mitte durch einen
weißen Strich getheilt. Der Kopf iſt ſchwarz, mit einem
kleinen ſchneeweißen, dreyeckigen Flecke. Die Bauchfuͤße
find grau, die Bruſtfuͤße ſchwarz. Einzelne e ſtehen
auf dem Koͤrper.
In den nd Tagen des Juny fertigt fie ein Werne
Li
*
241
ſeidenartiges Geſpinnſt, und verwandelt fich in eine rothe
Puppe, die an ihrer Endſpitze eine aufwaͤrtsſtehende, fein⸗
dornige Gabel hat.
Der Schmetterling erſcheint Ende Juny, wo man ihn
am Tage auf der Futterpflanze der Raupe findet. In Oeſter⸗
reich, Bayern, Sachſen, und den meiſten anderen Gegenden
von Wand.
.
Ypon. alis anticis fuscis, vitta communi dentata
alba; thorace niveo, punctis duobus atris; abdomine
luteo. |
Hübner, Tin. Tab. 15. Fig. 105. (foem. ) Text, S
43. N. 35 Natterkopf⸗Schabe, T. Echiella.
Beyträge, I. B. 4, Th. Tab. 1. Fig. B. S. 4. —
—— Larv. Lep. VIII. Tin. III. Tortriciform. B. b.
Fig. 1. a— d. —
Wien. Verz. S. 140. Fam. C. N. 54. Mütter
Schabe, T. Echiella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 109. N. 54, —
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 554. 14. Aluc. Bipun-
ctella,
— — Suppl.48ı. 3. T. Bipunctella.
De Villers, Ent. Linn. T. II. pag. 504. N. 980.
La Biponctuee. T. Bipunctella.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 136. N. 95.
T. Echiella.
Brahm, Inſ. Kal. II. 1. 13 1. 65. T. Echiella.
v. Charpenti er, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 146. T. Echiella.
Wenig kleiner W L n Die Pal⸗
pen ſind aufgerichtet, das untere Gelenk iſt ſchwarz, das
obere weißlich, die Fuͤhler ſind ſchwarzbraun, Fr und Rücken
212
weiß, letzterer iſt ſchwarz gefleckt, der ganze Hinterleib Koch:
gelb, eben fo find die Schenkel der letzten Fuͤße; das unterſte
Glied derſelben und die Vorderfüße ſchwarzbraun, weiß ge⸗
ringelt.
Die Vorderfluͤgel zerfallen nach der Laͤnge in zwey ver⸗
ſchiedenartig gefaͤrbte Theile. Die groͤßere Haͤlfte am Vor⸗
derrande iſt ſchoͤn ſchwarzbraun, nur mit Ausnahme eines
weißlichen Wiſches auf der Fluͤgelſpitze. Durch die Mitte,
nahe an jenes Braun geſchloſſen, oder ganz mit ihm verbun⸗
den, geht, bis uͤber die Haͤlfte der Laͤnge, ein wenig dunklerer
Balken, an dem gegen den Innenrand zwey ſehwarze Punkte
haͤngen. Ein groͤßerer, ſchwarzbrauner, gegen den Balken
hin ſchwarzgeſaͤumter, Fleck verbindet WR mit der gleichen
Faͤrbung der vorderen Halfte, Das übrige Innere der Flaͤche
iſt rein milchweiß, oder weiß mit etwas braͤunlichem Anfluge.
Laͤngs des Hinterrandes laͤuft eine ſchwarze Punktreihe. Die
Franzen ſind, wie die Slügel, erft braun, dann weiß.
Die Hinterflügel zeigen ſich bräunlich weiß, gegen den
Koͤrper hin blaßgelb.
Auf der Unterſeite ſind die Vorderflͤͤgel hell aſchgrau,
die hinteren truͤbweiß, mit gelbem Schimmer bey'm Koͤrper,
wie zuvor; alle ſtark ſehnig.
Die Raupe iſt jener von Lithospermella ſehr
aͤhnlich, ſchwarz, mit einigen Laͤngsreihen weißer, und auf den
erſten und letzten Gelenken, gelblicher Flecke. Sie lebt zwi⸗
ſchen den Blumenbuͤſcheln der gemeinen Ochſen enzunge (Echium
vulgare). Zwey Mal im Jahre iſt fie vorhanden; im July,
aus welcher der Schmetterling in der Mitte Auguſt erſcheint,
und dann wieder im Oktober, wo ſie uͤberwintert, ſich erſt im
Fruͤhlinge verpuppt und im May zum Schmetterlinge wird.
Sie fertigt zur Verwandlung ein weißes, ſeidenartiges
Geſpinnſt; ; die Puppe iſt rothbraun.
In Oeſterreich, Sachſen, Franken und Ungarn. An
Baumſtaͤmmen. Nicht ſelten.
—
213
3. F NE H E L LA.
Vpon. alis anticis nigris, margine interno fascia-
que media interrupta albis, punctis duobus baseos nigris.
Hübner, Tin. Tab. 15. Fig. 85. (foem.) Text, S
45. N. 1. Großfleckige Schabe, T. Funerella,
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 509. 98. T. Funerella.
— — Suppl. 485. 10.— a
V. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Sy m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 146. Anm. 205. (bey T. Sequella.)
Kleiner als die vorigen Arten, wie Ph. Tumidel-
la. Die Palpen find aufgekruͤmmt, ſchwarz und weiß, die
Fuͤhler ſchwarzbraun, Kopf und Rücken weiß, mit ſchwarzen
Flecken und Strichen, Hinterleib und Fuͤße maͤuſegrau.
Die Vorderfluͤgel wechſeln in Schwarzbraun und Weiß.
Der Anfang des Vorderrandes iſt von erſterer Farbe, bis zu
zwey eben ſolchen großen, in der Mitte verbundenen, am
Vorderrande ſelbſt aber durch Weiß getrennten, Flecken, deren
letzter den ganzen Hinterrand einnimmt. Alles Uebrige, naͤm⸗
lich die Gegend des Innenrandes, bis zum Hinterrande, iſt
weiß. Nahe an der Einlenkung ſtehen zwey ſchwarze Punkte.
Die Franzeu ſind weiß, im Winkel des Innenrandes braun.
Die Hinterfluͤgel zeigen ſich rußig braun, ihre Franzen
grau. 5
Unten iſt alles rußig braun, nur die Raͤnder und Fran⸗
zen ſaͤmmtlicher Flügel find weißlich.
Der Schmetterling fliegt in Oeſterreich und Bayern, im
Map, in Laubwaͤldern. Er iſt nicht haufig.
4. PL VMB EL LA.
Ypon: alis anticis plumbeis, macula media, punctis
numerosis apiceque nigris.
214
Hübner, Tin. Tab. 13. Fig. 86. (mas.) Xert, ©. 45.
N. 10. Bleygraue Schabe, T. Plumbella.
Fig. 1. a. b. o. —
Wien. Verz. S. 139. Fam. C. N. 34. Blepfarbene
Schabe mit ſchwarzer Mittemakel und fü chwarzen Punkten,
T. Plumbella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 105. N. 34.
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 290. 14. T. Plumbella.
— — Suppl. 482. 7. — |
De Villers, Ent. Linn. T. IV. pag. 555. La Plom-
bee. T. Plumbella.
Schrank, Faun. boic. II. B. 2. Abth. S. 119. N.
1855. T. Lentiginella.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 135. N. 79.
T. Plumbella.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 140. Anm. 195. T. Plümbella.
Kaum ſo groß als Funerella. Die Palpen ſind
ſchwarzbraun, die Fuͤhler dunkelgrau. Kopf und Ruͤcken
weißlich bleyfarben, letzterer mit ſchwarzen Punkten. Hinter⸗
leib und Fuͤße aſchgrau.
h Die Vorderflügel haben einen mattſchimmernden bley⸗
farbigen Grund, der gegen den Innenrand reiner weiß, gegen
den Vorderrand aber gewoͤhnlich mit etwas Braun vermengt
iſt. Langs des Vorderrandes ſteht eine ſchwarze Punktreihe,
darunter kommt, mehr oder minder, eine zweyte zum Vor⸗
ſcheine. Den Innenrand begraͤnzen wieder bald einfache,
bald doppelte ſolche Punkte, in deren Mitte eine größere
ſchwarze Makel und gegen den Hinterrand ein Strich ſtaͤrker
hervortreten. Der Hinterrand hat eine Punktreihe und iſt
von hier an, ſammt den Franzen, vorzüglich auf der vorderen
Haͤlfte, dunkelgrau.
Die Hinterfluͤgel zeigen ſich einfach aſchgrau.
- Larv. Lep. VIII. Tin. II. Tortriciform. B. c.
215
Die ganze Unterjeite hat tiefgraue Faͤrbung.
Die Raupe lebt auf dem Faulbaume (Rhamnus Fran-
gula), und anderem Heckengeſtraͤuche. Ihr Kopf und die
drey erſten Gelenke ſind roſtroth, erſterer mit ſchwarzen Linien,
letztere jedes mit zwey ſchwarzen Flecken. Das vierte Gelenk
iſt noch roſtfarbig, doch mit weißer Beymiſchung. Die fol⸗
genden Gelenke werden truͤb aſchgrau; alle haben einen
ſchwarzpunktirten Ruͤckenſtreif, und zu beyden Seiten auf
jedem Ringe einen ſchwarzen Fleck.
Zwiſchen zwey auseinander ſtehenden Blaͤttern zieht ſie
ein Gewebe von einzelnen Faden, in welchen ein zweytes
dichteres Geſpinnſt ſchwebt, das die braungelbe Puppe um⸗
ſchließt.
. Im July fliegt der e 3 wohl ere in
Deutſchland. x
5..EVONYMELLA.
Vpon. alis anticis niveis, punctis quinquaginta nigris.
Hübner, Tin. Tab. 15. Fig. 88. (foem.) Text, S.
44. N. 6. Spindelbaum⸗Schabe, T. Evonymella.
Wien. Verz. S. 158. Fam. C. N. 18. Spindelbaum⸗
Schabe, T. Evonymella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 102. N. 18.ä—
Linné, S. N. 1. 2. 885. 550. T. Evonymella.
Faun. Suec. Ed. 2. N. 1365.—
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 289. 12. T.Evonymella.
— — Suppl. 481. 5.—
De Villers, Ent. Linn. T. II. pag. 456. N. 841.
Teigne du fusain. T. eh
Fueßly, Schweiz. Inſ. S. 42. e T. Evony-
- mella..
A. Magaz. II. B. S. 3
Schrank, Faun. boic. II. B. 2. Abth. S. 118. N. 18300.
T. eee e
216
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 80. N. 550,
T. eee e f
Geoffroy, Hist. d. Ins. T. II. pag. 183. N. 4. La 1
Teigne blanche a 1 noirs. 4
W . I. Th. 4. Cl. Tab. VIII. Fig. 1 — 5.
1 am Frid. p. 55. N. 487. T. Evony-
mella.
Zool. Dan. prodr. p. 133. N. 1542.—
Brahm, Inſ. Kal. II. 1. 304. 195. T. Evony-
mella. |
Scopoli, Ent. Carn. p. 241. N. 631. I. Evo-
nymella.
v. Charpentier, die Zunsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 155. Anm. 186. T. Evonymella.
Kleiner als Echiella, doch anſehnlicher als die
zwey letztbeſchriebenen Arten. Die Palpen find aufgekruͤmmt,
weiß, mit grauen Spitzen, die Fühler grau, Kopf und Ruͤcken
hell perlweiß, auf letzterem ſtehen einige ſchwarze Punkte,
der Hinterleib iſt wie die Süße aſchgrau, erfterer weiß getin⸗
gelt, und bey'm Manne mit einem ſolchen Afterbuͤſchel. |
Die perlweißen Vorderfluͤgel haben längs der Sehnen
fuͤnf bis ſechs Punktreihen, von denen die zwey am Vorder⸗
rande und die anderen zwey am Hinterrande am vollſtaͤndig⸗
ſten, die übrigen aber unausgeführt find. Vor dem Hinter⸗
rande, deſſen Grund zuweilen in's Blaͤuliche ſpielt, geht eine
ſchwarze ganze Punktreihe, und zunaͤchſt der Franzen noch
eine zweyte unvollkommene. Die Franzen ſelbſt ſind truͤb⸗
weiß.
Die Hinterfluͤgel zeigen ſich dunkel aſchgrau, ihre Fran⸗
zen bleicher.
217
Die Unterfeite ift tiefgrau, bis auf die Raͤnder der Vor:
derflügel, welche weißlich bleiben.
Die Raupe lebt auf dem Spillbaum oder Spindel⸗
ſtrauche (Evonymus europaeus), von welchem fie fich aber
durch die herumſchwaͤrmenden Schmetterlinge auf naheſte⸗
hende Obſtbaͤume ausbreitet, und beſonders in jungen An⸗
pflanzungen beträchtlichen Schaden macht. Sie uͤberwin⸗
tert und wird in Menge geſellſchaftlich im Monat May ge⸗
funden. Baͤume und Hecken uͤberzieht ſie mit einem florar⸗
tigen Gewebe und entlaubt ſie vollkommen. Ihre Grund⸗
farbe iſt ockergelb. Der Kopf glaͤnzend ſchwarzbraun, und
eine gleiche Farbe hat auch das in der Mitte getheilte Nacken⸗
ſchild. Der ganze Körper iſt mit ſchwarzen Punkten, und
zwar mit vieren auf jedem Gelenke beſetzt. Im July iſt ſie
erwachſen. Die Verwandlung geſchieht unter dem Gewebe,
welches ihr von Jugend auf zum Obdache gedient hatte.
Unter dieſem verfertigt ſie noch ein beſonderes weißes,
papierartiges Gehaͤuſe, welches, eins neben dem andern,
unter ſich herabhaͤngt, und an Geſtalt einem Gerſtenkorne
aͤhnlich iſt. Die Puppe hat eine dunkelbraune Farbe, und
die Fluͤgelſcheiden ragen über den Leib hervor.
Nach vier Wochen, im Auguſt, entwickelt ſich die überall
verbreitete und bekannte Schabe.
6. PA DE L L A.
Ypon. alis anticis lividis, punctis viginti nigris.
Hübner, Tin. Tab. 58. Fig. 395. (mas.) Fig. 394.
(foem.) Fig. 595. (foem. Var.) T. Padella.
Linné, S. N. 1. 2. 885. 351. T. Padella.
Faun. Suec. Ed. 2. N. 1364.
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 290. 15. T. Padella.
— — Suppl. 482.6. —
De Villers, Ent. Linn. T. II. pag. 456. N. 842.
Teigne du Prunier à grappe, T. Padella.
218
Müller; Faun. Frid. pag. 55. N. 488. T. Pa-
della.
—— Zool. Dan. prodr. p. 153. N. 1543. —
Brahm, Inſ. Kal. II. 1. 505. 194. T. Padella.
S copoli, Ent. Carn. p. 24. N. 656. T. Padella.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. Ww. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 138. Anm. 195. T. Padella.
—
Padella und die folgende Cognatella, wurden
durch lange Zeit für die naͤmliche Art gehalten, und Linné
ſelbſt war dieſer Meinung, indem er die Beſchreibung ſeiner
Padella deutlich gab: „alis superioribus lividis,“
— und „simillima Evonymellae sed supra minus alba
fereque plumbea“ etc. Zu dem Geſagten citirte er aber
Rösel, I. 4. Tab. 7. und damit ein anderes, zwar aͤhn⸗
liches, doch ſtandhaft verſchiedenes Geſchoͤpf. Das Linné'⸗
ſche Citat wurde mehr als deſſen Worte beachtet, und ſo ge⸗
ſchah es, daß die eigentliche Pa della ganz überfehen blieb.
Hr. D. Zincken ſcheint auch hier die rechte Wahrheit zuerſt
an's Licht gebracht zu haben, wenigſtens gedenkt derſelbe in
Charpentier's angef. Werke zuerſt der ſonſtigen Pa-
della als Cognatella, wobey er noch erinnert, daß
Huͤbner aus Verſehen ſie Cagnagella nannte. Hübner
ſeiner Seits hat im „Verz. bek. Schmettl. S. 412.
N. 3985.“ den Irrthum verbeſſern wollen, aber wieder feh⸗
lerhaft, Cagnatella geſchrieben. Eben daſelbſt verbindet
Hbr. mit feinen Fig. 39 1. und 392. die früher irrige Pa-
della, Fig. 87. Dieſes Bild führt auf den Vorderflügeln
einige Punkte zu viel, gehoͤrt aber dorthin. Meine Freunde
und ich erzogen fie aus der von Hübner abgebildeten Raupe.
Die wahre Padella Li n n. iſt mir in ihren erſten Staͤnden
noch nicht vorgekommen. Brahm's, unbezweifelt hierher
gehoͤrenden, Nachrichten geben allein einige unſichere Winke
uͤber ihr fruͤheres Leben. Bey der beſtandenen allgemeinen
.
219
Vermengung bleibt es ferner ungewiß, welche Art manche
Schriftſteller vor ſich hatten; mir ſcheint, daß man die zu
Pade lla ziehen müffe, welche die Linn e' ſche Beſchreibung
allein wiedergaben, jene aber, die ſich uͤber die gleiche Raupe,
über die weiße Farbe des Schmetterlings u. |. w. erklaͤrten,
oder an die Thereſianer anſchloſſen (welche die Roͤſel'-
ſche Art allein kannten), ſind wohl zu Cognatella zu
bringen.
Die jetzige, viel ſeltener als Cognatella beobach⸗
tete, Padella iſt gewöhnlich kleiner als Ey on ymella,
und noch etwas unter der folgenden Naͤchſtverwandten. Die
Palpen find weißgrau, aufwaͤrts gebogen, Kopf und Rücken
ſchneeweiß, letzterer auch ſilberfarben, ſtets mit ſchwarzen
Punkten. Die Fuͤhler grau, mit Weiß beſtaͤubt, Hinterleib
und Füße einfach grau. Der Afterbuͤſchel des Mannes iſt
weiß, der Leib unterhalb gelblich grau.
| Die Vorderfluͤgel haben einen angenehm ſilbergrauen
Grund, welcher laͤngs der zwey Punktreihen des Innenrandes
am hellſten iſt, und zuweilen in Weiß uͤbergeht. Auch vor der
Fluͤgelſpitze und Punktreihe am Franzenrande zeigt ſich ein
weißlicher Wiſch. Die ſchwarzen Punkte, ungefaͤhr zwanzig
an der Zahl, ſtehen übrigens wie bey Cognatella; naͤm⸗
lich an der Einlenkung, ganz am Vorderrande, zuerſt drey,
unter welchen dann, abgebrochen, tiefer, eine neue Punktreihe
fortlaͤuft und ſich vor den Franzen ſchief herab, zu einer vor
dieſen letzten liegenden, kleineren Reihe ſenkt. In der Fluͤ⸗
gelſpitze befinden ſich noch einzelne kleine Puͤnktchen, und am
Innenrande lauft eine doppelte Punktreihe, der Mittelraum
aber bleibt leer. Die Franzen ſind ſilbergrau, meiſt noch
dunkler als die Flaͤche.
Die Hinterfluͤgel und die Unterſeite führen ein
Grau, mit etwas hellerer Einfaſſung.
Ueber Flugzeit und erſte Staͤnde kann ich nur, wie
ſchon gefagt, Brahm folgen, da nahere und eigene Erfah:
rungen mir mangeln. Die Raupe ſoll allein auf Weiden
wohnen, hoͤher gelb als die folgende ſeyn, und uͤberwintern,
220
der Schmetterling aber erſt im Auguſt ſich entwickeln. Er
iſt bey uns ſelten, oder doch unbeachtet geblieben.
Die ganz ſilbergraue Varietaͤt Fig. 595. brachte Hr.
Da hl in daten Kenan aus Sicilien.
7. COGNATELLA
Ypon. alis anticis niveis, punctis viginti nigris.
Hübnsr, Tin. Tab. 58. Fig. 591. (mas.) Fig. 392.
(foem.) T. Cagnagella
£ — Tab. 15. Fig. 87. (foem.) Text, S.
44. N. 7. Vogelkirſchen⸗Schabe, T. Padella.
—— Larv. Lep. VIII. Tin. III. Tortriciform. B. c.
Fig. 2. a. b. —
Wien. Verz. S. 139. Fam. C. N. 55. Vogellirſchen⸗
Schabe, T. Padella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 105. N. 55. —
Schrank, Faun. boic. II. B. 2. Abth. S. 118. N.
1851. T. Pad ella. (nach Röͤſel).
Röfel, Inf. I. Th. 4. Cl. Tab. VII. Fig. 1 — 5.
S. 17.
Schwarz, Raup. Kal. S. 474. N. 488. T. Padella.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 140. Anm. 195. (bey T. Padella.)
Nachdem ich mich auf das bey Padella Erwaͤhnte
bezogen, kann ich ſogleich zur Beſchreibung dieſer, wegen
ihrer Schaͤdlichkeit und Menge ohnehin allzu bekannten, Art
übergehen.
Sie iſt meiſtens, doch nicht immer, groͤßer als die Vo⸗
rige. Die Palpen ſind weiß, aufgekruͤmmt, Kopf und Ruͤcken
ſchneeweiß, letzterer mit ſchwarzen Punkten. Die Fuͤhler
grau, weiß beſtaͤubt, vornehmlich an der Wurzel. Hinterleib
und Fuͤße ſilbergrau; der Mann fuͤhrt einen hellweißen After⸗
buͤſchel.
221
Die Vorderfluͤgel haben ein helles, etwas zum Blaͤuli⸗
chen ſich neigendes Weiß. Ungefaͤhr zwanzig Punkte oder
etwas daruͤber, auf jedem Flügel, ſtehen in den bey Pa-
della erwahnten Stellungen. Die Franzen find weiß, zu⸗
weilen mit einer Hinneigung zum Blaugrau.
Die Hinterfluͤgel fuͤhren ein helles Silbergrau, die
Franzen ein Weißgrau.
Unten ſind alle Stügel dunkel aſchgrau, die vorderen
mit weißen Raͤndern und Franzen. An den Hinterfluͤgeln
bleiben die Franzen nur anfangs weiß, weiter gegen den Koͤr⸗
per werden ſie bald lichtgrau.
Im Monat May und Juny findet man die uͤberwin⸗
terte Raupe geſellig in einem weitlaͤuftigen Geſpinnſte, auf
Weißdorn, Ehereſchen⸗ Apfelbaͤumen und verſchiedenen Pru-
nus- Arten. Jung iſt fie weißgelb mit ſchwaͤrzlichen War⸗
zen, der Kopf ſehwarz, das Nackenſchild braun, die Schwanz⸗
klappe braͤunlich. Im hoͤheren Alter wird fie ſammetartig
hellgrau, mit zwey Reihen ſammetſchwarzer, faſt viereckiger
Flecke, deren immer zwey auf einem Ringe ſtehen. Zwiſchen
dieſen zeigen ſich die kleinen dunkelgrauen, grau behaarten
Waͤrzehen. Ueber die Mitte des Ruͤckens zieht ein undeut⸗
licher grauer Streif. Der runde Kopf und das, von einer
weißlichen Linie getheilte, Nackenſchild find mattſchwarz.
Die Krallen ſchwarz. Bauch und Füße hellgrau. Die After:
klappe ohne Auszeichnung. Varietäten der Raupe bleiben
aber ſtets gelblich, und dieſe ſcheint Roͤſel bey der Abbil⸗
dung vor Augen gehabt zu haben.
| Nachdem fie ganze Bäume und Hecken entlaubt hat,
verwandelt fie fich von Anfang bis Mitte July in ihrem
Geſpinnſte in aufrechthaͤngenden laͤnglichen Toͤnnchen. Die
Puppe iſt am Leibe gelb, die Endſpitze, die vorragenden Fluͤ—
gelſcheiden und der Kopf ſind dunkelbraun. Roͤſel bemerkt,
daß die Puppen dieſer Art immer einzeln, und jene von
Evonymella in Haufen beyſammen haͤngen, dieſes gilt
aber nicht ganz. Die von EVOn y me lla finden ſich ſtets
geſellſchaftlich, die von Cognatella kommen dagegen
Be >) 4
zwar meiſtens einzeln, doch auch vereinigt, wenn ſchon nie⸗
mals ſo zahlreich als jene, vor.
Der Schmetterling, wohl in allen Laͤndern, erfhein
nach drey Wochen. ö
8. IRAN OR EIL. LA.
Vpon. alis anticis ex albo griseis „ macula media
apiceque Plumbeis, Zu numerosis nigris.
Hübner, Tin. Tab. 14. Fig. 93. (mas.) Text, S. 44.
N. 9. Graufleckige Shader T. Ixr exella,.i.ne
Noch ſelten; aus Ungarn, nur in einzelnen Exemplaren
bis jetzt mir bekannt. Sie iſt größer als die vorbeſchriebenen
Arten, noch uͤber Evonymella. Die Palpen ſind auf⸗
gekruͤmmt, ſchwarz. Die Fühler ſchwaͤrzlich, weiß beſtaͤubt.
Kopf und Ruͤcken weiß, mit grauen Raͤndern und charger
Punkten. Hinterleib und Fuͤße aſchgrau.
| Die mittlere Fläche der Vorderflügel ift im Grunde
weiß. Der Vorder- und Hinterrand aber find aſchgrau, des⸗
gleichen ziehen durch die Mitte, der Laͤnge nach, mehrere wol⸗
kige graue, zuſammenhaͤngende oder einzelne Flecke. Alle
drey Raͤnder werden von einer fehwarzen Punktreihe umge⸗
ben, und innerhalb derſelben zeigt ſich noch eine zweyte ſolche,
meiſtens unvollkommene, Reihe. Die Franzen bleiben grau,
mit dem Hinterrande gleich.
Die Hinterfluͤgel ſind aſchgrau, ihre Franzen weißgrau.
Die Unterſeite iſt hellbraͤunlich aſchgrau, ohne Zeichnung.
Von ihrer Naturgeſchichte iſt nichts Naͤheres entdeckt.
9. R OR ELL Al.
Ypon. alis anticis albis, vitta plumbea seriebus
tribus e punctis nigris longitudinalibus.
Hübner, Tin. Tab. 34. Fig. 234. (mas. ) Text, S
44. N. 8. Grauſchattige Schabe, T. Rorella.
-
223
Sie gleicht am meiften einer mittleren Cognatella
in Größe und Färbung. Letztere iſt hier nur ſilbergrau, wo
- fie dort perlfarbig erſcheint. Die Palpen find grau, aufge⸗
kruͤmmt. Die Fühler grau und weiß. Kopf und Rüden ſilber⸗
farben, mit kleinen ſchwarzen Punkten. Hinterleib u. Fuͤße aſch⸗
grau, erſterer bey'm Manne mit einem weißlichen Afterbuͤſchel.
Die Zahl der ſchwarzen Punkte auf den ſilbergrauen
Vorderfluͤgeln iſt veraͤnderlich. Alle Punkte ſind gewoͤhnlich
kleiner und undeutlicher als bey den Verwandten. Am Vor⸗
derrande geht eine einfache Reihe, gegen den Innenrand zeigen
ſich einzelne Punkte in zwey Reihen, und vor dem Franzenrande
ſtehen gar keine, oder nur kleine einzelne Puͤnktchen. Das aͤu⸗
ßere Ende des Hinterrandes und die Franzen ſind tiefer grau.
Die Hinterfluͤgel zeigen ſich tief aſchfarbig, gegen die
Wurzel heller, eben ſo ſind die Franzen licht.
Der ganze Schmetterling iſt unten rußig braungrau.
Rorella wird zwey Mal im Jahre, nach Hrn.
Kollar's Beobachtungen zuerſt im Juny, aus Puppen
einer nicht naͤher beſchriebenen Raupe von Schlehen und
Weiden, dann wieder im Auguſt und September, wenn die
uͤbrigen nahen Arten ſchon verſchwunden ſind, und zwar an
Weidenbuͤſchen getroffen. |
Die Puppe war gelb mit ſchwarzen Fluͤgelſcheiden.
In Oeſterreich und Ungarn. Nicht ſelten.
10. S E DEL LA.
Ypon. alis anticis obscure plumbeis, punctis co-
piosis nigris. |
Von Herrn v. Tiſcher beobachtet und benannt. *)
) Kleemann, in dem von ihm beſorgten Abdrucke des
Roͤſel' ſchen Werkes, I. Th. 4. Cl. S. 17. N. VII.
gedenkt einer zu Padella u. A. gehörenden neuen Art,
welche er von Straßburg erhielt und die unbezweifelt
unſere Sedella iſt, da die Futterpflanze der Raupe,
wie die Faͤrbung des Schmetterlings, gleich genau ſtimmen.
224
Etwas kleiner als Funerella. Die Palpen find anfangs
aſchgrau, an den Enden aber ſchwarz. Kopf und Ruͤcken
tief aſchgrau, der Hinterleib iſt, wie die Füße, mehr braͤunlich.
Alle Flügel führen eine aſchgraue Grundfarbe. Von
der Einlenkung bis über zwey Drittheile der Flaͤche, laͤngs dem
Vorderrande, iſt das Grau mit etwas Braun gemiſcht. Am
Vorderrande ſteht eine Reihe von ungefaͤhr ſechs ſchwarzen
Punkten, und am Hinterrande eine doppelte ſolche Reihe.
Alle Reihen ſind unvollſtaͤndig, wechſeln in der Zahl der Punkte
und hoͤren entfernt vom Hinterrande auf, in welches Letzteren
Mitte ſich allein ein ſchwarzer Querſtrich vorfindet.
Die ganze Unterſeite iſt tief aſchgrau.
Die Raupe hat auf den erſten Anblick viel Aehnliches
mit jener der Evonymella. Sie iſt weiß; auf den
drey letzten Ringen in den Seiten gelb, uͤber den Ruͤcken laͤuft
eine blaßgraue Laͤngslinie, auf deren beyden Seiten jeder
Ring zwey große ſammetſchwarze Punktflecke fuͤhrt; hinter
jedem dieſer Punktflecke liegt ein kleiner ſchwarzer Punkt, und
ein anderer ſolcher unter ihm in ſchiefer Richtung nach der
Seite herab. In den Seiten, nahe den Bauchfüßen, ſtehen
auf jedem Ringe noch zwey kleine ſchwarze Punkte in ſchiefer
Stellung neben einander; zwiſchen ihnen und den Ruͤcken⸗
punkten finden ſich auf jedem Ringe zwey ganz kleine ſchwarze
Punkte. Das Nackenſchild hat zwey kleine ſchwarze Flecke.
Der Kopf iſt erbſengelb. Sie iſt ſehr lebhaft, und gewoͤhn⸗
lich wohnen mehrere beyſammen in einem ſpinnewebeartigen
weitläufigen Gewebe, zwiſchen den Blättern und Blattſtielen
der Fetthenne (Sedum Telephium), von deren Blattmarke
ſie ſich naͤhren.
Anfang July iſt fie erwachſen, und verwandelt fich in
ihrem Gewebe in eine gelblichbraune Puppe, aus welcher
der Schmetterling zu Ende des Monats hervorgeht.
In den Gebirgen des Meißner Hochlandes.
\ 225
Ru DEOEMGUNTELLA
Ph)pon. alis anticis albido plumbeis, Punctis utrin-
que majoribus decem nigris.
Hübner, Tin. Tab. 44. Bis, 305. (eng T. De-
cemguttella
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 138. Anm. 192. (bey Padella.)
Meine Exemplare von Decemguttella gleichen
in Groͤße und Zeichnung vollkommen der angef. Huͤbner'-
ſchen Figur; ruͤckſichtlich der Grundfarbe findet ſich aber der
bedeutende Unterſchied, daß fie bey mir ſilber grau, bey
Hrn. Hübner aber gelblichweiß, faft beinfarbig iſt. )
Doch treffen wir aͤhnliche Abaͤnderungen bey anderen Vers
wandten, z. B. bey Padella; das Huͤbner' ſche Original
konnte vielleicht auch ſchon abgeblaßt ſeyn, waͤhrend die
Stuͤcke meiner Sammlung ganz friſch ſind.
Die Größe gleicht der von Fune rel la. Die Palpen
zeigen ſich ſchwarz, aufgekruͤmmt, die Fühler ſchwarz und
grau, Kopf und Ruͤcken ſilbergrau mit dunkler eingefaßten
Schulterdecken, der Hinterleib duͤſterer, wie die Fuͤße.
Auf jedem der einfach ſilbergrauen Vorderfluͤgel zähle
man zehn deutliche ſchwarze Punkte in folgender Ordnung:
Zuerſt ein kleiner nahe an der Einlenkung, dann vier in einem
ſchiefen Vierecke, hierauf ein groͤßerer einzelner in der Fluͤgel⸗
mitte nahe dem Innenrande, endlich wieder vier, von denen
) Hr. v. Charpentier macht a. ang. O. über die Faͤr⸗
bung von Decemguttella, welche als Padella in
der Schiffermuͤller ' ſchen Sammlung ſich befindet, die
gleiche Bemerkung. Daß aber die Thereſianer unſere
jetzige Cognatella (Hbr. 87. 391. u. 392.) für die
Linné ſche Padella hielten, wurde bereits bey Pa-
ea erinnert,
IX. P
97
der am Hinterrande, naͤchſt dem Innenwinkel, am groͤßten,
der daruͤber, gegen die Spitze des Vorderrandes aber, unter
dieſen, am kleinſten, doch zuweilen aus zwey feinen Strichen
zuſammengeſetzt iſt. Die Franzen ſind aſchfarbig, 5 Ein,
faſſung.
Die Hinterfluͤgel zeigen ſich einfach une mit
hellgrauen Franzen.
Unten ſind die Vorderfluͤgel dunkler, die hinteren heller
grau, mit lichteren Franzen und Raͤndern.
Aagebliche Heimath: Ane .
12. S EXP „ N E L E A.
Vpon. alis anticis albis, margine antico Bewegen
plumbeis, punctis utrinque sex nigris.
Hübner, Tin. Tab. 44. Fig. 504. et, T. Sex-
5 |
Größe von Funerella. Palpen und Fühler ind
ſchwarz und weiß geringelt, Kopf und Ruͤcken weiß, mit
grauer oder auch RR Beymiſchung. Hinterleib und
Fuͤße hellgrau.
Die Vorderfluͤgel zeigen ſich trübweiß⸗ bald mehr aſch⸗
grau, bald mehr braͤunlichgelb. Auf ihren Hauptſehnen ſte⸗
hen ſechs ſchwarze, meiſtens eckige Punkte. Drey laͤngs der
Mittel: oder Hauptſehne, von denen der erſte und dritte am
größten find, und drey andere kleinere, ſchief unter jenen,
deren erſter nahe an der Einlenkung ſich befindet. Vor den,
mit der Flaͤche gleichgefaͤrbten, Franzen ſieht man eine Reihe
von ſieben ſchwarzen Punkten.
Die Hinterfluͤgel bleiben hell aſchgrau, ihre Franzen
weiß.
Die Unterſeite iſt grau, alle Franzen ſind weißlich.
Auf den Vorderfluͤgeln erſcheint vor ihnen die Reihe der obe⸗
ren ſieben Punkte hier als kleine graue Flecke.
Der ziemlich ſeltene Schmetterling fliegt bey uns im
227
Monat July, in Gebirgsgegenden, auf Buͤſchen. Das 7
here blieb be verborgen.
15. AURIFLUELLA
| Ypon. alis antieis chalybeis, punctis atris; ano
aurantiaco.
Hübner, Tin. Tab. ER Fig. 502. m), T. Re
rifluella.
Bomb. Tab. 61. 980 260. (dem) Bomb.
pie ae
Aus Italien. Bey Herrn Huͤbner, als Bomb.
Pyrau sta, am treueſten nachgebildet. Größer als Evo-
nymella. Die aufwärts gekruͤmmten Palpen, Kopf und
Fuͤhler ſind tiefſchwarz, der Ruͤcken iſt glaͤnzend ſtahlblau.
Die erſten Gelenke des Hinterleibes ſind ſchwarz, dahinter
zieht ſich auf der Mitte dieſe Farbe immer mehr ſpitzig zu⸗
ſammen, und an ihrer Statt tritt ein hohes Pomeranzengelb
ein, in welchem die Gelenkringe mit feinen ſchwarzen Quer⸗
ſtrichen oder Punkten angedeutet werden. Die Vorderfuͤße
ſind ſchwarz, eben ſo das zweyte und dritte Paar, nur iſt hier
an letzteren das zweyte Glied hoch pomeranzenfarbig. |
Die Vorderflügei führen ein ſehr ſchoͤnes, wie angelau⸗ |
fener Stahl gefärbtes und glänzendes Blau, welches langs
der Mitte am lebhafteſten iſt, laͤngs der Außenraͤnder aber
meiſtens in's Gruͤne ſpielt. Zuweilen ſchillert die ganze Flaͤche
ſchwaͤrzlich. Im Mittelraume ſtehen fuͤnf ſchwarze Punkte,
drey langs des Vorderrandes, von denen jener nachft dem
Hinterrande am größten iſt, und ſchief darunter zwey andere,
mit den übrigen erwähnten gleich große. Die Franzen ſind
ſchwarz.
Die Hinterflügel werden durchſichtig, ſchwaͤrzlich, mit
dunklerer Binde laͤngs der ganz ſchwarzen Franzen. Alle
Sehnen zeichnen ſich gleichfalls ſchwarz aus.
Unten iſt der Koͤrper erſt ſchwarz, dann wie oberhalb
| P2
\ 0 228
pomeranzenfarben, die Fluͤgel aber glaͤnzend ſchwarz, d die vor:
deren mit tiefblauem Schimmer. j
.
14. F L IV IAN E L L A.
Ypon. alis fumosis; punctis anticarum nigris; po-
sticarum maris margine interno anoque utriusque sexus
Inteis. -
Von dieſer Schabe, die mir ſonſt nirgends un,
erhielt ich zwey Exemplare, angeblich aus Dalmatien kom⸗
mend. Mann und Weib ſind in mancher Hinſicht von ein⸗
ander ſo verſchieden, daß ſich verſchiedene Schmetterlinge
vermuthen ließen, doch wurde mir verſichert, daß ſie zuſam⸗
men gehoͤren, und das Auffinden zwey neuer Arten neben⸗
und miteinander iſt auch nicht wahrſcheinlich. |
Die Größe des Mannes ift wieFunerella. Pal⸗ 1
pen, Fühler, Kopf, Rüden und Fuͤße ſind ſchwarz. Eben
ſo die erſten Ringe des Hinterleibes, dann tritt aber eine hoch⸗
gelbe Faͤrbung ein, welche bis zum Ende fortdauert. Die
Gelenkringe ſind oberhalb wenig, unterhalb e ge mit
ſchwarzem Staube ausgezeichnet. |
Die Vorderflügel zeigen fi dunkel (warte mit
etwas gelblichem Schimmer. In der Fluͤgelmitte ſtehen vier
ſchwarze Punkte, naͤmlich drey in einer Reihe, und uͤber dem
letzten derſelben, ſchief nach innen, der vierte. Die Franzen
ſind mit dem Grunde gleich. |
Die Hinterflügel führen die Faͤrbung der vorderen. Auf
dem Drittheile aber, welches dem Hinterleibe am naͤchſten
liegt, an der Einlenkung, ſchmal auslaufend und naͤchſt den
Franzen am breiteſten, ſind ſie hochgelb, wie der Koͤrper
gefaͤrbt. Die Franzen ſelbſt gleichen der Flache, die ſie be
rühren; erſt find fie ſchwaͤrzlich, dann hochgelb.
Unten iſt die Faͤrbung wie oberhalb, nur tiefer ſchwarz.
Das groͤßere Weib, wie Cognatella, iſt durchaus
duͤſterer ſchwarzgrau, nur mit Ausnahme des hochgelben,
doch fehwarzlich beſtreuten, Hinterleibes. Die Hinterfluͤgel
229
haben keine Spur von Gelb. In der Stellung der ſchwarzen
Punkte zeigt ſich der Unterſchied, daß zwar vier, aber anders
geordnet ſtehen, naͤmlich erſt einer an der Einlenkung, dann
zwey quer uͤbereinander, und dann gegen den Hinterrand ein
einzelner. Ich vermuthe, daß die Punkte, wie bey Anderen
fo auch hier, ſtellenweiſe ausbleiben, daß die volle Zahl der:
ſelben fünf oder ſechs in zwey Laͤngsreihen ſeyn möge, und
daß alſo bey meinen Exemplaren, am Manne, der zweyte
Punkt der erſten Reihe, und am Weibe, der En der wehe
ten Reihe mangeln.
FAM. B. 15. SEQUELLA.
Vpon. alis anticis albis, linea communi sinuato
repanda maculisque lateralibus nigris.
Hübner, Tin. Tab. 15. Fig. 105. (mas.) Text, S. 45.
N. 4. Randfleckige Schabe, T. Se quella.
Wien. Verz. S. 156. Fam. B. N. 38. Weiße Schabe
mit ſchwarzen Randflecken, T. Nyctemerella.
IIliger, N. Ausg. dess. II. B. S. 95. N. 38. —
Linné, S. N. 1. 2. 885. 352. T. Sequella.
— — 1. 2. 884. T. Pusiella.
Faun. Suec. Ed. 2. N. 1365. T. Sequella.
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 355. 11. Aluc. Nyette me-
rella.
— — III. Suppl. 509. 21. Vps. Ny ch-
themerus.
— — III. 2. 290. 15. T. Sequella.
De Villers, Ent. Linn. T. II. pag. 3 N. 845.
La Sinuee. T. Sequella.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
8. 119. Anm. 159. T. Nyctemerella, und
8. 146. Anm. 205. (bey T. Sequella, W. V.
Im Ausmaaße ungefaͤhr wie Cognatella. Die
abwaͤrts gekehrten Palpen find ſchneeweiß, die Fuͤhler ſchwarz
7
RL... 008
mit wenigem Weiß, Kopf und Ruͤcken weiß mit hellbraun:
lichem Anfluge und ſchwarzbraunen Punkten oder kleinen
Strichen. Der Hinterleib iſt aſchgrau, das Weib fuͤhrt einen
Legeſtachel. Die Fuͤße ſind braun, weiß gefleckt.
Die Grundfarbe der Vorderfluͤgel zeigt ſich weiß, vor⸗
nehmlich laͤngs des Vorderrandes mit hellbrauner Beymi⸗
ſchung. Am Vorderrande haͤngt eine ſchwarze Makel mit
ſtarken, gegen den Innenrand gekehrten Zacken, und dahinter
folgt noch ein dicker, hakenfoͤrmiger, ſchwarzer Strich, welcher
für ein losgeriſſenes einzelnes Stück jener Makel gelten kann.
Gerade unter dieſen Zeichnungen laͤuft laͤngs des Innenran⸗
des eine andere ſchwarze Zackenmakel, welche ihre Zaͤhne ge⸗
gen den Vorderrand kehrt, und zwiſchen dieſen iſt der Grund
am hellſten weiß, hin und wieder aber mit einzelnen ſchwarzen
Puͤnktchen verſehen. Der Hinterrand iſt am meiſten braͤun⸗
lich, die Franzen ſind wieder heller, nur unter der Fluͤgelſpitze
zwey Mal ſchwarz gefleckt. Auf einzelnen Stuͤcken iſt uͤber⸗
haupt nicht ſo viel Schwarz als ſonſt vorhanden, und die ge⸗
zackten Makeln loͤſen ſich in einzelne Flecke auf. Die braune
Beſtaͤubung des Grundes fand ich ſtets, Herr Hübner
hat ſie alſo nur in der Abbildung vergeſſen.
Die Hinterfluͤgel ſind rußigbraun, hellen gegen die Wur⸗
zel, die Franzen braungrau.
N Unterhalb zeigen fich die Vorderfluͤgel dunkelgrau, mit
weißen Flecken gegen den Vorder⸗ und Franzenrand, die
hinteren lichtgrau. |
Die Raupe ift weißgrau. Kopf, Nackenſchild, Bruſt⸗
fuͤße und Punktwaͤrzchen find ſchwarz. Sie lebt im May
auf der Wollweide in einem dutenfoͤrmig zuſammen gerollten
Blatte.
Ihre Verwandlung in eine ſchwarzbraune Puppe ge⸗
ſchieht in eben dieſer Wohnung.
Der Schmetterling findet fich in Defterreich „Ungarn
und Sachſen, Ende Juny oder Anfang July, an Baumſtaͤm⸗
men, vorzuͤglich Ulmen, wo alba: auch die ne |
wohnt.
| 231
AN Daß die Thereſianer unſere Lithospermella
irrig für Se quella, Linn. hielten, wurde bey Erſterer
ſchon bemerkt.
16. CR AT A E G E E E A.
Vpon. alis anticis albidis, fasciis duabus tertiaque
terminali . tue.
5
Hübner, Tin. Tab. 57. Fig. 257. (foem.) T. Gn
taegella.
Wien. Verz. S. 142. Fam. D. N. 7. Hagedorn⸗Schabe,
T. Crataegella.
‚Tlliger, N. Ausg. dess. II. B. S. 116. N. 7.—
Linné, S. N. 1. 2. 885. 355. T. Crataegella.
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 502. 66. T. Crataegella.
De Villers, Ent. Linn. T. II. pag. 457. N. 844.
Teigne de I'Alisier, T. Crataegella.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 83. N. 355.
T. Crataegella.
v. Charpent ier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Vierz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
8. 155. Anm. 217. T. Crataegella.
Die hier angeführte Hübner ’fihe Abbildung iſt die
wahre T. Crataegella, Linn. Seine Fig. 251.,
welche er eben fo benannte, gehört zu unſerem Ch. Mer-
eurellus. Die Größe des jetzigen Schmetterlings geht
nicht uͤber die von T. Granella. Palpen, Kopf und
Ruͤcken ſind weißgrau, ‚die. Fühler braͤunlich, weiß geringelt.
Der Hinterleib und die Fuͤße hellbraun.
Die Grundfarbe der Vorderfluͤgel beſteht in einem, mit
braͤunlichem Staube gemiſchten, Weiß. Der Vorderrand iſt
hellbraun gefleckt. An der Einlenkung liegen kleine ſolche
verwiſchte Flecke. Zwey dunkelbraune zackige Querbinden
ziehen uͤber dle Flaͤche, die erſte faft gerade, die zweyte nach
außen gegen den Hinterrand. Hierauf folgt nahe an der
232
Fluͤgelſpitze eine dritte unvollkommene Binde, oder vielmehr
eine Makel, welche bald abbricht und mit der Punktreihe vor
den weißlichen Franzen endigt. Abaͤnderungen, wo die
zweyte und dritte Binde in zerſtreute Punkte ſich aufloͤſen,
ſind nicht ſelten.
Die Hinterfluͤgel bleiben einfach aſchgrau, ihre Franzen
etwas lichter.
Unterhalb ſind alle Fluͤgel braungrau, gegen die Fran⸗
zen hin dunkler. |
Die Raupe lebt gefellig unter einem gemeinſchaftlichen
Geſpinnſte, auf Weißdorn (Crataegus Oxyacantha), und
Birnen (Pyrus communis). Auf letzteren traf Herr
Carl Koppe in Braunſchweig ), ein ſehr thaͤtiger Ento⸗
molog, ein ganzes Neſt. Indeſſen wurde die nähere: de
ſchreibung nicht aufgezeichnet. 7
Der ee fliegt im July.
17. R E TI C UL E L L A.
Ypon. alis anticis MR ferrugineo retichlatis,
Hübner, Tin. Tab. er Fig. 171. Gem) Ten) E.
62. N. 18. Schlingenftreifige Schabe, T. Reticu-
lella.
\
Die gegenwärtige Art wurde mie aus Sachfen unter
dem Namen Derasella, mitgetheilt. Aber Der as el-
la, W. V. (S. 140. N. 56.) iſt fie nicht, wie fchon -
die, hierher unpaffende, Diagnoſe: „Bleichbraune Schabe,“
beweiſt. Ich glaube nicht zu irren, wenn ich in ihr Huͤb⸗
ner's ob. angef. Abbildung erblicke. Alles trifft zu, nur der
Mittelpunkt zwiſchen den zwey braunen Kreuzzeichen auf
) Herr Koͤppe hat mich mit vielen ſchaͤtzbaren Notizen
über die größeren Schmetterlingsgattungen verſehen, wel:
che nun bald in den „Nachtraͤgen zu 1 .
ke“ folgen.
233
den Vorder fluͤgeln, den die d Figur giebt, mangelt bey den drey,
in der Natur vor mir befindlichen, Exemplaren. Da ſie
aber wieder unter einander andern, fo kann fich dieſe Zeich-
nung leicht bey dem Huͤbner' ſchen Originale vorgefunden
haben.
In der Groͤße bleibt ſie noch ein wenig unter Bra
taegella. Die Palpen ſind aufgekruͤmmt, weiß, mit
dunkeln Spitzen. Die Fuͤhler grau und weiß geringelt. Kopf
und Ruͤcken weiß, mit braunen feinen Staͤubchen. Hinter⸗
leib und Füße hellgrau, erſterer mit weißem Afterbuͤſchel
bey'm Manne.
Die Vorderfluͤgel find weiß } überall mit ſehr kleinen
hellbraunen, faſt goldbraunen, Atomen beſtreut. Laͤngs des
Vorderrandes werden dieſe am meiſten bemerkbar. Von der
Wurzel bis faſt zur Fluͤgelmitte iſt keine beſtimmte Zeichnung,
dann folgen aber zwey, netzartig verſchlungene, neben einan⸗
der ſtehende, Kreuzzeichen oder X. die mit ihren offenen Stel⸗
len an Vorder- und Innenrand ſchließen, und nicht immer
durchaus deutlich ſind. Vor den braun und weißgeſcheckten
Franzen laͤuft eine verfloſſene Punktreihe.
Die Hinterfluͤgel ſind hellgrau, die Franzen weißlich.
Die Anterſeite iſt braungrau, im Vorderrande der Vor⸗
derflügel ſieht man in weißlichen Seen den Anfang der netz⸗
artigen Zeichnung von oben.
18. BI COLOR EL LA.
Ypon. alis anticis fascia baseos maculisque quatuor
Hübner, Tin. Tab. 22. Fig. 15 1. (mas. ) Tert, S. 62.
N. 17. Schwarzwechſelnde Schabe, T. Alternella,
Huͤb ner hat dieſer Schabe den Namen Alter nel-
la gegeben, welcher aber einer ganz anderen (im G. Le m-
matophila ſchon beſchriebenen, Tortricella, Hbr. Fig.
11.) gebührt. Ich habe deswegen den jetzigen neuen wählen
muͤſſen. |
ad
234
Die Größe ift ungefähr wie Crataegella. Die
Palpen find weiß mit ſchwarzen Endfpigen. Die Fuͤhler
braun, weiß geringelt. Kopf und Ruͤcken weiß. Der Hin⸗
terleib iſt aſchgrau, bey'm Manne mit gelblichem Afterbüſchel.
Die Fuͤße ſind grau, weiß gefleckt.
Auf den ſchneeweißen Vorderfluͤgeln ſtehen, an der Ein⸗
lenkung, zwey ſchwarze, etwas in's Braune ziehende Punkte.
Dann folgt eine breite ſolche Querbinde. Hierauf am Vor⸗
derrande eine gleiche Makel und ein Punkt darunter. Dann
wieder eine zweyte Querbinde, aus einzelnen, nicht ganz zu⸗
ſammenhaͤngenden, Flecken beſtehend. Endlich in der Fluͤ .
gelſpitze eine ſchwarzbraune Zeichnung aus einem großen,
oder mehreren kleinen Flecken. Die Franzen ſind, wie das
Ende des Vorderrandes, braͤunlichweiß.
Die Hinterfluͤgel zeigen ſich ſilbergrau, ihre Franzen
truͤbweiß.
| Unten find die Vorderfluͤgel braungrau mit helleren
gelblichen Flecken, Raͤndern und Franzen, die Hinterfluͤgel
wie oberhalb, nur am Vorderrande dunkler.
Nach Huͤb ner fliegt der Schmetterling in fee
Ich erhielt ihn aus Ungarn.
_
GENVS CXXXILX. HAEMYLIS.
Die Schmetterlinge find von lebhaften Farben, ihre
Palpen kurz, aufwärts gekruͤmmt, Kopf und Rücken oft aus⸗
gezeichnet hell, die Vorderfluͤgel am Hinterrande kaum merk⸗
lich breiter als an der Einlenkung, wo ſie mit dem Vorder⸗
rande bedeutend vortreten, ſo, daß ſie Linné u. A. meiſtens
zu den Wicklern zählten. Die Hinterflügel haben die Länge
der vorderen, bleiben dabey ſchmal; ihre Franzen ſind etwas
breiter als jene der Vorderfluͤgel. Alle Flügel liegen im
Stande der Ruhe ganz horizontal, einer uͤber dem andern.
Fam. A. Schmetterlinge mit abgerundetem Hinterrande.
Fam. B. Mit ſcharf abgeſchnittenem, geradem Hinter⸗
rande.
Die Raupen der erſten Familie leben im Freyen, auf
Pflanzen und Baͤumen, ziehen meiſtens aus Blaͤttern eine
Wohnung zuſammen und verpuppen ſich darin. Jene der
zweyten Familie ſind noch unbekannt, bis auf die letzte Art,
welche ſich in Waſſerpflanzen aufhält „und nach der Weiſe
anderer, aus ferneren Gattungen dort vorkommenden, verfährt.
8 Die nachfolgenden Arten wurden ſeither oͤfter unter dem
Namen Plutella, zuſammengezogen; er kann aber hier
nicht gelten, da Schrank, der Stifter deſſelben, ausdrüͤck⸗
llich die ſo ſehr verſchiedene Xylostella, Hbr. Fig. 11g.
als Muſterart aufſtellte. Indem ich nun PIut el la für Letzt⸗
genannte und ihre Gefaͤhrten aufbewahre, bin ich genöthigt,
eine neue Gattungsbezeichnung zu geben.)
Haemylis, aiuvdog, freundlich, angenehm, nach
der heiteren Faͤrbung des vollkommenen Geſchoͤpfes.
236
1. VA COINE L L A.
Haem. alis anticis purpurascentibus, cinereo ad-
spersis, macula media obsoleta obscuriore, puncto ocel-
lari albido e flavidis in margine antico.
Hübner, Tin, Tab. 62. Fig. 416, (oem. ) T. Vae-
cinella.
Größe von Vp. F Die Palpen
gelblich, mit braunen Endſpitzen, die Fuͤhler braun, Kopf
und Rücken gleich den Vorderfluͤgeln, Hinterleib und Füße
gelbbraun.
Die Vorderſtägel haben einen purpurbraunen, mit Gelb
gemiſchten, in das Leberfarbige übergehenden Grund. Ihr
Vorderrand iſt mit truͤben gelben Strichen verſehen. Faſt
auf der Mitte deſſelben iſt ein größerer und breiterer, nach
innen verloſchener ſolcher Strich, und an ihm haͤngt eine kleine
weiße Makel mit ſchwarzer Pupille. Die Franzen find gelblich.
i Die Hinterflügel zeigen ſich aſchgrau, ihre Franzen
gleich den vorigen.
Unten find die Vorderflügel braungrau, ihr Vorderrand
iſt weißlich mit braunen ie die Hinterfluͤgel ſind truͤb⸗
weiß.
Das Nähere über dieſe ſeltene Art blieb mir unbekannt.
Ich erhielt ſie unter dem Namen Ter gella.
2. HY PERI CEL IL A.
Haem. capite thoraceque flavidis; alis anticis pur-
pureis, basi et ad marginem anteriorem caeruleo nigri-
gantibus, atomis Havidis, macula media nigricante.
Hübner, Tin. Tab. 66. Fig. 441. (foem.) T. Hy-
pericella.
Größe, ungefähr wie Vp. C ognatella. Palpen,
Kopf und Rücken hellbraun, die erſteren mit ſchwarzen End⸗
237
ſpitzen; die Fühler ſchwarz, weiß angefgen, der Hinterleib
und die Füße braungrau. *
Die Vorderfluͤgel haben eine purpurbraune (braunrothe),
mit blaͤulichem Schimmer verſehene Grundfarbe. Naͤchſt
der Einlenkung befindet ſich hell gelblichbrauner Staub. Laͤngs
des Vorderrandes ſtehen mehrere ſolche kleine Striche und
Flecke. In der Mitte der Flaͤche ſieht man, zuweilen ganz
verloſchen, eine braͤunlichweiße Makel oder einen Strich und
Punkt. Die Fluͤgelſehnen ſind durch lichtere Streifen gegen |
den Hinterrand ausgezeichnet. Die roͤthlichgrauen Stangen
werden von einer dunkeln, hellgeſaͤumten Linie begraͤnzt.
Die Hünterfüögel zeigen ſich en „ ihre Franzen
gelblich.
Unten ſind die Vorderflägel dunkel braungrau, am Vor⸗
derrande ſtark braͤunlichweiß gefleckt. Die Heuntſecger etwas
heller als oberhalb.
Die Raupe lebt im Juny zwischen den I NESORSONN
genen Blättern des Johanniskrauts (Hypericum perfora-
tum). Sie iſt aſchgrau oder auch trübgrün, mit Seiden⸗
glanz; „Kopf und Schwanzklappe ſind gelb.
Sie verpuppt ſich in ihrer Wohnung und der Schmet⸗
terling erſcheint im July. Herr Schmidt fand und erzog
ihn bey Laybach, Herr von Tiſcher bey 8 er
kam er um Wien auf Berghoͤhen vor. N
3. C NICE L LA.
Haem. alis anticis hepaticis, puncto medio gemino
flavo. |
Neue, von 8 von Tiſcher au beſtmume
Art. Größe von Hypericella. Die Palpen ſind auf⸗
gekruͤmmt, braun, an den Spitzen ſchwaͤrzlich gefleckt. Die
Fuͤhler lang, grau, borftenförmig. Kopf und Ruͤcken grau,
zimmetfarben beſtaͤubt. Hinterleib und Fuͤße aſchgrau.
Die Vorderfluͤgel führen ein glänzendes, roͤthliches ein⸗
faches Zimmetbraun, das nur am aͤußerſten Saume des
238
Vorderrandes gelblich punktirt iſt. An der Einlenkung ie:
beginnt die Fläche, ungefähr einen Meſſerruͤcken breit, mit
Grau, der Farbe von Kopf und Rüden gleich, fo, daß, wenn
in der Ruhe die Flügel zuſammengelegt find, für dieſe Theile
ein ſcharf abgeſchnittener Kragen dadurch entſteht. In der
Fluͤgelmitte bemerkt man drey hellweiße kleine Pünktchen der
5 Laͤnge nach neben einander. Zuweilen bleibt einer oder der
andere davon aus.
Die Hinterfluͤgel zeigen fich grau, ihre Syangen gelblich.
Unten find alle Flügel grau, die hinteren lichter als die
vorderen; der Vorderrand von letzteren iſt hellgelb mit
kleinen braunen Strichen geſaͤumt.
Die Raupe ſoll jener von Albipunctella ſehr
ahnlich ſeyn und im May und Anfang Juny geſellſchaftlich
auf der Feld⸗Mannstreue (Eryngium campestre), wohnen,
ſich darauf, oder in einem lockeren Erdgehaͤuſe e
und der Schmetterling zu Ende Juny eee 6 7
Vaterland: Hachen |
1 S OR ORC UE EL L A.
HFaem. alis anticis hepaticis, punctis, macula lineo-
laque transversa flavidis.
Hub er Tin. Tab, 66. Fig. 440. (foem.) T. So-
rorculella.
Nicht ſo groß als ee, uf den erften
Blick derſelben fehr ähnlich. Nur find die Vorderflügel
ſchmaͤler, und neben anderen Merkmalen iſt beſonders die,
hier befindliche und dort mangelnde, Punktreihe vor den
Franzen der Vorderfluͤgel in Erwaͤgung zu ziehen. Die Pal⸗
pen, Kopf und Rüden find rothbraun, die Fuͤhler braun,
Hinterleib und Fuͤße aſchgrau. bir
Die Vorderfluͤgel führen einen rothbraunen Grund, der
gegen den Hinterrand in's Gelbliche uͤbergeht. Bey der
Einlenkung, in der Fluͤgelmitte, ſtehen zuerſt zwey weiße
25 | 239
Punkte, dann folgt, der Laͤnge nach, eine weiße ringförmige
Makel, hierauf zwey weiße Striche, alle dieſe Zeichnungen
auf einer ſchwarzen Längslinie. Letztere ſchließt an einer,
einmal im Winkel gebrochenen, weißen Querlinie, und vor
dem Franzenrande findet ſich eine Reihe deutlicher ſchwarzer,
weißumzogener Punkte. Die Franzen ſind bleicher als die
vorige Flaͤche. 0
Die Hinterfluͤgel bleiben einfach roͤthlich aſchgrau.
Unten ſind die Vorderfluͤgel hell braungrau, die hinteren
weißgrau. | Ä
Die Raupe iſt violettgrau, mit zwey weißen, etwas un⸗
deutlichen, Punktlinien über dem Ruͤcken und einer weißlichen
Laͤngslinie in jeder Seite. Der Kopf iſt ſchwarzbraun; der
erſte Ring weißlich mit ſchwarzbraunem Nackenſchilde. Der
After ſchwarz gerandet, und auf jedem Nachſchieber ſteht ein
ſchwarzer Punkt. Sie lebt im May zwiſchen ane
zogenen Blättern der Wollweide.
Die in einem feſten Gewebe zwiſchen Blaͤttern einge:
ſponnene Puppe ift ziemlich ſchlank, ſchwaͤrzlichbraun. Die
Fluͤgeldecken find ganz glatt, der Hinterleib etwas runzelig,
mit einer, aus mehreren Haͤkchen beſtehenden, Afterſpitze.
Der Schmetterling, in mehreren Gegenden von Deutſch⸗
land „aber um Wien noch nicht gefunden, erſcheint mit Ende
5. U R VE L L A.
Haem. capite thoraceque flavis; alis anticis pallide
hepaticis, basi punctoque medio flavis.
Noch unbeſchrieben und unabgebildet, von Hrn. v.
Pode vin zuerſt benannt. Die Größe etwas über Hy-
pericella, die Flügel breiter. Palpen, Kopf und Ruͤcken
ſind lebhaft ſchwefelgelb, die Fuͤhler ee „ der Hinter:
leib iſt hellbraun, die Füße find weißlich.
Das Schwefelgelb des Ruͤckens tritt tber die Einlenkung
der Vorderfluͤgel, und ſchneidet dann auf der ea ſcharf
240
und gerade ab. Alles Uebrige derſelben iſt ſchoͤn hellbraun,
die Sehnen ſind etwas lichter ausgezeichnet, in der Fluͤgel⸗
mitte ſteht erſt ein dunkelbraunes Puͤnktchen, und weiter ge⸗
gen den Hinterrand eine kleine gelbe Makel. Die gleichfar⸗
bigen Franzen werden von ſchwachen Strichen begraͤnzt.
Die Hinterflügel ſammt ihren Franzen zeigen ſic Seife
gran. |
„Unten find die ganzen Wender bel bange die
hinteren wie oberhalb.
Vaterland: Defeeid u und bude. In Su, zwi⸗
ſchen en
OBSCURELDA
11 0 alis anticis fuliginosis, apice ee
lineola obsoleta flavida.
Hühner, Tin. Tab. 65. Fig 438. (oem) T. Ob-
scurella. |
In der Schiffermüllerſchen eee befindet: ſi 0
eine T. Maculatella, Hbr. Tab. 24. Fig. 161.
als Obscurella, des Wien. Verz. Die an letzterem
Orte, S. 139. N. 39. gegebene Diagnoſe: „Duͤſtere
Schabe mit bleichem Außenrandpunkte,“ Laßt ſich aber durch⸗
aus nicht hierher anwenden; die eigentliche Obscurella
bleibt wohl ſtets unbekannt, und ſo darf der jetzige Schmet⸗
terling den von Hübner erhaltenen Namen, doch ohne Bey⸗
ziehung aller auf das Wie n. Verz. geſtuͤtzten Citate, bey⸗
behalten.
Obscurella ift kaum groͤßer als Vacoinella.
Die Palpen ſind hellgrau, Kopf und Ruͤcken dunkel braun⸗
grau, die Fühler ſchwaͤrzlich, weißgeringelt, Hinterleib und
Fuͤße aſchgrau. f
Die Vorderfluͤgel haben eine faſt einfarbige dunkel
braungraue (rauchfarbige) Flache, auf welcher man in der
Mitte einige verloſchene ſehwaͤrzliche Punkte, dann vor dem
241 RER
Hinterrande eine faſt gerade, in der Haͤlfte etwas vorgebo⸗
gene, gelbliche Querlinie wahrnimmt. Von ihr bis zu den
Franzen iſt der Grund heller und dunkler ſehnig geſtrichelt.
Vor den Franzen ſtehen kleine braune, e umzogene,
Puͤnktchen.
Die Hinterflügel zeigen ſich dunkel aſchgrau, ihre Frau⸗
zen, gleich den erſterwaͤhnten, heller grau.
Unten iſt Alles’ glaͤnzend rauchfarbig ’ hn Spur wei⸗
terer Zeichnung.
Die gruͤne Raupe, von welcher eine ausführlichere Be⸗
ſchreibung verſaͤumt wurde, lebt im Juny zwiſchen zuſammen⸗
gezogenen Blättern des Färbeginſters (Genista 5
Der Schmetterling entwickelt ſich im Auguſt. In Oe⸗
era N und Ungarn.
7. Z E HH R E L L A.
Haem. alis anticis fuscis, atomis 5 nigris.
Hübner, Tin. Tab. 62. Fig. 414. (mas) Fig 415.
en r. eil
Mit Bere la in sfeicher Größe. Die Palpen
find aufwaͤrts gebogen, dunkelbraun, Fühler, Kopf und Ruͤcken
heller oder dunkler erdbraun, nach Maßgabe der Vorderflüs
gel; Hinterleib und Füße braungrau.
Die Farbe der Vorderfluͤgel und der Ausdruck ihrer
Zeichnung andern bey feheinbarer Einfachheit dennoch vielfaͤl—
tig ab. Wie ſchon erwähnt, iſt der Grund mehr oder weni⸗
ger erdbraun, bald in's Graue, bald wieder in's Leberfarbige
übergehend. Gewöhnlich bleibt die Gegend der Einlenkung
etwas heller, gelblich. Dann folgen uͤber die ganze Flaͤche
einzelne ſchwaͤrzliche Atome und kleine Laͤngsſtriche. Auf
der Fluͤgelmitte ſtehen, ebenfalls nach der Lange, größere
ſchwarze Punkte, die auch in eine oder zwey kleeblattfoͤrmige
Makeln mit weißem Kerne zuſammenfließen. Der innere
IX. 1.
—
242
Rand der gelblichen Franzen iſt mit einer ſchwarzen Punkt⸗
reihe begraͤnzt. Sehr oft aber iſt alles dieſes undeutlich,
und die ſchwarzen Atome und Striche bleiben einzig kennbar.
Die Hinterfluͤgel ſammt den, gegen den Körper hin
beſonders langen, Franzen zeigen ſich hell aſchgrau.
Unten ſind die Vorderfluͤgel dunkel, die hinteren licht |
braungrau.
Nach Herrn von Tiſcher lebt die, ſehr ſchoͤn ge⸗
zeichnete, Raupe im Juny auf mehreren Grasarten, und
zwar wicklerartig, indem ſie das Grasblatt mehrmals wie
ein gewundenes Band zuſammenzieht. Sie iſt kaffeebraun;
der erſte und zweyte Ring find am Vorderrande durch ſchnee⸗
weiße Schwielen eingefaßt; der dritte und vierte Ring fuͤhren
jeder blos einen kleinen ſchneeweißen Punkt oben in der Mitte
am Vorderrande; vom fuͤnften bis mit dem letzten Ringe
liegen auf jeder Seite ſchneeweiße Schraͤgſtriche, und uͤber
den Ruͤcken zieht ſich bis zum letzten Ringe eine, durch die
Einſchnitte unterbrochene, weiße Linie herab. Der flache,
etwas große, laͤngliche Kopf iſt ſchwarz, eben ſo ſind die Fuͤße.
Gegen Ende Juny verpuppt ſie ſich in ihrem Gehaͤuſe.
Der Schmetterling erſcheint in der Mitte July und iſt
in Oeſterreich, Sachſen und Ungarn en Wieſen keine Sel⸗
tenheit. | 7
8. POP U LEL LA.
Haem. alis canescentibus, fusco nigroque nebulosis;
posticis fimbriis flavescentibus.
Linné, S. N. 1. 2. 892. 399. T. Populella.
Faun. Suec. Ed. 2. N. 1442.
Hübner, Tin. Tab. 22. Fig. BRD: (foem.) T. Blat- |
e
Larv. Lep. VIII. Tin. v. nee b. Fig.
2. a. b. T. Tremella.
Wien. Verz. S. 139. Fam. C. N. 27. Zitterpappel-
Schabe, T. Tremella.
243
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 104. N. 27. —
Fabr. Ent. Syst. III. Suppl. 484. 17. T. Po pu-
lella. ER
De Villers, Ent. Linn. T. II. pag. 475. N. 890.
Teigne du Peuplier, T. Populella.
Schrank, Faun. boic. II. B. 2. Abth. S. 120. N.
1836. T. Populella,
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 104. N. 399.
T. Populella.
Clerck, Phal. Tab. XI. Fig. 5.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 137. Anm. 190. T. Tremella.
Die jetzige und folgende Art haben ſchon lange zu Miß⸗
verſtaͤndniſſen und Verwechslungen Anlaß gegeben; durch
Nachſtehendes hoffe ich für die Zukunft alles deutlich zu ma⸗
chen. Blattariella, Hbr. Fig. 148. iſt eine ausge⸗
zeichnete Varietaͤt von Populella, Linn. Die The—
reſianer, welche den von Linné beſchriebenen Schmet⸗
terling nicht erkannten, verſahen ihn ebenfalls mit einem neuen
Namen: Premella, welcher ſeither in hieſigen Samm⸗
lungen beybehalten wurde. Herr Hübner aber bildete
ſchon früher, Fig. 21. ein anderes Geſchoͤpf als Po pu-
lella ab, welches irrig für die Achte Linne?’ ſche genom⸗
men wurde. Es haben nun, wie oben geſchehen, die Namen
Tremella, W. V. und Blattariella, Hbr. der
wahren älteften Benennung: Populella zu weichen. Die
ehemalige Populella Hbr. habe ich wegen ihrer großen
Aehnlichkeit in der Faͤrbung mit Pyr. Pinguinalis, neu
Pinguinella benannt.
Die Größe von Populella iſt ungefähr wie Vp.
Plumbella. Ihre Zeichnung eben ſo verworren als ab—
wechſelnd. Die Palpen ſind aufwaͤrts gebogen, grau, die
Fuͤhler ſchwaͤrzlich und weißgeringelt, Kopf und Rüden braͤun⸗
lich, mehr oder minder hellgrau beſtaͤubt, Hinterleib und Fuͤße
22 |
ö —
244
braͤunlich grau, mit heller ausgezeichneten Ringen. Das
Weib hat einen Legeſtachel.
Die Vorderflügel führen einen ſammetartig ſtaubgrauen,
braungewoͤlkten und mit ſchwarzen Atomen beſtreueten Grund.
Der Vorderrand und der Hinterrand find gewöhnlich am hell
ſten, der Innenrand bis zur Querlinie, faſt in der Haͤlfte der
Fluͤgelbreite, zeigt ſich betraͤchtlich dunkler. In der Mitte
der Flaͤche ſtehen ungefaͤhr drey dunkle Makeln, welche oft in
den dunkeln Theil der Faͤrbung verfließen und ihm dann ein
zackiges Anſehen geben. Vor dem Hinterrande zeigt ſich
eine gelblichweiße Querlinie mit einem Zacken oder Ausbuge,
und vor den gleichfarbigen Franzen eine Reihe ſchwarzer
Punkte.
Die Hinterfluͤgel ſind braungrau, die Kräne hellgrau.
Unterhalb haben die Vorderflügel ein glänzendes Hell⸗
braun, ihr Vorderrand iſt gelblich. Die Hinterflügel und
Franzen ſpielen mehr in Grau. 5
Die Raupe lebt auf der Zitterpappel Populus tre-
mula). Ihr Kopf und das, in der Mitte getheilte, Nacken⸗
ſchild ſind ſchwarz, der Koͤrper iſt hell ſchwefelgelb. Jeder
Gelenkring hat ſchwarze Punkte, deren Zahl von drey, gegen
die Mitte bis auf ſechs zunimmt, und dann bis zum Ende
wieder auf drey herabſteigt. In der Haͤlfte des Koͤrpers
ſteht ein roſtrother Fleck, und eben fo iſt die Schwanzklappe
gefärbt.
Blättern. Die Puppe ift hell rothgelb.
Die Verwandlung erfolgt zwifchen zuſammengezogenen
Der Schmetterling wird hier und in den meiſten Ge-
genden von Deutſchland, im Juny und July, an 5
men haufig gefunden.
9. PINGUINELLA.
Haem. alis anticis griseo einereis, flavido nebulosis.
Hübner, Tin. Tab. 5. Fig. 2 1. (mas.) Text, S. 41. }
N. 17. Düfterfledige ai. T. Populella.
245
Alles über die nothwendige Namensveraͤnderung hierher
Gehoͤrige wurde ſchon bey der vorigen wahren Populella
erwaͤhnt; es bleibt die naͤhere Beſchreibung allein übrig.
Pinguinella iſt etwas größer als Po pule lla.
Ihre Palpen haben ſtarke Buͤrſten und ſind wie Fuͤhler,
Kopf und Ruͤcken, braungrau mit weißer Beymiſchung.
Hinterleib und Fuͤße hellgrau, erſterer fuͤhrt einen gelblichen
Afterbuͤſchel, bey'm Weibe einen Legeſtachel. |
Die Vorderflügel find länger „ſchmaͤler und rauchhae=
riger als bey Po pulella. In ihrer Faͤrbung gleichen fie
jenen von Pyr. Pinguinalis. Sie haben ein gelb:
liches Aſchgrau mit ſchwarzbraunen Flecken und Atomen. In
der Fluͤgelmitte finden fich der Lange nach ungefaͤhr drey groͤ—
ßere Flecke oder Striche, und hinter ihnen wird meiſtens eine
runde, weißlich umzogene, Makel ſichtbar. Am Hinterrande
ſteht eine gelbliche, zackige Querlinie, dann wird derſelbe bis
zu den Franzen dunkel. Dieſe ſelbſt gehen mehr in Grau
uͤber, werden aber von keiner Punktreihe eingefaßt, e die
vorige Art auszeichnet.
Die Hinterflügel und Franzen find bleich aſchgrau.
Unten führen die Vorderfluͤgel ein glaͤnzendes Braun
mit helleren Außenraͤndern. Die hinteren bleiben wie ober⸗
halb. N
| Von den erſten Staͤnden ift mir nur bekannt, daß die
Raupe auf Pappeln (Populus italica), lebt und an der
Rinde der Staͤmme eine knopperartige Hoͤhlung bildet, in
welcher ſie zwiſchen weichem Geſpinnſte au einer gelbbraunen
Puppe wird.
Der Schmetterling erfcheint im Juny und July, bey
uns ſeltener als die vorige Art.
10. AK LBBIPUNGOT EL LA.
Haem. alis anticis fuscis seu ferrugineis, striis Ion-
gitudinalibus interruptis nigris, puncto medio albo.
246
‚Hübner, Tin. Tab. 22. Fig. 149. (mas. ) Text, S. 39.
N. 5. Weißpunktige Schabe, T. Albipunctella,
Larv. Lep. VIII. Tin. III. Tortriciform. A.
285 2.—
Die jetzige Albipunctella de wenig befannt
oder mit der folgenden ſehr nahen Art oft verwechſelt worden
zu ſeyn; wenigſtens erhielt ich ſowohl die früher beſchriebene
Cnicella, als die kuͤnftige Daucella für dieſelbe, wäh:
rend man mir den wahren Schmetterling als neue Entdeckung
mittheilte. Die Huͤbner' ſche Abbildung iſt ſehr gut. An⸗
gemerkt muß hier noch werden, daß Hr. Hübner, nach
den Worten ſeines Textes, das Original von A. Mazzola
empfing, in deſſen Sammlung es ſich aber nicht mehr vor
findet.
Albipunctella gleicht im Ausmaaße Co gna-
tella. Die Palpen ſind aufgekruͤmmt, rothbraun, mit
ſchwarzen Spitzen, die Fuͤhler braun, Kopf und Ruͤcken hell
rothbraͤunlich mit ſchwarzen Atomen. Hinterleib und Fuͤße
hellbraun.
Die Vorderfluͤgel haben einen braunen, zum Roͤthlichen
ſich neigenden, Grund, deſſen Sehnen, vorzuͤglich gegen die
Franzen hin, kleine ſchwarze Laͤngsſtriche führen. Auf einer
wolkigen lichteren Zeichnung in der Mitte der Flaͤche ſtehen
ein ſchwarzer Strich und weiter nach hinten eine weiße,
ſchwarzumzogene Makel, welche letztere zuweilen ganz mit
Schwarz ausgefüllt, oder im Gegentheile bey anderen Stuͤcken
kaum ſichtbar iſt. Die mit der Flaͤche gleichfarbigen Franzen
ſind von ſchwarzen Punkten begraͤnzt.
Die Hinterflügel und Franzen bleiben, ſeidenartig ſchim⸗
mernd, hellgrau.
Unten find alle Fluͤgel grau, die hinteren dunkler als die
vorderen.
Die Raupe hat Hr. Hübner auf einer Schierlings⸗
art (Cicuta), abgebildet. Nach dieſer Darftellung iſt der
Kopf erbsfarbig, ſchwarz getheilt, der Koͤrper hellgrün mit
“
247
dunkelgruͤnen Laͤngsſtreifen und einem folchen, noch dunkleren,
ſcharf begraͤnzten Ruͤckenſtreife.
Sie ſoll geſellſchaftlich, zu drey bis vieren auf einer
Pflanze, zwiſchen zuſammengezogenen Blaͤttern leben und ſich
hier oder auf der Erde, in einem lockeren Gehaͤuſe, verwan⸗
deln. (Vorſtehende Nachricht gebe ich nicht mit voller Ge⸗
wißheit, da eine Verwechslung mit Cnicella u. A. leicht
moͤglich waͤre.)
Die Puppe iſt kurz, kolbig, dunkelbraun.
Der Schmetterling kommt in Ungarn, im Juny und
July vor.
1
11. DAU CEL LA.
Haem. alis anticis fuscescentibus, striis interruptis
nigris, atomis albo cinerascentibus.
Hübner, Tin. Tab. 14. Fig. ne (mas.) Text, ©
39. N. 4. Waſſermerk⸗Schabe, T. Apiella.
Wien. Verz. S. 137. Fam. C. N. 5. Moͤhren⸗Schabe,
T. Daucella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. gg. N. 5. —
Götze, entom.Beytr. III. Th. 4. B. S. 125. N. 59.
. .
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
8. 129. I. Daucella. |
Größer als Albipunctella,'mit der fie die meifte
Aehnlichkeit hat. Sie ift aber überhaupt breiter, kolbiger
gebaut. Die Palpen find aufwärts gekruͤmmt, ſtark gebuͤr⸗
ſtet, braungrau. Kopf und Ruͤcken roͤthlichbraun, mit ein⸗
zelnen ſchwarzen Staͤubchen, Hinterleib und Fuͤße licht aſch⸗
grau, erſterer mit weißen Gelenkringen.
Die Vorderfluͤgel haben eine roͤthlichbraune Grundfarbe.
Auf derſelben ſtehen, nach dem Laufe der Sehnen, viel
ſchwarze Laͤngsſtriche, welche vorzüglich gegen den Außen⸗
In
248
0 U
rand und Hinterrand am deutlichſten werden. Daruͤber und
dazwiſchen ſind einzelne weiße Atome ausgeſtreut. Die
gleichfarbigen Franzen umgiebt eine undeutliche, meiſtens mit
dem Ende der Laͤngsſtriche zuſammenfließende, Punktreihe.
Die Hinterfluͤgel find aſchgrau, naͤchſt der Wurzel am
hellſten, ihre Franzen gelblich.
Unterhalb zeigen ſich die Vorderfluͤgel dunkelgrau mit
helleren Raͤndern; die Hinterfluͤgel ſind bleicher.
Von der Raupe meldet das Wien. Verz., daß ſie
auf Möhren (Daucus Carota), lebe. Das Naͤhere blieb
unbekannt. |
Der Schmetterling kommt in Oeſterreich und Ungarn, f
zwiſchen Geſtraͤuche, im Monat Auguſt vor. Hr. Hübner
fand ihn auch in der Ukraine.
12. CTC UT EEE
Haem. alis anticis pallide rubris, atomis fuscis,
punctis duobus nigricantibus lineolaque e maculis albis.
Hübner, Tin. Tab. 12. Fig. 79. (ſoem. ) Text, S. 39.
N. 6. Schierlingſchabe, T. Cicutella.
— — Tab. 62. Fig. 419. (mas. ) —
Larv. Lep. VIII. Tin, III. Tortriciform. A.
Fig. 1. a. b. —
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
8. 129. Anm. 17 75. (bey T. Laterella.) >
Herr D. Zincken, a. ang. O. äußert die Vermu⸗
thung „ daß unſere gegenwaͤrtige Cicutella nurseine Ab⸗
Anderung von Heracliella (Hbr. Fig. 417.) ſeyn
duͤrfte. Genaue und wiederholte Erfahrungen aber, welche
Herr von Tiſcher daruͤber machte, bewieſen das Gegen⸗
theil. Es erzog dieſer Freund nicht nur vor zwey Jahren
gegen achtzig Stuͤck von Cicutella, ohne eine einzige
Heracliella darunter zu erhalten, ſondern war auch im
7 „
r
*
er
249
vorigen Jahre ſo gluͤcklich, Raupen der Heracliella ſelbſt
zu finden, bey deren Entwicklung zugleich ſich ergab, daß
Carduella, Hbr. Fig. 439. als Abaͤnderung dahin
gehoͤre. (M. . die folgende Beſchreibung von Heracli-
ella.)
Cicutella, bey Hrn. Hübner auf der ſpaͤteren
Tafel treuer, als auf der fruͤheren nachgebildet, hat das Aus⸗
maaß von Evonymella. Palpen, Fühler, Kopf und
Ruͤcken ſind leberbraun, mit mehrerer oder minderer roͤthlicher
Beymiſchung. Hinterleib und Fuͤße gelbbraun, erſterer bey'm
Manne mit gelbem Afterbuͤſchel, letztere dunkelbraun gefleckt.
Die bald roͤthlich, bald braͤunlich leberfarbigen Vorder⸗
fluͤgel fuͤhren am Vorderrande eine Reihe heller ſehniger
Striche. Ueber die Flaͤche gehen mehrere kleine ſchwaͤrzliche
Laͤngsſtriche und Punkte. Die Mittelader iſt insgemein durch
eine dunkle Laͤngslinie ausgezeichnet, in welcher zwey oder
drey weiße Punkte ſichtbar werden. Vor dem Hinterrande
kommt erſt eine hellere Stelle, dann folgt wieder dunklerer
Grund. Die einfarbigen Franzen ſind von einer braun und
gelblich wechſelnden Punktreihe umzogen.
Die Hinterflügel zeigen | ſich weißgrau, mit vötblichemn
Glanze, faft durchfichtig, die Franzen roͤthlich gelb. |
Auf der Unterfeite find die Vorderfluͤgel aſchgrau , mit
weißen, braungeſtrichten Rändern, die Hinterfluͤgel wie ober⸗
halb.
„Die Raupe lebt im September „ auf Möhren Dau-
cus Carota), Gierſch oder Geißfuß (Aegopodium poda-
graria), Schierling (Cicuta), und mehreren anderen Pflan⸗
zen, in einem dutenfoͤrmigen, aus zuſammengezogenen Blaͤt⸗
tern gebildeten Gehäufe. Sie iſt hellgruͤn, mit drey dunkel⸗
grünen Laͤngsſtreifen und zehn ſchwarzen Punktwaͤrzchen auf
jedem Abſatze, welche folgendermaaßen vertheilt ſind: Vier
ſtehen ziemlich im Quadrat zu beyden Seiten des Ruͤckenſtrei⸗
fes, und ſechs ziehen ſich in ſchiefer Richtung auf beyden
Seiten herab; auf dem zweyten und dritten Ringe ſtehen die
Punktwärzchen in einer Querreihe. Das Nackenſchild iſt
250
braͤunlichgruͤn, und breit ſchwarzbraun eingefaßt. Der Kopf
ſchwarzbraun mit zwey hellen Flecken; alle Fuͤße ſind gruͤn.
Die Verwandlung erfolgt im Orte ihres Aufenthaltes.“
„Die Puppe iſt gelblich dunkelbraun.“
„Der Schmetterling entwickelt ſich Ende September
oder im Oktober.“ Da man ihn aber auch im Fruͤhlinge
und Sommer auf Wieſen, auf den Schierlingsblumen findet,
ſo ſcheint eine doppelte Generation zu beſtehen.
13. HERACLIEL LA.
Haem. capite thoraceque flavis; alis anticis rubro
testaceis, puncto medio gemino maculaque nigris.
Hübner, Tin. Tab. 62. Fig. 417. (mas.) T. He-
racliella,
— — Tab. 66. Fig. 439. (foem.) T. Car-
duella.
Wien. Verz. S. 137. Fam. C. N. 7. Ziegelfarbige
Schabe, T. Later ella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. 8. 99. N. 7.—
Linné, S. N. 1. 2. 880. 326. Tortr. Hera-
cliana;
Faun. Suec. Ed. 2. N. 1334.—
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 286. 178. Pyr. Hera-
ele ana.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 23. N. 326.
Tortr. Heracliana.
Müller, Zool. Dan. prodr. p. 13 1. N. 1517. Tortr.
Heraclia na. |
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien,
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. BEN
8. 129. Anm. 177. T. Laterella.
Ich erwähnte ſchon bey Cicutella, daß dieſelbe als
eigene Art von Heracliella getrennt werden muͤſſe, daß
aber zur Gegenwaͤrtigen, nach den von Hrn. von Tiſcher
\
\
251
gemachten Er Carduell a, Hbr. als Varietaͤt
zu ziehen ſey.
Die Groͤße unſerer Herschäil ift wie von Hy-
pericella. Die Palpen find aufgekruͤmmt, borſtig, wie
Kopf und Rüden gelblich bleichroth, die Stirne ift mehr weiß:
lich, die Fuͤhler ſind dunkelbraun. Hinterleib und Fuͤße gelb⸗
braun, erſterer hat in den Seiten ſchwarze Punkte.
Die Einlenkung der Vorderfluͤgel bleibt hell, die ganze
uͤbrige Fläche gelbroth, zwiſchen Pomeranzen= und Ziegel⸗
farbe, und durchaus mit einzelnen ſchwarzen Atomen beſtreut.
Laͤngs des Vorderrandes laͤuft eine ſchwarze Punktreihe,
welche ſich auch um die matteren Franzen des Hinterrandes
zieht. Auf dem erſten Drittheile der Lange ſtehen ein Paar
ſchwarze Punkte, und weiter zuruͤck, in der Mitte, eine ſolche,
gegen den Innenrand verfließende Makel. Auf der Abaͤnderung
Carduella iſt Alles weniger deutlich und der Mittelfleck
kaum ſichtbar.
Die Hinterfluͤgel ſammt ihren Franzen zeigen ſi ſich gelb⸗
lich weiß.
Unterhalb find die Vorderfluͤgel braun mit gelbroͤthlichem
Schimmer gegen die Wurzel und an den Raͤndern, die Hin⸗
terflügel wie oberhalb.
Ueber die Raupe meldete mir obgenannter Freund Fol⸗
gendes: „Ich fand im May 1830 hier bey Dresden zehn
Stuͤck Raupen einzeln auf Kornblumen (Centaurea cyanus),
die mir noch unbekannt waren und aus welchen ich He ra-
eliella, Hbr. erhielt.“
„Die Raupe iſt ſehr lebhaft, ſchlank, ſchmutzig weiß
oder hellgrau, oder auch grünlichgrau, mit drey leberfarbigen
oder kirſchbraunen breiten Laͤngsſtreifen und braunen Punkt⸗
waͤrzchen. Der Kopf und die Bruſtfuͤße ſind ſchwarzbraun,
desgleichen auch das Nackenſchild, welches aber am Vorder⸗
rande weiß eingefaßt iſt. Sie lebt zwiſchen zuſammengezo⸗
genen Blaͤttern der Nahrungspflanze, in Getreidefeldern.“
„Gegen die Mitte Juny verwandelt ſie ſich in eine
hellrothbraune Puppe, aus welcher Ende des Monats oder
252
Anfang July der Schmetterling kommt. Carduella if
Abänderung, denn ich erzog aus jenen Raupen zwey, ganz
mit Hbr. Fig. 439. übereinftimmende, Exemplare.“
Heracliella und ihre Varietat werden auch bey
Wien gefangen. 0
14. PULVER EL LA.
Haem. alis anticis testaceis rubro nebulosis atomis
fuscis.
Hübner, Tin. Tab. 35. Fig. 240. (oem) T. Ato-
mella.
Verz. bek. Schmettl. S. 412. N. ee T. pul-
verella.
Ueber dieſe Art, welche jetzt in der Schiffermuͤller ſchen
Sammlung irrig als T. At omella ſteckt, wurde ſchon bey
unſerer Lemm. Atomella (H br. Fig. 15.) erinnert,
daß ſie die von Hrn. Huͤb ner ſelbſt ſpaͤter ihr ertheilte
Benennung, Pulverella, fortzuführen habe. Sie iſt
mir vom Auslande auch unter dem Namen Dissimilella
mitgetheilt worden. %
Die Größe gleich Heracliella. Palpen, Kopf
und Rücken bleich lehmgelb, mit kleinen ſchwarzen Atomen.
Die Fuͤhler braun. Hinterleib und Fuͤße braungrau.
Die Einlenkung der Vorderfluͤgel und der erſte Theil
ihres Vorderrandes bleiben lehmgelb, wie der Ruͤcken, die
uͤbrige Flaͤche iſt roͤthlich, beſonders auf der Haͤlfte des In⸗
nenrandes. Ueberall liegt ſchwarzer einzelner Staub. Die
gleichfarbigen Franzen ſind nach innen von einer Punktreihe
ö begraͤnzt.
Die Hinterfluͤgel und ihre Franzen zeigen ſich gelblich
aſchgrau.
Die Unterſeite der Vorderfluͤgel iſt aſchgrau mit gelb⸗
lichen Raͤndern, die Hinterfluͤgel find cee Kine
ſchwarz beſtäubt.
253
| Die Raupe führt ein lichtes Weißgrüͤn mit drey dun⸗
kelgruͤnen Laͤngsſtreifen und eben ſolchen Punktwaͤrzchen, fie
hat einen gelben Kopf und lebt im May und Auguſt auf Gin⸗
ſter (Genista germanica).
Der Schmetterling, welcher i in Oeſterreich und Sachſen
im July und auch i im Oktober vorkommt, iſt nicht ſelten.
255 E R BAS CEL L A.
Haem. alis anticis pallide flavis, punctis nigris.
Hübner, Tin. Tab. 14. Fig. 98. (foem.) Text, S.
40. N. 11. Wollkraut⸗Schabe, T. Verbascella.
Larv. Lep. VIII. Tin. III. Tortriciform. A.
BB 1%. b.
Wien. Verz. S. 136. Fam. B. N. 36. Wollkraut⸗
Schabe, T. Verbascella. * A
IIliger, N. Ausg. dess. II. B. S. 92. N. 56.— *
Schrank, Faun. boic. II. B. 2. Abth. S. 114. N. 1820.
. Ves eg.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 150. N. 38.
T. Verbascella.
Brahm, Inſ. Kal. II. 1. 10. 4. T. Warbaxte ie
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien,
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 119. Anm. 157. T. Verbascella.
Im Ausmaaße der vorigen Arten. Die Palpen bor⸗
ſtig, aufwaͤrts gebogen, wie die Stirne weißgrau, Ruͤcken und
Fuͤhler truͤbgelb, Hinterleib und Süße aſchgrau. *
Die Vorderfluͤgel führen eine braungelbliche Lehmfarbe.
Sie ſind uͤberall, am meiſten aber gegen den Hinterrand mit
ſchwarzen Staͤubchen beſtreut. Auf der Hauptader ſtehen
nach einander zwey laͤngliche ſchwarze Punkte, und vor den,
mit der Flaͤche gleichen, van befindet fich eine braun: |
e Punktreihe.
254
Die Hinterflügel ſammt ihren Franzen find gelblich aſch⸗
grau.
Unterhalb zeigen fich die Vorderflugel emen mit gelb
lichem Glanze, die Hinterfluͤgel weißgrau.
Die dicke, roͤthlichgraue, glaͤnzende Raupe mit etwas
dunkleren Punktwaͤrzchen, ſchwarzbraunem Kopfe, Nacken⸗
ſchilde und Bruſtfuͤßen, lebt auf dem Wollkraute (Verbascum
Thapsus), faſt aller Orten, wo dieſe Pflanze waͤchſt, und
zwar vorzüglich in den zuſammengezogenen Herzblaͤttern und
oberen Trieben. Man findet ſie ſchon im Maͤrz, ſo wie den
ganzen Winter hindurch. Der von dieſer Generation abſtam⸗
mende Schmetterling erſcheint im Juny, die neuen Raupen
verpuppen ſich im Auguſt, und zu Anfange des Septembers
iſt wieder der Schmetterling entwickelt, deſſen Nachkommen
den Winter in Raupengeſtalt zubringen. Es uͤberwintern
aber auch die Spätlinge der Schmetterlinge, deren ſich ſowohl
bey den Raupen, als in der Nachbarſchaft unter Baumrin⸗
den u. ſ. w. aufhalten.
16. C HARA CT ENEV L A.
Haem. alis anticis griseis, litura media S. formi.
Hübner, Tin. Tab. 12. Fig. 80. (mas.) Text, S.
17. N. 7. Ausgezeichnete Schabe, T. Signella Y.
Wien. Verz. S. 137. Fam. C. N. 2. Grauliche Schabe
mit 8 foͤrmigem Mittelzeichen, T. Characterella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 99. N. 2. —
Fabr. Ent. Syst. III. 2. 272. 129. Pyr. Ocellana.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 152. N. 56.
T. Characterella.
*) Herr Huͤbner giebt Tab. 31. Fig. 211. noch eine an⸗
dere, wahrſcheinlich in das G. Scar die gehörende, mir
aber unbekannte, Art als Signella, welcher Name ihr
wohl bleiben kann, da der gegenwaͤrtigen jener des Wien.
Verz. gehoͤrt.
2
255
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 128. Anm. 175. T. Characterella.
So groß als Verbascella, oſt auch bedeutend an⸗
ſehnlicher. Die Palpen aufgekrummt, borſtig, mit ſchwarzen
Ringen an den Spitzen, die Fühler braun, Kopf und Rücken
hell aſchgrau oder braungrau, Hinterleib und Fuͤße grau,
erſterer weißgeringelt.
Die hellaſchfarbig oder braungrauen Vorderflügel ſchim⸗
mern etwas in's Röthliche, und find mit dunkleren wolfigen
Stellen und einzelnen ſchwarzen Atomen verſehen. In der
Mitte, näher dem Vorderrande, ſteht zuerſt ein ſchwarzes,
hakenartiges Zeichen. An dieſes gränzt eine bläulichſchwarze
Makel, und gegen den Innenrand wird letztere wieder von
einem kleinen rothen Striche abgeſchloſſen, der hinter der Ma⸗
kel einen weißen Punkt umfaßt. Der Franzenrund hat eine
Reihe ſchwarzer Striche als innere Begränzung.
Die Hinterflügel ſammt Franzen find bleich aſchgrau.
Unten zeigen ſich die Vorderfluͤgel dunkler grau mit lich⸗
teren Rändern, die Hinterflügel wie oberhalb.
| Heimath und Naturgeſchichte dieſer ziemlich ſeltenen
Art blieben mir unbekannt.
17. ALSTROEMERELLA.
Haem. alis anticis albidis; anticis macula media
laterali fusco ferruginea. 5
Hübner, Tin. Tab, 12. Fig. 82. (foem.) Tert, S.
40. N. 8. Rothgezeichnete Schabe, T. Puella. -
Verz. bek. Schmettl. S. 410. N. 5956. A, Al-
stroemerella. |
Wien. Verz. S. 158. Fam. C. N. 11. Weißliche Schabe
mit einer bunten Makel am Außenrande, T. Moni-
lella.
Illiger, N. Ale dess. II. B. S. 100. N. 11. —
*
256
Linn, 8. N. 1. 2. 879. 514. Tortr. Alstroe-
meriana.
Faun. Suec. Ed. 2. N. 1335.—
Fabr. Ent. Bet III. 2. 275. 141. De Alstroe-
miana.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. 8. 133. N. 65.
T. Monilella.
— — III. Th. 4. B. S. 20. N. 314.
Tortr. Alstroemeriana. 125
Müller, Faun. Frid. pag. 53. N. 469. Tortr.
Alstroemeriana.
Zool. Dan. prodr. p. 15 1. N. 1514. —
Clerck, Phal. Tab. X. Fig. ı.
v. e die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S8. 131. Anm. 180. T. Monilella, u. S. 79.
Anm. 98. (bey T. Alstroemeriana.)
Nicht ganz ſo groß als Verbascella. Die Palpen
ſind aufgekruͤmmt, weiß und braun gefleckt, Kopf und Ruͤcken
weiß, die Fuͤhler braun, Hinterleib und Fuͤße aſchgrau, erſte⸗
rer mit weißen Gelenkringen.
Die Vorderfluͤgel haben einen weißen, zuweilen blaß⸗
grauen Grund. Laͤngs des Vorderrandes ſtehen kurze braune
Striche, und am Hinterrande gleiche, durch die Sehnen ab-
getheilte, Streifen. An der Mitte des Vorderrandes haͤngt
eine, aus mehreren braunen Flecken zuſammengeſetzte, vier⸗
eckige Makel, gegen den Innenrand mit einem purpurrothen
Striche begraͤnzt, neben welchem ſich, naͤher zur Einlenkung,
ein ſchwarzer Punkt befindet. Sonſt iſt die Flaͤche noch mit ein⸗
zelnem ſchwarzen Staube beſtreut. Die Franzen ſind truͤbweiß.
Die Hinterfluͤgel zeigen ſich e ihre Franzen
ganz weiß.
Unterhalb ſind die Borberflügel grau mit weißen Raͤn⸗
dern, der Vorderrand iſt braun geſtrichelt. Die Hinterfluͤgel
bleiben wie oberhalb. |
257
Alstroemerella (nach Linné, nur mit veraͤn⸗
derter Endſylbe zu benennen), fliegt in mehreren Laͤndern und
hin und wieder in Deutſchland, aber nirgends haͤufig. Ich
fing ſie in unſerem Prater, im Auguſt.
18. L IT UR E L L. 4.
“lem. alis anticis pallide flavis, atomis maculaque
media fusco ferrugineis.
Hübner, Tin. Tab. 14. Fig. 97. (mas. ) Text, S. 40.
N. 10. Hellgelbe Schabe, T. Flavella.
Wien. Verz. S. 157. Fam. C. N. 4. Gelbliche Schabe
mit niederen dunklen Flecken, T. Liturella.
Illiger, N. Ausg. dess. II. B. S. 99. N. 4. —
Schrank, Faun. boic. II. B. 2. Abth. S. 115. N.
1823. T. Liturella.
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 133. N. 58.
T. Liturella.
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
8. 129. Anm. 175. T. Liturella.
5 Größer als die vorige Art; gleich Ver bascella,
oder noch daruͤber. Die Palpen ſind aufgekruͤmmt, wie
Kopf und Ruͤcken ſtrohgelb oder hell ſchwefelgelb, die Fuͤhler
braun, Hinterleib und Fuͤße braͤunlichgelb, erſterer mit helleren
Gelenkringen.
Die Vorderfluͤgel behalten die vorgedachte ſtrohgelbe
Faͤrbung. Ihre Sehnen ſind, vornehmlich gegen den Hin⸗
terrand, dunkler geſtrichelt. Vor und nach der Fluͤgelmitte,
auf der Hauptader, ſtehen zwey ſchwarze Punkte. Unter
ihnen läuft zuweilen, von der Einlenkung bis zum zweyten
Punkte, eine gebogene, roſtfarbige Laͤngslinie. Sie iſt an
ihrem Ende am ftärkften und bildet dort eine mit Schwarz
gemiſchte Makel. Nicht ſelten aber bleibt die Linie theil⸗
weiſe aus, vornehmlich bey heller gefärbten Exemplaren. Um
. 8 R
258
die reingelben Franzen zieht eine braune Punktreihe. Die
ganze Flaͤche iſt mit einzelnen ſchwarzen Staͤubchen beſtreut.
Die Hinterfluͤgel zeigen ſich truͤbweiß mit gelbem
Schimmer. Die ganz weißen Franzen werden von braunen
kleinen Strichen eingefaßt.
Unterhalb find die Vorderfluͤgel aſchgrau mit gelben
Rändern, die hinteren wenig dunkler als auf der Oberſeite.
Die Raupe lebt auf der gemeinen Flockenblume (Cen-
taur. jacea).
„Laͤnge: ein Zoll. Kopf und Halsſchild glaͤnzend
ſchwarz, der Leib ſammetartig ſchwarzbraun, mit weißlichen
Waͤrzchen und braͤunlichen Haaren und Afterklammern.“
„Die Puppe kurz, hell kaſtanienbraun, hinten ſtumpf,
mit vier Haͤkchen beſetzt.!“ (Nach Hrn. Geyer.)
Der Schmetterling in mehreren Gegenden von Deutſch⸗
land, auch um Wien, nicht ſelten, fliegt im Juny und July.
19. A RENE L LA.
Haem. alis anticis flavidis, atomis fuscis, macula
media serieque punctorum nigris.
Kater Tin. Tab. 14. Fig. 96. (foem.) Text, ©.40.
N. 9. Truͤbgelbe Schabe, T. Gilvella.
Wien. Verz. S. 157. Fam. C. N. 3. Bleichſandfarbige
Schabe mit bleyfarbnem Mittelpunkte, T. Arenella.
IIliger, N. Ausg. dess. II. B. S. 99. N. 3. —
Götze, entom. Beytr. III. Th. 4. B. S. 132. N. 57.
T. ae ;
v. Charpentier, die Zünsler u. s. w. des Wien.
Verz. m. Anmerk. v. Zincken, g. Sommer,
S. 128. Anm. 174. T. Arenella.
Größe der vorigen Art. Die Palpen aufgekruͤmmt,
mit ſchwarzen Spitzen, ſonſt wie Kopf und Ruͤcken bleich
lehmgelb. Die Fuͤhler ſchwaͤrzlich, Hinterleib und Süße gelb⸗
lichweiß, erſterer mit dunkeln Gelenkringen.
259
Die lehmgelben Vorderfluͤgel führen laͤngs des Vorder:
randes ſtaͤrkere oder ſchwaͤchere braune Flecke, und überhaupt
auf der ganzen Fläche viele braune und einzelne ſchwarze
Atome. In der Mitte, nahe dem Vorderrande, befindet ſich
eine braune, zuweilen mit Schwarz gemiſchte Makel, und
neben derſelben ſtehen einzelne ſchwarze Punkte, nicht ſelten
iſt aber die Makel auch undeutlich, nur braun, und die nahen
Punkte bleiben ganz oder zum Theil aus. Der Hinterrand
hat ſchwarze Punkte vor den bleicheren Franzen.
Die Hinterfluͤgel nebſt ihren Franzen ſind glaͤnzend weiß⸗
grau.
Unterhalb zeigen ſich die Vorderfluͤgel braungrau, ihre
Franzen heller, die Hinterfluͤgel wie auf der Oberſeite.
Nach Herrn D. Zincken wohnt die Raupe in un⸗
geſponnenen Blaͤttern der großkoͤpfigen Flockenblume (Cen-
taur. macroceph.), der Skabioſe (Centaur. scabiosa), und
der Carolinendiſtel (Sonchus Carolina). Die Flugzeit faͤllt
in dem July. |
HA. B. 20. 4ASSIMILELLA.
Haem. alis pallide flavis, atomis fuscis.
In der Größe und auf den erſten Anblick naͤhert ſich
dieſe neue, noch nicht abgebildete, Art ſowohl der vorigen
Arenella, als der folgenden Depunciella, nur ift
fie gewöhnlich etwas kleiner als Beyde, und ihre, am Hinter⸗
rande faſt gerade abgeſchnittenen, Vorderfluͤgel ordnen ſich in
die jetzige zweyte Familie. Die Palpen ſind weiß mit
braͤunlichen Spitzen, und dieſe wieder ſchwarz geringelt.
Kopf und Ruͤcken weiß, die Fuͤhler braun, weiß angeflogen,
Hinterleib und Fuͤße weißlich braun.
Die Vorderflügel haben eine hellbraune Faͤrbung, die
mehr oder minder in das Gelbliche zieht, wie trockenes Schilf—
rohr. Die Sehnen ſind heller und dunkler ausgezeichnet.
Ueber der ganzen Flaͤche liegen einzelne ee Atome.
| 2
A
260
Vor der Mitte, auf der Hauptader, ſteht ein ſchwarzer Punkt,
und auf der Mitte ſelbſt findet ſich eine verloſchene dunkel⸗
braune Makel. Die Franzen ſind heller und werden von einer
braunen matten Linie ohne beſtimmte Randpunkte eingefaßt.
Die Hinterflügel ſammt ihren Franzen zeigen ſich weiß,
mit etwas gelblichem Scheine.
Die Unterſeite der Vorderfluͤgel iſt braungrau mit helle:
ren Rändern, die Hinterflügel bleiben wie oberhalb.
Wir erhielten Assimilella zuerſt aus Ungarn.
Herr Kollar fing ſie ſeitdem auch am Fuße unſeres Schnee⸗
berges, im Auguſt.
21. DEPUNCTELLA.
Haem. alis flavidis, atomis maculaque ad marginem
anticum ferrugineis, fimbriis rubris.
Depunctella iſt hieſigen und auswärtigen Samm⸗
lern eben nicht unbekannt, dennoch bis jetzt weder abgebildet,
noch beſchrieben. Herr v. Podevin gab ihr zuerſt obi⸗
gen Namen. Seitdem kam fie mir auch als Sinuella vor.
Die Palpen zeigen ſich weiß, borſtig, aufgekruͤmmt, ihre
Spitzen ſchwarz geringelt. Ebenfalls weiß ſind Kopf und
Ruͤcken. Die Fuͤhler dunkelbraun. Hinterleib und Füße
gelblichweiß. | |
Die Vorderflügel haben einen hellgelben mit Pomeran⸗
zenfarbe gemengten Grund. Das Weiß von Kopf und Ruͤcken
ſtrömt über die Einlenkung aus, auch dauert es bis gegen die
Haͤlfte des Vorderrandes deutlich fort. Am Vorderrande in
der Mitte haͤngt eine ſchwarze, mit Roſtfarbe gemiſchte Ma⸗
kel. Unter ihr ſtehen insgemein ein roſtfarbiger und einige
ſchwarze Punkte, ein ſtaͤrkerer ſchwarzer vor ihr, naͤher gegen
die Wurzel. Die Franzen ſind ausgezeichnet, von der Fluͤ⸗
gelſpitze bis zur Haͤlfte roſtfarbig, dann gelblich weiß. Sie
werden von keinen Randpunkten begraͤnzt.
Die Hinterflügel ſammt Franzen bleiben rein weiß.
261
Unterhalb glänzen die Vorderflügel ſeidenartig gelb⸗
braun, ihr Vorderrand iſt hell, fein mit Braun geſtrichelt; die
Franzen ſind wie oberhalb, doch matter. Die Hinterfluͤgel
fuhren auch hier die vorgedachte weiße Farbe.
Der Schmetterling wurde, gleich der vorigen Art, erſt
in Ungarn entdeckt, dann um Wien, im Monat July, ge⸗
fangen. |
HN S R GAT NT E L L A
Haem. alis anticis nitidis ex flavo ferrugineis; posti-
eis albis.
Der Schmetterling, von dem ich hier rede, wurde mir
ohne Benennung vor zehn Jahren von Herrn Heß in
Darmſtadt mitgetheilt. Später ſandte mir der, um die
Entomologie ſehr verdiente, Herr Kirchner, Schullehrer
in Berlin, einige erzogene Stuͤcke mit vorſtehendem Namen.
Er meldete dabey, daß auch Hr. Huͤbner dergleichen em⸗
pfangen und ſie Arundinella benannt habe. Ihre
Abbildung iſt indeſſen nicht erfolgt, und die neue Bezeichnung
waͤre ſtets verwerflich, da ſie von einer der Raupe fremden
Pflanze hergenommen iſt. Endlich ſind mir in letzter Zeit
Exemplare als Tostella vorgekommen.
Sparganiella iſt, wie faſt alle von Schilf⸗ oder
Pflanzenmark lebende Arten, im Ausmaaße ſehr veraͤnder—
lich, und erſcheint zuweilen nicht anſehnlicher als De p un-
ctella, oft aber größer als Carnella. Dabey wech:
ſelt die Farbe der Vorderfluͤgel in allen Schattirungen, die
man am duͤrren Rohre findet, und iſt bald ſtriemig, bald ein:
fach braungelb, oder dunkel goldbraun, auch dunkel leber⸗
braun. Die kurzen aufgekruͤmmten Palpen, Kopf und
Ruͤcken ſind mit den Vorderfluͤgeln gleich, der Hinterleib iſt
braun ⸗ oder gelbgrau, eben fo die Füße; die Fühler braun.
Die Vorderflügel ſind lang geſtreckt, ſehnig, am Vor⸗
derrande gewoͤhnlich lichter, und unter der Hauptader, gegen
den Innenrand, ſtehen der Länge nach ungefähr drey ver⸗
\
262
loſchene dunklere Punkte. Sonſt findet man keine Zeichnung.
Die Franzen bleiben mit der Flaͤche gleich.
Die Hinterfluͤgel ſind glaͤnzend weiß, ihre Franzen gehen
in's Gelbliche uͤber.
Unten zeigen ſich die Vorderflügel hellgrau, ihre Ran
der gelblich, die Hinterfluͤgel etwas trüber als oberhalb.
Herr Kirchner fand die Raupe geſellſchaftlich auf
dem einfachen Igelskopf oder Schwertelkraute (Sparganium
simplex), um Berlin ‚ und ſelbſt innerhalb der Stadt, in
einem Waſſergraben, im Monat Auguſt. Die naͤhere Be⸗
ſchreibung derſelben und die Flugzeit des vollkommenen Ge⸗
ſchoͤpfes blieben vorerſt noch verborgen.
263
Verzeichniss
der lateinischen Namen und Synony-
men für den achten Band.
| | BY TONE, Seite.
Abildgaardan a. Fabr. Frölich. . . . . . . . . .. ., 268
„ nennen ein W 62
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Achatana. W. V. Fabr. Götze. Charp . . . 171
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Aleella. (Tin.) Naturf. De Villers . . 111
Aſpis ana, Teenie ER e 230
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Am oenana. Hübr. . MO ERRRHRRES IE VE
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Apicella. (Tin.) W. V. Götze. Charp....erreenerserseenn e. 255
Apiciana. Hübr. . . . eee eee. A. . 271
Aquana. Hübr......... K. vtze stetes A TE A 31
Aquilana. Hübr. Frölich. f . . . . . 0 % . 251
Arcuana. Hübr. W. V. L. Fabr. De Villers. Götze.
Müller. Charp. Frölich. Bechstein . ã . . . 166
‚Argentana. Hübr. W. V. Götze. Charp . . . . 102
Argyrana Hübr. Frölich. . . . er . 225
Asella. {Bomb.) Espen....n nennen lsantsnshshensnsenn 14
Asella. (Bomb.) W. V. Borkh. De Villers. Götze 18
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Asellus. Fabr.. .. . . WAA. i . 118
Asperana. W. V. Götze. pee, PR BON BAG d e 185
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Aspidana. Frölich ait see ee 208
Aspidiscana. Hübr.......... NUN el. Ara 208
As danar Hühr....nssessnsinnieend ARE nnn. 189
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Badiana. Hübr. Bra. ER: ien ER; 117
Badiana. W. V. Götze. Charp. Bechstein 243
Baumanniana. W. V. Fabr. Götze. Charp. Frölich. . 113
Baumanniaha, Hähr.. , K 116
Bergmanniana. Hübr. Larv. W. V. L. Fabr. De Vil-
lers. Fuessl. Schrank. Lang. Götze. Brahm. Charp.
Bechstein. Frölich etc. ee e 121
Bicolorana. Fuessl. Götze. Kleemann. 7
Bipunctana. Frölich. . eee nad 153
Bipunctana. Fabr. Frölich. ee 84154
Brunnichiana. W. V. L. Götze. Char Frölich. . 194
Brynnichana. Fabr.. . . .. . . . „ „„ a % 195
Bafa, Kabr.... u ana 14
Buoliana. W. V. Fabr. Götze. Charp. Frölich... . 140
Buringerana. Hübr... „wenn a - eee 257
Byringerana. Hb eee eee a 4 257
Campoliliana. W. V. Götze, Charp..: —.—. —— 212
Capr gang Hübr. me ae e e eee 27
Carpiniana. Hühr. . . eee bee she 4% 5
Caudana. Fabr. Frölich............. anna re ee 248
Caudana. Hübr. . .... . .. . . . . . . . . . . . . . . e 249
Cerasand. Hühr,. Schranck, . „ 0. ele ee 69
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Cespitana. Hübr, Frölich...... REIT en e 152
Character ana. Häbr. , seeed ee e 14 ꝗ 4 . SER)
Charpentierana. Hübr. rich, ,, BERN 153
Ghlorana. Schranck,. Frölich ie al F. ER 11
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Ciliana,. Frölich. . ... .. vessel s, W 279
Ciliella. (Tin.) Hübr.......... enn 7 RE rIIrer ER * 279
Cinctana. W. V.-Charp. Frölich. . . . „ 75
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Citran a. Hübr. Nn 1 e 27⁵
Clo rana. Hübr. W. V. L. Fabr. De Villerd. Fucssl. Lang.
Müller. Brahm. Schwarz. Frölich. Bechstein. Charp. .. 10
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Comitana. W. V. Götze. Charp n 132
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Costana. W. V. Schrank. Götze. . . . 79
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Cristana. Hübr. W. V. Fabr. Götze. Charp. . . 253
Cristana. Hübr. . . . . . . . . eee 268
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Fluidana. W. V. Götze... . . eee eee . e 189
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Forskaeleana. L. W. V. Hübr. Fabr. Lang. Götze.
Müller. Charp. Frölich. Bechstein. 120
Frutetana. Hübr . . 170
Fuligana. Hühr. Frölich. b rn 172
Fulvana. W. V. Götte. . .es ee ce 1 49
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Gentianana. Hübr. Verz. Frölich. F
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Gerningana. W. V. Fabr. Charp. Frölich. . . . 72
Gnomana. Linn. Fabr. Frölich. . . 79
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Gouana. L. (S. N.) Fabr. De Villers. Götze. Frölich........ 102
Grotiana Fabr. Frölich. . . .. . . .o tete sees —. —⁹⁰ 81
Ham ana. Hübr. W. V. L. Fabr. Schrank. „ Charp.
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Harpana. Hübr. . . . . . . . . . . ,. 7 seen 235
H undans, IL. Fahr tet 0 onenannnene see 91
Hartmanniana. Hübr, Schrank. 6 e 0 113
Hastana. ee, n dere ee 266
Hastiana. Frölich. .. r 258
Hastiana. W. V. L. Fabr. De Villers. Götze. cha 266
Heiseana. Fabr. Brahm. Frölich. 111
Heparan a. W. V. De Geer. Schrank. Cötze. Charp... 58
Her cyniana. Frölich. Bechstein . . . 130
Hermanniana. WW. V. Fabr. Götze. Charp 1 ee REN 46
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Hohen wartiana. W. V. Lang. Götze. Charp a 204
267
Seite,
Holmiana. Hübr. W. V. L. Fabr. De Villers. Fuessl.
Schrank. Müller. Brahm. Charp. Bechstein. Frölich. 124
Hypericana. Hübr. Frölich. .. . Ge 206
Incarnatana. Hübr. Frölich. . Ne 8 41
Irrorana. Hübr ....... e e e 99185
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Iungiella. (Tin.) L... 5 ee ee 227
Kaeckeritziana. L. Char p. . . übe 5299 85
Kindermannana. Tr.. . ee e 276
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Lecheana. Hübr. W. V. L. Fabr. De Villers. Lang.
Götze. Müller. Charp. Frölich. Bechstein . 106
Lediana. Hübr. W. V. Charp . ꝗ ff W 285
Limacodes, (Bomb. ) De Villers. Esper. Hufn. Naturf. 14
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Lineana. W. V. Charp . . S EDEL ER OR DERROR 91
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Lipsiana. Hübr. W. V. Fabr. Götze. Charp . 270
Literana. Hübr. W. V. L. Fabr. De Villers. Götze.
Brahm, Charp, Frölich... e enn ee 184
Loefflingiana. L. Fabr. Frölich... ...... . . . . .... ... ...... 118
Logiana. Hübr. Verz. W. V. L. Fabr. De Villers.
Götze. Müller. Charp.. . . . . . . . . . . . . . . .. 7 261
Lucidana. Tr..... NETT . eee r 260
Lugubrana. Ir. ... . . . . . ben 26
Lundana. Fabr. Götze. Frölich. De e eee 243
Lunulana. Hübr. W. V. br een 227
Luscana. R „ ee . . 40,
Luteolana. TT P ²—· RAINER PR 83
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Magnella. (Tin.) Fabr.. . . .. .. . . . . . . . . r 102
Margar italis. Pyr.) PPT 102
Margaritana. Hübr. ... ... . . . . . . . . nenn 104
Marmorana. Hübr. Frölich. ...... . . . . . . . . . . . . . . ö 171
Maurana, Hübr..... r ee Wen e a
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268
Seite.
Median a. Hübr. W. V. Fabr. Götze. Charp. Frölich. 201
Metallana, Frölich.......... 8 . „et. Fe ER 144
Metallicana. Hübr..... eee e 144
Metsheriana; Tr. . e e eee N78 277
Mieg ua. Hübr. Frölich. . e eee 150
Ministrana. L. W. V. Fabr. Götze. Frölich............ 89
Minor Tr. neee, EUR SRREHL EEE 45
Minutana. Hübr. isi e 216
Mitter bacheriana. Hübr. W. V. Götze. Charp . 214
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Mitterpacheriana. Frölich. . . . . . . . . . ee 214
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Montana, Hübr. W. V. Charp........ „ Fe. 229
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Musculana. Hübr. Frölich. „ 72 ah eh Are 175
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Niveana. Fabr. Frölich... ... . rern erhal ee 95
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Ocellana. W. V. Lang. Charp. Bechstein RE? 7517 40
Ochreana Hübr, Frölich. en Te e ne 84
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Ophthalmicana. Hüb r. . RE, 198
Oporana. Hübr. L. Fabr. Lang. Müller. Wa Frölich 46
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Pasquayana. W. V. Fabr. Frölich. Charp. . . .. 58
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Pomonana. Hübr. W. V. Fabr. Sa Lang. Charp.
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Pomonella. (Tin.) L. De Villers. Götze. Müller, Kleemann.
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Porphyrana. Hüb r. nme 1, 7% 2001 192
Prasinana. Hübr. W. V. L. Fuessl. Schrank. Lang.
Müller. Götze. Brahm. Schwarz. Kleemann. Charp.
Frölich. Bechstein ee ee ee be el n 4
Prasinana. De Villers. Panzer .... 7
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Pratana. Hübr. Frölich ese e alen 101
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Profundana. Charp. Frölich. . . A ee 189
Profundana. W. V. Fabr. Charp. Frölich. 192
Pronubana. HübrU·᷑k H· 4 . 72
Pruni ana. Hübr. Frölich. ne 55
Pupillana. Hübhr................... a oe Dec un ade seinen ae 204
Pygmaeana. Hübr. Frölich........ 3 BEN 135
Pyrastrana. Hübr. . . . . . esse ee 49
Quadrana. Hübr. Frölich. . . . . . . . . 4 169
Quercana. Hübr. W. V. Schrank. Lang. Brahm. G
Frölich. Bechstein . * ei. e 7
Ramana. Frölich. — — en e . ER u.a’
Ramella. (Tin.) L. De Villers . . . . 235
Ratnesana, Hühr....sirworsseruensnennunesscnniee 4. MI. KA 22
— — er e A 199
Rattana. Frölich . . . . . . 199
Resin ana. Hübr. Fabr. Brahm. Frölich. Bechstein. . . . 128
Resinella. (Tin.) L. De Villers. Fuessl. Götze. Müller.
Schwarz. Kleemann . . . . . . . . . .. · 128
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Reyayana. W. V. Schrank. Götze. Charge Bechstein. 22
Ahediana. IT. eee 220
Rhediella. (Tin.) L. De Villers. Götze. Müller. Clerck. Fabr. 220
Rhombana. Hübr. W. V. Götze. Charp. ...... ..... 7¹
Ribe ana. Hübr. Frölich e eee te, tr
Rivagana. Fabr. . ˙• MR be
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DIE SCHMETTERLINGE VON EUROFAS$LEIPZIG
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